Viruslastdynamik und Krankheitsschwere bei COVID-19

BMJ-Kohortenstudie: Höhere Spitzenvirenlast und längere Ausscheidungsdauer bei schwereren Verläufen

· mdu · Hygiene, Studie

Zheng und Kollegen aus Zhejiang analysierten retrospektiv die Viruslastprofile von 96 COVID-19-Patienten mit unterschiedlichem Krankheitsschweregrad.

Wichtigste Befunde

  • Patienten mit schwerem Verlauf wiesen höhere Spitzen-Ct-Werte (niedrigere Ct = höhere Virenlast) auf als Patienten mit mildem Verlauf.
  • Die Dauer der Virusausscheidung war bei schweren Fällen signifikant länger: bis zu 20 Tage, gegenüber 8–14 Tagen bei milden Fällen.
  • Ältere Patienten zeigten tendenziell höhere Viruslasten.

Bedeutung

Die Korrelation zwischen Virenlast und Krankheitsschwere unterstützt die Hypothese, dass die Infektionsdosis (die Menge an Viren beim ersten Kontakt) den Verlauf beeinflussen könnte. Für die Bauhygiene ist relevant: Je mehr infektiöse Aerosole in einem schlecht belüfteten Raum akkumulieren, desto höher die potenzielle Infektionsdosis – was nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Infektion, sondern möglicherweise auch deren Schwere beeinflusst.

Quelle: Zheng S, Fan J, Yu F et al. (2020): Viral load dynamics and disease severity in patients infected with SARS-CoV-2 in Zhejiang province, China, January-March 2020: retrospective cohort study. BMJ, 369: m1443. DOI: 10.1136/bmj.m1443