Glossar



Institut für Bauhygiene
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A

Abfall [Gesetz, Entsorgung]

Bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber oder die Inhaberin entledigt oder deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten ist (vgl. Art. 7 Abs. 6 USG und BGE 123 II 359 E. 4).

Abfallanlage [Entsorgung]

Abfallanlagen sind Anlagen, in denen Abfälle entsorgt werden (Art. 30h USG). Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung (siehe auch Abfallbehandlung). Abfallanlagen sind z.B. Kehrichtverbrennungsanlagen, Anlagen zur Verbrennung von Sonderabfällen, Sammel- und Sortierplätze für Bauabfälle, Abfallzwischenlager, Deponien und Kompostieranlagen.

Abfallbehandlung [Gesetz, Entsorgung]

Als Behandlung von Abfällen gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle (Art. 6 Abs. 6bis USG). Dem Behandeln gleichgestellt ist das Zwischenlagern; nicht als Behandeln gelten das Sammeln und Transportieren (Art. 7 Abs. 6bis USG, Art. 3 Abs. 3-6 TVA).

Abfallentsorgung [Gesetz, Entsorgung]

Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung (Art. 7 Abs. 6bis). Siehe auch Abfallbehandlung.

Abdichtung [Bautechnik]

Als Abdichtungen im Bauwesen kommen je nach Anwendungsfall z.B. Beschichtungen, Folien, Bahnen oder Profile zum Einsatz. Sie verhindern, dass Feuchtigkeit, Flüssigkeit oder auch Luft (Zugluft) in Gebäude, Bauteile, Bauelemente und Baustoffe eindringt und hierdurch Schäden oder bauphysikalische Mängel entstehen. Schadhaft ausgeführte Abdichtungen sind nach übereinkommender Meinung von Fachleuten die häufigsten und kostenintensivsten Mängel im Baubereich.

Abgleich, hydraulisch [Heiztechnik]

Mit dem hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper von einem opitmalen Heizwasserstrom durchflossen wird und so mit der Wärmemenge versorgt wird, die für den jeweiligen Raum notwendig ist. Ohne hydraulischen Abgleich kann die Heizungsanlage nicht optimal arbeiten, da Heizkörper mit dem geringsten Abstand zum Kessel überversorgt werden. Entfernte gelegene Heizkörper werden hingegen unterversorgt, da Heizwasser hier nur mit zu wenig Druck ankommt.

Abklatschprobe [Biologie]

Bei der Abklatschprobe wird ein geeignetes präpariertes Nährmedium auf eine Fläche gedrückt, von der vermutet wird, dass Schimmelpilzbefall vorliegt. Sporen und Hyphenbruchstücke bleiben auf dem Nährmedium kleben und wachsen zu sichtbaren Kolonien aus. Die Abklatschprobe ist nicht geeignet zur Überprüfung des Sanierungserfolges, da auch Anflugsporen erfasst werden. 

Abluft, ABL [Raumlufttechnik]

Unter Abluft versteht man die Luft, die aus der Raumluft (RAL) einem Gebäude durch ein Lüftungsgerät entzogen wird. Die Abluft hat meist die Temperatur der Raumluft der Ablufträume. Sie kann energetisch mit einer Wärmerückgewinnungsanlage (WRG) genutzt werden. Die Lage einer Abluftöffnung hat meist nur einen geringen Einfluss auf die Luftströmungen im Raum. Vorzugsweise wird in thermisch hoch belasteten Räumen die Abluft an der Decke oder direkt an den Wärmequellen abgesaugt. Die Luft die vom Abluftventilator in die Ausenluft gefördert wird,wird hingegen in der Lüftungstechnik als Fortluft (FOL) bezeichnet.

Abluftfassade [Raumlufttechnik]

Die Abluftfassade ist ein Sonderfall der Doppelfassade. Bei ihr stehen die Luft des Fassadenzwischenraums und des zu belüftenden Innenraums über Öffnungen in der innenliegenden Fassade in Verbindung miteinander. Die Höhe des durchlüfteten Bereichs erstreckt sich in der Regel über jeweils ein Geschoss. Die Abluft wird vertikal über den Fassadenzwischenraum mechanisch (Wärmetauscher) abgeführt.


Abminderungsfaktor [Solartechnik]

Reduziert man die solare Einstrahlung in ein Gebäude, wird dies durch den solaren Abminderungsfaktor berücksichtigt. Gute Abminderungsfaktoren werden von aussenliegendem Sonnenschutz erreicht und ermöglichen einen guten sommerlichen Wärmeschutz. Der Abminderungsfaktor für Sonnenschutzvorrichtungen wird mit FC bezeichnet.


Abschattung [Bautechnik]

Wird ein Teil einer solartechnischen Anlage von einem Objekt (z.B. Baum, Kamin, Antenne etc.) verdeckt, dann spricht man von Abschattung oder auch von Verschattung. Da sich dadurch in der Regel die Leistung der Solaranlage reduziert, sollten Abschattungen möglichst vermieden werden. Der Schatten einer Antenne kann die Leistung bereits um 30% vermindern.


Absorber [Solartechnik]

Solarkollektoren wandeln die einfallende Sonnenwärme in nutzbare Wärmeenergie um. Der Absorber überträgt die Wärme an die Solarflüssigkeit, die durch eine auf der Absorberfläche aufgelötete Rohrschlange fliesst. In der Regel sind Absorber-Oberflächen mit einer mattschwarzen Farbe versehen, da diese ein sehr hohes Absorptionsvermögen besitzen. Mit einem hochwertigen Absorber können heute bis zu 90% der Sonneneinstrahlung genutzt werden. So bereitet die kostenlose Sonnenenergie warmes Wasser zum Nulltarif.


Absorption [Akustik]

In der Akustik ist Absorption die Umwandlung von Schall in Wärme. Dieser Vorgang wird auch als Dissipation bezeichnet und ist in offenporigen Stoffen, etwa in Faserdämmstoffen, besonders ausgeprägt, weswegen diese als poröse Absorber speziell zu Zwecken der Schallabsorption eingesetzt werden. Quantifiziert wird die Absorption von Schall in Bauteile durch den Schallabsorptionsgrad αw.


Absorption [Solartechnik]

Als Absorption bezeichnet man die Umwandlung von Strahlung in Wärme beim Auftreffen auf Oberflächen und beim Durchgang durch transparente oder transluzente Körper. So wird z.B. auf Kollektoren, Fassaden und Möbel auftreffende Sonnenstrahlung absorbiert. Ein Mass für die Absorption ist der Absorptionsgrad. Je dunkler eine Oberfläche ist, desto höher ist der Absorptionsgrad und desto mehr Strahlung wird absorbiert. Ein matter, schwarzer Körper absorbiert fast das gesamte auf ihn fallende Licht, ein weisser Körper nur sehr wenig. Neben Absorption tritt an Oberflächen auch Reflexion und bei transparenten oder transluzenten Körpern auch Transmission auf. Tritt Licht im optisch sichtbaren Spektralbereich durch Glas, geht ein sehr grosser Teil hindurch (Transmission, ca. 85 – 90%), ein Teil des Lichtes wird durch Absorption im Glas zurückgehalten und erwärmt dabei das Glas, ein weiterer Anteil wird durch Reflexion an den Grenzflächen zurückgeworfen (ca. 4% je Oberfläche). Mit Einfärbungen oder Beschichtungen können Absorptionsgrade vergrössert werden.

Abwasser [Entsorgung]

Das durch häuslichen, industriellen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch veränderte Wasser, ferner das in der Kanalisation stetig abfliessende Wasser sowie das von bebauten oder befestigten Flächen abliessende Niederschlagswasser.

 Abwasser, nicht verschmutzt, unverschmutzt [Entsorgung]

Abwasser, das keine nachteiligen physikalischen, chemischen oder biologischen Veränderungen im Gewässer verursacht, in das es eingeleitet wird. Niederschlagswasser, das von Dachflächen stammt, gilt in der Regel als nicht verschmutzt. Niederschlagswasser, das von Strassen, Wegen und Plätzen stammt, gilt in der Regel als nicht verschmutzt, wenn es bei der Versickerung im Boden oder im nicht wassergesättigten Untergrund ausreichend gereinigt wird und wenn auf den befestigten Flächen keine erheblichen Mengen von Stoffen, die Gewässer verunreinigen können, umgeschlagen werden.

 Abwasser, verschmutzt [Gesetz,Entsorgung]

Abwasser, das ein Gewässer, in das es gelangt, verschmutzen kann (Art. 4 lit. f GSchG).

Acenaphthen [Chemie, Medizin]

Acenaphthen (C12H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 2 verbundenen Benzolringen und 1 Fünferring hat einen Siedepunkt von 278°C, kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor und ist als Produkt unvollständiger Verbrennung allgegenwärtig. Aus diesem SVOC wird grossindustriell Naphthalsäureanhydrid hergestellt, aber er wird auch für die Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen, Insektiziden und Pharmaerzeugnissen genutzt.

Acenaphthenist ist für Wasserorganismen giftig, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben und ist ein Mitosegift. Das PAK kann in grösseren Konzentration die Haut Reizen. Toxische Dämpfe können die Augen und Schleimhäute reizen. Die Substanz gilt als mutagen. Über dessen Kanzerogenität liegen keine Resultate vor.

Acenaphthylen, Acenaphthalen [Chemie, Medizin]

Acenaphthylen (C12H8) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 3 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 280°C, kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor und ist als Produkt unvollständiger Verbrennung allgegenwärtig. Aus diesem SVOC wird grossindustriell Acenaphthen hydriert, welches für die Herstellung von Naphthalsäureanhydrid und Zwischenprodukten für Kunststoffe, Farbstoffe, Farbpigmente, Insektizide und Pharmaerzeugnisse benötigt wird.

Acenaphthylen ist für Wasserorganismen sehr giftig und kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Das PAK kann in grösseren Konzentration die Haut Reizen. Toxische Dämpfe können beim Menschen Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen, die Augen und Schleimhäute reizen. Über dessen Kanzerogenität und Mutageniät liegen keine Resultate vor.

Aceton [Chemie]

Das VOC kommt z.B. als Lösungsmittel in Lack, Klebstoff und z.B. Nagellackentfernern vor. Wirkt reizend und kann u.a. zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Entzündungen der Lungenwege oder auch des Darm- und Magentraktes führen.

Acryl  [Chemie]

siehe Polymethylmetarcylat

Acrylglas  [Chemie]

Acrylglas ist ein transparenter Kunststoff und eine organische Verbindung, die chemische Bezeichnung lautet Polymethylmetarcylat (PMMA). Plexiglas ist der bekannte Handelsname für das Material. Acrylglas ist aufgrund der geringeren Dichte nur etwa halb so schwer wie anorganische Gläser. Dafür ist das Material kratzempfindlicher als Glas

Actinomyceten [Biologie]

Actinomyceten sind Bakterien ähnlich wie Pilze als Geflecht wachsen und Sporen bilden. Sie werden oft mit Schimmelpilzen verwechselt. In Innenräumen verursachen sie häufig einen modrig-erdigen Geruch. Ob sie für Erkrankungen ursächlich sind, ist noch nicht abschliessend geklärt. Es wird davon ausgegangen, dass einige dieser Bakterien Allergien auslösen können.


adiabat  [Physik]

Die Grenze eines thermodynamischen Systems wird als adiabat bezeichnet, wenn kein Temperaturunterschied zwischen System und Umgebung besteht. Beispiel: Die Rohrdämmung verringert bzw. verlangsamt den Wärmeaustausch zwischen Rohr und Umgebung. Wäre der Wärmeaustausch gleich Null, so läge ein adiabatisches System vor.


Aerogel  [Bautechnik, Chemie]

Die Basis zur Herstellung von Aerogelen ist in den meisten Fällen ein Silikat (Kieselsäure). Diesem – in diesem Fall – gallertartigen Stoff wird superkritisch bei hohen Temperaturen und/oder unter hohem Druck der Flüssigkeitsanteil entzogen. Das Ergebnis ähnelt einem nanoporösen Schwamm. Dieser eignet sich unter anderem für den Einsatz als Wärmedämmstoff oder als Filtermaterial. Aerogele sind nahezu transparent, transluzent und temperaturstabil. Pures Aerogel weist eine hohe Druckfestigkeit im Verhältnis zu seinem Gewicht auf, ist jedoch unter spontaner Krafteinwirkung sehr brüchig. Dieser nachteiligen Eigenschaft kann man entgegen wirken, indem der gallertartige Stoff bereits vor der superkritischen Trocknung mit Fasern vermischt wird, die im getrockneten Aerogel als Bewehrung dienen. Der spezifische Herstellungsprozess begrenzt jedoch die Dicke der so entstehenden flexiblen Matten auf etwa einen Zentimeter. Aufgrund der relativ hohen Materialkosten sind für Aerogele vor allem Anwendungen vorteilhaft, die hohe Anforderungen an eine geringe Dicke der Dämmung stellen, wie z.B. bei Innendämmungen, der Dämmung von Rohrleitungen oder als Dämmung von Scheiben- oder Wandzwischenräumen.

Aersol  [Hygiene, Medizin]

Ein Aerosol ist ein Gemisch (Dispersion) aus festen (Schwebestaub, Feinstaub, Nanopartikel, Pollen, Sporen, Fasern) oder flüssigen (Tröpfchen) Schwebeteilchen und einem Gas.

Aflatoxine [Biologie]

Aflatoxine sind natürlich vorkommende Mykotoxine (Pilzgifte), die vor allem von Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus gebildet werden. Man unterscheidet mindestens 20 natürlich vorkommende Aflatoxine, von denen Aflatoxin B1 als das für den Menschen gefährlichste gilt.

Agar [Biologie]

Agar wird aus den Zellwänden einiger Algenarten hergestellt und dient unteranderem Geliermittel. In der Mikrobiologie wird Agar als Gelatine bei der Herstellung von Nährböden verwendet.

Agraffe [Bautechnik]

Als Agraffe werden nicht sichtbare Befestigungen z.B. bei hinterlüfteten Fassadenplatten bezeichnet. Sie können sehr unterschiedliche Formen aufweisen, bestehen aber in der Regel aus Aluminium.

Akustik [Allgemein]

Akustik ist die Lehre vom Schall. Sie beschäftigt sich mit der Erzeugung, der Ausbreitung, der Reflexion und der Absorption von Schallwellen. Schallwellen sind mechanische Schwingungen in festen, flüssigen und gasförmigen Medien wie Mauern, Wasser oder Luft. Je nach Medium, unterscheidet man zwischen Luftschall, Körperschall und Flüssigkeitsschall. Der Schallpegel wir in technischer Betrachtung wird in Dezibel (db) meinst mit der Verwendung eines Filters, der das ganze Frequenz nicht linar gewichtet und unterschiedlichen zeitlichen Gewichtungen gemessen. Im gegensatz zur technischen Akustik orintiert sich die Psychoakustik am menschlichen Empfinden eines Schallereignis. 

Alarmwerte [Gesetz, Akustik]

Alarmwerte dienen dem Schutz vor Lärm. Gemäss Art. 19 USG setzte der Bundesrat für Lärm Alarmwerte fest, die über den Planungs- und den Immissionsgrenzwerten liegen. Alarmwerte haben folgende Funktionen: Sie dienen als Kriterium für die Beurteilung der Dringlichkeit von Sanierungen. Sie beschränken grundsätzlich die höchstzulässige Lärmbelastung bei der Gewährung von Erleichterungen. Bei bestehenden öffentlichen oder konzessionierten Anlagen (z.B. Eisenbahnen und Strassen), die wegen gewährter Erleichterungen die Alarmwerte nicht einhalten können, stellen die Alarmwerte die Grenze dar, ab welcher Schallschutzmassnahmen an den lärmbelasteten bestehenden Gebäuden durchgeführt werden müssen.

Aldehyde [Chemie]

Aldehyde sind reaktive leicht- bis mittelflüchtige Verbindungen die meist intensive Gerüche besitzen und werden deshalb auch oft als Duft- und Aromastoffe verwendet. Kurzkettige Aldehyde sind gut wasserlöslich, langkettigen dagegen unlöslich. Das einfachste Aldehyd ist das Formaldehyd (Methanal HCHO) mit stechendem Geruch, gefolgt von weiteren Alkanale: Acetaldehyd (Ethanal CH3CHO), Propionaldehyd / Propylaldehyd (Propanal C2H5CHO, fruchtiger Geruch),  n-Butyraldehyd (Butanal C3H7CHO, säureartiger  Geruch), n-Valeraldehyd / Amylaldehyd / n-Pentaldehyd (Pentanal C4H9CHO), Capronaldehyd / n-Hexaldehyd (Hexanal C5H11CHO), Önanthaldehyd / Heptylaldehyd / n-Heptaldehyd (Hepanal C6H13CHO), Caprylaldehyd / n-Octylaldehyd (Octanal C7H15CHO), Pelargonaldehyd / n-Nonylaldehyd (Nonanal C8H17CHO) und Caprinaldehyd / n-Decylaldehyd (Decanal C9H19CHO). 

Aldehyde kommen z.B. häufig in Kleidung, Möbeln, Böden, Klebern u.a. vor und haben eine reizende und allergene Wirkung die u.a. zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit führen kann.

Algen  [Biologie]

Algen stellen keine echte Verwandtschaftsgruppe dar und wird in der Biologie  als Sammelbegriff verwendet, der vergleichsweise unterschiedliche Organismen zusammengefasst, die im Grunde eine bestimmte Lebensform gemeinsam haben. Gemeint sind relativ einfach gebaute (eukaryotische) Pflanzen, die aus einer Zelle oder auch aus vielen Zellen bestehen können. Algen werden häufig in die folgenden vier Untergruppen gegliedert: Grünalgen (Chlorophyta), Rotalgen (Rhodophyta), Braunalgen (Phaeophyta) und Kieselalgen (Diatomeen). Die auch als Blaualgen bezeichnen Cyanobakterien gehören nicht dazu.

 Algizid  [Biologie, Chemie]

Algizide sind Biozide mit Wirkung gegen Algen. Praktische Bedeutung haben sie zum Beispiel bei der Bekämpfung von Algen in Schwimmbädern, am Bau in Fassadenanstrichen und Dämmmaterialien, in Kühltürmen.

Alkalität, alkalisch  [Chemie]

Alkalität bezeichnet die Stärke einer Base. Je höher die Basizität, desto höher ist auch die Stärke der Base. Als basisch gelten Milieus mit pH-Werten über 7.

Allergen, Antigen  [Hygiene, Medizin]

Ein Allergen ist eine Substanz, die über Vermittlung des Immunsystems Überempfindlichkeitsreaktionen, die als Allergie bezeichnet weden, auslöst. Die von ihm verursachte Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems heisst allergische Reaktion. Die meisten Allergene Antigene, also Eiweisse (Proteine) oder Eiweissverbindungen.

Allergie, allergiesche Reaktion [Hygiene, Medizin]

Als Allergie wird eine überschiessende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe bezeichnet, die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äussert. Auslöser von Allergien sind Allergene.


Altholz  [Entsorgung]

Holz aus Gebäudeabbrüchen, Umbauten, Renovationen und aus Verpackungen sowie Holzmöbel. Altholz sowie Gemische von Altholz mit Holzbrennstoffen gelten nicht als Holzbrennstoffe.

Altlasten  [Bautechnik]

Altlasten sind Schadstoffe, die im Gebäude oder Baugrund eingebunden sind. Hierbei kann es sich um Öle, Produkte aus chemischen Prozessen, aber auch um bitumenhaltige oder steinkohlenteerpechhaltige Baustoffe handeln Weitverbreitet ist Asbest, aber auch PCB und Schwermetalle. Derartige Altlasten zählen zu den Gefahrenstoffen, dürfen nur unter besonderen Schutzmassnahmen ausgebaut und nur auf zugelassenen Deponien gelagert werden.


Aluminium  [Chemie]

Die besonderen Eigenschaften wie geringe Dichte, geringes Gewicht (nur 1/3 von Stahl) oder die Möglichkeit der Oberflächengestaltung haben Aluminium zu einem beliebten Werkstoff werden lassen. Je nach Verwendung können durch Zusatz von Mangan, Magnesium, Silizium und Zink, Legierungen hergestellt werden deren Festigkeit, Bearbeitbarkeit, Korrosionsverhalten und Anodisierbarkeit besonders günstig sind. Auf Grund der thermischen Ausdehnung im praxisrelevanten Temperaturbereich sollte bei Aluminium jedoch auf zwängungsfreie Konstruktionen besonders geachtet werden.

Ammoniak  [Chemie]

Oftmals in Anstrichmitteln zu finden. Die Gase bilden einen reizenden und beissenden Geruch der die Schleimhäute reizt oder zu Reizhusten führen kann.

Amortisation  [Allgemein]

Investitionsgüter wie Heizungen, Wärmedämmungen, Solaranlagen usw. haben eine bestimmte technische Lebensdauer, bis sie ersetzt werden müssen. Für Ãœberlegungen zu der Wirtschaftlichkeit von Investitionen wird die wirtschaftliche Lebensdauer (Amortisationszeit) verwendet, in welcher die Anlage abgeschrieben wird. Die technische Lebensdauer ist meist grösser als die Amortisationszeit (= Return of Investment = ROI). Die Amortisationszeit ist die Zeitspanne, nach der Investitionsausgaben durch nachfolgende Erträge unter Berücksichtigung der Inflation gerade ausgeglichen sind.


Anergie  [Physik]

Energie-Anteil, der im Gegensatz zur Exergie nicht umwandelbar ist und so keine mechanische Arbeit zu leisten vermag. Beide Teile zusammen (Anergie und Exergie) sind konstant. Wärme aus elektrischer Energie (= Anergie) kann beispielsweise nicht mehr rückgewandelt werden.

Anerkannte Regeln der Technik  [Allgemein]

Die (algemein) anerkannten Regeln der Technik sind technische Regeln für den Entwurf und die Ausführung von baulichen Anlagen oder technischen Objekten. Es sind Regeln, die in der Wissenschaft als theoretisch richtig erkannt sind und feststehen, in der Praxis bei dem nach neuestem Erkenntnisstand vorgebildeten Techniker durchweg bekannt sind und sich aufgrund fortdauernder praktischer Erfahrung bewährt haben. Sie stellen nach Werkvertragsrecht für den Sollzustand eine Minimalforderung dar und bei Nichteinhaltung liegt ein Mangel vor, soweit die Abweichung nicht zuvor mit dem Auftraggeber vereinbart worden ist. In diesem Zusammenhang ist der Auftraggeber vollumfänglich über die geplante Abweichung zu informieren und auf die daraus resultierenden Folgen hinzuweisen.

Normen (von SIA, ISO usw.) und Richtlinien (z.B. vom VDI oder anderen Fachverbänden) sind (private) Regeln der Technik mit Empfehlungscharakter, die nicht zwingend als anerkannt gelten.

Anhydrit  [Bautechnik]

Siehe Calciumsulfat 

Anhydrit Unterlagsboden  [Bautechnik]

Der wesentliche Bestandteil dieses Unterlagsboden-Typs ist Anhydrit. Als so genannter Anhydritbinder aufbereitet wird er als selbst nivellierender FliessUnterlagsboden verlegt. Vorteil des Anhydrit- oder Calciumsulfat -Unterlagsbodens ist seine frühe Belastbarkeit (1-2 Tage). Zudem ist er spannungsarm, so dass es nur zu geringen Schwindungen und Wölbungen beim Austrocknen kommt. Besonders gut geeignet ist ein AnhydritUnterlagsboden in Verbindung mit einer Fussbodenheizung, da er über eine optimale Wärmeleitfähigkeit verfügt. Dagegen sind AnhydritUnterlagsboden durch ihre Gips-Basis sehr empfindlich gegen einwirkende Feuchtigkeit und somit für Nass- und Aussenbereiche ungeeignet.

Anilin  [Chemie]

Kommt häufig in Teerfarbstoffen, Kunststoffen und Fotochemikalien vor und selbstverständlich in zahlreichen Farbstoffen und Anstrichmittel. Es handelt sich hierbei um ein Blut- und Nervengift das als Krebserregend gilt und Haarausfall, Appetitmangel, Müdigkeit und selbst zu Vergiftungserscheinungen wie blauen Nasen, Lippen, Ohren oder Finger-/Fußnägeln führen kann.


Anker  [Bautechnik]

Anker werden bei zweischaligen Wandkonstruktionen eingesetzt, um die nichttragende Aussenschale an der Tragschale zu befestigen. Ãœblicherweise werden Mauerwerksanker in Drahtform als sogenannte Drahtanker verwendet.

Anlagen  [Gesetz]

Anlagen sind Bauten, Verkehrswege und andere ortsfeste Einrichtungen sowie Terrainveränderungen. Den Anlagen sind Geräte, Maschinen, Fahrzeuge, Schiffe und Luftfahrzeuge gleichgestellt (Art. 7 Abs. 7 USG).

Anlagegrenzwert  [Gesetz]

Anlagegrenzwerte dienen dazu, die von einzelnen Anlagen (z.B. Mobilfunkanlagen) ausgehende nichtionisierende Strahlung zu begrenzen. Anlagegrenzwerte müssen dort eingehalten werden, wo sich Menschen längere Zeit aufhalten.

Anlagenkennlinie  [Heiztechnik]

Für eine (Heizungs-)Anlage charakteristische Kennlinie, welche die eigentliche statische Energiehöhe und auch dynamische Reibungsverluste durch Armaturen und Formstücke, beinhaltet.


Anlaschen  [Bautechnik]

Anlaschen oder auch Beilaschen bezeichnen das statische Verstärken von Sparren oder Holzbalken durch seitliche Balken oder Bretter. Sie werden häufig beidseitig des Bestandsbalkens aufgedoppelt und mit dem Bestandsbalken verschraubt. Sie können sowohl im Dachbereich zur Sparrenverstärkung eingesetzt werden als auch im Deckenbereich um die Holzbalken zu verstärken. Eine Beilasche kann durch einen entsprechenden Ãœberstand eine neue gerade Ebene herstellen.

Anorganische Chemie  [Chemie]

Die anorganische Chemie (kurz: AC) oder Anorganik ist die Chemie aller kohlenstofffreien Verbindungen sowie einiger Ausnahmen (siehe Anorganische Stoffe). Ein Grenzgebiet zur organischen Chemie sind die Organometallverbindungen.

Anschluss  [Baukonstruktion]

Unter dem Begriff Anschluss versteht man die Ausbildung der Abdichtung an angrenzende und durchdringende Bauteile oder Bauelemente. Bei Dächern bis 5° Dachneigungen muss die Anschlusshöhe mindestens 15 cm betragen, darüber sind 10 cm ausreichend (gemessen ab Oberkante Belag bzw. Kiesschüttung). Ab einer Anschlusshöhe von 35 cm sollte, ab einer Höhe von 50 cm muss der Anschluss zusätzlich mechanisch (Klemmschiene) befestigt werden, damit er nicht abrutscht bzw. durch Windsogkräfte losgelöst wird. Auch bei Terrassentüren ist auf die Anschlusshöhe zu achten, damit kein Niederschlagswasser über die Türschwelle eindringt.


Anschlussfuge  [Baukonstruktion]

Diese Fugenart stellt die Verbindung zwischen Belagsflächen aus unterschiedlichen Materialien dar. Die Ausbildung von Anschlussfugen muss mit elastischen Dichtstoffen oder beweglichen Fugenprofilen erfolgen. Da es zwischen den einzelnen Bauteilen zu unterschiedlichen Längendehnungen kommt, hätte eine starre Verfugung unweigerlich einen Abriss der Fuge zur Folge.

Anthracen  [Chemie, Medizin]

Anthracen (C14H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 3 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 340°C, kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor und ist als Produkt unvollständiger Verbrennung allgegenwärtig. Aus diesem SVOC wird grossindustriell Anthrachinon hergestellt, welches den Ausgangspunkt für die Anthrachinonfarbstoffe darstellt und somit die Grundlage für die Alizarin- und Indanthrenfarbstoffe ist. Eine weitere Verwendung findet das Anthracen als Basisstoff für die Herstellung von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Gerbstoffen. Das Anthracen-abkömmling Dithranol ist der älteste Wirkstoff, der für die Behandlung von Schuppenflechte entwickelt wurde. Die Substanz gilt als kanzerogen, aber nicht als mutagen.


Anti-Reflexionsschicht  [Solartechnik]

Die Anti-Reflexionsschicht ist eine auf der Vorderseite von Solarzellen aufgebrachte Materialschicht, die die Reflexion der Sonnenstrahlung reduziert und somit die Effizienz der Solarzellen steigert.


