Chorprobe als Superspreading-Event – 53 von 61 Sängern infiziert

CDC-Bericht zum Skagit-Valley-Chor-Ausbruch zeigt: Eine einzige infizierte Person infizierte bei einer Chorprobe 32 bestätigte und 20 mögliche Fälle

· mdu · Hygiene, Studie

Am 10. März 2020 fand in Skagit County, Washington, eine Chorprobe mit 61 Mitgliedern des Skagit Valley Chorale statt. Einer der Teilnehmenden war mit SARS-CoV-2 infiziert und zeigte leichte Symptome. Innerhalb der folgenden zwei Wochen wurden 32 Mitglieder laborbestätigt positiv, 20 weitere zeigten Symptome ohne Testbestätigung – zwei Personen starben.

Zentrale Befunde

Die Befallsrate betrug 53–87 % bei einem einzigen Index-Fall. Die Teilnehmenden hielten untereinander einen Abstand von ca. 1–2 Metern; es gab keine Umarmungen oder engeren Kontakte. Die Chorprobe dauerte 2,5 Stunden in einem geschlossenen Raum. Die räumliche Verteilung der Infektionen im Saal zeigte kein Muster, das auf Tröpfchenübertragung über kurze Distanzen hindeutet.

Bedeutung für die Praxis

Der Skagit-Chor-Ausbruch wurde zu einem der meistzitierten Belege für aerogene Übertragung von SARS-CoV-2. Er zeigte: Singen erhöht die Aerosolproduktion erheblich. In schlecht belüfteten Innenräumen kann eine einzige infizierte Person über ihre Atemluft viele Personen gleichzeitig exponieren. Abstandsregeln schützen in solchen Situationen kaum.

Quelle: Hamner L, Dubbel P, Capron I et al. (2020): High SARS-CoV-2 attack rate following exposure at a choir practice—Skagit County, Washington. MMWR.