Speichelprobe als nicht-invasive Diagnosemethode für COVID-19

Studie aus Thailand: Speichelproben zeigen vergleichbare Sensitivität wie Nasenabstriche – mit deutlich einfacherer Probenahme

· mdu · Hygiene, Studie

Pasomsub und Kollegen aus Bangkok verglichen Speichelproben mit nasopharyngealen Abstrichen bei Patienten mit Verdacht auf COVID-19.

Methodik und Ergebnis

Bei 200 Patienten wurden gleichzeitig nasopharyngeale Abstriche und Speichelproben entnommen und mittels RT-PCR auf SARS-CoV-2 untersucht. Die Sensitivität der Speichelproben betrug 84,2 % im Vergleich zum Nasenabstrich als Referenz.

Vorteile der Speichelprobe

  • Keine medizinische Fachkraft für die Probenahme erforderlich
  • Deutlich weniger unangenehm für Betroffene
  • Geringeres Expositionsrisiko für Probenahme-Personal
  • Einfachere Skalierung für Massentestung

Relevanz

Speichelbasierte Tests wurden im Verlauf der Pandemie für Screeningprogramme (Schulen, Betriebe) weiterentwickelt und eingesetzt. Die Studie lieferte eine frühe wissenschaftliche Grundlage dafür. Aus bauhygienischer Sicht ist relevant, dass die hohe Viruslast im Speichel direkt die aerogene Übertragung erklärt: Sprechen, Singen und Atmen setzen virushaltigen Speichel in Form von Tröpfchen und Aerosolen frei.

Quelle: Pasomsub E, Watcharananan SP, Boonyawat K et al. (2020): Saliva sample as a non-invasive specimen for the diagnosis of coronavirus disease 2019: a cross-sectional study. Clin Microbiol Infect, 27(2): 285.e1–285.e4. DOI: 10.1016/j.cmi.2020.05.001