Antritt  [Baukonstruktion]

Als Antritt wird die erste Stufe eines Treppenlaufes nach Verlassen der Geschossebene bezeichnet.


Apertur  [Solartechnik]

Die Aperturfläche eines Sonnenkollektors ist die maximale Projektionsfläche der äussersten Kollektoröffnung, durch die unkonzentrierte Sonnenstrahlung in den Kollektor eintritt.


Aquiferspeicher   [Heiztechnik]

Umweltkälte bzw. -wärme kann auf verschiedene Arten sehr effektiv zur Klimatisierung von Gebäuden genutzt werden. In Aquiferspeichern kann Solarwärme oder auch Abwärme aus Blockheizkraftwerken saisonal vom Sommer für den Winter gespeichert werden. Ebenso kann aber auch die Kälte der Wintermonate für den Sommer eingespeichert werden. Diese Kälte bzw. Wärme wird dann nach Bedarf in der jeweiligen anderen Jahreszeit wieder entnommen.


Arbeitsfuge  [Baukonstruktion]

Die Arbeitsfuge wird auch Tagesansetzfuge genannt. Sie wird bei grossen zu betonierenden Flächen (z.B. Unterlagsbodenn) am Ende eines Arbeitstages als Abschluss der bereits ausgegossenen Fläche angesetzt, woran am nächsten Tag direkt angearbeitet wird.

Archaeen  [Biologie]

Archaeen bilden neben den Bakterien und den Eukaryoten eine der drei Domänen, in die alle Lebewesen eingeteilt werden. Diese Einzeller besitzen wie Bakterien keinen Zellkern, ein in sich geschlossenes DNA-Molekül und ebenfalls einfach aufgebaute Fortbewegungsorgane. Ansonsten sind sie in vielen molekularbiologischen Eigenschaften den Eukaryoten (Pflanzen, Pilze, Tiere) ähnlicher als den Bakterien. Viele kultivierte Arten der Archaeen sind an extreme Milieubedingungen angepasst. So gibt es Arten, die bevorzugt bei Temperaturen von über 80 Grad Celsius wachsen (hyper-thermophil), andere leben in hoch konzentrierten Salzlösungen (halophil) oder in stark saurem Milieu (pH bis 0; acidophil) bzw. stark basischem Milieu (pH bis >10; alkaliphil). Archaeen sind in der Forschung von Interesse, da in ihnen vielleicht Merkmale des frühen Lebens auf der Erde erhalten geblieben sind. Aber auch ihr aussergewöhnlicher Stoffwechsel ist von Interesse, z.B. bei der Boden- und Gewässersanierung oder zur Methangewinnung in Biogasanlagen.

Bislang sind keine Krankheitserreger aus der Gruppe der Archaeen bekannt.

Architektur, Architekt   [Allgemein]

In der engeren Bedeutung des klassischen Architekturbegriffs meint Architektur die Kunst und/oder Wissenschaft des planvollen Entwurfs der gebauten menschlichen Umwelt, d. h. die Auseinandersetzung mit dem vom Menschen geschaffenen Raum und insbesondere der Wechselbeziehung zwischen Mensch, (vom Menschen geschaffenen) AspergillusRaum und Zeit.

Argon   [Chemie]

Argongas existiert als farb- und geruchloses Edelgas und bildet mit anderen Stoffen keine chemischen Verbindungen. Es wird unter anderem als Füllgas für Glühlampen und Leuchtstoffröhren eingesetzt. Wird das Edelgas im Scheibenzwischenraum von Isolierglasscheiben verwendet kann der U-Wert der Scheiben um ca. 0,3 W/m²K gesenkt werden.


Armaturen  [Haustechnik]

Armaturen sind haustechnische Geräte, mit denen Rohrleitungen geöffnet und geschlossen werden können.

Aromaten, aromatische Kohlenwasserstoffe  [Chemie]

Aromaten ist eine Gruppe organischer Verbindungen, deren Molekülstruktur sich vom Benzol ableitet. Wichtige Vertreter aromatischer Kohlenwasserstoffe sind Benzol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol, Cumol und Biphenyl. Die als Schadstoffe bedeutenden Gruppen der polychlorierten Biphenyle (PCB) und der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) zählen ebenfalls zu den Aromaten.

Aromaten werden praktisch ausschliesslich aus Kohle und Erdöl durch thermische oder katalytische Prozesse gewonnen (Kokereien, Raffinerien). Sie gehören mit zu den verbreitetsten chemischen Rohstoffen und sind gewichtsmässig zu 30 % in allen Kunststoffen, zu 60 % in allen Synthesekautschukprodukten und zu 70 % in allen Chemiefasern vertreten. Als Lösungsmittel werden sie in grossem Umfang z.B. in Farben, Lacken und Klebstoffen eingesetzt.

Viele Aromaten sind stark giftig. Krebserzeugende Aromaten wie Benzol oder PAK, finden sich z.B. im Steinkohlenteer aber auch in Russ und im Tabakrauch. In Ballungsgebieten stellen Aromaten eine bedeutende Belastung der Aussenluft dar.


Asbest  [Chemie]

Asbest wurde früher meistens als Brandschutz- und Dichtungsmaterial verwendet. Aber auch in Nachtspeicheröfen, bei Wärme- und Schalldämmungen könnte Asbest, wie auch als Armierung in Putzen, Klebern, Wand- und Bodenbelägen verwendet worden sein. Die Verwendung von Asbest ist seit 1995 in der Schweiz verboten. Asbest kann bei Menschen Asbestose und Krebs in Lunge, Rippen und Bauchfell auslösen. Daher muss Asbest von Suva akzeptierten Fachleuten entfernt und entsorgt werden.

Aspergillus  [Biologie]

Die Giesskannenschimmel (Aspergillus) sind eine über 350 Arten umfassende Gruppe von Schimmelpilzen. Einige Arten sind Krankheitserreger, die den Menschen, verschiedene Tiere oder Pflanzen befallen können.

Aspergillose [Hygiene, Medizin]

Aspergillose ist eine Infektion durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus, zumeist Aspergillus fumigatus. Erkrankungsorte sind die Haut, die Ohren, die Nasennebenhöhlen und die am häufigsten die Lunge. Selten werden auch Metastasen im Herzen, der Niere und des Zentralnervensystems gebildet.

Apparat  [Haustechnik, Elektro- & Nachrichtentechnik]

Apparate sind aus mehreren Bauelementen zusammengesetztes technisches Gerät, die bestimmte Funktion erfüllten.

Atrium  [Bautechnik]

Atrien sind Innenräume in der Mitte von Häusern, von denen aus umliegende Räume zugänglich sind. Sie werden heute auch häufig als witterungsgeschützte Verkehrsfläche oder bei entsprechender Grösse zur Belichtung und Belüftung angrenzender Nutzräume eingesetzt. Sie sind nach oben meist mit Glas eingedeckt und sollten im Sommer gut durchlüftet werden, um Überhitzung zu vermeiden.


Attika  [Bautechnik]

Unter einer Attika versteht man eine wandartige Erhöhung bzw. Aufkantung am Dachrand, meist von Flachdächern. Abdichtungsbahnen werden im Normalfall bis zur Aussenkante der Aufkantung hochgeführt und befestigt.


Aufbauhöhe  [Bautechnik]

Die Aufbauhöhe beschreibt die gesammte Schichtdicke von horizontalen Konstruktionen. In vielen Fällen sind dies Bodenkonstruktionen, wobei dann die Höhe zwischen Bodenbelag und tragendem Untergrund gemeint ist.


Aufdampfen  [Allgemein]

Beschichtungen aus Silber, Zinn oder Indium können zur Herstellung von Wärmeschutzglas oder Sonnenschutzglas auf die Scheiben aufgedampft werden.


Auflast  [Bautechnik]

Eine Auflast ist eine auf einer Abdichtung aufgebrachte Schicht, die die Dachschichten gegen Windsog sichert.


Auflattdämmung  [Bautechnik]

Im Gegensatz zu den Aufsparrendämmungen, bei denen Konterlattung und Dachlattung oberhalb der Dachdämmung angeordnet werden, wird bei Auflattdämmsystemen die Dachlattung direkt auf den Sparren befestigt. Die Dachdämmung wird anschliessend in diese Latten eingehängt und auf ihnen fixiert. Meist wird hier Polystyrol als Dämmstoff verwendet, da die Oberseite gleichzeitig als Unterdach verwendet wird.


Aufmass  [Bautechnik]

Wesentlicher Punkt bei der Vorbereitung einer Altbaumodernisierung ist die messtechnische Bestandsaufnahme. Sie ist Voraussetzung für die Erstellung von Bestandsplänen.


Aufputzarmatur  [Haustechnik]

Eine Aufputzarmatur ist auf der Wand an die dafür vorgesehenen Rohrleitungen zu montieren. Das Wasser wird in der Armatur vor der Wand gemischt. Der Abstand zwischen den Installationspunkten ist genormt, so dass auch alte Aufputzarmaturen problemlos durch eine neue Armatur ersetzt werden können.


Aufputzinstallation  [Haustechnik]

Kabel, Leitungen oder Rohre werden direkt auf den Putz oder mit Abstandsschellen über dem Putz verlegt. In feuchten Räumen wird sie auch Feuchtrauminstallation bezeichnet, bei Bündelung der Kabel auch Bündelinstallation.


Aufsparrendämmung  [Bautechnik]

Aufsparrendämmungen werden vorwiegend dort eingesetzt, wo die Dachkonstruktion von innen sichtbar bleiben soll oder wo eine geringe Sparrenhöhe keine ausreichenden Dämmstoffdicken zwischen den Sparren zulässt. Die Aufsparrendämmung wird meist auf Holzpaneele gelegt, mit einer luftdichten Dampfbremse als Zwischenlage. Die Konterlattung ist bei Aufsparrendämmsystemen üblicherweise grösser dimensioniert als bei herkömmlichen Konstruktionen, da über diese den Dachaufbau getragen muss. Verbindungsschrauben dürfen daher auch nicht senkrecht zum Sparren eingeschraubt werden, sondern in einem vorgegebenen Winkel. Aufsparrendämmsysteme haben den Vorteil, über die Aussenwände und Sparren wärmebrückenfrei geführt werden zu können.


Auralisation  [Akustik]

Der Begriff Auralisation oder “Hörbarmachung” bezeichnet eine raumakustische Computersimulation, die es erlaubt, bereits in der Planungsphase in Räume unter Berücksichtigung ihrer geometrischen und akustischen Eigenschaften hineinzuhören. Dazu werden zunächst Sprache oder Muskik nachhallfrei aufgezeichnet. Es lässt sich dann ein realistischer Höreindruck des Raumes erzeugen, der genaue Rückschlüsse über die raumakustischen Massnahmen zulässt.


Ausbau  [Bautechnik]

Ergänzungen bzw. Veränderungen an Gebäuden zur Sicherung einer vorgegebenen Nutzung.


Ausblühungen  [Bautechnik]

Ausblühungen sind durch den Feuchtetransport von Salzen aus dem Inneren von Bauteilen an deren Oberfläche bedingt. Sie entstehen durch Ablagerung gelöster Salze beim Verdunsten des Wassers an der Oberfläche. Entfernt werden Ausblühungen mechanisch mit einer groben Drahtbürste oder einem entsprechenden Schleifer. Bei Karbonat (=Kalk) ist oft eine vorsichtige, punktuelle Absäuerung der effektivere Weg. Allerdings sollte vorher überprüft werden, ob der Untergrund säurefest ist.


Ausdehngefäss  [Haustechnik]

Siehe Expansionsgefäss


Ausdehnungskoeffizient  [Bautechnik]

Siehe Wärmeausdehnungskoeffizient


Ausseneinheit  [Raumlufttechnik]

Die meisten Split-Klimageräte sind in eine Aussen- und eine Inneneinheit aufgeteilt. Diese sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden. Das Kältemittel fliesst mit der aus dem Innenraum aufgenommenen Wärme gasförmig zur Ausseneinheit, wo es die Wärme an die Aussenluft abgibt. Dort verflüssigt sich das Kältemittel wieder und fliesst zur Inneneinheit zurück, wodurch der Kreislauf wieder von vorne beginnt.


Aussenluft (AUL), Aussenluftdurchlass [Raumlufttechnik]

Mechanische Zuluftanlagen saugen über den Aussenluftdurchlass von aussen frische Aussenluft (AUL) an und führt diese über Zuluftverteilsysten der Raumluft zu.

Der Aussenluftdurchlass ist so anzuordnen, dass über diese Aussenluft in möglichst guter Luftqualität angesaugt wird. Deshalb ist darauf zu achten, dass unter häufig auftretenden Wetterbedingungen auch keine Fortluft wieder angesaugt wird (Kurzschluss) auftreten kann. 


Ausgleichsschicht  [Bautechnik]

Um vor Rauhigkeiten und chemischen Einwirkungen aus Unterkonstruktionen zu schützen, ist vor allem bei einer Abdichtung von Flachdächern aus Kunststoffbahnen eine (Trenn-) und Ausgleichsschicht vorzusehen. Sie kann aus lose verlegten Polyethylenfolien, Polyestervliesen (teilweise durch unterseitige Kaschierung der Abdichtungsbahnen), Schaumstoffmatten o.ä. bestehen.


Ausnutzungsgrad  [Solartechnik]

Der Ausnutzungsgrad ist ein Mass dafür, wie gut interne und solare Gewinne die Heizung bei ihrer Arbeit unterstützen können. Ãœblicherweise können diese Gewinne über die Heizperiode gesehen nicht zu 100% genutzt werden, da sie nicht immer zu den Zeiten anfallen, in denen sie benötigt werden. Beispielsweise kommt es gerade in der Ãœbergangszeit mittags öfters zu Überhitzung, und das Energieangebot der Sonne muss weggelüftet oder gar gekühlt werden. Der Ausnutzungsgrad schwankt zwischen annähernd 100% (alte Steinmauern, kleine Fenster) und etwa 85% (Leichtbauten mit grossen Verglasungen).


Aussteifung  [Bautechnik]

Aussteifende Bauteile sind flächig (z.B. Decken, Wände, Gebäudekern) oder stabförmig (Fachwerke, Rahmen). Sie dienen der Sicherung gegen Horizontalkräfte wie Wind, Erddruck oder Lotabweichung sowie Verkehrsbelastung (z.B. Kranbahnen), Erdbeben und Haltekräfte gegen das Kippen von Gebäuden.


Austritt  [Bautechnik]

Als Austritt wird die letzte Stufe eines Treppenlaufes als ebenbündiger Anschluss an die Geschossebene bezeichnet.

A/V-Verhältnis  [Bautechnik]

Die Kompaktheit von Baukörpern wird durch das Verhältnis der wärmeübertragenden Hüllfläche (A) zum beheizten Volumen (V) angegeben, dem sogenannten A/V-Verhältnis. Je kleiner das A/V-Verhältnis, desto geringer ist der spezifische Energiebedarf pro m³ beheiztem Raum bei sonst gleichen Bedingungen. Primär ist das A/V-Verhältnis von der absoluten Grösse des Baukörpers, sekundär von dessen Ausformung abhängig. Typische A/V-Verhältnisse im Bauwesen sind für freistehende Einfamilienhäuser 0,7 bis über 1,0, Doppelhäuser 0,6 bis 0,9, Reihenhäuser 0,4 bis 0,6 und Mehrfamilienhäuser 0,3 bis 0,5.

Azimutwinkel  [Allgemein]

Winkel zwischen der geographischen Nordrichtung und dem Vertikalkreis durch den Sonnenmittelpunkt (0° bis 360°).

 

BAFU [Organisation, Behörde Schweiz]

Bundesamt für Umwelt. Das BAFU ist seit dem 1. Janaur 2006 die Umweltschutzfachstelle des Bundes (Art. 42 Abs. 2 USG). Es entstand durch Fusion des BUWAL mit grossen Teilen des Bundesamts für Wasser und Geologie. Das BAFU gehört zum Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Postadresse: BAFU, Bundesamt für Umwelt, 3003 Bern; Tel. 031 322 93 11; siehe auch http://www.bafu.ch.

Bakterien    [Biologie, Hygiene]

Die Bakterien sind Mikroorganismen, die neben den Eukaryoten (Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen) und Archaeen (einzellige Organismen mit einem meist in sich geschlossenen DNA-Molekül) eine der drei grundlegenden Domänen der Lebewesen bilden. 

Lebensweise und Stoffwechsel der Bakterien sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. So gibt es Bakterien, die Sauerstoff benötigen (aerobe Bakterien oder Aerobier), Bakterien, für die Sauerstoff Gift ist (obligat anaerobe Bakterien oder obligate Anaerobier), und Bakterien, die tolerant gegenüber Sauerstoff sind (fakultative Anaerobier). Die meisten Bakterien leben in der Natur in Form von Biofilmen zusammen.

Viele Bakterien, vor allem Bodenbaktrien sind für geochemische Stoffkreisläufe von groserbedeutung. Eine grosse Gruppe von Bakterien bilden die so genannten Cyanobakterien, die früher etwas irreführend auch als Blaualgen bezeichnet wurden. Spezielle Bakterien kommen im Darm oder in anderen Organen vieler Lebewesen vor und wirken bei der Verdauung und weiteren physiologischen Vorgängen mit. Escherichia coli und Enterokokken sind die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe. Patogene Bakterien sind für verschiedene Krankheiten verantwortlich.

Balkenkopf  [Bautechnik]

Als Balkenkopf wird das Enden eines Holzbalken bezeichnet. Besonders dort, wo diese Balkenköpfe Feuchteeinwirkung ausgesetzt sind, ist ihrem Zustand besondere Beachtung zu schenken. Hier ist der Balkenkopf über das freie Hirnholz besonders stark durch eindringende Feuchtigkeit gefährdet. Die Gefahr von Schädlingsbefall wird dadurch grösser.

Bauabfälle, Bauabfall   [Entsorgung]

Abfälle, die bei Bau- und Abbrucharbeiten auf Baustellen anfallen. Dazu gehören: verschmutzter und unverschmutzter Aushub; Abfälle, die ohne weitere Behandlung auf einer Inertstoffdeponie abglagert werden dürfen (z.B. Bauschutt wie Betonabbruch, Mischabbruch, Strassenaufbruch); brennbare Abfälle wie Holz, Papier, Karton, Kunststoffe; andere Abfälle (z.B. nicht brennbares Bausperrgut, Sonderabfälle).

Bauakustik   [Bauphysik]

Die Grundlage der Bauakustik bildet die Schalldämmung, respektive der Schallschutz. Dieser verhindert, dass Schall von aussen in einen Raum oder ein Gebäude eindringt oder sich zwischen Räumen verbreitet.

Baubiologie, Baubiologe  [Bautechnik]

Baubiologie ist ein Sammelbegriff für die umfassende Lehre der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner gebauten Umwelt, aber auch die umweltfreundliche und schadstofffreie Ausführung der Bauwerke durch den Einsatz geeigneter Erkenntnisse und Techniken. Die Baubiologie setzt sich für die Verwendung von möglichst reinen Naturprodukten am Bau ein (Lehm, Mineralfarben, Schafwolle usw). Der Baubiologe Wolfgan Meas bringt Baubiologie mit folgendem Satz auf den Punkt: "Massstab ist die Natur".

Die Bezeichnung „Baubiologe” ist nicht staatlich geschützt. Dies bedeutet, dass sich jeder, unabhängig von Ausbildung oder Praxiserfahrung, so nennen darf. Es gibt Baubiologen die auch esoterische und feinstoffliche Lehren in ihre Baubiologie einbinden. Diese Gruppe von Baubiologen muten oft auch Wohnumgebungen und Baustoffe mit der Wünschelrute oder Pendel (Radiästhetische Instrumente) aus.

Baufeuchte  [Bautechnik]

Unter Baufeuchte versteht man den Wassergehalt von Bauteilen bzw. Bauteiloberflächen, der während ihrer Herstellung (Beispiel: Beton ist zähflüssig beim Einbringen in den Bau, verfestigt sich dann durch binden des Zemetes mit Wasser und austrocknen des überschüssigen Wassers) entsteht oder eindringt (defekte Wasserleitung, mangehafter Feuchteschutz gegen das Erdreich, undichtes Dach, Kondensations feuchter Luft an Bauteiloberflächen). Nicht zur Baauteilfeuchtigkeit gezählt werden, ist vom Baumaterial gebundenes Wasser (Beispiel, wenn man in der Gipsplatte gebundenes Wasser entzieht, pulversiert sich der Gips). 

Bau-Furniersperrholz  [Bautechnik]

siehe BST

Baugrund [Bautechnik]

Als Baugrund wird im Bauwesen der Bereich des Bodens bezeichnet, der für die Errichtung eines Bauwerks von Bedeutung ist. Bei Baugrund handelt es sich definitionsgemäß um „Boden bzw. Fels einschliesslich aller Inhaltsstoffe (z.B. Grundwasser und Kontaminationen), in und auf dem Bauwerke gegründet bzw. eingebettet werden sollen bzw. sind, oder der durch Baumassnahmen beeinflusst wird“.

Bauhygiene  [Bautechnik, Hygiene]

Die technnische Bauhygiene (Hygeía, grichisch Gesundheit)  ist ein Wissens- und Arbeitsgebiet, das sich bauseitig mit der Erhaltung und Förderung der Gesundheit von Menschen in Wohn-und Arbeitsräumen befasst, wie Wärme-, Schall- und Feuchtigkeitsschütz, Besonnung, Beleuchtung, Be- und Entlüftung, Klimatisierung, Wasserversorgung und elektromagnetische Felder (Elektrosmog).

Bauingenieurswesen, Bauingenieur  [Bautechnik]

Das Bauingenieurwesen ist eine Ingenieurwissenschaft, die sich mit der Konzeption, Planung, Konstruktion, Berechnung, Herstellung und dem Betrieb von Bauwerken des Hoch-, Tief- und Wasserbaus auseinandersetzt. Das wohl wichtigste Arbeitsgebiet von Bauingenieuren stellt wohl die baustatischen Berechnungen von Baukonstruktionen und die Planung der Bewehrung in Betonteilen dar.

Baumwolle  [Biologie, Bautechnik]

Baumwollefasern stammen von Malvengewächsen, die fast ausschliesslich in tropischem oder subtropischem Klima wachsen. Die Naturfaser ist bei Kleidung seit Jahrtausenden beliebt. Ein grosser Teil der für Dämmstoffe verwendeten Materiales ist dann auch Restbaumwolle, die in der Textilindustrie nicht verwendet werden kann. In der Produktion von Baumwolledämmstoffen werden gesundheitlich umstrittene Borsalze eingesetzt, um der Baumwolle einen gewissen Brandwiderstand zu verleihen. Baumwolle ist als Dämmstoff häufig als Matte, Vlies oder als Stopfwolle erhältlich. Anwendungsgebiete sind u.a. zwischen und unter Sparren, in Holzständern, zwischen Lagerhölzern, gegen Trittschall, als Stopfdämmung oder Akustikdämmung. Verarbeitung und Einbau vom Matten und Vliesen sind relativ unproblematisch. Durch die Elastizität der Fasern lassen Baumwollmatten sich gut zwischen tragende Hölzer einklemmen. Baumwollfasern können bis zu 20% ihres Eigenwichtes an Wasser aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Dennoch sollte Baumwolle keiner permanenten Nässe ausgesetzt werden, um Fäulnis und Schimmelpilzbildung zu vermeiden. Ein hoher Zellulosegehalt macht den natürlichen Dämmstoff auch relativ uninteressant für Insekten.

Baumwolle kann sowohl in Form von Einblaswolle als auch von Matten bei schadensfreiem und unverschmutztem Rückbau an anderer Stelle wiederverwendet werden. Naturbelassener und unbehandelter Dämmstoff kann problemlos kompostiert werden, wobei zum Schutz des Grundwassers jedoch Produkte abgelehnt werden sollten, die Borsalze enthalten.

Bauökologie  [Bautechnik]

siehe ökologisches Bauen


Bauphysik, bauphysikalisch  [Bautechnik]

Die Bauphysik ist ein Arbeits- und Forschungsfeld der Architektur und des Bauingenieurwesen, das sich vor allem um die klimatischen Verhältnisse in Gebäude, den Wärme- und Feuchteschutz, aber auch dem BrandschutzSchallschutz  , akkustischen Verhältnissen und Lichtverhältissen in Gebäuden befasst.

Bauprodukt  [Bautechnik]

Ein Bauprodukt besteht aus Baustoffen und Bauteilen, die in einem Werk hergestellt werden.

Bauschaden  [Bautechnik]

Ein Bauschaden liegt dann vor, wenn ein Bauteil eines Gebäudes die Fähigkeit verliert eine ihm zugeordnete Aufgabe  zu erfüllen.

Bausperrgut  [Entsorgung]

Unsortierte Bauabfälle, frei von Sonderabfällen und frei von Aushub. Bausperrgut darf unsortiert nicht auf Inertstoffdeponien abgelagert werden. Bausperrgut wird in der Regel manuell oder maschinell sortiert. Bausperrgut kann folgende Fraktionen enthalten: Mineralische Fraktion (Entsorgung auf Inertstoffdeponie); Altholz (Verbrennung in einer speziell ausgerüsteten Feuerungsanlage oder in einer Kehrichtverbrennungsanlage); brennbare Materialien wie z.B. Papier/Karton, Kunststoffe (Entsorgung in einer Kehrichtverbennungsanlage); Metalle (Entsorgung durch Altmetallhandel).

Baustatik  [Bautechnik]

Baustatik oder die Statik der Baukonstruktionen ist die Lehre von der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Tragwerken im Bauwesen. In der Baustatik werden die Kräfte und deren gegenseitige Auswirkungen in einem Bauwerk sowie in jedem dazugehörigen Bauteil berechnet.

Baustoffklasse  [Bautechnik]

Baustoffe werden hinsichtlich ihrer Brenn- und Entflammbarkeit in die europäischen Baustoffklassen A1, A2 (nicht brennbar) sowie B bis F (brennbar) eingeteilt. Weitere Unterteilungen untersuchen Brandnebenerscheinungen wie Rauchentwicklung (s = smoke, Klassen s1, s2 und s3) oder brennendes Abtropfen/Abfallen (d = droplets, Klassen d0, d1 und d2) von Baustoffen. Bodenbeläge sind in besondere Klassen (fl = floorings) unterteilt. Früher waren die Klassen A1, A2, B1, B2 und B3 gebräuchlich.

Bauteil [Bautechnik]

Das Bauteil ist im Bauwesen ein einzelnes Teil, ein Element oder eine Komponente, aus denen ein Bauwerk zusammengesetzt wird. Bei einem Bauteil handelt es sich um eine geometrisch zusammenhängende Fläche oder Körper, die bzw. der einen einheitlichen Aufbau und Konstruktion aufweist (z.B. Fussboden, Wände, Fenster, Türen, Stützen, Treppen, Balkone, Decken, Dächer usw.).

Bauteilaktivierun  [Bautechnik]

Als thermische Bauteilaktivierung oder Betonkernaktivierung wird die Nutzung von Gebäudemassen zur Temperaturregulierung verstanden. Bauteilaktivierung ist zur Raumheizung bzw. -kühlung geeignet. Durch grosse Ãœbertragungsflächen können Durchflusstemperaturen niedrig gehalten werden, was den Einsatz energieeffizienter Niedertemperatursysteme ermöglicht, z.B. Wärmepumpen oder die Kühlung über Grundwasser.

Bauwerk  [Bautechnik]

Ein Bauwerk ist eine von Menschen errichtete Konstruktion mit ruhendem Kontakt zum Untergrund. Es ist in der Regel für eine langfristige Nutzungsdauer konzipiert. Grundlegend werden Bauwerke nach Tiefbau und Hochbau differenziert.

Bedachung  [Bautechnik]

Bedachungsarten werden im Sinne des Brandschutzes unterschieden. Als harte Bedachung werden Dachabdichtungen bzw. -konstruktionen bezeichnet, die nach ihrer Bauart und den verwendeten Bauprodukten widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme ist. Das gilt für Dächer aus Beton und Ziegeln sowie mit Belag aus Metall, Kies oder (zweilagigen) Bitumenbahnen. Weiche Bedachungen bestehen aus Holzschindel, Stroh, Reet, Schilf oder unbesandeter Pappe und wird in der Schweiz feuerpolizeilich höchstens in einem Ausnahmefall akzeptiert.

