Raumluft und Wohlbefinden



Institut für Bauhygiene
Zentralstelle
CH-4000 Basel

Telefon: 032 520 75 00
Faxbox: 032 520 75 01
institut@ bauhygiene.ch



Ein Mensch atmet pro Tag etwa 15'000 Liter oder umgerechnet gut 15 Kilogramm Luft ein. Damit ist die Umgebungsluft existenziell zum Überleben (Luft gilt allerdings nicht als Lebensmittel). Bei einem Atemstillstand führt die fehlende Sauerstoffzufuhr innert Minuten zum Tod. Angesichts dieser Bedeutung erstaunt, wie nachlässig die Menschheit mit der Qualität ihrer Atemluft umgeht.

Die Innenraumluftqualität - Indoor Air Quality IAQ

Die Qualitätsmerkmale der Inneraumluft:

  • Sauerstoff- / CO2- Gehalt
  • Der Wassergehalt (Feuchte)
  • Gehalt an Staub, Feinstaub (PM10), Fasern (Kunstmineralfasern, Asbest) etc.
  • Gehalt an gasförmigen Schadstoffen (auch Gerüche)
  • Gehalt an Schimmelsporen, Bakterien, Viren etc
  • Ionenkonzentration
Bild: Luft mit Schadstoffen 

Wir bieten, meist im Zusammenhang mit Verdachtsmomenten, chemische und mikrobiologische Analysen der Raumluft an.

 

Frische Luft und Entwässerung durch Lüften

Um die vom  Mensch benötigte Luft in guter Qualität sicherzustellen, ist eine genügend grosse Luftzufuhr, aber vor allem auch die Abfuhr verbrauchter Luft und Feuchtigkeit,notwendig - dies geschieht durch Lüften.

Den Eindruck sogenannt "schlechter Luft" wird nicht durch einen Mangel an Sauerstoff hervorgerufen, sondern in erster Linie durch eine überhöhte CO2-Konzentration. Diese Erkenntnis geht schon auf den Hygieniker Max von Pettenkofer im Jahre 1858 zurück. Die Außenluft weist eine CO2-Konzentration von 0,03 Volumenprozenten auf. Der Mensch atmet die Luft mit einer CO2-Konzentration von ca. 4 % wieder aus. Ohne Austausch mit der Außenluft würde die CO2-Konzentration in bewohnten Räumen schnell ansteigen. Eine überhöhte CO2-Konzentration ist nicht unmittelbar gesundheitsgefährdend, führt aber zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Unwohlsein und Kopfschmerzen.

Der Mensch gibt auch einiges an Wasser an seine Umgebung ab, über seine Tätigkeit (Kochen, Dusschen usw.)  sorgt er oft auch noch zusätzlich, dass er die Luft mit Wasser gesättigt wird.

Diese Lüftungsarbeit kann durch die Nutzer manuell wahrgenommen werden oder ihm von einer Lüftungsanlage abgenommen werden.

Kohlendioxid (CO2) als Luftqualitätsparameter

Lüftungsregeln >


Stellt eine Komfortlüftung eine gute Innenraumluftqualität sicher?

Untersuchungen zeigen, dass bei vielen Objekten mit Komfortlüftungen eine Luftqualität, die das Prädikat Komfort verdient, nicht erreicht wird, z.T. die Aussenluftqualität durch die Lüftungsanlage gar verschlechtert wird. 

Um zu Verhindern, dass Lüftungsanlagen die Luft mit Mikroorganismen und Feinstaub (z.Bsp. Riemenabrieb) belastet, wurde die Hygienerichtlinien für raumlufttechnische Anlage geschaffen, die SWKI VA-104-1 (Abschrift der Deutschen VDI-6022 Blatt 1). Nur wird diese in der Praxis selbst bei neusten Anlagen, bei Kleinstanlagen in Einfamilienhäusern gar am wenigsten, umgesetzt. Lüftungsanlagen können zu hygienische Zeitbomben werden. Deshalb fängt die Lufthygiene in Bauen mit kontrollierter Lüftung mit der regelmässigen Inspektion der Lüftungsanlage gemäss der VA-104-1 an, auch wenn diese Kontrolle gesetzlich (noch) nicht vorgeschrieben ist. Selbst die MINERGIE-ECO®- Zertifizierung (das eigentlich eine gute Luftqualität zum Ziel hat) stellt die Missachtung der VA-104-1 kein Ausschlusskriterium dar.

Wenn die Innenraumluft durch zuviel Schadstoffe belastet wird, dann kann dieses Problem in der Regel nicht mit einer Lüftungsanlage gelöst werden.

Ein zunehmendes Problem ist, dass heute oft Energieziele auf Kosten der Hygiene angestrebt werden (speziell bei Passivhäusern, MINERGIE-P®- Bauten), das Bedeutet im konkreten bei Lüftungsanlagen einen zu geringen Luftwechsel.

Wir bieten Hygieneinspektionen an raumlufttehnischen Anlagen nach SWKI VA104-1 (VDI-6022 Blatt 1) an und überprüfen die Raumluftquallität im Sinne der zukünftigen VDI-6022 Blatt 3. 

 

Quellen für Schadstoffe und Gerüche