Behaglichkeit  [Bautechnik]

Behaglichkeit ist ein Begriff für einen körperlichen und seelischen Zustand subjektiven Wohlbefindens. Im Baubereich müssen wir zwischen der technischen Behaglichkeit, die sich auf das Raumklima beschränkt und architektonischer Behaglichkeit, die sich mit der Raumgestalltung befasst, unterscheiden.

Belastete Standorte  [Gesetz]

Mit Abfällen belastete Standorte sind Orte, deren Belastung von Abfällen stammt und die eine beschränkte Ausdehnung aufweisen (Art. 2 Abs. 1 Altlastenverordnng, AltlV). Der Begriff umfasst eigentliche Abfallablagerungen (= Ablagerungsstandorte), aber auch Betriebsstandorte und Unfallstandorte, an denen Stoffe abgelagert wurden bzw. versickert sind, die - jedenfalls nach heutigem Recht - als Abfälle hätten zurückgehalten oder entsorgt werden müssen. Als Altlast bezeichnet die AltlV nur die sanierungsbedürftigen mit Abfällen belasteten Standorte (Art. 2 Abs. 2 AltlV).

Belastungsgrenzwerte für Lärm  [Gesetz, Akustik]

Belastungsgrenzwerte sind Immissionsgrenzwerte, Planungswerte und Alarmwerte. Sie werden nach der Lärmart, der Tageszeit und der Lärmempfindlichkeit der zu schützenden Gebäude und Gebiete festgelegt (Art. 2 Abs. 5 LSV).

Beleuchtungsstärke  [Physik]

Die Beleuchtungsstärke Lux (Kurzzeichen: lx) ist als das Verhältnis des auf eine Fläche fallenden Lichtstroms zur Grösse dieser Fläche definiert. Je grösser die Strahlungsmenge pro Flächeneinheit ist, umso grösser ist die Beleuchtungsstärke.

Belüftung   [Bautechnik, Raumlufttechnik]

Grundsätzlich unterscheidet man bei Lüftungskonzepten die natürliche Lüftung und die mechanische Lüftung. Die Möglichkeit der natürlichen Belüftung wird massgeblich von Lärm, Wind, Thermik, Schallübertragung und Umwelteinflüssen wie Schmutz beeinflusst.

Benz[a]anthracen  [Chemie, Medizin]

Benz[a]anthracen (C18H12) ist eines der 16 PAK, die nach EPA zur Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 4 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 438°C, kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor. Wie andere PAK ist es ein Produkt unvollständiger Verbrennung und findet sich unter anderem in gegrillten Fleischprodukten, Tabakrauch, Auto- und Industrieabgasen. Lebensmittel und Wasser können durch Abgase kontaminiert sein. In der Umwelt ist es persistent und reichert sich in Organismen an. Es ist toxisch und mutagen.  Dieses 

Benzaldehyd  [Chemie, Medizin]

Benzaldehyd ist einfachste aromatische Aldehyd mit einem Siedepunkt von 179°C, einer sehr niedrigen Geruchsschwelle von 0,8 g/m3 und einem bittermandelartigem Geruch. C7H6O leitet sich vom Benzol ab und ist chemisch und strukturell eng mit der Benzoesäure verwandt. Das in grösseren Mengen gesundheitsgefährdende Benzaldehyd gehört auch zu den Aromen im Wein, wird bei Parfümerie- und Toilettenartikeln verwendet, kommt als Verbrennungsprodukt bei Fahrzeugtreibstoffen vor, tritt als Spaltprodukt bei UV-gehärtenden Lack-, Klebe und Beschichtungsprodukten auf.

Benzalkoniumchlorid  [Chemie, Medizin]

Benzalkoniumchlorid ist ein Gemisch von Alkylbenzyldimethylammonium-chloriden, deren Alkylteil aus C8- bis C18-Ketten besteht. Diese quartäre Ammoniumverbindung ist ein vor allem für seine desinfizierende und konservierende Wirkung bekannter Wirkstoff der gegen Bakterien, Pilze, Hefen und Algen und in geringem Maße auch antiviral wirkt. Anwendung findet er in vielen Algiziden (z.B. für Schwimmbäder). Die medizinische Verwendung erstreckt sich auf die Anwendung zur Haut- und Schleimhautdesinfektion (beispielsweise Prophylaxe vor Infektionen mit Hautpilzen, Wundsalben, antiseptische Behandlung von entzündlichen Erscheinungen im Mund- und Rechenraum) und als Empfängnisverhütungsmittel macht er Spermien bewegungsunfähig.

Benzisothiazolinon  [Chemie, Medizin]

Das weit verbreitetes Biozid gehört in die Verbindungsklasse der nichtchlorierten Isothiazolinone.  Diese organische Verbindung hat mikrobizide und fungizide Wirkung und wird als Konservierungsmittel in Dispersionsfarben, Lacken, Klebstoffen, Waschmitteln, Treibstoffen und in der Papierherstellung eingesetzt. In Farben kommen oft Mischungen mit Methylisothiazolinon zum Einsatz.  Zersetzungsprodukte von Benzisothiazolinon können Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und andere toxische Gase umfassen.

Benzisothiazolinone können Allergien auslösen. Ab einer Konzentration von 0,05% müssen Produkte einen Warnhinweis enthalten.

Benzo(a)pyren  [Chemie, Medizin]

Benzo[a]pyren (C20H12) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 5 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 496°C, kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor und ist als Produkt unvollständiger Verbrennung allgegenwärtig. So entsteht dieses PAK z.B. beim Rauchens von Zigaretten, aber in geringe Mengen auch beim Rösten von Kaffeebohnen, in Grilladen über Holzkohle Da das PAK schwerflüchtig ist, kommt es in der Atmosphäre vor allem partikelgebunden vor. In Böden, Gewässer und Pflanzen gelangt es in Spuren über Trocken- und Nassdeposition.

Benzo[a]pyren ist eine der am längsten bekannten karzinogenen Substanzen, vermutlich wichtigster Risikofaktor für Lungenkrebs durch Zigarettenrauch und auch Ursache des so genannten Schornsteinfegerkrebses.

Benzo[b]fluoranthen [Chemie, Medizin]

Benzo[b]fluoranthen (C20H12) ist eines der 16 PAK, die nach EPA zur Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 4 verbundenen Benzolringen und 1 Fünferring, hat einen Siedepunkt von 229 °C. Das PAK kommt in Steinkohleteer in geringem Masse vor, als Quelle kommt deshalb eher raffinierte Produkte und vor allemunvollständiger Verbrennung in Fage.

Der Biokonzentrationsfaktor weist auf eine relativ hohe Bioakkumulationstendenz hin. Eine eindeutige Aussage zur Mutagenität ist infolge differenzierter Testergebnisse nicht möglich. Im Tierversuch wird über eine karzinogene Wirkung berichtet. 

Benzoesäure  [Chemie, Medizin]

Die Benzoesäure (C7H6O2) mit ihrem charaterisierten Geruch ist eine aromatische Carbonsäure mit einem Siedepunkt von 250°C. Sie besteht aus einem Phenylrest mit einer Carboxygruppe. Die Säure wird bei der Herstellung von Benzoesäureestern gebraucht, die in der Parfümindustrie als Duftstoffe (wie Benzoesäureethylester) oder als Biozide (beispielsweise Benzylbenzoat) Anwendung finden. Ausserdem wird Benzoesäure für Weichmacher, bei der Darstellung von Benzoylverbindungen, wie beispielsweise Benzoylchlorid und Dibenzoylperoxid, verwendet.

In der Lebensmittelindustrie wird Benzoesäure (E 210) als Konservierungsmittel vor allem bei sauer eingelegten Lebensmitteln, so auch in Ketchup, Wurst, Senf, Margarine eingesetzt.

Benzol  [Chemie, Medizin]

Benzol (C6H6) ist ein unpolares VOC mit einem Siedepunkt von 80,1°C kommt in Steinkohleteer und Erdöl vor. Es stellt mit seinem Sechserring (jedes C-Atom verfügt über vier Valenzelektronen, von denen zwei das Atom mit den benachbarten C-Atomen verbinden. Ein Elektron bindet das zugehörige H-Atom) das einfachste aromatischen Kohlewasserstoff dar. Das umweltschädliche und gesundheitsgefährdende Benzol wurde als Lösungsmittel durch die weniger gefährlichen methylsubstituierten Benzole Toluol und Xylol weitgehend ersetzt. Als Erdölbegleitstoff darf heute noch mit bis zu ein Prozent im Kraftstoff Benzin enthalten sein. Heute dient Benzol fast nur noch als Rohstoff zur Herstellung einiger Industriechemikalien wie Ethylbenzol, Cyclohexan sowie Nitrobenzol, Cumol und weiterer Alkylbenzole.

Benzoldämpfe sind beim Einatmen toxisch (Schädigung der Leber, des Knochenmarks, der Nieren, bei längerer Einwirkung tödlich) und ewiesenermassen karzinogen (Leukämie und Lymphomen) und mutagen. Die Symptome akuter Vergiftungen wie Schwindelgefühl, Brechreiz, Rauschzustand, Benommenheit und Apathie treten erst bei relativ hohen Konzentrationen ein. Bei einer schweren Vergiftung kommt es zu Fieber und Sehstörungen bis hin zu vorübergehender Erblindung und Bewusstlosigkeit.

Benzo[ghi]perylen  [Chemie, Medizin]

Benzo[g,h,i]perylen (C22H12) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 6 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 500 °C, kommt, in geringerem Masse in Steinkohlenteer und Erdöl vor und ist vor allem ein Produkt unvollständiger Verbrennung. Es findet sich beispielsweise in Zigarettenrauch, Auto- und Industrieabgasen, gegrillten Fleischprodukten und Speiseölen sowie in Böden, Grundwasser und Oberflächengewässern. In der Umwelt liegt Benzo[g,h,i]perylen an Partikel gebunden vor, wo das Umweltgift (sehr giftig für Wasserorganismen) an Partikel gebunden nur langsam abgebaut wird. Die Toxizität und Kanzerogenität für den Menschen können aufgrund fehlender Daten nicht eingestuft werden. Es gibt jedoch Hinweise auf Kanzerogenität. Darüber hinaus steht es im Verdacht, mutagen zu sein.

Benzo[k]fluoranthen  [Chemie, Medizin]

Benzo[k]fluoranthen (C20H12) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 4 verbundenen Benzolringen und 1 Fünferring hat einen Siedepunkt von 480°C, kommt in geringerem Masse in Steinkohlenteer und Erdöl vor. Dieses PAK ist vor allem ein Produkt unvollständiger Verbrennung.

In der Umwelt liegt Benzo[k]fluoranthen an Partikel gebunden vor, wo das Umweltgift (sehr giftig für Wasserorganismen) an Partikel gebunden nur langsam abgebaut wird. Der Stoff kann oral, über Inhalation oder dermal aufgenommen werden. Die Toxizität für den Menschen kann aufgrund fehlender Daten nicht eingestuft werden. Im Tierversuch zeigt sich dieses PAK kanzerogen und steht im Verdacht, auch für Menschen kanzerogen und mutagen zu sein.

Benzophenon  [Chemie, Medizin]

Benzophenon ist eine organische Verbindung mit einem Siedepunkt von 305°C, die zu den Gruppen der Ketone und Aromaten zählt. C13H10O wird als Fotoinitiator in UV-Härtungs-Anwendungen, wie Tinten und Beschichtungen in der Druckindustrie, verwendet. Es schützt Duftstoffe und Farben in Produkten wie Parfüms, Seifen oder Kunststoffverpackungen vor Zerstörung durch UV-Strahlung.

Beschichtung  [Bautechnik]

Wärme- und Sonnenschutzgläser werden beschichtet, um beispielsweise die Emissivität von Glasoberflächen zu reduzieren. Dabei werden dünne Schichten aus Edelmetallen und/oder Metalloxiden auf klaren oder eingefärbten Scheiben im sogenannten Hard- bzw. Soft-Coating-Verfahren aufgebracht.

Bestandsaufnahme  [Bautechnik]

Wichtigste Voraussetzung der Altbaumodernisierung sind die technische Bestandsaufnahme (auch als Gebäude-Check bezeichnet) und die massliche Bestandsaufnahme. Sie bilden die unabdingbare Voraussetzung für eine sorgfältige und qualifizierte Planung.

Beton [Bautechnik]

Beton ist im Wesentlichen ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung bzw. Betonzuschlag (Sand und Kies oder Splitt) und Anmachwasser. Der Baustoff kann zwar hohen Druck aushalten, versagt aber schon bei niedrigen Zugbeanspruchungen. Man legt daher auch Bewehrungsstahl zur Armierung ein, um zugfesteren Stahlbeton zu erzeugen. Er kann auserdem Betonzusatzstoffe und Betonzusatzmittel enthalten. Je nach Anwendung wird Beton mit unterschiedlicher Rohdichte hergestellt - Leicht-Beton, Normal-Beton, Schwer-Beton.

Betonfertigteil [Bautechnik]

Fertigteile aus Beton werden in einer Fabrik hergestellt, dort gelagert, auf die Baustelle geliefert und dann montiert. Aus grossformatigen Fertigteilen werden Decken, Wände und Dächer hergestellt. Fertigteilkonstruktionen aus Stützen und Balken sowie fertige Sanitärzellen gehören mit zum Bauprogramm. Sogenannte Systemhäuser werden im Zuge des Rohbaus komplett aus Betonfertigteilen gefertigt.

Betonzusatzmittel [Bautechnik]

Das sind in Wasser gelöste oder aufgeschlämmte Stoffe, die dem Beton beigemischt werden, um durch physikalische und/oder chemische Wirkungen die Eigenschaften des Frisch- oder Festbetons, wie z. B. Verarbeitbarkeit, Abbindverhalten, Erhärten oder Dauerhaftigkeit, zu verändern. Die Zugabe der Stoffe erfolgt entweder direkt bei der Herstellung im Betonwerk oder erfolgt nach der Anlieferung auf der Baustelle.

Betonzusatzstoffe [Bautechnik]

Das sind pulverförmige oder flüssige Zusätze, die bestimmte Eigenschaften des Betons beeinflussen. Sie dürfen dem Beton nur zugegeben werden, wenn sie das Erhärten des Zements, die Festigkeit und die Beständigkeit des Betons sowie den Korrosionsschutz der Bewehrung nicht beeinträchtigen. Im Gegensatz zu Betonzusatzmitteln sind sie bei der Erstellung der Rezeptur des Betons als Volumenbestandteile zu berücksichtigen. Als Zusatzstoffe kommen mineralische Feinstoffe (z.B. Steikohlenflugasche, Tuff, Trass, Silica-Staub), Kunstharzdispersion, Farbpigmente und Fasern (Kunstmineralfasern, vor 1990 bei spezllen Anwendungen auch Asbest).

Betonkernaktivierung [Bautechnik]

Siehe Bauteilaktivierung

Betriebsstandort  [Gesetz]

Standort eines Betriebes mit industrieller, gewerblicher oder öffentlicher Tätigkeit, welcher Anlagen umfasst, die in einem engen räumlichen Zusammenhang zueinander stehen. Belastete Betriebsstandorte im Sinn der Altlasten-Verordung (Art. 2 Abs. 1 AltlV) sind Standorte, deren Belastung von stillgelegten oder noch in Betrieb stehenden Anlagen oder Betrieben stammt, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist.

Bewegungsfuge  [Bautechnik]

Eine Bewegungsfuge ist ein geplanter Zwischenraum zwischen Bauteilen und Baukörpern, um unabhängige Bewegungen infolge Temperaturänderungen, Setzungen und Schwinden zu ermöglichen und Bauteilspannungen abzubauen. Die Ausbildung erfolgt je nach Anwendungsfall durch konstruktive Gestaltung der Bauteilränder, Verschluss mit elastischem Dichtstoff, Überbrückung durch bandförmig vorgefertigten Dichtstoff, Profile oder offenlassen der Fugen.

Bewehrung [Bautechnik]

Als Bewehrung, auch als Armierung bezeichnet, bezeichnet man meist Stahl, der in Beton eingelegt ist und Zugkräfte aufnimmt. Zur Verlegung der Bewehrung wird ein Bewehrungsplan erstellt. Die Bewehrung kann sowohl zur Aufnahme von Zugkräften (meistens aus Biegung – Biegezug) als auch von Druckkräften (Stützen) angeordnet werden. Wird der Stahl mechanisch vorgespannt und unter dieser Spannung eingebaut, spricht man von Spannbeton. Die Verwendung von Glasfaser- oder Kunstfasergeweben ist in der Entwicklung und wird verstärkt eingesetzt.

Bindemittel [Bautechnik, Chemie]

Bindemittel sind im plastischen Zustand verarbeitbare anorganische oder organische Substanzen, die im Laufe einer bestimmten Zeit erhärten und dabei andere Stoffe fest miteinander verbinden.

Bindemittel, hydraulisch [Bautechnik]

Hydraulische Bindemittel sind Materialien, die durch eine chemische Reaktion mit Wasser aushärten. Dadurch können sie sich auch “unter Wasser” verfestigen. Die Härtung erfolgt dabei irreversibel. Das Material ist damit wasserbeständig.

Biomasse  [Energietechnik]

Ein breites Spektrum von Energieträgern beschreibt der Begriff Biomasse. Er umfasst alle Stoffe, die durch Pflanzen oder Tiere entstehen. Dazu gehört abgestorbene, aber noch nicht fossile Pflanzenmasse oder organischer Hausmüll, Pflanzenöle, Biogas. Aus energetischer Sicht lässt sich Biomasse in Primär- und Sekundärprodukte unterteilen: Zu ersteren gehören beispielsweise Holz, Gräser und Stroh, zu den Sekundärprodukten aufbereitete Energieträger wie Hackschnitzel, Holzpellets oder Pflanzenöl.

Biozide   [Chemie, Biologie]

Biozide sind Wirkstoffe (Chemikalien oder Mikroorganismen), die gegen Schadorganismen (wie z. B. Schimmelpilze, Bakterien, Insekten) eingesetzt werden. Produkte, die besonders gegen Pilze (Fungi) wirksam sind, nennt man auch Fungizide. Biozide werden entsprechend der Biozidrichtlinie geregelt. Anwender biozider Produkte sollten bedenken, dass manche Wirkstoffe gesundheitsschädlich und gefährlich sein können.

Bisphenol A (BPA)  [Chemie]

Bisphenol A (BPA) ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Diphenylmethan-Derivate mit einem Siedepunkt von 220°C und eines der Bisphenole. C15H16O2 vor allem als Ausgangsstoff zur Synthese polymerer Kunststoffe auf der Basis von Polyestern, Polysulfonen, Polyetherketonen, Polycarbonaten (PC) und Epoxidharzen. BPA hat daher eine sehr grosse wirtschaftliche und technische Bedeutung. Ferner wird BPA als Antioxidans in Weichmachern und zum Verhindern der Polymerisation in Polyvinylchlorid (PVC) verwendet.

Aus Bisphenol A enthaltenden Kunststoffen, insbesondere aus Polycarbonat, Vinylesterharz und Epoxidharz, werden zahlreiche Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit direktem Kontakt zu Lebensmitteln und Getränken hergestellt. Aus Epoxidharzen werden Beschichtungen für metallische Behälter ebenfalls für Lebensmittel wie Konservendosen und für Getränkebehälter und Wasserkocher hergestellt. Ausserdem verwendet man Epoxidharze für Lacke, Farben, Klebstoffe, Innenbeschichtungen zur Sanierung von Trink- und Abwasserbehältern und -rohren (siehe Rohrinnensanierung) und zur Herstellung von Schwimmbecken-Fertigpools und Weinlagerungs-Grosstanks und anderem mehr. Das ist von gesundheitlicher Relevanz, da zwar die polymeren Endprodukte selbst biologisch weitgehend inert sind, aus ihnen allerdings der Ausgangsstoff BPA unter Umständen wieder freigesetzt wird und dann gesundheitliche Schäden verursachen kann. Wärme oder Aufheizen, Säuren und Laugen begünstigen das Freisetzen von Bisphenol A aus dem Polymer. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache.

Bitumen   [Chemie]

Bitumen ist ein viskoelastisches Erdöldestillat zur Herstellung von BitumenbahnenKlebe- und Dichtungsmassen. Der Werkstoff wird schon seit 3000 v.Chr. zur Abdichtung von Dächern eingesetzt. Es ändert seine Konsistenz bei steigender Temperatur, d.h. es wird vom harten und zähen Zustand durch Erwärmung weich, zähflüssig und zwischen 150 und 200°C dünnflüssig. Bei weiterem Temperaturanstieg verliert Bitumen seine plastischen Eigenschaften. Bitumen ist ein Gemisch höherer Kohlenwasserstoffe und heterozyklischer Verbindungen (Kohlenwasserstoffe mit anderen Atomen wie Schwefel, Stickstoff oder Sauerstoff). Auch Schwefel (bis zu 8 Massen-%), Stickstoff (etwa 0,5 Massen-%) und Sauerstoff (1 - 2 Massen-%) sind Bestandteile des Bitumens. Durch chemische Vernetzung von Destillationsbitumen mit Polymeren wird polymermodifiziertes Bitumen hergestellt. Als Schadstoff glt der Anteil an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Bei Temperaturen unter 80° C treten praktisch keine Emissionen aus Bitumen auf.

Bitumenbahn  [Bautechnik]

Bitumenbahnen bestehen aus einer Trägereinlage mit beidseitigen Deckschichten aus Bitumen.  Auf Dächern und Balkonen werden oft Bitumenbahnen, die einseitiger mit Schiefer ausgerüstet sind, eingesetzt. Es gibt aber auch Bitumensanwichs mit Metall (Kupfer, Alluminium, Chromnikelstahl) auf der einen Seite, die sich auch zur Abschirmung von Funkstrahlung oder elektronischen Abhörschutz eignen.

Bitumenkleber, Bitumenklebemassen,  bituminösen Kleber  [Bautechnik]

Bitumenbahnen bestehen aus einer Trägereinlage mit beidseitigen Deckschichten aus Bitumen.

Blähglas  [Bautechnik]

Für die Herstellung von Blähglas wird häufig Altglas verwendet. Das Glas wird gesäubert, fein zu Glasmehl gemahlen und mit Wasser, Bindemittel sowie Blähmittel vermischt. Anschliessend wird das Granulat in einem Drehofen erhitzt. Dabei bläht sich das Granulat auf und seine Oberfläche versintert. Durch Sieben der Körner können unterschiedliche Korngrössengruppen in Säcken verpackt angeboten werden. Der Durchmesser der hergestellten Blähglaskörner liegt zwischen 0,25 und 16 mm. Mit Hilfe von Bindemitteln lassen sich aus dem Granulat auch Mauersteine mit guten Wärmedämmeigenschaften herstellen. Darüber hinaus braucht man Blähglas häufig als Hohlraum- oder Ausgleichsschüttung oder als Leichtzuschlag für Beton und Putz.

Der Dämmstoff sollte trocken gelagert werden. Die Körner des Granulates sind druckfest und formstabil. Als Schüttung eingesetzt ist der Dämmstoff als diffusionsoffen und frostsicher anzusehen. Aufgrund des mineralischen Rohstoffes ist Blähglas beständig gegen Säuren, Laugen und organische Lösungsmittel.

Blähglas ist aufgrund seiner mineralischen Herkunft ungiftig und frei von Schadstoffen. Reines Blähglas ist als Schüttung oder als Leichtzuschlag wieder verwertbar

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Blähton  [Bautechnik]

Ton ist seit tausenden Jahren als Baustoff vom Menschen genutzt. Blähton selber ist heute vor allem als Pflanzsubstrat für Hydrokulturen bekannt. Der zur Herstellung von Blähton benötigte Rohstoff wird über Tage in offenen Gruben abgebaut. Der unbehandelte Ton wird fein gemahlen, mit Wasser vermengt und zu kleinen Kugeln granuliert. Wie beim Blähglas durchläuft das Granulat ein Drehrohrofensystem. Durch die Verbrennung bläht sich das Granulat auf das Mehrfache seiner ursprünglichen Grösse auf. Es entsteht ein rötliches Granulat, das unregelmässig geformt und porös ist. Aus einem Kubikmeter Rohton können bis zu 5 Kubikmeter Blähton hergestellt werden.

Blähton ist allgemein als Granulat mit Durchmessern von 4 bis 16 mm oder in gebundener Form erhältlich. Neben seiner Verwendung als Zuschlagstoff für Beton wird er auch als Hohlraum- oder Ausgleichsschüttung und zur extensiven und intensiven Dachbegrünung eingesetzt. Das Granulat ist leicht und formstabil. Blähton ist geruchsfrei, verrottet und schimmelt nicht und ist beständig gegen Säuren und Laugen. Blähton ist nicht brennbar und unempfindlich gegen Frost und Feuchtigkeit.

Die natürlich auftretende Radioaktivität des Tons kann als unbedenklich angesehen werden. Blähton kann als unverschmutzt rückgewonnene Schüttung oder als Leichtzuschlag wiederverwertet werden.

Blendrahmen  [Bautechnik]

Herkömmliche Fenster bestehen aus einem Blendrahmen und einem Flügelrahmen. Der Blendrahmen ist dabei der Teil des Fensters, der fest mit der Aussenwand verbunden ist. In diesem Rahmen befinden sich dann ein oder mehrere Flügelrahmen, welche zu öffnen sind.

Blendschutz  [Bautechnik]

In Räumen in denen der Sehkomfort durch Störeinflüsse beeinträchtigt werden, z.B. an Bildschirmarbeitsplätzen, ist ein Blendschutz zu ratsam. Obwohl oftmals in der Praxis für unterschiedliche Anforderungen die gleichen Systeme eingesetzt werden, muss zwischen Blendschutz und Sonnenschutz unterschieden werden. Typische innen liegende Blendschutzsysteme sind Jalousien, Folien oder Gewebe, perforierte Raffstoffe oder beweglicher Blendschutz im Isolierglas.

Blindboden  [Bautechnik]

1) Als Blindboden versteht man ein Konstruktionselement einer Holzbalkendecke, das auch als Fehlboden bezeichnet wird, auf dem zur Dämpfung unterhalb des Fussbodens eine Schüttung (beispielsweise Schlacke, Sand, Schutt) aufgebracht wird.

2) Auch kann ein kleines Raumvolumen in Schrägdächern, das von keinem anderen Raum aus zugänglich ist und auch keine Fenster hat – meist unterhalb des Firstes oder am Drempel, als Blindboden gemeint sein.

Blockheizkraftwerk (BHKW)  [Haustechnik]

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK), die der kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme dienen. BHKWs werden mit fossilen Brennstoffen (Öl oder Gas) oder erneuerbaren Treibstoffen (Biogas, Biodiesel) betrieben. Die bei der Stromproduktion erzeugte Abwärme wird dann zur Beheizung von Gebäuden genutzt. Durch diese doppelte Energieausnutzung erhöht sich die Brennstoffausnutzung auf ca. 85%.

Blockverband  [Bautechnik]

Beim Blockverband wechseln sich Binder- und Läuferschichten ab. Die Stossfugen der Binderschichten und die Stossfugen der Läuferschichten liegen vertikal übereinander. Der Blockverband wird bei Wanddicken grösser als 24 cm verwendet.

Blower-Door-Test  [Bautechnik]

Mit dem Blower-Door-Test können Undichtigkeiten in der Gebäudehülle festgestellt werden. Ein zu starker Luftaustausch erhöht die Wärmeverluste und führt zu einer Durchfeuchtung der Konstruktion. Meist wird für den Test ein abgedichteter Rahmen mit einem Ventilator in der Haustür eingebaut, der im Haus einen Druck von 50 Pa erzeugt. Luftbewegungen können an undichten Stellen in der Gebäudehülle z.B. mit Rauch sichtbar gemacht werden. Die nachgeführte Luftmenge ist das Mass für die Luftdichtheit. Niedrigenergiegebäude sollten eine Luftwechselrate von unter 1 erreichen, dass heisst, das im Gebäude befindliche Luftvolumen wird bei 50 Pa Druck einmal pro Stunde ausgetauscht.

Boden   [Bautechnik]

Siehe Fussboden

Boden [Biologie]

In der Bodenkunde und Biologie werden die stark belebten, oberen Dezimeter der Erdoberfläche, in der Geologie wird der feste Gesteins-Untergrund bis in mehrere Meter Tiefe, im Bauwesen und der Bodenmechanik wird der Untergrund von Bauwerken, in der Raumplanung und Geodäsie wird die tatsächliche Erdoberfläche als Boden bezeichnet.

Bodenplatte  [Bautechnik]

Bodenplatten werden meist auf einem Streifenfundament aufgelegt. Hierbei hat die Platte aber selten statische Anforderungen zu erfüllen, sondern dient mehr der Abtrennung des Hauses vom Erdreich. Ist die eine Anforderung, muss die Bodenplatte dicker und mit mehr Bewehrung ausgeführt werden. Für die Ausführung der Bodenplatte gibt es unterschiedliche Ansätze. Bei gut gedämmten Häusern und Passivhäusern wird häufig eine Dämmung auf dem Fundament aufgelegt und darauf die Bodenplatte “schwimmend” betoniert.

Bodenverdichtung  [Bautechnik]

Gesunde Oberböden und Unterböden bestehen zu über 50 % aus Porenraum. In verdichteten Böden fehlen diese Hohlräume, die Bodenstruktur ist zerstört. Mögliche Ursachen für Bodenverdichtungen sind: Das Befahren von Böden, wenn diese nass sind; das Befahren von Böden mit schweren (Bau-)Maschinen; falsche Zwischenlagerung von ausgehobenem Ober- und Unterboden. Der Oberboden und die Pflanzendecke bieten einen gewissen Schutz vor Bodenverdichtung, da begrünter Boden schneller trocknet als nicht begrünter und da der Oberboden sich schneller regneriert als der Unterboden.

Brandabschnitt  [Bautechnik]

Ein Brandabschnitt ist der Teil eines Gebäudes, der gegenüber anderen Gebäudeteilen oder anderen Gebäuden durch Brandschutzkonstruktionen wie z.B. Brandwände mit Brandschutztüren oder feuerbeständige Geschossdecken (ggf. mit feuerbeständig geschützten Öffnungen) begrenzt ist, um eine Brandübertragung für eine definierte Zeit sicher zu verhindern.

Brandlast  [Bautechnik]

Die Brandlast (auch Brandbelastung) wird in kWh/m² angegeben und ist das auf eine bestimmte Grundfläche (z.B. Brandabschnittsfläche in m²) bezogene Wärmepotential aller auf ihr vorhandenen brennbaren Stoffe.

Brandschott  [Bautechnik]

Beim Brandschutz ist ein Schott oder eine Abschottung eine brandschutzgerechte Versiegelung eines Durchbruches oder einer Fuge in einer Wand oder Decke, um die durch das Loch entstandene Minderung der Brandrate des Bauteiles wiederherzustellen.

Brandschutz  [Allgemein]

Die Gesamtheit aller Massnahmen, Mittel und Methoden zur Verhütung von Bränden, zur Begrenzung der Brandausbreitung, zur Brandbekämpfung sowie zum Schutz von Personen und Sachwerten vor den von Bränden ausgehenden Gefahren.

Brandschutz   [Bautechnik]

Zusammen mit dem anlagentechnischen Brandschutz bildet der bauliche Brandschutz einen spezifischen Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes. Er umfasst die Gesamtheit aller bautechnischen, konstruktiven, materialtechnischen, gestalterischen und funktionsplanerischen Massnahmen, Mittel und Methoden, mit denen die Brandausbreitung und die Brandübertragung reduziert oder verhindert werden, die Rettung von Personen und die sichere Tätigkeit der Feuerwehr garantiert und der Zerstörungs- und Schädigungsgrad an Gebäuden, Anlagen und Ausrüstungen gering gehalten werden.

Brandschutz, vorbeugend   [Bautechnik]

Der vorbeugende Brandschutz umfasst alle Massnahmen, Mittel und Verhaltensweisen, die der Entstehung eines Brandes entgegenwirken. In Ergänzung zu den Massnahmen des baulichen Brandschutzes und anlagentechnischen Brandschutzes beinhaltet er auch Nutzungshinweise, Arbeitsmethoden, Lagervorschriften, Verhaltensweisen usw., die dazu dienen, einer Brandentstehung entgegenzuwirken und die Brandausbreitung zu begrenzen.

Brandschutzklasse   [Bautechnik]

Die Brandschutzklasse ist eine auf der Grundlage der erforderlichen Feuerwiderstandsdauer bestimmbare Grösse. Sie wird im Industriebau beispielsweise zur Bestimmung der Feuerwiderstandsklasse der Bauteile bzw. zur Bestimmung der zulässigen Geschossfläche eingeschossiger Brandbekämpfungsabschnitte (Industriebaurichtlinie) herangezogen.

Braunfäulepilz   [Biologie]

Braunfäulepilze gehören zur Gruppe der holzzerstörenden Pilze, die insbesondere Holzbauteile befallen können.

Brenner, atmosphärischer   [Heiztechnik]

Gasbrenner, bei dem die Verbrennungsluft durch die Injektion des Gases transportiert wird, werden atmosphärische Brenner genannt. Bei dem Injektionsprinzip wird das Gas mit hoher Geschwindigkeit durch eine Düse in ein grösseres Rohr eingeblasen, das die Düse umgibt. Die Luft in diesem Rohr wird durch den Unterdruck in die Verbrennungszone transportiert.

Brennstoff, fossiler Brennstoff    [Energietechnik]

Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle gehören zu den fossilen Brennstoffen. Sie entstanden vor Millionen von Jahren aus toter Biomasse, die durch geologische Prozesse umgewandelt wurde. Ihre Nutzung zur Energiegewinnung ist zeitlich begrenzt. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wird Kohlendioxid freigesetzt.

Brennstoffzelle   [Energietechnik]

Brennstoffzellen erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom, nicht durch eine thermische sondern durch eine chemische Reaktion. Die nutzbare Energie wird durch Umwandlung von Erdgas zu Kohlendioxid und Wasserstoff freigesetzt. Bei der Reaktion von Wasserstoff mit Luftsauerstoff entstehen dann Wärme und Gleichstrom. Die gewonnene Wärme kann zur Beheizung von Gebäuden verwendet werden.

Brennwert   [Energietechnik]

Der Brennwert ist die Wärmemenge eines Brennstoffs, die bei der vollkommenen Verbrennung frei wird. Der Brennwert gibt an, wie viel Wärmeenergie bei der Verbrennung einschliesslich der im Wasserdampf enthaltenen Verdampfungswärme insgesamt frei wird. Der Energiegehalt des Wasserdampfs bleibt beim Heizwert dagegen unberücksichtigt.

Brennwertkessel   [Energietechnik]

Brennwertkessel sind mit Gas oder Öl betriebener Wärmeerzeuger, bei denen der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf kondensieren darf und soll. Die Kondensationswärme lässt sich dadurch zusätzlich nutzen und der Wirkungsgrad kann verbessert werden. Die Wirkungsgradverbesserung beträgt je nach Brennstoff etwa zwischen 5 und 10% verglichen mit herkömmlichen Niedertemperaturkesseln.

Brüstung   [Bautechnik]

Die Brüstung ist der Bereich der Aussenwand, der zwischen dem Fussboden und der Fensteröffnung verbleibt.

Brutto-Grundfläche (BGF)   [Bautechnik]

Die Brutto-Grundfläche ist die Summe aller Geschossflächen, die aus deren Aussenabmessungen (äusseren Begrenzungen) ermittelt werden. Äussere Begrenzung heisst in diesem Zusammenhang inklusive Verputz oder Oberflächenverkleidung, also nicht nur Rohbaumass. Im Unterschied zur Nettofläche oder zur Wohnnutzfläche sind alle Wände enthalten.

BST, Bau-Furniersperrholz   [Bautechnik]

Bau-Furniersperrholz (BST) ist ein Furniersperrholz mit besonders  mit besonders hoher Biegefestigkeit.

C

 

Candela (cd)

Candela ist die Einheit der Lichtstärke. Sie wird durch einen Lichtstrom pro Raumwinkel beschrieben. Das Kurzzeichen für Candela lautet “cd”.

Carbolineum [Chemie]

Carbolineum (Karbolineum, Teeröl), ein nach Teer riechendes Gemisch aus Steinkohleteer- Bestandteilen, das u.a. Anthracen und Phenole, wurde lange Zeit wegen seiner desinfizierenden und Fäulnis hemmenden Wirkung zur Konservierung von Hölzern verwendet, die erdnah verbaut wurden (Bahnschwellen, Holzmasten, Pfähle, usw.).

Carbolineum ist hautreizend und bei längerer Einwirkung krebserregend. Die Dämpfe reizen die Atemwege. Während in Deutschland der Einsatz dieses Holzschutzmittels stark eingeschränkt oder verboten ist, darf in der Schweiz kein Carbolineum in den Handel gebracht werden. Entsprechend behandeltes Holz darf in Wohngebieten nicht mehr eingesetzt werden.


Casein-Soja-Pepton-Agar (CASO / CSA / TSA / TC)   [Biologie]

Casein-Sojamehl-Pepton-Agar, auch als Tryptic Soy Agar (TSA) oder Soybean Casein Digest Agar (CSA) bezeichnet, ist ein universelles Komplexmedium zur Anzüchtung und Isolierung anspruchsvoller Bakterien, Hefen und Schimmelpilze. Das Nährmedium enthält Caseinpepton und Sojamehlpepton und wird vor allem zur Bestimmung der Totalen Keimzahl (Koloniebildenden Einheiten), auch als Total count (TC) bezeichnet, verwendet. Mit einem Cycloheximid-Zusatz kann die Pilzflora gehemmt werden, was zum Nachweis von Bakterien angewendet wird.


CE-Zeichen   [Allgemein]

Das CE-Zeichen ist kein Prüfzeichen. Es ist ein Verwaltungskennzeichen und dokumentiert die Konformität des Produktes mit den geltenden EU-Richtlinien. Damit erklärt der Hersteller des Produktes eigenverantwortlich, dass die Anforderungen europäischer Richtlinien erfüllt sind.


Chlorkohlenwasserstoff (CKW)   [Chemie]

Zu den Chlorkohlenwasserstoffen (CKW) gehören z.B. die auch für den Menschen sehr giftigen Insektizide Lindan oder DDT sowie Dioxine und Furane, die etwa bei der Verbrennung von Kunststoffen frei werden und in Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Schliesslich kommen die sogenannten aliphatischen CKW als Lösungsmittel (z.B. bei Anstrichen und Klebstoffen) zum Einsatz. CKW kann von der Natur kaum oder gar nicht abgebaut werden, gelangt in die Nahrungskette und reichert sich im Menschen an. Chlorkohlenwasserstoffe sind eine der Hauptursachen von berufsbedingten Krankheiten.

Chrysen [Chemie, Medizin]

Chrysen (C18H12) ist eines der 16 PAK, das nach EPA bei der PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 4 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 441 °C Dieser Schadstoff kommt natürlich in Stein- und Braunkohlenteer, im organischen Mineral Curtisit, sowie im Tabakrauch und anderweitigen unvollständigen Verbrennungsprozessen vor. Der Stoff dient zur Herstellung von UV-Filtern, Sensibilisatoren und Farbstoffen. In der Umwelt ist es persistent und reichert sich in Organismen an (sehr giftig für Wasserorganismen).

Die Toxizität für den Menschen kann aufgrund fehlender Daten nicht eingestuft werden. Im Tierversuch zeigt sich dieses PAK kanzerogen und steht im Verdacht, auch für Menschen kanzerogen und mutagen zu sein.

CNS - Chrom-Nikel-Stahl  [Technik]

Chrom-Nikel-Stahl (CNS) bzw. nicht rostender Stahl oder Edelstahl enthält mindestens 11,8 % Chrom und je nach Verwendung Nickel bzw. Molybdän. Edelstahl hat ein Gewicht von 7,9 g/cm³. Er kann ohne weitere Beschichtungen im Freien eingesetzt werden, sofern keine besonderen Korrosionsbelastungen auftreten. Die Feuerbeständigkeit von Edelstahl ist höher als die normaler Stahlsorten.


CO2 - Kohlendioxid   [Chemie]

CO2 (Kohlendioxid) ist ein Treibhausgas, das bei Anreicherung in der Atmosphäre zur globalen Erwärmung beiträgt. Aus diesem Grund sollte die Entstehung von zusätzlichem CO2 in der Atmosphäre vermieden werden. CO2 wird in zunehmendem Mass durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle oder Erdgas freigesetzt. Dies geschieht nicht nur im Haushalt zur Bereitstellung von Heizenergie, sondern auch in grossem Mass durch Produktion von Strom in Kraftwerken.


Coefficient Of Performance (COP)   [Haustechnik]

Mit dem “Coefficient Of Performance”, kurz COP, wird der thermische Wirkungsgrad von Wärmepumpen bezeichnet. Der COP entspricht dem Begriff Leistungszahl.

Coliforme Keime   [Biologie, Hygiene]

Escherichia coli (E.coli) und andere im Darm lebende, Laktose spaltende Enterobakterien. Dürfen keinesfalls in Trinkwasser auftreten. Gefährdung durch solche Keime beispielsweise bei Hochwasser oder nach Fäkalienschäden in Gebäuden (Rohrbrüche usw.).

D

Dach  [Bautechnik]

Das Dach ist der obere Abschluss eines Gebäudes. Zusammen mit den Wänden trennt es Aussenraum von Innenraum und schützt vor der Witterung. Seine Gestaltung ist prägend für das gesamte Bauwerk und abhängig von klimatischen Bedingungen, Baustoffen und Baustilen. Die offensichtlichste Unterscheidung  orientiert sich an ihrer Bauform Bogendach, Faltdach, Glockendach, Grabendach, Halbtonnendach, KegeldachKlebdach, KrüppelwalmdachKuppeldachMansarddachParalleldachPultdach, Pyramidendach,  Rhombendach, Satteldach,  SchleppdachSchmetterlingsdachSheddachTonnendachWalmdach, ZeltdachZollingerdachZwiebeldach. Auch prägend sind oft DAchaudbauten und Dacheinschnitte wie: Dachflächenfenster,  DachgaubeZwerchhaus, Dachreiter,  LoggiaDachbalkonDachlaterne.

Es wird auch zwischen einem einschaligen  Kaltdach mit eienr belüftete Konstruktion und einem zweischaligen Warmdach mit einer nicht belüftete Konstruktion, unterschieden. 


Dachabdichtung  [Bautechnik]

Die Dachabdichtung ist die flächig aufliegende wasserundurchlässige Schicht zum Schutz eines Daches gegen Eindringen von Feuchtigkeit. Sie verläuft über die gesamte Dachfläche einschliesslich ihrer Anschlüsse, z.B. an Ventilationsöffnungen, und Abschlüsse, z.B. an der Attika. Ein geneigtes Dach wird im Gegensatz zum Flachdach zusätzlich mit einer Deckung geschützt.


Dachbegrünung  [Bautechnik]

Die Dachbegrünung ist eine besondere Art der Dachflächennutzung mit Bepflanzung, die je nach Art der Begrünung in extensiv (mit niedrigem, pflegearmen Bewuchs wie Sedumpflanzen, Moosen, Gräsern) oder in intensiv (mit anspruchsvollerem und pflegeintensiverem Bewuchs wie Gräsern, Stauden, Sträuchern und Bäumen) unterschieden wird.


Dacheindeckung  [Bautechnik]

Man unterscheidet zwischen “weichen” (z.B. Rohr, Stroh und Reet) und “harten” (z.B. Ziegeln, Dachsteinen oder Holzschindeln) Bedachungen sowie zwischen kleinteiligen und grossformatigen Bedachungsmaterialien. Die Verwendung o.g. Materialien ist nicht nur unter gestalterischen Gesichtspunkten wichtig, sondern ebenfalls von der Dachneigung abhängig. Bei der Modernisierung sind Aspekte wie Wärmedämmung, konstruktive Verstärkungen, Feuchteschutz und neue Dacheindeckung zu beachten.


Dachfirst  [Bautechnik]

Der Dachfirst stellt den obersten Punkt einer Dachkonstruktion dar. Neben einem wetterfesten, beweglichen “Zusammenschluss” der Dachflächen wird hier die Entlüftungsebene von Kaltdächern mit hinterlüfteter Dachhaut angeordnet.


Dachflächenfenster,  Dachfenster  [Bautechnik]

Dachflächenfenster kommen meist im Wohnungsbau zum Einsatz, wenn Gauben zu teuer sind bzw. die baurechtlichen Bestimmungen diese Möglichkeiten der Beleuchtung eines Dachraumes mit Tageslicht nicht zulassen.


Dachneigung  [Bautechnik]

Die Dachneigung wird heute im allgemeinen in Grad angegeben. Früher erfolgte die Angabe der Dachneigung unter den Handwerkern als Verhältnis von Firsthöhe zu halber Hausbreite. Als flach geneigtes Dach bezeichnet man Dächer, die eine Dachneigung zwischen 3° und 20° besitzen, als Steildach Dächer mit einer Neigung >20°. Daraus resultiert die Verwendung bestimmter Materialien für die Dacheindeckung bzw. die Konstruktionsweise des entsprechenden Dachstuhls.


Dachstein  [Bautechnik]

Dachsteine gehören neben den Dachziegeln zu den traditionell am häufigsten anzutreffenden Dacheindeckungen. Im Unterschied zu Dachziegeln erfolgt die Trockung von Dachsteinen bei Temperaturen von ca. 60°C über mehrere Stunden und einer anschliessenden vierwöchigen Aushärtung an der Luft.


Dachstuhl  [Bautechnik]

Der Dachstuhl ist der tragende Teil eines Daches. Bei hölzernen Dachkonstruktionen beschreibt der Begriff den gesamten Aufbau, der für das Tragen der Sparren notwendig ist. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Sparrendächern und Pfettendächern sowie bei letzteren zwischen stehenden und liegenden Dachstühlen, die dort ausgebildet werden, wo auf ein Pfettendach nicht verzichtet werden kann, der Dachraum jedoch stützenfrei ausgebildet werden sollen. Hier werden auch Hängewerke oder Sprengwerke eingesetzt.


Dachziegel  [Bautechnik]

Der Ziegel ist weit verbreitetes Material zur Eindeckung von schrägen Dächern. Tonziegel gibt es in einer grossen Vielfalt an Formen, Formaten und Farben. Sie bestehen in der Regel aus Lehm mit einem Tongehalt von 40-60 % und lassen sich einfach verarbeiten und entsorgen. Unterschieden werden Flachziegel, Pfannenziegel, Falzziegel, Grossflächenziegel oder Schmuckziegel.


Dämmstoff, anorganisch  [Bautechnik]

Anorganische Dämmstoffe bestehen meist aus mineralischen Stoffen, die sowohl natürlich als auch künstlich hergestellt sein können. Weiterhin wird zwischen natürlichen anorganischen Dämmstoffen (u.a. Blähton, Perlite) und künstlichen anorganischen Dämmstoffen (u.a. , Schaumglas, Aerogel) unterschieden. Im Gegensatz zu den anorganischen bestehen organische Dämmstoffe meist aus Kohlenstoffverbindungen, die einerseits in pflanzlichen Materialien (u.a. Hanf, Zellulose) und andererseits in Dämmstoffen aus Mineralöl (u.a. EPS, PUR) vorkommen können. Die Unterscheidung von organischen und anorganischen Dämmstoffen folgt also nicht dem herkömmlichen Gebrauch der Begriffe organisch und anorganisch.


Dämmstoff, organisch  [Bautechnik]

Organische Dämmstoffe werden nach den Ausgangstoffen der jeweiligen Dämmungen in zwei Gruppen unterschieden: natürliche Rohstoffe (u.a. Flachs, Getreidegranulat, Hanf, Holzfaser, Holzspäne, Holzwolle, Kokosfaser, Kork, Schafwolle, Schilfrohr, Stroh, Wiesengras und Zellulose) und synthetische Rohstoffe (u.a. Melaminharz-Hartschaum, Polyesterfasern, Expandiertes Polystyrol (EPS), Extrudiertes Polystyrol (XPS), Polyurethanschaum (PUR)).


Dampfbremse  [Bautechnik]

Eine Dampfbremse stellt wie auch die Dampfsperre die Luftdichtheit des Hauses her und kann den Tauwasserausfall in Konstruktionen verhindern. Im Unterschied zur Dampfsperre wird die Dampfdiffusion jedoch nur “gebremst” (abgemindert) und nicht verhindert. Dampfaustausch (Feuchteausgleich) durch Diffusion wird von vielen Bauökologen positiv beurteilt. Als Dampfbremse können z.B. beschichtete oder imprägnierte Kraftpapiere und Pappen eingesetzt werden (sd-Wert > 5 bis 1500 ). Diffusion ist grundsätzlich ein sehr langsamer Vorgang und beeinflusst nicht die Dichtigkeit eines Gebäudes!


Dampfbremse, feuchteadaptiv  [Bautechnik]

Eine raumseitige Dampfbremse ist zur Vermeidung von Bauschäden und Tauwasserausfall in vielen Fällen notwendig. Konventionelle dampfbremsende Folien mit konstantem Diffusionswiderstand haben jedoch den Nachteil, dass sie im Sommer die Austrocknung der Konstruktion raumseitig verringern und etwaige Feuchtigkeit nur nach aussen abtrocknen kann. Bei der feuchteadaptiven Dampfbremse wird die Grösse des Diffusionswiderstandes in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit (also eigentlich jahreszeitlich) angepasst. Es kann im Winter also weniger Feuchtigkeit in eine Konstruktion eindiffundieren, die im Sommer aber zu beiden Seiten angeführt werden kann.


Dampfsperre  [Bautechnik]

Dampfsperren sind definitionsgemäss diffusionsdichter als Dampfbremsen und verhindern nahezu jeglichen Diffusionstransport von (Wasser-)Dampf. Als Dampfsperren werden oft Folien aus Aluminium (sd-Wert > 1500 m) oder Polyethylen (PE, sd-Wert > 15 m) verwendet. Es ist beim Einbau darauf zu achten, dass in den Folien keine Löcher entstehen. Auch sind Folienstösse dauerhaft dicht zu verkleben.

dB. dBA, dBC  [Akustik]

siehe Dezibel

dB, dBm [Nachrichtentechnik]


Deckenfluter  [Bautechnik]

Siehe Uplight


Deckungsgrad, solar  [Energietechnik]

Der solare Deckungsgrad drückt aus, wieviel Warmwasser durch Sonnenenergie bereit gestellt werden kann. Bei Warmwassersolaranlagen ist z.B. ein Deckungsgrad von 50 bis 70% durchaus möglich, wobei also bis zu 70% des Warmwasserbedarfs von der Solaranlage geliefert werden und 30% aus anderen Quellen stammen (meist vom Heizsystem).

Desinfektion, Desinfektiosmittel, Desinfizierung  [Biologie, Chemie, Hygiene]

Unter Desinfektion versteht man eine Abtötung von Keimen in dem Masse, dass von ursprünglich 100'000 vermehrungsfähigen Keimen (so genannte Kolonie bildende Einheiten = KBE) nach einer Desifizerung nicht mehr als ein einziger überlebt. Es gibt eine Vielzahl von Wirkstoffen und Produkten, als Desinfektionsmittels bezeichnet, im Bereich der Desinfektion. Wirkstoffe können sehr unterschiedliche Wirksamkeiten haben, die auch auf Unterschiede bei den zu bekämpfenden Mikroorganismen zurückzuführen sind.


Dezibel (dB) [Allgemein]

Das Dezibel (dB) ist eine logarithmische Hilfsmasseinheit zur Skalierung von Pegeln, Massen, Verstärkungs- und Dämpfungsfaktoren. Diese logarithmischen Grössen finden ihre Anwendung unter anderem in der Akustik, Elektro- und Nachrichtentechnik.

Dezibel (dB) [Akustik, Nachrichtentechnik]

Schall wird in Dezibel gemessen. Das angehängte “A” bei“ dB(A) – gibt an, dass der gemessene Schalldruckpegel mit Hilfe einer Bewertungskurve der Wahrnehmung des menschlichen Ohrs für verschiedene Frequenzen angepasst wurde. Die Masseinheit Dezibel ist ein logarithmisches Mass. Eine doppelt so hohe Lautstärke entspricht hier einer um 3 dB höheren Angabe. Das Ohr nimmt diese Verdoppelung jedoch nicht als doppelte Lautstärke wahr. 50 dB entsprechen etwa der Lautstärke einer normalen Unterhaltung, 80 dB und mehr erreicht Strassenverkehr und in Diskotheken sind durchaus über 100 dB messbar.


Dehnungsfuge  [Bautechnik]

Siehe Bewegungsfuge


Denkmal  [Gesetz]

Einem Denkmal im bautechnischen Sinn wird durch den Wandel der Zeit ein höherer Wert zugemessen, der seinen Schutz für die Nachwelt sinnvoll macht. Dabei wird die Anwendung dieses Begriffes – da er eng mit dem jeweiligen Zeitgeist verknüpft ist – immer kontrovers definiert werden können. An der Erhaltung von Denkmälern besteht in der Regel ein öffentliches Interesse, welches sich durch den staatlich sanktionierten Denkmalschutz festgelegt wird.


DG18 (Dichloran-Glycerol Agar mit 18% Chloramphenicol)  [Biologie]

DG-18-Agar enthält Dichloran zur Hemmung hyphenbildender Pilze(Verminderung des Wachstums schnell wachsender Schimmelpilzarten) und Glyzerin (zur Bindung von Wasser). Er wird zum Nachweis von Pilzen mit geringen Feuchtigkeits­ansprü­chen (sog. xerophile Pilze. Das Antibiotikum Chloramphenicol dient der Hemmung von Bakterien.

Dibenz(ah)anthracen  [Chemie, Medizin]

Dibenzo[a,h]anthracen (C22H14) ist eines der 16 PAK, das nach EPA PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 5 verbundenen Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 524°C.

Dieses PAK ist vor allem ein Produkt unvollständiger Verbrennung bei höheren Temperaturen.


Dibenzo[a,h]anthracen ist sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. Die Toxizität auf Menschen kann aufgrund fehlender Daten nicht eingestuft werden. Im Tierversuch zeigt sich dieses PAK kanzerogen (bei oraler und dermaler Applikation Lungentumore, wird zur experimentellen Krebserzeugung verwendet) und steht im Verdacht, auch für Menschen kanzerogen und mutagen zu sein.


Dichtband  [Bautechnik]

Dichtbänder dienen zur Ãœberbrückung kritischer Anschlussbereiche von Bauteilen. Es handelt sich häufig um elastische Kautschukbänder, die im Aussenbereich in der Regel gegen Witterungseinflüsse geschützt werden müssen.


Dichtstoff  [Bautechnik]

Dichtstoffe sorgen für eine Trennung von Raum- und Aussenklima (Dampfbremse, Windsperre, Wetterschutz). Als Dichtstoffe stehen die herkömmlichen Bauabdichtungsbahnen, spritzbare Dichtstoffe (Silikon-Dichtstoffe, Acrylat-, Polysulfid- und Polyurethan-Dichtstoffe) sowie dauerelastische und vorkomprimierte Dichtbänder (VK-Bänder) zur Verfügung.


Dichtungsebene  [Bautechnik]

Auf nur eine einzelne Dichtungsebene in der Fassade sollte man sich nicht verlassen, auch wenn die äussere Dichtungsebene versagt, darf kein Wasser ins Innere des Gebäudes eindringen. Bei zweischaligen Wandaufbauten, wie z.B. einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade, wird davon ausgegangen, dass Wasser hinter die äussere Fassadenhaut dringen kann. Dieses muss jedoch sicher aus dem hinterlüfteten Bereich herausgeführt werden, ohne auf die innere Wandseite zu diffundieren.


Diffusion  [Physik]

Unter Diffusion versteht man einen sehr langsamen Vorgang, bei dem Gasmoleküle Materie (Gase oder Festkörper) durchdringen. Treibende Kraft für diesen Prozess ist ein Unterschied in der Konzentration. So kommt es beispielsweise im Winter zu einer Wasserdampfdiffusion durch eine Aussenwand von innen nach aussen, weil der Dampfdruck im Winter normalerweise innen höher ist als aussen. Der Widerstand, den ein Baustoff der Diffusion entgegensetzt, wird durch den Diffusionswiderstand (μ-Wert, sprich “mü-Wert”) angegeben. Ist dieser hoch, ist der Diffusionsprozess langsam. Faserdämmstoffe wie Mineralwolle haben einen μ-Wert von 1 (diffusionsoffen), Beton hat einen μ-Wert von etwa 100, Aluminium ist diffusionsundurchlässig.


Diffusstrahlung  [Physik]

Als Diffusstrahlung wird Strahlung bezeichnet, die durch Streuprozesse oder durch Absorption in und Emission von Körpern entsteht. Im Gegensatz zu Direktstrahlung ist Diffusstrahlung ungerichtet. Diffuses Sonnenlicht kommt also nicht nur aus Richtung der Sonne, sondern aus allen Himmelsrichtungen. Zusammen mit der Direktstrahlung bildet die Diffusstrahlung die Globalstrahlung.


Direktschall  [Physik, Akustik]

Der Direktschall ist der Schallanteil in einem geschlossenen Raum, der bei seinem Eintreffen am Hörort oder am Messort als erstes eintrifft, ohne zwischenzeitlich Schallreflexionen erfahren zu haben. Das Einfallen der ersten Wellenfront als Direktschall ist für die Richtungsbestimmung, also die Lokalisation einer Schallquelle durch das Gehör mit unseren beiden Ohren massgeblich.


Direktstrahlung  [Physik]

Direktstrahlung ist Strahlung (z.B. Sonnenlicht), die ohne zwischengelagerte Streu- oder Absorptionsprozesse von der Strahlungsquelle auf eine Wand, ein Fenster oder einen Kollektor trifft. Systeme zur aktiven und passiven Sonnenenergienutzung müssen den Sonnenstand im Tages- und Jahresverlauf berücksichtigen, wenn sie Direktstrahlung nutzen wollen. Zusammen mit der Diffusstrahlung bildet die Direktstrahlung die Globalstrahlung.

DN- Diameter nominal  [Bautechnik]

DN ist die Abkürzung für Diameter nominal, der internationalen Bezeichnung für die deutschen Ausdrücke Nennweite oder lichte Weite. Man versteht daruntern die ungefähre lichte Weite oder Nennweite der Rohrleitung.


Doppelfassade  [Bautechnik]

Doppelfassaden bestehen aus einer wärmedämmenden Glasfassade und einer zweiten Verglasungsebene, die je nach Konzept hinter oder vor der primären Fassade angeordnet wird. Gegenüber konventionellen, einschaligen Glasfassaden bieten Doppelfassaden einen wirkungsvollen Schallschutz, reduzieren Transmissionswärmeverluste im Winter und schützen den Sonnen- und Blendschutzes vor Witterungseinflüssen. Zudem erlauben sie die Fensterlüftung auch in hohen Gebäuden.


Doppelstegträger (TJI)   [Bautechnik]

Ein Doppelstegträger (manchmal auch Leichtbau-, “TJI-” oder “Masonite-” Träger genannt) ist im Prinzip ein I-Träger aus Holz. Zwei Pressholzplatten oder OSB-Platten werden durch einen dünnen Steg verbunden. Hierbei lassen sich Konstruktionen mit hoher Tragfähigkeit, geringem Materialverbrauch, hohen Dämmstoffstärken sowie geringen Wärmebrückenverlusten erzeugen. Im Passivhausbau sind Wand- und Deckenkonstruktionen mit Doppelstegträgern immer häufiger zu finden.


Downcycling  [Entsorgung]

Erreicht ein Material nach einem Recyclingprozess nicht mehr die ursprüngliche Qualität wie zuvor, wird diese Abwertung als Downcycling bezeichnet. Dies ist beispielsweise bei Kunststoffen der Fall. Aus hochwertigen Plastikartikeln kann nicht wieder das gleiche Produkt hergestellt werden, da Kunststoffabfälle nicht sortenrein gesammelt werden.


Drahtanker  [Bautechnik]

Drahtanker werden bei zweischaligem Mauerwerk zum Zusammenhalt der beiden Scheiben verwendet. Die beiden Enden werden dabei zur besseren Endverankerung in der Mörtelfuge üblicherweise abgewinkelt.


Drahtglas  [Bautechnik]

Drahtglasscheiben, d.h. Glasscheiben mit einer Einlage aus einem dünnen Drahtgeflecht, werden häufig aus optischen Gründen eingesetzt, sind aber aufgrund der Glaseigenschaften nicht als Sicherheitsgläser eingestuft. Das eingelegte Drahtnetz erschwert nicht das Brechen der Gläser, sondern erleichtert es sogar!


Drainage  [Bautechnik]

Um Staunässe an oder in Bauteilen, z.B. Balkonen, Terrassen oder Kellern, zu verhindern, ist dort die Möglichkeitn einer Entwässerung zu installieren. Die dauerhafteste Lösung ist dabei eine Drainage. Damit ist ein verknüpftes System (vertikal ebenso wie horizontal) aus Rohren oder Rinnen zu verstehen, das über ein Gefälle anfallendes Wasser zu einem ungefährdeten Ort abführt.


Drainagematte  [Bautechnik]

Drainagematten sind spezielle formstabile Kunststoffmatten, die als Rollenware leicht zu verlegen sind und zudem ein geringes Gewicht haben. Sie werden z. B. beim Balkonbau zwischen Abdichtung für den tragenden Betonuntergrund und dem Unterlagsboden verlegt. Die offene Struktur gewährleistet dabei ein flächendeckendes Kanalsystem, über das Wasser abgeführt werden kann.


Drehfenster  [Bautechnik]

Flügel von Drehfenstern können durch einen vertikal angebrachten Beschlag gedreht werden. Weil sich der Fensterflügel beim Öffnen bis zu 90° drehen lässt, können beide Seiten der Verglasung gut gereinigt werden.


Drehkippfenster  [Bautechnik]

Drehkippfenster sind eine Kombination aus Drehfenster und Kippfenster, wo der Flügel sowohl gedreht als auch in Kippstellung gebracht werden kann. Die Kippstellung gilt als vorteilhaft zum Lüften, da hier der Innenraum keinen Witterungseinflüssen auszusetzen ist. Jedoch sind die Energieverluste bei Dauerlüftung sehr hoch.


Dreifachverglasung  [Bautechnik]

Zur Reduktion von Transmissionswärmeverlusten sind Fenster in Passivhäuserndreifach verglast: sie lassen die Sonne herein und die Kälte draussen. Um die Transmissionswärmeverluste wirksam zu reduzieren, muss zudem der Fensterrahmen besonders gute Dämmeigenschaften aufweisen.


Drempel  [Bautechnik]

Der Fusspunkt eines Daches mit Ausbildung eines erhöhten Widerlagers bzw. die Aufmauerung der obersten Decke über der Aussenwand ist der Drempel. Dieser wird je nach Region auch Kniestock genannt.


Drosselkurve  [Haustechnik]

Die Drosselkurve – auch Q-H-Kurve oder Pumpenkennlinie genannt – beschreibt die Änderung des Förderstromes (Q) einer Pumpe von der Förderhöhe (H). Im Allgemeinen fällt der Förderstrom mit steigender Förderhöhe ab.


Druckfestigkeit  [Bautechnik]

Die Druckfestigkeit – üblicherweise in N/mm2 angegeben – stellt die maximal aufnehmbare Druckspannung eines Bauteils oder Baustoffes dar. Mauersteine werden in Deutschland in sog. Druckfestigkeitsklassen. Analog werden auch Mörtel, Beton oder Holz klassifiziert.


Dübel  [Bautechnik]

Ein Dübel ist ein aus Metall oder zunehmend Kunststoff bestehendes Verbindungsmittel. Es werden Einlassdübel und Einpressdübel unterschieden, wobei bei ersteren eine entsprechende Vertiefung vorbereitet ist und bei letzteren eine solche Vertiefung erst während des Verbindungsvorgangs erzeugt wird.


Dünnbettmörtel  [Bautechnik]

Anstelle synthetischer Kleber kann im Dünnbettverfahren auch ein klassischer Mörtel als Bett (bis 4 mm Dicke) ausgelegt werden. Dünnbettmörtel sind einfache Zementmörtel, wobei feinster Sand als Gesteinskörnung dient. Dünnbettmörtel bedürfen jedoch eines ausreichend ebenen Untergrundes, da Unebenheiten nur bedingt ausgleichen werden können. Vorteilhaft ist die längere Einlegezeit für die Verlegung von z.B. Fliesen und auch die Standfestigkeit unter Feuchtigkeitseinwirkung.


Dünnschichtzelle  [Energietechnik]

Dünnschichtsolarzellen werden nicht aus Silicium hergestellt, sind kostengünstig und sehr dünn. In automatisierten Verfahren werden Einzelzellen durch Abscheidung dünner Schichten von gasförmigem amorphem Silicium oder anderen Halbleitermaterialien direkt und ohne sichtbare Leiterbänder auf ein Trägermaterial wie Glas aufgebracht. Vorteile von Dünnschichtzellen gegenüber anderen Solarzellen sind die geringere Anfälligkeit bei Verschattungen und die höhere Formflexibilität.


Durchflussbegrenzer  [Haustechnik]

Durchflussbegrenzer oder Perlatoren dienen zur Regulierung des Wasserstrahls bei Armaturen. Durch das Beimischen von Luft wird die Durchflussmenge des Wasser reduziert, was zu einem geringeren Wasserverbrauch führt. Angaben von Sanitärherstellern zufolge sind Einsparungen von 30 bis 50% möglich. Der Wasserstrahl wird weicher und fliesst gleichmässig ohne zu spritzen aus der Armatur. Ein effektiver Beitrag für die Begrenzung von Wasserverbrauch.


Durchlauferhitzer  [Haustechnik]

Hiermit kann Trinkwasser direkt beim Durchlauf durch das Rohrsystme auf die gewünschte Auslauftemperatur erwärmt werden. Durchlauferhitzer werden elektrisch oder mit Gas beheizt und haben üblicherweise eine Leistung

von 18-28 kW. Zur Erzielung einer möglichst guten Konstanz der Auslauftemperatur wird zunehmend eine elektronische Regelung verwendet.


Duroplast  [Chemie]

Duroplaste oder auch Duromere genannte Materialien gehören zu der Gruppe der synthetischen Kunststoffe und bestehen aus harten, glasartige Polymerwerkstoffen. Sie verfügen über die Eigenschaft, sich nach der ersten Aushärtung nicht mehr zu verformen.


Duschbatterie  [Haustechnik]

Die Hauptarmatur der Wasserverteilung bei Duschen wird als Brause- oder Duschbatterie bezeichnet. Bei energieeffektive Batterien kann die Wassertemperatur unabhängig von der Durchflussmenge über ein separates Bedienelement festgelegt werden.


DWD-Platte  [Bautechnik]

DWD-Platten sind alle dampfdiffusionsoffenen und winddichten Wand- und Dachplatten unterhalb der Konterlattung. In der Regel kommen hierfür MDF-Platten oder Holzfaserleichtbauplatten zum Einsatz.

E


Edelstahl  [Allgemein, Bautechnik]

Siehe CNS


Effektivität  [Allgemein]

Die Effektivität beschreibt den Grad der Realisierung von Benutzerzielen.


Effizienz  [Allgemein]

Die Effizienz beschreibt den Aufwand des Nutzers, der zum Erreichen einer bestimmten Effektivität eingesetzt werden muss. Das Mass lässt sich z.B. aus dem Zeitaufwand für die Erledigung einer bestimmten Aufgabe ermitteln.


Einbaufeuchte  [Bautechnik]

Bei der Erstellung von Neubauten werden häufig Baustoffe mit erhöhtem Feuchtegehalt verarbeitet. Ob Massivbau, Lehm oder Konstruktionsholz, die Gesamtmenge an Feuchtigkeit wird häufig unterschätzt. Bei Regenschauern, Unterlagsboden- und Verputzarbeiten und bei Bautätigkeiten im Winter ist der Feuchteeintrag häufig höher als die schimmelkritische Feuchtigkeit von über 20%. Werden diese Baukonstruktionen dann diffusionsdicht verschlossen, kann es zu Bauschäden und Schimmelbildung kommen.


Einrohrsystem  [Haustechnik]

Bei den Einrohrsystemen wird das Heizungswasser über eine Ringleitung zu den Heizkörpern geführt, die in Reihe zum Wärmeerzeuger geschaltet sind, wobei an die Ringleitung Heizkörper wiederum in Reihe geschaltet sein können. Der grosse Nachteil bei beiden Systemen ist, dass kein Heizkörper einzeln reguliert werden kann, da er immer abhängig von der Rücklauftemperatur des Vorgängers ist. Der Vorteil dieser Anlagen ist die einfache und kostensparende Rohrführung.


Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)   [Bautechnik]

Einscheiben-Sicherheitsglas ist ein thermisch vorgespanntes Glas, das mechanisch und thermisch stärker als “normales” Glas belastet werden darf. Es wird als Sicherheitsglas bezeichnet, weil bei einem Bruch der Scheibe keine scharfkantigen Splitter entstehen, sondern stattdessen kleine und oft stumpfkantige Stückchen, an denen man sich kaum verletzen kann.


Elastomer  [Chemie]

Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe, in denen geknäulten Polymerketten auf Zugbelastungen mit einer Streckung bzw. Entflechtung der Ketten reagieren. Ein bekanntes Beispiel ist Gummi, das heute überwiegend aus synthetischem Kautschuk hergestellt wird.


Elastizitätsmodul (E-Modul)   [Bautechnik]

Der Elastizitätsmodul ist ein Materialkennwert aus der Werkstofftechnik, der den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der Verformung eines festen Körpers bei linear elastischem Verhalten beschreibt.


Elektrochromie  [Energietechnik]

Der Begriff Elektrochromie bezeichnet die Fähigkeit von Molekülen und Kristallen, ihre optischen Eigenschaften durch ein äusseres lokales elektrisches Feld zu ändern. Elektrochrome Schichten bestehen aus Materialien, die den Lichtdurchlass je nach angelegter Gleichspannung ändern. Die mikroskopisch dünne Beschichtung (meistens Wolframoxid, Polyanilin) wird durch Schwachstrom aktiviert und ändert so die Farbe, verbleibt aber durchsichtig.


Elektroheizung  [Elektro-, Haustechnik]

Bei Elektroheizungen unterscheidet man zwischen der elektrischen Direkt- und der Speicherheizung. Die Direktheizung zeichnet sich durch geringe Investitions- und hohe Betriebskosten aus. Sie besteht hauptsächlich aus einer elektrischen Heizwendel, die die Wärme direkt an die Raumluft abgibt. Für Speicherheizungen siehe Elektro-Speicherheizung.


Elektrolumineszenz  [Elektrotechnik]

Beim Anlegen einer Spannung werden einige Materialien direkt zum Aussenden von Licht angeregt. Dazu zählen z.B. in LED (Lumineszenzdioden) verwendete Halbleiter und spezielle Kunststoffe in Form von mehrschichtig aufgebauten Folien (OLED). Im Vergleich zu gebräuchlichen Lichtquellen ist der Wirkungsgrad der Elektrolumineszenz gross, die Leuchtdichte jedoch gering.


Elektrosmog  [Elktro-, Nachrichtentechnik, Hygiene]

Unter dem populistischen Begriff Elektrosmog versteht man die Abstrahlung elektrischer Wechselstromleiter in Form eines elektromagnetischen Feldes (EMF), auch als NIS (nichtionisierende Strahliung) bezechnet wird. Ohne Elektrosmog wäre allerdings das Telefonieren mit dem Handy oder der Empfang eines Radiosenders unmöglich. Wechselfelder haben zweifelsohne schädlichen Einfluss auf Zellen, die Schädigung durch die uns umgebenden Felder (z.B. von Hochspannungsleitungen, Bahnanlagen, Mobilfunk, WLAN) wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.


Elektro-Speicherheizung  [Elektro-, Haustechnik]

Hierunter fallen z.B. die bekannten Nachtspeicheröfen, die vornehmlich zur Beheizung von einzelnen Räumen eingesetzt werden. Elektrische Heizelelemente in den Speicherheizungen geben Wärme an einen nach aussen isolierten Steinkörper ab, dieser speichert die Wärme und gibt sie bei Bedarf an den Aufstellungsraum ab, indem die Raumluft mit Hilfe eines Ventilators durch den Steinspeicher geleitet wird. 


Eloxierung  [Allgemein]

Die anodische Oxidation von Aluminium wird Eloxierung genannt. Eloxal ist die Kurzbezeichnung für Elektrolytische Oxidation von Aluminium, sie stellt eine künstliche Verstärkung der Oxidschicht dar, die normalerweise bei Bewitterung entsteht und vor Korrosion schützen soll. Sie findet Anwendung bei Fassaden, Fensterprofilen, Türprofilen und anderen Bauelementen.


Emission  [Physik, Chemie, Hygiene]

Emission (lat. emittere – aussenden) bedeutet allgemein Austrag, zum Beispiel von Schadstoffen, Reizstoffen, aber vor allem von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen, aus/von einer entsprechenden Quelle (= Emittent). Beispiele sind gasförmige Schadstoffemissionen aus Autos oder Kamin, flüssige Emissionen aus Altlasten, staubförmige Emissionen von Halden oder Lärmemissionen.


Emissionskoeffizient  [Physik]

Das Emissionsvermögen für langwellige Strahlung (IR-Strahlung), also die Abstrahlung von Wärme, ist mit dem Emissionskoeffizienten ε definiert.


Endenergie  [Energietechnik]

Die Endenergie ist Energie in der Form, wie sie beim Verbraucher ankommt, also z.B. Heizöl oder Holzpellets, und auch von diesem bezahlt werden muss. Im Gegensatz zur Primärenergie berücksichtigt Endenergie also keine Aufbereitung oder den Transport von Energie. Je nach Verfahren kann aus der im Rohstoff enthaltenen Primärenergie unterschiedlich viel Endenergie “erzeugt” werden. Die Umwandlung hat also einen Wirkungsgrad, Umwandlungsverluste sind nicht zu vermeiden.


Endenergiebedarf  [Haus-, Energietechnik]

Der Endenergiebedarf ist die Energiemenge, die zur Deckung des Heizenergiebedarfs und des Trinkwasserwärmebedarfs einschliesslich der Verluste der Anlagentechnik für Pumpen oder Regelung benötigt wird. Die Endenergie entspricht dabei im Allgemeinen der vom Energieerzeuger berechneten Menge Heizöl [Liter], Erdgas [m³ oder kWh] oder Strom [kWh]. Der Endenergiebedarf muss im Energiebedarfsausweis getrennt nach den verwendeten Energieträgern angegeben werden.


Energie  [Physik]

Energie ist die Summe aus verrichteter mechanischer Arbeit und Abwärme. Energie kann weder gewonnen noch verloren werden, sie wird lediglich von einer in die andere Form umgewandelt. Sie wird in Joules (J) oder Kilowattstunden (kWh) angegeben. Energie setzt sich aus Exergie und Anergie zusammen. Innerhalb der Energiekette unterscheidet man Primärenergie, Sekundärenergie, Endenergie und Nutzenergie.


Energie, erneuerbar  [Energietechnik]

Erneuerbare oder regenerative Energie stammt aus Quellen, deren Nutzung die Ressourcen des Ökosystems Erde nicht langfristig belasten. Erneuerbare Energien sind z.B. Solarenergie, Windkraft, Erdwärme und die Nutzung nachwachsender Biomasse; im Gegensatz zu fossiler und nuklearer Energie. Sie stehen nach menschlichen Zeitmassstäben unendlich lange zur Verfügung.


Energie, grau  [Allgemein]

Graue Energie ist jene Energie, die für Herstellung, Transport und Entsorgung eines Produktes (oder auch einer Dienstleistung) benötigt wird. Diese Energie belastet die Umwelt, ohne dass es sofort erkennbar ist. Graue Energie steckt z.B. in Nahrung (Herstellung und Transport) und auch im Verpackungsmaterial. In Elektrogeräten steckt manchmal mehr graue Energie, als zum Betrieb benötigt wird!


Energie, regenerativ  [Energietechnik]

Siehe Energie, erneuerbar


Energiebedarf  [Haus-, Energietechnik]

Als Energiebedarf wird die Energiemenge bezeichnet, die unter genormten Bedingungen (z. B. mittlere Klimadaten, definiertes Nutzerverhalten, zu erreichende Innentemperatur) für die Beheizung, die Lüftung und die Warmwasserbereitung in einem Gebäude zu erwarten ist. Er dient der ingenieurmässigen Auslegung des baulichen Wärmeschutzes von Gebäuden und ihrer technischen Anlagen sowie dem Vergleich der energetischen Qualität von Gebäuden.


Energiebezugsfläche (EBF)  [Bautechnik]

Die Energiebezugsfläche (EBF) ist die Summe aller ober- und unterirdischen Geschossflächen, für deren Nutzung ein Beheizen oder Klimatisieren notwendig ist. Die Energiebezugsfläche kann netto (aus Innenmassen) oder brutto (aus den Aussenabmessungen einschliesslich begrenzender Wände und Brüstungen) berechnet werden.


Energiebilanz  [Bautechnik]

Die Energiebilanz für ein Gebäude erfasst typischerweise auf monatlicher oder jährlicher Basis den Zufluss von Energie zum Gebäude (z.B. Heizenergie, Kühlenergie, Strom, solare Gewinne, interne Gewinne), die Umwandlung von Endenergie in Nutzenergie und Verluste im Gebäude (z.B. Heizenergie in Heizwärme und Verluste der Heizungsanlage) und den Abfluss von Energie vom Gebäude (z.B. Transmissionswärmeverluste, Lüftungswärmeverluste).


Energieeffizienz  [Allgemein]

Die Energieeffizienz gibt an, wie wirksam Gerät die zugeführte Energie umwandelt. Besonders effizient ist, was jeden unnützen Verbrauch vermeidet. Herkömmliche Glühlampen beispielsweise sind wenig effizient, da sie den Grossteil der Energie in Wärme und nicht in Licht umwandeln. Ein Mass für die Energieffizienz ist der Wirkungsgrad, der das Verhältnis aus aufgewendeter und nutzbarer Energie angibt. Sein Wert liegt zwischen 0 (schlecht) und 100% (gut).


Energiesparlampe  [Elektrotechnik]

Energiesparlampen sind Kompaktleuchtstofflampen mit integriertem Vorschaltgerät – also eigentlich besonders kleine Neonröhren – und einem Schraubsockel, um sie anstelle von Glühlampen einsetzen zu können. Die Röhre, in der die Gasentladung stattfindet, ist bei diesen Lampen gegenüber anderen Leuchtstofflampen kleiner und gebogen oder mehrfach gefaltet, um sie platzsparender unterzubringen. Energiesparlampen sind um ein Vielfaches energieeffizienter als herkömmliche Glühlampen. 


Energiespeicher  [Energietechnik]

In einem Energiespeicher wird Energie gespeichert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt je nach Bedarf wieder einsetzen zu können. Die Speicherung kann in der Form von mechanischer Energie (Schwungrad, Stausee), chemischer Energie (fossile Brennstoffe, Wasserstoff, Batterie), Wärme (Warmwasserbehälter, Erdboden, Massivwände, Latentwärmespeicher) oder elektrischer Energie (Supraleiterspulen) erfolgen.


Energieträger  [Energietechnik]

Energieträger können nutzbare Energie beinhalten und weitergeben. Dabei wird zwischen primären und sekundären Energieträgern unterschieden. Als primäre Energieträger gelten regenerative Energieträger wie Wind, Sonne, Wasser oder auch die Erdwärme, fossile Energieträger wie Rohöl, Kohle und Erdgas sowie die nuklearen Energieträger wie Uran und Plutonium. Als sekundäre Energieträger werden zum Beispiel die Elektrizität oder auch die Druckluft bezeichnet.


Energieverbrauch  [Energietechnik]

Der Verbrauch von Energieträgern (Brennstoffen, Fernwärme, Elektrizität) wird als Energieverbrauch bezeichnet. Im Bereich des Wohnungsbaus erzeugt die erforderliche Raumwärme den weitaus grössten Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Faktoren. Dieser lässt sich jedoch durch verbesserte Heiztechnik und Wärmedämmung sowie ein verändertes Nutzerverhalten deutlich senken. Im Gegensatz zum Energiebedarf ist der Energieverbrauch im Allgemeinen eine gemessene und keine berechnete Grösse.


Enthalpie  [Physik]

Die Enthalpie ist ein Mass für die Energie eines Systems. Sie setzt sich aus der inneren Energie und der Arbeit zusammen, die verrichtet werden muss, um das Volumen des Systems mit dem konstanten Druck zu erzeugen. Will man die Ãnderung der Enthalpie eines Systems messen, misst man in der Regel die Ãnderung der Temperatur und die des Volumens bei konstantem Druck.

EPA - Environmental Protection Agency  [Organisation]

Die US Environmental Protection Agency oder kurz EPA bzw. USEPA ist eine unabhängige Behörde der Regierung der USA zum Schutz der Umwelt und zum Schutz der menschlichen Gesundheit.


EPDM  [Bautechnik]

EPDM (Ethylen-Propylen-Terpolymer Type M) ist ein Kautschuk, der als Zwischenmaterial zwischen Glas und harten Werkstoffen sowie als Dichtungsmaterial verwendet wird. In der Regel ist das Material schwarz eingefärbt, wegen seiner hohen Beständigkeit und Dauerhaftigkeit wird es häufig im Glasbau verwendet. Viele Silikondichtstoffe weisen allerdings Unverträglichkeiten mit EPDM auf.


Epoxidharz  [Chemie]

Epoxidharze sind durch Polykondensation gewonnene Kunstharze. Die Aushärtung erfolgt nach Mischen von Harz- und Härterkomponente unter Freisetzung von Wärme. Abbinde- und Aushärtungsgeschwindigkeit hängen im wesentlichen von der Umgebungstemperatur ab. Der Vorteil von Epoxidharz liegt in der nahezu schwundfreien Aushärtung, der hohen Beständigkeit gegen Chemikalien und den sehr hohen Haftfestigkeitswerten.


EPS  [Bautechnik]

Siehe  Polystyrol, expandiert (EPS)


Erdsonde  [Energietechnik]

Das Erdreich bietet aufgrund seiner grossen Masse ein erhebliches Energiepotential zur Beheizung und Kühlung von Gebäuden. Hierfür werden wassergeführte Wärmetauscher als horizontale Rohrregister, Erdsonden oder Erdpfähle im Bereich des Gebäudes im Erdreich verlegt. Die Leistungsfähigkeit von Erdwärmetauschern ist besser je grösser die Wärmeleitfähigkeit des Bodens ist. Erdsonden werden als Tiefenbohrung etwa 30 bis 150 Meter in die Tiefe gebohrt und eignen sich auch für den nachträglichen Einbau.


Erdwärmetauscher  [Energietechnik]

Mit einem Erdwärmetauscher kann nahezu konstante Temperatur des Erdreichs im Winter zur Vorwärmung der Zuluft und im Sommer zur Kühlung genutzt werden. Als Medium zum Energietransport kommen Luft oder Sole zum Einsatz, wobei letzteres zu bevorzugen ist.


Erntefaktor  [Energietechnik]

Der Erntefaktor gibt an, wie oft ein Solarsystem die zu seiner Herstellung benötigte Energie während seiner Lebensdauer wieder einspielt. Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren liegt der Erntefaktor für monokristalline Siliziummodule bei 5 bis 8, für polykristalline Siliziummodule bei 7 bis 14 und für Dünnschichtmodule bei 9 bis 21.

Escherichia coli, E. coli  [Biologie, Hygiene]

Escherichia coli (E. coli) ist ein gramnegatives, säurebildendes, stäbchenförmiges und begeisseltes Bakterium, das im menschlichen und tierischen Darm vorkommt. Auf Grund dessen gilt es auch als Fäkalindikator. Die Spezies ist normalerweise nicht krankheitsauslösend, jedoch existieren auch zahlreiche verschiedene pathogene Stämme. Es zählt zu den häufigsten Verursachern von menschlichen Infektionskrankheiten.


Estrich  [Bautechnik, Schweiz]

Der Estrich [Schweiz] wir im überigen Deutschen Sprachraum als Dachboden bezeichnet und ist ein meist nur primitiv isolierter und kaum eingerichteter Raum unter dem Dach eines Hauses. 

Ist der Dachraum hingegen gedämmt und als Wohn- oder Arbeitsraum ausgebaut, spricht man von einem Dachgeschoss. Der Spitzboden ist der unausgebaute Dachraum über einem Dachgeschoss.


Estrich [Deutschland, Österreich]

 Siehe Unterlagsboden [Schweiz]


Exergie  [Energietechnik]

Exergie ist ein Ausdruck für Arbeitsvermögen. Exergie bezeichnet den Teil der Energie, welcher umgewandelt werden kann und mechanische Arbeit zu leisten vermag. Strom besteht zu 100% aus Exergie, Wärmeenergie nur zu einem Teil.


Extensivbegrünung  [Bautechnik]

Bei der extensiven Begrünung von Bauteilen geht es um die Anpflanzung naturnah angelegter Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiterentwickeln. Es werden Pflanzen mit besonderer Anpassung an die extremen Standortbedingungen und hoher Regenerationsfähigkeit wie niedrigwüchsige Moose, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern verwendet.

F


Fachwerkhaus  [Bautechnik]

Fachwerkhäuser sind gekennzeichnet durch ihre Mischkonstruktion aus tragendem Holzfachwerk und einer Ausfachung aus Lehm oder Mauerwerk. Sie bilden eine eigene Baualtersstufe. Eine Sanierung von Fachwerkhäusern bedarf einer grossen Erfahrung und Baufehler sind nur allzu leicht auszuführen.


Fachwerkträger  [Bautechnik]

Ein Tragwerkskonstruktion aus einzelnen Stäben, an deren Knotenpunkten die Kräfte nur in Längsrichtung übertragen und die daher hauptsächlich durch Druck und Zug beansprucht werden, heisst Fachwerkträger. In verschiedenen Formen kommen Fachwerkträger besonders im Hallen- und Brückenbau zum Einsatz: Mit parallelen Ober- und Untergurten, als Dreieck oder auch parabelförmig.


Facilitymanagement, Facility-Management  [Allgemein]

Facilitymanagement (kurz FM) , auch Liegenschaftsverwaltung oder Anlagenmanagement genannt, bezeichnet die Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen (engl. facilities). Dies dient zum Erhalt deren definierte Gebrauchsqualität und Werthaltigkeit.


Falz  [Bautechnik]

Falz bezeichnet den Bereich des Profils von Fenster und Türen, bei dem Rahmen und Flügel in ihrer Profilierung entsprechend aufeinander abgestimmt sind bzw. sich beim Schliessen dicht in einander fügen.


Farbtemperatur  [Physik]

Die Kennzeichnung der Lichtfarbe einer Lichtquelle wird als Farbtemperatur bezeichnet. Die Farbtemperatur ist definiert als die Temperatur eines schwarzen Körpers in Kelvin (K), eines planckschen Strahlers, die zu einer bestimmten Lichtfarbe dieser Strahlungsquelle gehört.


Fasche  [Bautechnik]

Eine Fasche ist ein Streifen oder eine Umrandung um Fenster, Tore oder Türen, die sich farblich oder strukturell absetzt. Sie ist entweder Teil der Wandfläche oder dieser vorgesetzt. Meist besteht sie aus Holz, Stein oder Putz (Putzfasche).


Faserbeton  [Bautechnik]

Faserbeton enthält Stahl-, Glas-, Textil- oder Kunststofffasern, damit definierte mechanische Eigenschaften für spezielle Anforderungen erreicht werden können. Als Faserbetonen sind jene Betone zu verstehen, bei denen die Fasern eine statische Funktion übernehmen, während Betone mit Fasern als Betonzusatzstoff ohne statische Funktion die Gruppe der fasermodifizierten Betone bilden.


Faserzement (Eternit)  [Bautechnik]

Faserzementplatten oder Formstüche, auch als Eternit bezeichnet, sind ein Verbundwerkstoff, der aus Zement und Armierungsfasern besteht. Als Fasern wurde früher Asbestfasern verwendet, heute werden synthetische, organische Fasern aus Polyvinylalkohol oder Polyacrylnitril und Prozessfasern (Zellstoff) verwendet. Die Fasern übernehmen eine ähnliche Funktion wie der Stahl im Stahlbeton. Mikroskopisch kleine Luftporen in den Tafeln machen das Material frostbeständig. Es ist dennoch wasserdicht, UV-beständig, fäulnissicher und nicht brennbar (Baustoffklasse A2).


Fassade, hinterlüftet  [Bautechnik]

Die hinterlüftete Fassade ist eine Konstruktionsform von Kaltfassaden, bei denen ein durchlüfteter Spalt zwischen der Fassadenbekleidung (z.B. Glasscheiben) und der Dämmung angeordnet ist. Ziel dieser Hinterlüftung ist die konsequente Trennung der Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz. Dies bietet häufig Vorteile bezüglich der Schadensanfälligkeit, da jede Funktion für sich geplant und konstruiert werden kann.


Fäulnis  [Bautechnik, Biologie]

Der Befall von Holzteilen mit holzzerstörenden Pilzen,(z.B. Braunfäulepilzen, Weissfäulepilzen) oder Bakterien ist ein typisches Schadensbild bei Altbauten. Besonders gefährlich ist der Befall durch Hausschwamm.


Feinstaub  [Chemie, Hygiene]

Feinstaub gelangt bei natürlich belüfteten Gebäuden durch das Fensterlüften von aussen in die Innenraumluft. Er ist vor allem für Allergiker ein grosses Problem. Ungeachtet der Art des eingeatmeten Staubes sind die Partikel, wenn sie in die Atemwege gelangen, reizend.

Fehlboden  [Bautechnik]

Siehe Blindboden


Fensterladen  [Bautechnik]

Fensterladen sind Drehflügel auf der Aussenseite von Fenstern, die nachts geschlossen werden. Sie sind aus Holz oder Aluminium gefertigt und dienen dem Sicht- und Wärmeschutz. Sie sind Vorläufer der Lamellen-Storen. Im geöffneten Zustand liegen sie neben der Fensterlaibung, im geschlossenen Zustand verschliessen sie die Laibung vollständig.


Fensterprofil, Aluminium  [Bautechnik]

Aluminium-Fensterprofile weisen gute Festigkeitswerte auf und sind oft leichter als Stahl- und Holzfenster. Aluminium gilt als nahezu wartungsfrei, so dass aus diesem Material gefertigte Fenster eine lange Lebenserwartung haben. Wegen der erhöhten Wärmeleitfähigkeit von Aluminium sind für Fenster und Aussentüren wärmegedämmte und thermisch getrennte Profile (Aussen- und Innenschalen) für eine gute Wärmedämmung notwendig.


Fensterprofil, Aluminium-Holz  [Bautechnik]

Aluminium-Holz-Fenster verbinden die gute Wärmedämmung von Holz (innen liegend) mit der Witterungsbeständigkeit von Aluminium (aussen liegend). Die statischen Aufgaben werden beim Aluminium-Holz-Fenster (im Gegensatz zum Holz-Aluminium-Fenster) vom Aluminium übernommen.


Fensterprofil, Kunststoff  [Bautechnik]

Der am häufigsten bei Kunststofffenstern verwendete Werkstoff ist PVC (Polyvinylchlorid). Die Fensterprofile entstehen üblicherweise im Spritzguss- oder im Strangpressverfahren (Extrusion). Kunststoffprofile sind gegen Korrosion, viele Säuren, Laugen sowie Abgase und Reinigungsmittel beständig. Sie sind licht- und farbbeständig und ohne Anstrich lange Jahre haltbar. Viele Kunststofffenster verfügen zur Aussteifung einen Stahlrahmen.


Fernheizung  [Energietechnik]

Fernheizungen sind zentrale Heizungsanlagen, bei denen die Wärme in einem reinen Heizwerk oder Heizkraftwerk erzeugt wird. Ãœber ein Rohrleitungsnetz wird die Wärme in Form von Dampf oder Heisswasser zu den einzelnen Verbrauchern transportiert.


Fernkälte  [Energietechnik]

Fernkälte wird, wie die Fernwärme, zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz zum Endnutzer gebracht. Dort wird die Kälte über einen Wärmetauscher in Klimaanlagen eingespeist. Kälteträgermittel ist generell Wasser mit einer Temperatur von 5 bis 6°C. Die Kälteerzeugung kann mittels Kompressoren (wie beim Kühlschrank), Absorptionskältemaschinen oder durch natürliche Kältequellen (Schmelzwasser) erfolgen.


Fernwärme  [Energietechnik]

Fernwärme ist die Bezeichnung für eine Wärmelieferung zur Versorgung von Gebäuden mit Heizung und Warmwasser. Der Transport der thermischen Energie erfolgt in einem wärmegedämmten Rohrsystem, das überwiegend erdverlegt ist. Fernwärme versorgt vor allem Wohngebäude neben Heizung auch mit Warmwasser, indem die Wärme vom Erzeuger oder der Sammelstelle zu den Verbrauchern geleitet wird.


Festigkeitsklasse  [Bautechnik]

Die Wahl einer Festigkeitsklasse beruht – neben bauphysikalischen Aspekten – auf der erforderlichen, rechnerisch zulässigen Druckspannung aus statischen Berechnungen. Ein Beton C30/37 besitzt beispielsweise mindestens eine Zylinderdruckfestigkeit nach 28 Tagen von 30 N/mm² und eine Würfeldruckfestigkeit von 37 N/mm². Mauerwerk der Festigkeitsklasse 12 weist eine Druckfestigkeit von 12 N/mm² auf.


Feuchteschaden  [Bautechnik]

Feuchteschäden zählen bei Altbauten zu der am meisten vertretenen Schadensgruppe. Besonders häufig sind Feuchteschäden an Aussenwänden.


Feuchtigkeit  [Bautechnik]

Unter Feuchtigkeit wird der Anteil von Wasser in einem Medium (z.B. Luftfeuchtigkeit) verstanden. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Wasser gasförmig oder als Kondensat auftritt. Bei einigen Baumaterialien ist zudem die Restfeuchtigkeit nach dem Einbau zu beachten, da erst bei Erreichen einer spezifischen Untergrenze eine Weiterverarbeitung möglich ist (z.B. Beton, Unterlagsboden, Fugenmörtel).


Feuchtigkeitsmessung  [Physik]

Für die Feuchtigkeitsmessung werden elektronische Messgeräte verwendet, deren Aussagefähigkeit jedoch meist begrenzt ist. Die Messprinzipien sind unterschiedlich, einerseits geben elektronische Messgeräte durch einfaches Auflegen auf die Oberfläche eines Untergrundes Messwerte an und andererseits durch Elektroden, die in die Konstruktion eingeschlagen oder in Bohrlöchern versenkt werden.


Feuerbeständigkeit  [Bautechnik]

Feuerbeständigkeit ist die Eigenschaft von Bauteilen, eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 bzw. 120 Minuten aufzuweisen. In dieser Zeit sind sie weder brennbar noch verlieren sie ihre statischen Eigenschaften.


feuerhemmend  [Bautechnik]

Mit diesem Begriff werden Bauteile bauaufsichtlich benannt, die mindestens der Feuerwiderstandsklasse F30B entsprechen.


Feuerverzinkung  [Technik]

Feuerverzinken ist eine Art der metallischen Beschichtung von Stahlteilen, die vor Korrosion schützen soll. Durch Eintauchen von Stahlteilen in ein Zinkschmelzbad von ca. 450°C entstehen glänzende bis matte Schichten aus Reinzink und/oder Eisen-Zinklegierung. Die Schichten sind 50 – 150 µm dick. Feuerverzinken ist eine sehr wirtschaftliche Lösung Stahl langfristig gegen Korrosion zu schützen.


Feuerwiderstandsklasse  [Bautechnik]

Eine Zuordnung von Bauteilen in Feuerwiderstandsklassen erfolgt nach der Zeitdauer, während der das Bauteil bzw. die Konstruktion beim Norm-Brandversuch nach DIN 4102 einem Feuer Widerstand bietet. Bei der Klassifizierung von Bauteilen wird überwiegend von den Feuerwiderstandsklassen F30, F60 (bauaufsichtliche Benennung “feuerhemmend“) und F90 (bauaufsichtliche Benennung “feuerbeständig”) ausgegangen.


Filigrandecke  [Bautechnik]

Solche Elementdecken vereinen als Halbfertigteile die Vorteile der Vorproduktion im Werk mit der flexiblen Anpassungsfähigkeit auf der Baustelle in sich. Das Halbfertigteil besteht aus einer 4 bis 6 cm dicken Stahlbetonplatte sowie Armierungsstahl. Das Halbfertigteil wird au der Baustelle mit Ortbeton ausgegossen.


First  [Bautechnik]

Siehe Dachfirst


Flachdach  [Bautechnik]

Flachdächer werden unterteilt in die Dachneigungsgruppen I (bis 3°) und II (3° bis 5°). Die Dachneigungsgruppe beeinflusst Art und Ausführung der Dachabdichtung. Gemäss den Flachdachrichtlinien werden Flachdächer nach konstruktivem Aufbau, Nutzung und Lage der Dämmschicht unterschieden.


Flächenheizung  [Haustechnik]

Eine Flächenheizung gibt auf einer grossen Fläche Wärme ab. Üblich sind Fussbodenheizungen, aber auch Wand- oder Deckenheizungen sind möglich. Durch die Wärmeabgabe über eine grosse Fläche ist es möglich, die erforderliche Heizleistung bei geringen Heizwassertemperaturen zu übertragen. Das ist vorteilhaft bei Heizungsanlagen mit Wärmepumpen.


Flachkollektor  [Haustechnik]

Dieser Typ des Solarkollektors besteht im wesentlichen aus einer Rahmenkonstruktion, die nach unten gut wärmegedämmt ist. Im Inneren liegen Rohre mit dem Wärmeträger, die mit dem Absorber (schwarz beschichtete Metallplatte) abgedeckt sind. Darüber ist das Gehäuse mit einer Glasschicht abgedeckt. Die einfallende Sonnenstrahlung wird im Absorber in Wärme umgewandelt, die vom Wärmeträger zur Heizanlage transportiert wird. Verwendet werden Flachkollektoren für die Warmwasserbereitung und die Heizungsunterstützung in der Ãœbergangszeit.


Flachs  [Biologie, Bautechnik]

Flachs wurde – auch unter dem Namen “Lein” – als Nutzpflanze speziell zur Herstellung von Ölen und Kleidung schon vor mehreren Tausend Jahren genutzt. Jedoch wurde die Nutzpflanze im 19. Jahrhundert durch Baumwolle verdrängt. Flachs wird nach der Ernte mehrere Wochen auf dem Feld getrocknet, wobei durch im Boden vorhandene Pilze und Bakterien ein natürlicher Aufschlussprozess der Fasern einsetzt. Der bei der Weiterverarbeitung anfallende Leinsamen wird als Nahrungsmittel (z.B. in Müsli oder Brot) verwendet, das aus dem Samen gepresste Leinöl z.B. als Anstrichmittel. Dämmstoffe werden hauptsächlich aus kurzfaserigen Flachsfasern hergestellt. Andere Anteile der Fasern werden zu textilem Leinen oder zur Energieerzeugung genutzt. Zur Imprägnierung und für einen ausreichenden Brandschutz werden Ammoniumphosphat und Borsalze zugesetzt. Für die Herstellung von dünneren Matten kommen als Bindemittel fast ausschliesslich natürliche Kleber wie z.B. Kartoffelstärke zum Einsatz. Dickere Matten müssen mit synthetischen Stützfasern stabilisiert werden.

Flachsdämmstoff kann zwischen und unter Sparren, zwischen Holzständern, in Holzbalkendecken oder Hohlräumen und als Dämmung von Rohrleitungen verwendet werden. Dämmstoffe aus Flachs lassen sich recht leicht verarbeiten. Der Zuschnitt erfolgt mit einem Dämmstoffmesser. Bohrungen sollten mit hoher Drehzahl ausgeführt werden, damit sich die Fasern nicht um den Bohrer wickeln. Durch ihre relativ hohe Elastizität können Flachsfasermatten gut zwischen Bauteile eingeklemmt werden. Dennoch sollten sie bei Über-Kopf-Anwendung z.B. mit Klammern befestigt werden. Flachsdämmstoffe sollten trocken eingebaut werden, damit sie nicht faulen. Flachs wird wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe von Schädlingen gemieden.

Für Flachs sind keine direkten schädlichen Einwirkungen auf die Gesundheit von Menschen oder auf die Umwelt bekannt. Flachsdämmstoffe werden als sortenreines und unverschmutztes Material von einigen Herstellern zurückgenommen und zu neuem Dämmstoff rezykliert. Bei der Kompostierung von Flachsdämmstoff ist darauf zu achten, dass Zusatzstoffe wie Borate das Grundwasser gefährden können.


Flammschutzmittel  [Chemie, Bautechnik]

Als Flammschutzmittel werden Stoffe bezeichnet, die Holzwerkstoffe, Kunststoffe und Textilien flammfest machen (flammhemmend ausrüsten) sollen. Sie erreichen dies, indem sie die Entflammung der zu schützenden Stoffe verhindern, die Entzündung behindern und die Verbrennung erschweren.


Fliessbettkleber  [Bautechnik]

Jede Fliese einzeln mit Kleber zu versehen, wäre – gerade bei grossen Flächen – zu aufwändig. Stattdessen werden zementöse Fliessbettkleber erst grossflächig mit einer dem Fliesenformat entsprechenden Zahnkelle auf dem Untergrund ausgUnterlagsbodenn und durchkämmt und dann die Fliesen in dieses Fliessbett eingedrückt. Dabei ist jeoch zu beachten, dass viele Kleber nur kurze Zeit frisch bleiben. Das Fliessbett sollte somit nicht zu gross angelegt werden.


Fliese  [Bautechnik]

Durch Brenntechnik künstlich hergestellte keramische Wand- und Bodenplatten aus mineralischen Rohstoffen (Ton, Sand, Mineralien) werden unter dem Sammelbegriff “Fliese” zusammengefasst. Zur farblichen Gestaltung können diese noch mit einer Glasur oder Engobe versehen werden. Je nach Einsatzgebiet müssen Fliesen dabei bestimmten Ansprüchen wie Abriebfestigkeit, Rutschfestigkeit, Druckfestigkeit, Biegefestigkeit oder Wärmeleitfähigkeit genügen.


Fliesenkleber  [Bautechnik]

Bei der Dünnbettverlegung werden Fliesen mit geeigneten Fliesenklebern fixiert. Unterschieden wird dabei zwischen Klebern auf Zementbasis (Klebemörtel) und Klebern auf organischer Basis (Dispersionskleber, Epoxidharzkleber). Welcher Kleber zu wählen ist, hängt vom Untergrundmaterial ab sowie der späteren Nutzung bzw. Belastung des Belages. Früher wurde Fliessenkleber zum Teil auc Asbestfasern beigemischte.


Fliessmittel  [Bautechnik]

Fliessmittel sind Betonzusatzmittel mit der speziellen Funktion als Betonverflüssiger. Sie nehmen Einfluss auf die Erstarrung des Betons, die verzögert oder beschleunigt werden kann. Fliessmittel können die Wirkungsweise von Luftporenbildnern beeinflussen.


Fliess-Unterlagsboden (Flissestrich)  [Bautechnik]

Fliess-Unterlagsboden bieten eine einfache und schnelle Möglichkeit der Unterlagsbodenverlegung. Dabei wird ein vorgefertigert Trockenmörtel an der Baustelle durch Mischpumpen mit Wasser vermengt, über einen Schlauch ins Gebäudeinnere geleitet und der zähflüssige Unterlagsboden dort ausgebreitet. Das Abziehen der Oberfläche und die Verdichtung durch Stampfen oder Klopfen können hier entfallen. Das Gemisch ist flüssig genug, um sich selbst zu nivellieren.


Floatglas  [Bautechnik]

Als Basisglas für verschiedenste Glasarten – auch für Fenster und Türen – wird heute überwiegend Floatglas verwendet. Es wird in einem speziellen Herstellverfahren auf einem Zinnbad fliessend (“float”) hergestellt. Floatglas weist jedoch keine besonderen sicherheitstechnischen Eigenschaften auf und darf nicht an bewegten Bauteilen von automatischen Türen verwendet werden.


Fluchttür  [Bautechnik]

Rettungs- und Fluchtwege in Gebäuden sind für Not- und Paniksituationen bestimmt. Zu den Rettungswegen gehören alle Wege, die zu einem sicheren Bereich ausserhalb des Gebäudes führen (z.B. Korridore, Treppenaufgänge). Alle Türen im Verlauf von Rettungswegen sind als Fluchttüren zu konstruieren. Sie sind dementsprechend zu kennzeichnen und mit Fluchttürverschlüssen auszustatten. Floatglas absorbiert UV-Strahlung weitgehenst.


Fluchtweg  [Bautechnik]

Entsprechend gesetzlichen Forderungen müssen öffentliche Gebäude jederzeit und ohne Hilfsmittel verlassen werden können. Der Betreiber öffentlicher Gebäude muss mit Fluchtwegen und Notausgängen dieser Forderung gerecht werden. Fluchtwege und Notausgänge sind zu kennzeichnen und die Kennzeichnung muss an geeigneter Stelle angebracht und dauerhaft sein.

Fluoranthen [Chemie, Medizin]

Fluoranthen (C16H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 3 verbundenen Benzolringen und 1 Fünferring, hat einen Siedepunkt von 384 °C und gehört zu den Mitosegiften

Fluoranthen kommt natürlich in Steinkohleteer vor und ist ein allgegenwärtiges Produkt unvollständiger Verbrennung von organischem Material. Es kann auch natürlich durch Pflanzen gebildet werden. Fluoranthen lässt sich in der Luft, in Oberflächenwasser, Abwasser, Tabakrauch, Speiseöl und gegrillten Lebensmitteln nachgewiesen.

In der Atmosphäre liegt es sowohl gasförmig als auch partikelgebunden vor. Gasförmiges Fluoranthen kann unter UV-Licht abgebaut werden, wohingegen partikelgebundenes Fluoranthen durch Nass- und Trockendeposition in Böden und Gewässer gelangen kann. In der Umwelt ist es persistent und besitzt ein hohes Bioakkumulationspotenzial. Im Laborversuch ist es mutagen. Aufgrund fehlender Daten können Kanzerogenität und andere toxische Effekte von Fluoranthen nicht eingestuft werden. Es werden tumorpromovierende Eigenschaften vermutet.

Fluoren [Chemie, Medizin]

Fluoren (C13H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 2 Benzolringen und 1 Fünferring, hat einen Siedepunkt von 295°C . Fluoren kommt in der Natur als das sehr seltene Mineral Kratochvílit vor, kann auch aus Steinkohleteer gewonnen werden und entsteht in kleinen Mengen bei der Erhitzung oder Verbrennung von organischem Material unter Sauerstoffmangel, in Spuren auch bei der Verbrennung von Benzin und Diesel. Dieses PAK wird zur Herstellung von Farb- und Kunststoffen, sowie von Pestiziden verwendet. Polyfluoren ist weit verbreitet als Luminophor in organischen Leuchtdioden.

Einige seiner Derivate wirken als Mitogenen. Die Substanz gilt als nicht mutagen. Über seine Kanzerogenität liegen keine Resultate vor.


Formaldehyd  [Chemie]

Formaldehyd kommt in Spanplatten und Holzwerkstoffen vor, wird hier aber schon seit mehreren Jahrzehnten in der Produktion vermieden. Dispersionskleber, Lacke, Desinfektionsmittel oder Tabakrauch führen ebenfalls zu Formaldehydbelastung. Bei Menschen können Reizung der Schleimhäute (v.a. Augen, Nase), Hustenreiz, Unwohlsein, Atembeschwerden oder Kopfschmerzen auftreten.


Frequenz  [Physik]

Die Frequenz bezeichnet die Anzahl der Schwingungen je Sekunde. Je schneller die Schwingung, desto höher wird die Frequenz. Die Einheit ist Hertz (Hz).


Fries  [Bautechnik]

Der klassische Fries ist der obere, mit Ornamenten verzierte Rand einer Wandfläche. Aber auch waagerechte und senkrechte Schmuckstreifen – im einfachsten Fall schmale, farblich abgesetzte Linien – werden als Fries bezeichnet. Mit einem Fries wird eine Gliederung der Wand vorgenommen.


Frischbeton  [Bautechnik]

Bevor Beton erhärtet, ist er je nach Zusammensetzung unterschiedlich weich. Von Frischbeton spricht man, solange er noch verarbeitet werden kann. Frischbetoneigenschaften lassen sich durch Zusatzmittel wie Fliessmittel oder Betonverflüssiger gezielt für die verschiedensten Anwendungsfälle einstellen.


Fuge  [Bautechnik]

Fugen stellen den Raum zwischen zwei benachbarten Bauteilen oder im Zusammenhang mit der Verbandsausführung zwischen zwei Steinen dar. Bei letzterem wird zwischen Stossfugen (stirnseitig) und Lagerfugen (an Steinober- und Unterseite) unterschieden.


Fugendurchlasskoeffizient  [Bautechnik]

Der Fugendurchlasskoeffizient beschreibt die Luftdichtheit von Fensterfugen. Zur Verringerung der Lüftungswärmeverluste bei geschlossenen Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen wird iein Wert für die Dichtheit von Fensterfugen festgelegt.


Fugenmörtel  [Bautechnik]

Fugenmörtel werden zum nachträglichen Ausfugen von Verblendern und Sichtmauerwerk oder von Fliesen verwendet. Statisch tragender Mörtel wird als Mauermörtel bezeichent.


Fungizid  [Chemie, Biologie]

Fungizide sind  Biozide die vor allem Pilze vernichtend. Vor dem Einsatz von Fungiziden sollte aus gesundheitlichen Gründen immer sorgfältig geprüft werden, ob die Mittel für den Aussen- oder Innengebrauch zugelassen sind.


Furnierschichtholz  [Bautechnik]

Furnierschichtholz wird durch paralleles Anordnen und Verleimen von Schälfurnieren hergestellt. Oberflächen können glatt, sägerau oder gebürstet sein. Als Fassadenmaterial sollten nur Sperrholzplatten FSH-Q eingesetzt werden, die für eine Anwendung im Aussenbereich von den Herstellern empfohlen sind.

Furniersperrholz (FU)  [Bautechnik]

Furniersperrholz (Kurzzeichen FU) wird durch kreuzweises Anordnen und Verleimen von geschälten Holzfurnieren hergestellt. Oberflächen können glatt, sägerau oder gebürstet sein. Als Fassadenmaterial sollten nur die Sperrholzplatten eingesetzt werden, die für eine Anwendung im Aussenbereich geeignet sind. Platten über 12mm Dicke und mit  mindestens 5 Lagen wird auch als Multiplex- Platte bezeichnet.

Durch kreuzweises Verleimen der Furnierblätter wird das Holz in seinen natürlichen Eigenschaften des Quellens und Schwindens stark eingeschränkt und somit ein gutes Stehvermögen gewährleistet. Darüber hinaus bewirkt das kreuzweise Verleimen eine vergleichbare Biegefestigkeit in den beiden Hauptachsen der Platte.

Spezielle Ausführungen von Furniersperrholz sind beispielsweise das Bau-Furniersperrholz (BST) mit besonders hoher Biegefestigkeit, metallbewehrtes Furniersperrholz oder Dampfsperre-Platten, welche eine Mittelschicht aus Aluminiumblech aufweisen.


Fussbodenheizung  [Haustechnik]

Eine Fussbodenheizung besteht aus im Fussboden verlegten Heizrohren, Flächenelementen oder anderen Hohlprofilen, die von in der Regel Wasser (mit oder ohne Zusätze) als Heizmedium durchströmt werden. Eine andere Ausführungsmöglichkeit besteht in der Nutzung von Strom als Wärmequelle, der durch Leitungen im Fussboden im Gebäude verteilt wird. Fussbodenheizungen werden im Allgemeinen auf einen trockenen, ebenen und tragenden Untergrund aufgebracht.

G

Gaube  [Bautechnik]

Gauben werden neben der Belüftung und Beleuchtung von Dachräumen zum Flächen- und Raumgewinn bzw. zur Gestaltung von Dächern herangezogen. Gaubenformen sind: Fledermausgaube, Schleppgaube, Giebel- und Walmgaube sowie Dreieckgaube. Varianten dieser Grundformen sind in vielfältiger Zahl vorhanden. In einer weiteren Schreibweise ist das Bauteil in manchen Gegenden auch als Gaupe bekannt.

Gebäude

Ein Gebäude ist ein Bauwerk, das Räume einschliesst, betreten werden kann und zum Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen dient. Ein Gebäude besitzt nicht zwingend Wände oder einen Keller, jedoch immer ein Dach. Ansonsten treffen die Eigenschaften eines Bauwerks auch auf ein Gebäude zu.


Gebäudeautomation  [Elektro-, Haustechnik]

Gebäudeautomation ist der Sammelbegriff für die Vernetzung der Feld- (Raum-), Automations-und Managementebene zum Messen, Steuern, Regeln und Leiten von gebäudetechnischen Anlagen.


Gebäudehülle  [Bautechnik]

Die Gebäudehülle umfasst alle Bauteile eines Gebäudes, die dieses nach aussen oder an Erdreich abschliessen, z.B. Wände, Fenster, Dächer und Böden. Für die Niedrigenergiebauweise und Solararchitektur ist vor allem die thermische Gebäudehülle von Bedeutung. Die Wärmedämmung der thermischen Gebäudehülle ist ausschlaggebend für den Transmissionswärmebedarf eines Gebäudes.

Gebäudemanagement  [Facilitymanagement]

Das Gebäudemanagement ist ein Teilbereich des Facilitymanagements, das sich mit der Bewirtschaftung von bestehenden Gebäuden und technischen Anlagen beschäftigt. Eine Untergliederung kann in die Bereiche technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Gebäudemanagement erfolgen.

Gebäudetechnik  [Bautechnik]

Unter dem Begriff Gebäudetechnik fasst man alle technischen Massnahmen zusammen, die in Gebäuden der energetischen (Heizung, Beleuchtung) und stofflichen (Wasser, Luft) Versorgung bzw. der Entsorgung aller Abfallprodukte (Abwasser, Müll) dienen. Der Zweck dieser Massnahmen ist, das Gebäude nutzbar zu machen. Die Begriffe Haustechnik, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Gebäudetechnik oder Versorgungstechnik beschreiben hierbei das selbe Themengebiet, wobei letzterer insbesondere für Massnahmen in grösseren Gebäduden wie Nichtwohngebäude und Industrieanlagen steht.


Gebäudevolumen, beheizt  [Bautechnik]

Das beheizte Gebäudevolumen Ve ist das der wärmeübertragenden Hüllfläche eines Gebäudes umschlossene Volumen. Es wird über die Aussenmasse ermittelte. Dieses Volumen schliesst mindestens alle Räume eines Gebäudes ein, die direkt oder indirekt durch Raumverbund beheizt werden.


Gebrauchstauglichkeit  [Bautechnik]

Bei statischen Bemessungen von Bauteilen wird zwischen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit unterschieden. Der Begriff Gebrauchstauglichkeit beschreibt die Funktionsfähigkeit einer Konstruktion trotz Durchbiegung infolge äusserer Einwirkungen.


Gefach  [Bautechnik]

Das Gefach ist im ursprünglichen Sinn Teil einer Fachwerkhauswand. Der Begriff wird heute vornehmlich im Holzrahmenbau verwendet und beschreibt den Raum in einem Holzrahmen (früher das Feld zwischen den Balken des Fachwerks). Die Gefachfüllung wird Ausfachung genannt, die Gefachdämmung ist die Ausfachung mit Wärmedämmstoffen.

Genotoxizität, gentoxisch  [Medizin]

Als Genotoxizität bezeichnet man die Wirkungen von chemischen Stoffen, die Änderungen im genetischen Material (Desoxyribonukleinsäure) von Zellen auslösen. Bei diesem Begriff handelt es sich um eine rein experimentelle Betrachtungsweise, wie Substanzen sich in Experimenten (in vitro) verhalten. Substanzen, welche dabei als genotoxisch positiv getestet wurden, müssen jedoch nicht zwingend mutagen oder karzinogen sein.

Geothermie  [Energietechnik]

Als Geothermie wird die thermische Nutzung des Untergrundes zu Heiz- und Kühlzwecken bezeichnet. Zunehmend finden zu dieser thermischen Nutzung folgende Systeme Verwendung: Erdkollektor, Bodenplattenkühler oder Fundamentspeicher, Energiepfahl und Erdsonden.


Gerüst  [Bautechnik]

Gerüste sind Baukonstruktionen, die mit Gerüstlagen veränderlicher Länge und Breite an der Verwendungsstelle zusammengesetzt, ihrer Bestimmung entsprechend verwendet und dann wieder auseinandergenommen werden können.


Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)  [Bautechnik]

Unter dem g-Wert versteht man jenen Anteil des Sonnenlichts, der durch eine Verglasung dringt. Ein g-Wert von 0,6 bedeutet, dass 60% der eingestrahlten Energie (also des Lichts) ins Innere des Raumes gelangen. Der Rest der eingestrahlten Energie wird reflektiert (zurückgestrahlt) oder von der Scheibe absorbiert (aufgenommen). In der Heizsaison ist ein hoher g-Werte somit vorteilhaft, weil mehr solare Energie das Haus erwärmt. Im Sommer sind niedrige g-Werte anzustreben.


Gesteinskörnung  [Bautechnik]

Gesteinskörnungen sind ein körniges Material meist für die Verwendung als Zuschlagstoff im Bauwesen (z.B. in Beton). Gesteinskörnungen können natürlich, industriell hergestellt oder rezykliert sein. Normale Gesteinskörnungen werden in Kategorien (Klassen) eingeteilt. Kategorien geben das charakteristische Niveau für eine Eigenschaft vor.


Getreidegranulat   [biologie, Bautechnik]

Für Dämmstoffe aus Getreidegranulat wird hauptsächlich Roggen verarbeitet. Das Getreide wird geschrotet und mit mineralischen Zusätzen wie Kalk oder Wasserglas vermischt. Borate, Insektizide oder Pestizide werden bei der Herstellung nicht verwendet. Das Schrot wird dann mit Wasserdampf aufgebläht, wobei Korndurchmesser zwischen 2 und 6 mm erreicht werden.

Getreidegranulat wird meist als Hohlraum- oder Ausgleichsschüttung oder als Dämmung im Holzfertigteilbau sowie als Trittschalldämmung eingesetzt. Ein Verdichten des Granulates sollte wegen der Gefahr des setzungsbedingten Auftretens von Wärmebrücken auch in nicht druckbelasteten Bereichen durchgeführt werden. Auszufüllende Hohlräume sollten mit Kraftpapier oder Folien nach unten abgedichtet werden, um ein Durchrieseln des Dämmstoffes zu verhindern. Getreidegranulat ist vor Feuchtigkeit zu schützen. Als Schüttung ist das Granulat diffusionsoffen. Der Dämmstoff ist resistent gegenüber Schimmelpilzen, Nagetieren und Insekten.

Getreidegranulat ist generell als gesundheitlich unbedenklich einzustufen. Nach Einbau des Dämmstoffes ist unter Umständen eine leichte, aber nicht störend wirkende Geruchsbelastung feststellbar. Sowohl die Wiederverwendung reinen Dämmstoffes als auch die Kompostierung sind möglich.


Gewinne, intern  [Energietechnik]

Alleine durch das Bewohnen eines Hauses erzielt man Beiträge zur Beheizung, die nicht vom Heizsystem kommen. Beispielsweise heizt jeder Mensch bedingt durch den Stoffwechsel das Haus mit. Die Heizleistung ist dabei ganz beträchtlich: in etwa 60W im Schlaf, 80 bis 120W bei sehr leichter Tätigkeit bis hin zu über 300 W bei anstrengender körperlicher Arbeit. Darüber hinaus zählt auch die Abwärme elektrischer Geräte zu den internen Gewinnen.


Gewinne, solar   [Energietechnik]

Die durch die Verglasung einfallende Sonnenenergie wird im Haus in Wärme umgewandelt. Diese Energie ist gratis und sollte gut genutzt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Fensterflächen eines Haus nach Süden zu orientieren, d.h. die Wohnräume in den Süden zu legen. Um eine sommerliche Überhitzung zu vermeiden, sind hier insbesondere Möglichkeiten der Verschattung einzuplanen.


Gewölbe  [Bautechnik]

Statische Systeme in Form eines Gewölbes können durch ihre Krümmung auch Lasten senkrecht zur Bauteiloberfläche über die sog. Gewölbetragwirkung ableiten. An den Auflagern treten entsprechend der Geometrie des Gewölbes und der Belastung teilweise hohe Abstützkräfte – der sogenannte Gewölbeschub – auf. Die Aufnahme dieser Auflagerreaktion mit nur geringen zulässigen Verformungen ist entscheidend für die Tragfähigkeit des Gewölbes.


Giessharz  [Bautechnik]

Giessharz ist ein Kunststoff, der als Verbindungsmittel in Verbundglas eingesetzt wird. Verbundgläser mit Giessharz werden sowohl im konstruktiven Glasbau als auch in Schallschutzgläsern eingesetzt. Die weiche Verbindung zwischen zwei Floatglasscheiben gewährleistet eine hohe Scheibenmasse mit geringer Biegesteifigkeit, die für einen hohen Schalldämmwert des Glases genutzt wird.


Gips  [Chemie, Bautechnik]

Gips ist ein farbloses bis weisses feuchtes Kalzium-Mineral, das sehr gut Wasser bindet und extrem schwer löslich ist. Aus der Einlagerung von Feuchtigkeit im Mineral (Kristallwasser) resultiert eine sehr niedrige Härte: Gips kann mit dem Fingernagel geritzt werden. Im Unterlagsbodenbau wird Gips aufgrund einer geschmeidigen Eigenschaft trotzdem als Bindemittel verwendet, da er in Verbindung mit Gesteinskörnungen an Härte gewinnt.


Gipskartonplatte  [Bautechnik]

Gipskarton ist ein Baustoff aus Gips, meistens verwendet als Gipskartonplatten oder Gipskartonbauplatte, der beidseitig mit Karton kaschiert ist. Verwendung finden Gipskartonplatten im Trocken- oder Akustikbau. Ihre Stabilität erhalten die Platten durch die beidseitige Kartonage, welche die Zugkräfte aufnimmt.


Glaser-Verfahren  [Physik]

Mit dem Glaser-Verfahren zur Diffusionsberechnung kann der Verlauf des Sättigungsdampfdrucks und des Wasserdampfteildrucks in Bauteilen,

sowohl im Kondensationsfall (Winter) wie im Verdunstungsfall (Sommer) beschrieben werden. Aus dem Glaser-Diagramm lässt sich ablesen, unter welchen Bedingungen in welchen Schichten eines Bauteiles Kondensation, also Tauwasser, vorkommen kann, und wie viel angefallenes Tauwasser während der Verdunstungsperiode wieder abgeführt wird.


Glasstein  [Bautechnik]

Bei Glassteinen (oder Glasbausteinen) handelt es sich um Hohlglaskörper, welche aus zwei schalenförmigen Glasteilen bestehen, die durch Erhitzen aneinander fixiert werden. Sie können eingefärbt sein oder eine Oberflächenstruktur aufweisen. Ausserdem sind sie feuerbeständig und bis zur Anforderungsklasse G120 erhältlich. Glassteine werden häufig als transluzentes Mauerwerk verwendet.


Gleichstrom  [Physik, Elektrotechnik]

Als Gleichstrom wird ein elektrischer Strom bezeichnet, dessen Stärke und Richtung sich nicht ändert. Die englische Bezeichnung ist “direct current” mit der Abkürzung “DC”, die synonym auch für Gleichspannung verwendet wird (vgl. “AC” für Wechselstrom). Gleichstrom wird z.B. in Solarzellen erzeugt oder in Batterien gespeichert.


Globalstrahlung  [Energietechnik]

Unter der Globalstrahlung versteht man die gesamte Menge der Sonnenenergie, die auf eine horizontale Fläche auftrifft. In Deutschland liegt dieser Wert je nach Standort bei etwa 1000 kWh/m² im Jahr. Die Globalstrahlung setzt sich aus der diffusen diffusen Strahlung (ungerichtet) und der Direktstrahlung (der Sonne) zusammen.


Grat  [Bautechnik]

Der Grat stellt den äusseren Übergang zwischen gleich oder unterschiedlich geneigten Dachflächen dar. Die baukonstruktiven Anforderungen entsprechen denen des Dachfirstes. Der Luftaustausch kann demnach über die entsprechende Konstruktion oder auch über Formteile erreicht werden.


Grauwasser  [Entsorgung]

Als Grauwasser wird häusliches Abwasser ohne fäkale Feststoffe, z.B. Abwasser von Bade- und Duschwannen, Handwaschbecken und gegebenenfalls Waschmaschinen bezeichnet. Durch Regenwassergewinnung und -nutzung wurden Konzepte entwickelt, wie Grauwasser für eine Weiternutzung verwendet und in Klarwasser umgewandelt werden kann.

green building  [Bautechnik]

Als grünes Gebäude (engl. green building) wird ein Gebäude bezeichnet, dessen Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Wasser und Material erhöht ist, während gleichzeitig die schädlichen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt reduziert sind, indem bei der Planung und Sanierung von entsprechenden Konstruktionen auf besonders ressourcenschonendes Bauen Wert gelegt wird. Von diesen Massnahmen sind von der Anlage, der Planung und der Konstruktion über den Betrieb, die Wartung und die Demontage alle Bereiche des Lebenszyklus eines Gebäudes betroffen.


Gründach  [Bautechnik]

Siehe Dachbegrünung


H


Hackschnitzel  [Bautechnik]

Siehe Holzhackschnitzel


Hall

Siehe Nachhall


Handtuchheizkörper  [Haustechnik]

Heizkörper werden zunehmend zum Trocknen von Handtüchern genutzt. Die in vielen Varianten erhältlichen Modelle besitzen allerdings eine geringe Wärmeleistung. Zudem kann der Heizkörper, wenn er mit Handtüchern verdeckt ist, kaum Wärme an den Raum abgeben.


Handwerk  [Allgemein]

Als Handwerk bezeichnet man gewerbliche Tätigkeiten. Handwerker fertigen Produkte meist auf Bestellung an oder erbringen Dienstleistungen auf Nachfrage. Die handwerkliche Tätigkeit steht der industriellen Massenproduktion gegenüber. Das handwerkliche Gewerbe wird in Deutschland durch die Handwerksordnung geregelt.


Hängewerk  [Bautechnik]

Hängewerke werden im Tragwerksbau zur Überwindung grosser Spannweiten eingesetzt. Beim geneigten Dach kommen Hängewerke bei Pfettendächern zum Einsatz, wenn eine Überspannung der gesamten Gebäudebreite ohne Stützen erreicht werden soll. Die Stiele des Dachstuhls sind dabei nur auf Zug mit der Unterkonstruktion (in der Regel dem Streckbalken) verbundenen.


Hanf  [Biologie, Bautechnik]

Hanf (Cannabis) ist eine der wertvollsten und ältesten Pflanzen, die der Mensch nutzt. Schon seit dem 9. Jahrtausend v. Chr. wurde er zu Kleidung oder Papier verarbeitet oder es wurde Öl daraus gepresst. Hanfanbau war wegen der berauschenden Wirkung vieler Hanfsorten in Deutschland bis 1996 generell verboten. Seitdem dürfen einige rauschmittelarme Sorten als Nutzhanf wieder angebaut werden. Wie für Dämmstoffe aus Flachs gilt auch für Hanf, dass für eine Nutzung in grösserem Massstab wesentlich grössere Anbauflächen zur Verfügung gestellt werden müssen.

Von der Hanfpflanze werden die Bastfasern der Stengel zu Dämmstoff verarbeitet. Das Hanfstroh wird mehrere Tage auf dem Feld geröstet und die Fasern aufgeschlossen. Nicht aufzufasernde Bestandteile des Hanfstrohs werden zerkleinert, meist mit Bitumen imprägniert und als loses Schüttgut in Bauteilhohlräume eingebracht. Die Fasern werden zu dünnen Vliesen kardiert und mit Natriumkarbonat (Soda) oder Ammoniumphosphat vor dem Einfluss von Flammen geschützt. Zur Herstellung von Dämmstoffmatten werden die Vliese mit textilen Stützfasern oder natürlichen Bindemitteln verstärkt.

Hanfdämmstoffe werden meistens zwischen oder unter Sparren, in leichten Trennwänden, als Ausgleichsschüttung, in Hohlräumen oder als Faserverstärkung von Lehmbauteilen eingesetzt. Hanfmatten werden mit etwa 10 mm Überbreite in die tragende Konstruktion eingeklemmt bzw. in Steildächern durch Klammern befestigt. Matten können mit einem Dämmstoffmesser oder einer feinzahnigen Säge geschnitten werden. Der heuartige Geruch des eingebauten Dämmstoffes ist deutlich wahrnehmbar. Hanf ist frei von Eiweiss und muss daher auch nicht künstlich gegen Insekten geschützt werden. Dämmstoffe aus Hanf sollten trocken gelagert und eingebaut werden.

Solange kein Bitumen zum Einsatz kommt, ist Hanf gesundheitlich unbedenklich. Heimwerker, die unter Heuschnupfen leiden, sollten den Dämmstoff jedoch nicht verarbeiten. Unbeschädigt rückgebaute Dämmstoffe können wiederverwendet werden. Unbehandelter Hanfdämmstoff kann kompostiert werden, alles andere mit Bitumen muss als Sondermüll entsorgt werden.


Hausanschluss, elekterisch  [Elektrotechnik]

Der Hausanschluss ist die Verbindungsstelle des öffentlichen Niederspannungsnetzes mit der Verbraucheranlage des Gebäudes. Der Hausanschlusskasten ist gleichzeitig die Übergabestelle des Verteilungsnetzbetreibers. Im Hausanschlussraum gehen die Leitungen für die Elektroenergieversorgung und des Hausanschlusskastens ein, aber auch der anderen Medien, an die das Gebäude angeschlossen wird (Gas, Wasser, Fernwärme).


Hausbock  [Biologie]

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) zählt zu den gefährlichsten Schadinsekten, die Holzbauteile in Gebäuden befallen. Die Sanierung befallener Bereiche muss mit grosser Sorgfalt erfolgen. Der Befall durch Hausbock ist meldepflichtig.


Hausinstallation, elekterische  [Elektrotechnik]

Der Begriff umfasst die Gesamtheit aller elektrischen Anlagen mit Nennspannungen bis 400 V in Wohn- oder Gewerbegebäuden. Neben den klassischen Anlagen zählen dazu auch die Anlagen für die Gebäudeautomatisierung, Fernmeldeanlagen, Wechselsprechanlagen usw.


Hausschwamm, echter  [Biologie]

Der Echte Hausschwamm (Serpula Lacrimans) zählt zu den gefährlichsten holzzerstörenden Pilzen, die Holzbauteile in Gebäuden befallen. Die Sanierung der von Hausschwamm betroffenen Bereiche muss mit grosser Sorgfalt erfolgen. Der Befall durch Hausschwamm ist meldepflichtig.


Heat-Pipe, solar  [Energietechnik]

Das Heat-Pipe-Prinzip wird bei Vakuumröhrenkollektoren eingesetzt. Bereits bei geringer Sonneneinstrahlung verdampft das Wärmeträgermedium. Am oberen Ende der Röhre wird die durch Kondensation frei werdende Wärme an die vorbeiströmende Wärmeträgerflüssigkeit übertragen. Die gekühlte und kondensierte Flüssigkeit fliesst zur neuen Wärmeaufnahme zurück.

Hefen, Hefepilze  [Biologie]

 


Heizenergiebedarf  [Energietechnik]

Der Heizenergiebedarf beschreibt diejenige Energiemenge, die der Heizungsanlage eines Gebäudes zugeführt werden muss, damit sie den Heizwärmebedarf des Gebäudes decken kann. Die Heizenergie ist gleich der Heizwärme zuzüglich der Verluste in der Heizungsanlage und in der Verteilung.


Heizgradtage  [Energietechnik]

Die Heizgradtage (Heating Degree Days, HGT oder HDD) bezeichnen die Summe der Unterschiede zwischen Innen- und Aussentemperatur. Es wird also an jedem Tag, an dem die mittlere Tagesaussentemperatur kleiner als die Heizgrenze ist, die Differenz “Raumlufttemperatur minus mittlere Tagesaussentemperatur” gebildet. Diese Differenzen werden dann für jeden Tag der Heizperiode aufsummiert.


Heizgrenze  [Energietechnik]

Die Heizgrenze beschreibt die mittlere Tagesaussentemperatur, unterhalb der mit dem Heizen begonnen werden sollte. Sie liegt bei ca. 15°C Aussentemperatur, ist jedoch abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes. Die Heizgrenze für Neubauten mit einem höheren Dämmstandard (Passivhäuser)kann zum Beispiel bei 12°C liegen. Die Heizgrenze eines Gebäudes wird zur Berechnung der Heizgradtage verwendet.


Heizkessel  [Haus-, Energietechnik]

Im Heizkessel wird Brennstoff in nutzbare Wärme umgesetzt. In einer Zentralheizung dient der Kessel als Wärmeerzeuger und kann in verschiedenen Bauformen und Ausführungen konstruiert sein. Der eigentliche Kesselkörper erwärmt das umlaufende Heizwasser durch die Brennerflamme und das hindurchströmende Abgas im Inneren des Kessels. Moderne Kessel sind eine Funktionseinheit, bestehend aus dem Kesselkörper mit Wärmetauscherflächen, Brennraum und Wasserfüllung, dem Öl- oder Gasbrenner sowie der regeltechnischen Ausstattung. Brennwertkessel weisen zur Zeit die beste Effektivität auf.


Heizkörper  [Haustechnik]

Ein Heizkörper ist ein Wärmeaustauscher, der Wärme von einem Transportmedium (meist Heizungswasser, aber auch Strom) an die ihn umgebende Raumluft abgibt. Heizkörper können als Konvektoren oder als Radiatoren ausgebildet sein.


Heizkreis  [Haustechnik]

Ein Heizkreis beschreibt den Kreislauf, den das Heizungswasser vom Heizkessel über die Heizkörper (Vorlauf) und zurück nimmt (Rücklauf). Eine Umwälzung des Heizungswassers übernimmt eine Pumpe, die in die Vorlaufleitung eingebaut wird. Bei guter Dämmung der Rohrleitungen werden alle Heizkörper mit der gleichen Temperatur versorgt.


Heizlast  [Energietechnik]

Die Heizlast beschreibt die Wärmezufuhr in ein Gebäude, die zur Aufrechterhalt einer bestimmten Raumtemperatur notwendig ist. Sie wird in Kilowatt (kW) angegeben und richtet sich nach der Lage des Gebäudes, der Bauweise der wärmeübertragenden Gebäudehüllflächen und dem Bestimmungszweck der einzelnen Räume. Sie bestimmt die Qualität der Wärmeschutzmassnahmen und die Auslegung der Heizungsanlage.


Heizperiode  [Allgemein]

Die Heizperiode ist die Zeit der Beheizung eines Gebäudes, während der die mittleren Aussenlufttemperaturen kleiner als die Heizgrenztemperatur sind. Die Heizperiode hängt von der Lage des Gebäudes und von den wärmetechnischen Gebäudeeigenschaften ab.


Heizrohr  [Haustechnik]

In der Heizungstechnik werden zum Transport von Wasser hauptsächlich Kupferrohre verwendet. Für Fussbodenheizflächen werden sehr häufig Kunststoffrohre eingesetzt. Rohre sind genormt. Grundlage deren Normung sind die Begriffe Nennweite sowie Nenndruck und Betriebsdruck.


Heizstrahler  [Haustechnik]

Heizstrahler sind Geräte, die ihre Wärme mittels Wärmestrahlung abgeben und somit für eine unmittelbare Aufheizung der Umgebung sorgen. Sie eignen sich sowohl für den stationären als auch den mobilen Einsatz. In der Regel heizen Heizstrahler mit Gas. Es gibt aber auch Infrarotstrahler, die häufig mit Strom betrieben werden. Heizstrahler eignen sich für Räume, die kurzfristig und relativ schnell aufgeheizt werden sollen wie z.B. Industriehallen, Museen oder Kirchen.


Heizsystem, bivalent  [Energietechnik]

Bivalent heizen heisst, zwei verschiedene Energieträger nutzen. So werden häufig Pellets-Wohnraumheizsysteme ergänzend zur vorhandenen Zentralheizung betrieben. Auch kann ein Gas-Brennwertkessels mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert werden. Dabei wird für die Warmwasserbereitung ein bivalenter Warmwasserspeicher eingesetzt.


Heizsystem, monovalent  [Energietechnik]

Zur Wärmeerzeugung wird bei monovalenter Betriebsweise nur ein Heizsystem bzw. eine Energieart eingesetzt. Dies ist der Fall, wenn ein Wärmeerzeuger den gesamten Wärmebedarf allein decken kann und wenn keine weitere Energieart (z.B. Solar) zusätzlich eingesetzt wird. Bestimmte Heizsysteme benötigen die Unterstützung durch einen zweiten Wärmeerzeuger, um so als bivalentes System auch bei sehr kalten Aussentemperaturen noch für behagliche Raumtemperaturen sorgen zu können.


Heizwärmebedarf  [Energietechnik]

Der Heizwärmebedarf ist diejenige Energiemenge, die für die Erwärmung eines Gebäudes auf die gewünschte Soll-Temperatur nötig ist, um Transmissionswärmeverluste und Lüftungswärmeverluste auszugleichen. Neben der Heizwärme tragen solare und interne Gewinne zur Erwärmung von Räumen bei.


Heizwärmeverlust

Als Heizwärmeverlust wird derjenige Energieanteil bezeichnet, der bei Gebäuden entweder als Transmissionswärmeverlust oder als Lüftungswärmeverlust verloren geht.


Heizwert  [Energietechnik]

Unter dem Heizwert eines Brennstoffs (auch unterer Heizwert oder Hu genannt) versteht man die Energiemenge, die bei einer vollständigen Verbrennung frei wird. Der Heizwert sagt nicht alles über die nutzbare Energie aus, die in der Heizungsanlage aus dem Brennstoff erzielt werden kann. Je nach Heizanlage ergibt sich ein unterschiedlicher Wirkungsgrad bzw. Nutzungsgrad der Anlage. Heizwerte verschiedener Brennstoffe: Erdgas 9,5 bis 10,28 kWh/m³, Heizöl (leicht) 10,5 kWh/l, Steinkohle 7 kWh/kg, Holz 1500 – 1900 kWh/rm, Holzpellets 4,9 kWh/kg


Heizwert, oberer  [Energietechnik]

Siehe Brennwert


Helmholtzresonator  [Akustik]

Helmholtzresonatoren sind Resonanzabsorber für tiefe Frequenzen. Sie lassen sich in vorhandenen Hohlräumen, z.B. in Wand- oder Deckensimsen, unter Treppenstufen, in Wandverkleidungen, hinter Brüstungen, im Inneren von Stützen oder im Gestühl, unterbringen. In ihrer Wirkungsweise sind sie vergleichbar mit den Einzelelementen eines Lochplattenabsorbers.


Hilfsenergie  [Energietechnik]

Hilfsenergie wie z.B. Strom wird für den Antrieb von Systemkomponenten (z.B. für Umwälzpumpen oder Regelung) benötigt, nicht zur unmittelbaren Deckung des Heizenergiebedarfs.


Hinterlüftung  [Bautechnik]

Eine Hinterlüftung soll sicherstellen, dass Feuchtigkeit vor sperrenden Bauteilschichten effizient abgeführt wird. Dazu wird (von aussen gesehen) hinter der sperrenden Schicht ein Luftspalt ausgeführt, der von der Aussenluft durchströmt wird. Die anrechenbare Dämmschicht endet immer bei der Hinterlüftung.


Hinterschnittanker  [Bautechnik]

Die Hinterschnittverankerung ist eine unsichtbare Befestigungsart von vorgehängten, hinterlüfteten Fassadenbekleidungen. Sie besteht aus einem Dübel oder Ankerhülse, einer Schraube und der Fassadenhalterung. Der Dübel wird in eine Bohrung mit konischer Aufweitung in die Rückseite der Fassadenbekleidung eingebracht und durch die eingedrehte Schraube in dem Fassadenmaterial gespreizt. Über die Agraffe oder ein durchgehendes Profil wird die Fassadenbekleidung an der Unterkonstruktion befestigt.


Hochlochziegel (HLz)  [Bautechnik]

Hochlochziegel sind Ziegelsteine mit vertikalen, durchgehenden Hohlräumen senkrecht zur Lagerfuge. Die Anzahl der Hohlräume, ihre Anordnung, die Stegdicken, die Steinabmessungen und die Rohdichte führen in den normativen Vorgaben zu weiteren Unterklassifizierungen.


Holm  [Bautechnik]

Im Unterschied zu den Wangen liegen die Holme als tragende Konstruktion unter den Treppenstufen. Man spricht bei Holmtreppen auch von aufgesattelten Treppen, da die Trittstufen wie der Reiter auf dem Pferd aufsitzen. Als Baustoffe kommen Holz, Metall oder Beton zum Einsatz.


Holzbalkendecke  [Bautechnik]

Holzbalkendecken sind bis in die Baualtersstufe der 50er Jahre eine typische Ausbildung der Tragkonstruktion von Decken. Brand- und Schallschutzeigenschaften von Holzbalkendecken sind zu prüfen.


Holzfaser   [Bautechnik]

Holzfaserdämmstoffe werden aus Restholz der Holz verarbeitenden Industrie hergestellt. Meist wird dafür langfaseriges Nadelholz eingesetzt, das zuerst zerkleinert wird, bevor es in Druckkesseln über Wasserdampf zerfasert werden. Die weichen Holzfasern werden dann mit Wasser, Wachsemulsion, Aluminiumsulfat (Alaun) sowie Boraten für den Brandschutz zu einem Holzbrei vermischt, gepresst und mehrere Tage durch Heissluft getrocknet.

Holzfaserdämmung gibt es als Matten, Platten, Stopfwolle oder Einblasdämmung. Anwendung findet sie auf, zwischen und unter Sparren, als Hohlraumdämmung in Innen- und Aussenwänden, unter schwimmendem Unterlagsbodenn und zur Begrenzung von losen Dämmstoffen. Holzfaserplatten können mit üblichen Holzbearbeitungsmaschinen (Stichsäge, Kreissäge) bearbeitet werden. Härtere Platten können wie herkömmliche Holzplatten mit Nägeln oder Schrauben befestigt werden, weichere werden zwischen tragende Balken eingeklemmt. Holzfaserdämmstoffe sind beständig gegen Ungeziefer, Fäulnis und Schimmelpilze, sollten aber doch vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Gesundheitsschädliche Einflüsse des Dämmstoffes auf den Menschen sind nicht bekannt. Holzfaserdämmstoffe sind nicht toxisch und daher physiologisch unbedenklich. Prinzipiell können unbeschädigt rückgebaute Holzfaserdämmstoffe als Dämmstoff wiederverwendet werden. Bitumen- und boratfreie Holzfasern können kompostiert oder deponiert werden und verrotten wie Massivholz.

Holzfaserplatte  [Bautechnik]

Holzfaserplatten sind ein Holzwerkstoff, bei dem der Zusammenhalt der Holzfasern entweder durch eine mechanischen Halt zwischen den Holzfasern oder durch Zugabe künstlicher Bindemittel erzielt wird. Holzfaserplatten werden als Ein- und Mehrschichtplatten erzeugt und verhalten sich wie Spanplatten in der Plattenebene in allen Richtungen gleichmässig. Sie werden je nach Rohdichte und Herstellungsverfahren unterschieden in Holzfaserdämmplatten (HFD, 230-350 kg/m³), mittelharte Faserplatten (MB, 350-800 kg/m³), Hartfaserplatten (HB oder HFH, ab 800 kg/m³), mitteldichte Faserplatten (MDF) und hochdichte Faserplatten (HDF).

Holzwolle-Leichtbauplatten und -Mehrschichtplatten   [Bautechnik]

Bauplatten aus Holzwolle und Magnesit gibt es seit Anfang der 1920er Jahre. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Leichtbauplatten aus Gründen der Energieeinsparung in Pressenanlagen hergestellt, in denen nun auch die Herstellung mehrschichtiger Holzwolleplatten möglich wurde. Damals noch als “Sauerkrautplatten” bekannt, weisen Platten heute eine wesentlich feinere Oberflächenstruktur auf.

Holzwolle-Leichtbauplatten werden aus Nadelhölzern hergestellt. Die Holzwolle wird nach dem Trocknen leicht angefeuchtet und mit einer mineralischen Suspension vermischt. Die Suspension besteht dabei entweder aus Portlandzement (graue Platten) oder aus kaustisch gebranntem Magnesit (beige Platten). Die Mischung wird in Einzelformen gepresst. Trotz des Pressens bestehen ca. 70% der Platten aus Luftporen. Die Platten werden danach an der Luft gehärtet. Holzwolle-Mehrschichtplatten sind mit einer Schicht aus Hartschaum oder Mineralwolle kombiniert.

Holzwolleplatten werden u.a. unter Sparren, in der Fassaden oder leichten Trennwänden, unter Kellerdecken, als Putzträger, im Innenausbau, an Fensterstürzen und Stützen oder als Akustikdämmung verwendet. Leichtbauplatten sind eigentlich einfach einzubauen und auch leicht mit einer Kreissäge zuzuschneiden. Die Platten können mit Nägeln, Schrauben oder Dübeln befestigt werden. Bei Verwendung in Aussenbereichen ist ein Spritzschutz von 30 cm Höhe zu einzuhalten. Leichtbauplatten können mit herkömmlichem mineralischem Putz, keramischen Bekleidungen oder Gipskartonplatten beschichtet werden. Sie sind zwar formbeständig und weitgehend unempfindlich gegen Feuchte, quellen und schwinden jedoch bei Feuchteeinwirkung.

Holzwolle-Leichtbauplatten sind ökologisch unbedenklich und wie auch Mehrschicht-Leichtbauplatten bei bautechnisch korrekter Verarbeitung und Anwendung gesundheitlich unschädlich. Beim Rückbau unzerstörte und nicht anbetonierte oder verputzte Leichtbauplatten können problemlos wiederverwendet werden. Verputzte Platten sind hingegen kaum wiederzuverwenden, können aber als Bauschutt auf Deponien entsorgt werden.


Holzfäule  [Bautechnik]

Als Holzfäule wird der Befall mit holzzerstörenden Pilzen und  pflanzlichen Schädlingen bezeichnet.


Holzschnitzel, Holzhackschnitzel  [Energietechnik]

Holzhackschnitzel sind zerkleinertes Holz (Hackgut), z.B aus Waldholz, Sägerestholzen oder Holz aus der Ver- und Bearbeitung. Holzhackschnitzel können aufgrund ihrer Schüttfähigkeit wie Holzpellets in vollautomatischen Heizungsanlagen verfeuert werden.


Holzpellet  [Energietechnik]

Holzpellets werden aus Sägemehl hergestellt, indem das Sägemehl bei höherer Temperatur durch eine Lochmatrize gepresst wird. Durch den niedrigen Wassergehalt weisen sie einen hohen Energieinhalt (auf 4,9 kWh/kg) und benötigen nicht mehr Lagerraum als eine Ölheizung (Lagerraum in m³ = Heizlast in kW). Durch die Homogenität errreicht man eine sehr gleichmässige Verbrennung mit minimaler Schadstoffbelastung. Als Biomasseprodukt sind Pellets CO2-neutral, tragen also nicht zum Treibhauseffekt bei. Die Asche kann als Dünger verwendet oder kompostiert werden. Pellets sind zur Zeit kostengünstiger als herkömmliche Brennstoffe.


Holzschädling  [Biologie, Bautechnik]

Bestimmte Holzbauteile von Altbauten sind besonders gefährdet durch den Befall mit tierischen und pflanzlichen Schädlingen.


Holzrahmenbau  [Bautechnik]

Die Holzrahmenbauweise ist eine klassische Bauweise für Holzhäuser. Wände bestehen aus einem Rahmen aus Vollholz oder anderen tragenden Holzbauteilen (z.B. Doppelstegträger), der in Wandmitte durch Holzstützen getragen wird und die Wärmedämmung aufnimmt. Dieses Holzgerüst wird von beiden Seiten beplankt. Der wesentliche Unterschied zum Holztafelbau besteht im geringeren Vorfertigungsgrad.

Holzschutzmittel  [Bautechnik, Chemie]

Holzschutzmittel (HSM) sind Wirkstoffe die einen Befall von Holz oder Holzwerkstoffen durch holzzerstörende oder holzverfärbende Organismen verhindern soll oder einen solchen Befall zu bekämpfen.

Holzschutzmittelsyndrom  [Medizin]

Das Beschwerdebild des wissenschaftlich nicht definierten und allgemein nicht anerkannten Holzschutzmittelsyndroms das vor allem im Zusammenhang mit PCP disktiert wird, ist überwiegend unspezifisch und stellt sich als chronisches Ermüdungs- und Erschöpfungssyndrom dar. Genannt werden erhöhte Infektanfälligkeit, Hautausschläge, Gleichgewichtsstörungen, Schlaflosigkeit, Nachtschweiss, Müdigkeit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche, Nervenschmerzen, motorische Schwäche mit Muskel- und Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Unverträglichkeit von Kaffee und Alkohol, Haarausfall und Kopfschmerzen.


Holztafelbau  [Bautechnik]

Die Holztafelbauweise eine Weiterführung der Holzrahmenbauweise und die mit Abstand gebräuchlichste Konstruktionstechnik im Holzrahmenbau. Die Holzrahmen, die durch Querstreben stabilisiert werden, sind mit Wärmedämmstoffen ausgefüllt. Auf dem Rahmen liegen innen meistens Gipswerkstoff-, aussen Holzplatten. Davor wird meist eine Fassade aus Holz oder Mauerwerk gesetzt. Die Holzkonstruktion wird damit zu einer selbst tragenden Tafel. Diese Bauart erlaubt eine weitgehende industrielle Vorfertigung der Bauelemente und ist deshalb schnell und preisgünstig.


Holztragwerk  [Bautechnik]

Im Gegensatz zu zimmermannsmässigen Holzkonstruktionen können mit Holztragwerken wesentlich grössere Spannweiten überbrückt werden. Weitere Vorteile sind eine wirtschaftliche Vorfertigung, die Herstellung hochbelastbarer Systeme und die Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Materialien. Zum Einsatz kommen Brettschichthölzer (BSH), Kastenträger, vorgefertigte Gitterträger, Leimbinder, Fachwerkbinder und in neuester Zeit auch Knotenstabwerkkonstruktionen.


Holzverbindung  [Bautechnik]

Traditionelle Holzverbindungen sind der Versatz (schräger Anschluss eines Holzes an ein anderes), die Verblattung (zwei Hölzer werden in einer Ebene miteinander verbunden zur Verlängerung oder zur Bildung einer Ecke) und der Zapfen (zwei Hölzer werden gegenseitig mittels eines Lochs und eines Zapfens verbunden, z.B. für eine seitliche Fixierung eines Pfostens).


Holzwolle-Leichtbauplatten  [Bautechnik]

Siehe Holzwolle-Leichtbauplatten und -Mehrschichtplatten


Holzwolle-Mehrschichtplatten

Siehe Holzwolle-Leichtbauplatten und -Mehrschichtplatten


Holzwurm  [Bautechnik]

Ein Holzwurm ist eigentlich die Larve des gewöhnlichen Nagekäfers (Anobium Punctatum). Sie durchfrisst das Holz in allen Richtungen. Stecknadelkopfgrosse Fluglöcher an der Holzoberfläche sind typisches Kennzeichen für Holzwurmbefall. Bauschäden durch tierische Schädlinge sind sorgfältig zu analysieren.


Hörsamkeit  [Akustik]

Die Hörsamkeit ist ein Oberbegriff, der die Wirkungen der akustischen Eigenschaften eines Raums für Schalldarbietungen, etwa Musik oder Sprache, am Ort des Hörenden beschreibt.


Hülle, thermisch  [Bautechnik]

Die thermische Hülle ist jene Hülle, die durch die wärmeübertragende – und hoffentlich auch wärmegesämmte – Bauteile gebildet wird. Häufig wird in diesem Zusammenhang auch von der “wärmeübertragenden Umschliessungsfläche” geredet. Diese stimmt aber nicht immer mit der tatsächlichen Gebäudehülle überein, da zum Beispiel Keller oder Dachböden unbeheizt sind und somit ausserhalb der thermischen Hülle liegen.


Hybridsystem  [Energietechnik]

Werden zwei oder mehr verschiedene Energiequellen miteinander kombiniert, um Strom oder Wärme für den gleichen Bedarf zu erzeugen, spricht man von einem Hybridsystem. Da das Angebot erneuerbarer Energien nicht ständig im gleichen Umfang zur Verfügung steht, ermöglicht ein Hybridsystem, beispielsweise aus Sonne oder Wind, Schwankungen untereinander auszugleichen und eine relativ stabile, regenerativ erzeugte Energieversorgung zu gewährleisten.


Hydratation  [Bautechnik]

Unter Hydratation – häufig auch als Hydratisierung oder Hydration bezeichnet – versteht man die Anlagerung von Wassermolekülen an gelöste Ionen. Dadurch entsteht eine Hydrathülle (auch Hydrat-Sphäre bezeichnet). Der Begriff wird insbesondere bei der Produktion von Beton verwendet.


Hydrolyse  [Chemie]

Hydrolyse bezeichnet die Zerlegung eines Stoffes durch Reaktion mit Wasser. Dabei können sich Bestandteile mit toxischer Wirkung abspalten, die zur Belastung von Abwasser und Natur führen und sogar Trinkwasser verunreinigen können.


hydrophil  [Biologie]

Der Begriff hydrophil kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Wasser liebend”. Es bedeutet in der Regel, dass ein Stoff wasseranziehende Eigenschaften besitzt.


hydrophob  [Biologie]

Der Begriff hat seinen Ursprung im Griechischen. Hydrophob kann demzufolge mit “wassermeidend” übersetzt werden. Mit diesem Fachausdruck werden Substanzen charakterisiert, die sich nicht mit Wasser mischen.


Hydrophobierung  [Bautechnik]

Bei der Hydrophobierung eines Baustoffes wird dessen Wasseraufnahme reduziert. Dabei werden seine Poren und Kapillaren jedoch nicht verschlossen. Die Diffusionsfähigkeit des Baustoffes wird so gut wie nicht verändert. Zur Hydrophobierung kommen vorwiegend Silikonharze zum Einsatz.

Hygiene   [Allgemein]

Die Hygiene ist nach einer Definition der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie die „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“

Hygiene-Anforderungen für raumluftechnische Anlagen und Gerät  [Raumlufttechnik]

Die Richtlinie VDI 6022 Blatt 1 Hygiene-Anforderungen an Raumlufttechnische Anlagen und Geräte, in der Schweiz als VA104-1 vom SWKI (Schweizerischer  Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren), gilt für alle raumlufttechnischen Anlagen (RLT- Anlagen) die Räume versorgen, in denen sich bestimmungsgemäss Personen mehr als 30 Tage pro Jahr oder regelmässig länger als zwei Stunden aufhalten. Sie gilt für alle Zuluftanlagen sowie für Abluftanlagen, wenn diese die Zuluftqualität durch Umluft beeinflussen. Die aktuelle Ausgabe der Richtlinie ist aus dem Juli 2011 repräsentieren  Stand der Technik hinsichtlich der Hygieneanforderungen an RLT-Anlagen.


hygroskopisch  [Bautechnik]

Baustoffe werden als hygroskopisch bezeichnet, wenn sie Feuchtigkeit aus der Umgebung (meist in Form von Wasserdampf aus der Luft) aufnehmen und wieder abgeben können.


Hyphen  [Biologie]

Hyphen sind Zellfäden des Schimmelpilzes, die sich nach dem Auskeimen der Plizsporen biden.

I

IEC - International Electrotechnical Commission  [Organisation]

Die Internationale Elektrotechnische Kommission, kurz: IEC, ist eine internationale Normungsorganisation für Normen im Bereich der Elektrotechnik und Elektronik.

Immission  [Allgemein]

Immission ist der Eintrag eines Stoffes in ein System. Der Begriff wird hauptsächlich im Bereich des Umweltschutzes benutzt und bedeutet hier den Eintrag von Schadstoffen, aber auch von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen, in ein Umweltmedium. Sie ist damit in der Regel das Ergebnis einer Emission.


Imprägnierung  [Bautechnik]

Der Wirkmechanismus einer Imprägnierung beruht darauf, dass die Oberflächenspannung der jeweiligen Flüssigkeit auf dem Baustoff beeinflusst wird. Der jeweilige Wirkstoff lagert sich an den Porenwandungen des Materials an, ohne dessen Wasserdampfdurchlässigkeit zu beeinflussen. Folgende Imprägnierungen werden unterschieden: hydrophobierende, oleophobierende, verfestigende und biozide. Häufig kommen Imprägniermittel auf Silikatbasis zur Anwendung.

Indeno(123cd)pyren  [Chemie, Medizin]

Indeno[1,2,3-cd]pyren (C22H12) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 5 Benzolringen und 1 Fünferring, hat einen Siedepunkt von 505°C. Das PAK kommt in geringem Mass in fossilen Brennstoffen vor und ist vor allem ein Produkt, das bei unvollständiger Verbrennung mit höheren Temperaturen entsteht. Man findet es im Tabakrauch, Abgasen von Benzinmotoren und Kohleöfen, Schmierölen und gebrauchten Motorölen. Es wurde auch in Böden, Grund- und Oberflächengewässern in Umfeld von Gefahrstoffdeponien nachgewiesen.

Es ist nur gering flüchtig und liegt in der Atmosphäre partikelgebunden vor. Über Nass- und Trockendeposition gelangt es in Böden und Gewässer ist in der Umwelt persistent und besitzt ein hohes Bioakkumulationspotenzial. Im Tierversuch ist es kanzerogen und mutagen und steht im Verdacht, auch bei Menschen Krebs auszulösen.


Industrieboden  [Bautechnik]

Als Industrieböden werden alle Bodenbeläge, Unterlagsböden und Betonplatten bezeichnet, die sich für den Einsatz im Bereich sehr hoher Belastungen eignen. Komponenten von Industrieböden müssen entsprechend widerstandfähig (Abriebfestigkeit, Druckfestigkeit, Biegefestigkeit usw.) sein. Geeignete Unterlagsboden sind z.B. Kunstharz-Unterlagsboden, Magnesia-Unterlagsboden aber auch Zementunterlagsboden.


Infiltration  [Bau-, Raumlufttechnik]

Unter dem Begriff Infiltration versteht man den Luftvolumenstrom, der durch Undichtheiten in der Gebäudehülle dazu beiträgt, dass kalte Aussenluft unkontrolliert in das Innere eines Gebäudes gelangt und so höhere Heizkosten verursacht. Infilatration wird beeinflusst durch das Raumvolumen, den Luftwechsel beim Blower-Door-Test, einem Abschirmungskoeffizienten für verschiedene Gebäudestandorte sowie einem Höhenkorrekturfaktor.


Infrarotstrahler  [Haustechnik]

Infrarotstrahler sind eine spezielle Form der Heizstrahler. Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizstrahlern erwärmen sie jedoch nicht die Umgebungsluft sondern nur die angestrahlten Oberflächen mit infraroter Strahlung. Als Energiequelle verwenden sie Gas oder elektrischen Strom.


Inkubation, Inkubator  [Biologie]

Inkubation bedeutet in der Biologie das Anzüchten von Zellkulturen in einem Wärmeschrank (Inkubator).

Mit unterschiedlichen Inkubationstemperaturen werden jeweils die bei der entsprechenden Temperatur wachstumsfähigen Pilze und Bakterien gefördert bzw. andere gehemmt.
25 °C: Bei dieser Temperatur wachsen viele Schimmelpilze und Bakterien, die sich auch in Innenräumen entwickeln.
37 °C: Mikroorganismen aus Innenräumen, die sich auch noch bei Temperaturen des menschlichen Körpers gut entwickeln oder in diesem Bereich ihr Wachstumsoptimum haben, werden erfasst. Dazu zählen fakultativ pathogene Vertreter (z.B. Aspergillus fumigatus oder Aspergillus flavus).
45 - 55 °C: Bei dieser Temperatur werden thermophile Bakterien erfasst, wie z.B. die Thermoactinomyceten oder bestimmte Bacillus-Arten.


Innenausbau  [Bautechnik]

Innenausbau ist die Sammelbezeichnung für Gewerke des Schreiners, Gipsers oder Bodeblegers, die im Innern eines Gebäudes vorgenommen werden.Der Innenarchitekt ist für die Planung des Innenausbaus zuständig.


Innendämmung  [Bautechnik]

Innendämmung ist neben Aussendämmung und Kerndämmung die dritte Möglichkeit einer Fassadendämmung. Durch die Innendämmung ist es möglich, auch Kellerwände oder Fassaden denkmalgeschützter Gebäude wie bei Fachwerkhäusern zu dämmen. Hierbei ist es in den allermeisten Fällen notwendig, dem Tauwasseraspekt und den Wärmebrücken erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Ohne gründliche Vorplanung sind hier Bauschäden vorprogrammiert.


Inneneinheit  [Haus , Raumlufttechnik]

Viele Split-Klimageräte sind in eine Innen- und eine Ausseneinheit aufgeteilt, um zu klimatisierende Wohn- oder Arbeitsräume mit kühler und gefilterter Luft zu versorgen. Beide Einheiten sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden. Das Kältemittel fliesst von der Ausseneinheit, wo es die Wärme an die Aussenluft abgegeben hat, wieder zur Inneneinheit zurück. Dort nimmt es Raumwärme auf, verdampft dabei und transportiert die Wärme wieder zur Ausseneinheit.


Innenleitung  [Haustechnik]

Innenleitungen umfassen im Gebäude verlegte Leitungen für Gas und Wasser. Innenleitungen bestehen aus Verteilungsleitungen, Steigleitungen, Verbrauchsleitungen, Abzweigleitungen und Geräteanschlussleitungen.


Inselsystem  [Haus-, Elektrotechnik]

Inselsysteme sind unabhängig vom Stromnetz und garantieren eine ganzjährige autarke Stromversorgung. Sie sind auch unter dem Namen “Off-Grid”-Systeme bekannt. Sie benötigen Energiespeicher zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit bei schwankendem Energieertrag. Geeignete Speichersysteme sind Akkumulatoren, Batterien oder ein Generator inklusive Zubehör wie Laderegler zur Spannungsüberwachung der Batterien.


Installationsdose  [Elektrotechnik]

Installationsdosen dienen zur Aufnahme von Verbindungsklemmen, Leitern und/oder Steckdosen, Schaltern, Taster usw. und zur Herstellung elektrische Verbindungen an Verzweigungspunkten der Installation. Unterbricht eine Installationsdose eine luftdichte Schicht, so sollte die Dose luftdicht ausgeführt sein und luftdicht an die Schicht angeschlossen werden.


Installationsebene  [Haustechnik]

Beim Leichtbau, z.B. im Holzbau, wird zur Herstellung einer luftdichten Schicht raumseitig eine Dampfbremse oder Dampfsperre verlegt. Diese kann aber nur funktionieren, wenn sie wirklich luftdicht verlegt wird. Schwachstellen sind hierbei alle Anschlüsse und Rohrdurchführungen. Besonders Elektroinstallationen sind problematisch, da an vielen Stellen die luftdichte Ebene durchstossen werden muss, um Steckdosen, Schalter oder Deckenspots zu platzieren. Es ist daher empfehlenswert, zwischen der raumseitigen Beplankung und der Dampfbremse eine Schicht vorzusehen, in der diese Installationen geführt werden können.


Instandhaltung  [Gebäudemanagement]

Der Begriff Instandhaltung beinhaltet die kontinuierliche Pflege und Wartung eines Bauteils, einer Anlage oder eines Systems zum Erhalt von dessen Funktion, seinem Schutz und Aussehen durch vorbeugende Massnahmen. So sollen Abnutzungs- und Alterungserscheinungen entgegengewirkt werden.


Instandsetzung  [Gebäudemanagement]

Massnahmen, die die Gebrauchsfähigkeit von Gebäuden oder Gebäudeteilen wiederherstellen und den physischen Verschleiss einzelner Bauteile beseitigen sind als Instandsetzung zu verstehen. Bei Instandsetzungsarbeiten, die Veränderungen am äusseren Erscheinungsbild vorsehen, sind gegebenenfalls vorhandene, örtlich geltende Vorschriften zu beachten bzw. die zuständigen Behörden zu konsultieren.


Intensivbegrünung  [Bautechnik]

Intensivbegrünungen auf Flachdächer weisen – im Gegensatz zu Dächern mit extensiver Dachbegrünung – anspruchsvolleren und pflegeintensiveren Bewuchs auf (z.B. Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume). Sie müssen über einen entsprechenden Aufbau der Vegetationsschicht verfügen. In den Möglichkeiten der Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt sind sie bei entsprechender Ausstattung mit bodengebundenen Freiräumen vergleichbar.

ISO - International Organization for Standardization [Organisation]

Die Internationale Organisation für Normung – kurz ISO ist die internationale Vereinigung von Normungsorganisationen und erarbeitet internationale Normen in allen Bereichen mit Ausnahme der Elektrik und der Elektronik ( siehe IEC).


Isolierglas  [Bautechnik]

Isolierglas besteht aus mindestens zwei Scheiben, die über einen Randverbund gekoppelt sind. Zwischen den Scheiben entsteht so ein luftdicht abgeschlossener Hohlraum, der mit einer Füllung aus trockener Luft als Wärmepuffer wirkt und Wärmeverluste mindert. Durch Füllungen dieses Scheibenzwischenraums mit Edelgasen wie Argon oder Krypton kann die Wärmeschutzwirkung noch weiter gesteigert werden.


Isolierstück  [Bautechnik]

Isolierstücke sind ein Bauteil zur Unterbrechung der elektrischen Längsleitfähigkeit einer metallischen Gas- oder Wasserrohrleitung.


Isolierung  [Bautechnik]

Eine Isolierung im Baubereich beschreibt die vollflächige Isolierung von Bauteilen wie Kellerwänden oder Rohren, bei denen das Ein- oder Ausdringen von Wasser vermieden werden muss. Im Bereich der Elektrizität spricht man von Isolierung, wenn Strom führende Teile durch entsprechende Isoliermaterialien gegen Berührung geschützt sind. Häufig wird der Begriff “Isolierung” auch gleichbedeutend mit “Wärmedämmung” verwendet, was jedoch grundlegend verkehrt ist.


Isotherme  [Haustechnik]

Isothermen sind allgemein Linien mit gleicher Temperatur, z.B. in der Heizkurve einer Heizanlage. Hier sind sie zwar faktorisiert, aber sie beschreiben gleich bleibende Raumtemperaturen über den Zusammenhang von Vorlauftemperatur und Aussenlufttemperatur.

J


Jahresarbeitszahl (JAZ)  [Energietechnik]

Die Jahresarbeitszahl wird zur Beschreibung der Energieeffizienz von Wärmepumpen verwendet. In der üblichen Definition wird die Jahresarbeitszahl als Quotient aus Wärmeabgabe und aufgenommener elektrischer Energie bei Betrieb über ein ganzes Jahr (bzw. über die Heizperiode) angegeben:

JAZ = Qab / Qel = (abgegebene Wärme) / (zugeführte elektrische Energie)


Jahresheizwärmebedarf  [Energietechnik]

Der Jahresheizwärmebedarf beschreibt die massgebliche Kenngrösse des jährlichen Wärmebedarfs eines Gebäudes. Dem Heizwärmebedarf, bestehend aus den Wärmeverlusten über Transmission und Lüftung, werden die interne und solare Gewinne gegengerechnet. Die Kenngrösse, die sich daraus ergibt, ist für den Energienachweis eines Gebäudes erforderlich.


Jahresprimärenergiebedarf  [Energietechnik]

Als Jahresprimärenergiebedarf wird die Energiemenge in Kilowattstunden (kWh) bezeichnet, die zur Deckung des Jahresheizenergiebedarfs und des Trinkwasserenergiebedarfs aufgewendet werden muss. Er schliesst als primärenergetische Grösse den Aufwand für die Anlage und die verschiedenen Prozessketten im Vorfeld der Nutzug mit ein.


Jalousie  [Bautechnik]

Jalousien können aussen vor dem Fenster bzw. einer Glasfassade oder auf der Innenseite angebracht werden. Sie dienen dem Sonnen- und dem Sichtschutz. Jalousien bestehen meist aus horizontal angeordneten Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff. Drehbare Lamellen dienen der Regulierung des Lichteinfalls. Generell ist die Reinigung der Lamellen aufwändig, insbesondere bei Aussenjalousien. Hier ist auch darauf zu achten, dass diese Wind und Wetter ausgesetzt sind und diesem standhalten müssen.

K


k-Wert  [Bautechnik]

Siehe U-Wert


Kabelkanal  [Bau-, Elektrotechnik]

Unter Kabelkanälen versteht man konstruktive Leerräume für die spätere Verlegung von Kabeln. Sie können prinzipiell in allen Bauteilen vorgesehen werden. Kabelkanäle gibt es in unterschiedlichen Abmessungen und Querschnittsgeometrien. Sie können mit Trennstegen ausgestattet sein, die eine übersichtlichere Verlegung ohne gegenseitige Beeinflussung gewährleisten. Es gibt Kabelkanäle aus PVC, Aluminium und Stahl.


Kachelofen  [Haustechnik]

Kachelöfen gibt es seit der Bronzezeit und sie sind moderner denn je. Das liegt einmal an der wohligen und gesunden Strahlungswärme, die sie abgeben, dann am ökologisch besonders interessanten Brennstoff, und schliesslich an der Vielfalt, in der ein Kachelofen gestaltet werden kann. Beliebt ist in diesem Zusammenhang die Ofenbank. Am weitesten verbreitet ist der Kachelofen mit gemauertem Sockel. Die Kacheln dienen als Speichermedium, die Wärme nach und nach abstrahlen.


Kalk, hydraulisch  [Bautechnik]

Hydraulische Kalke können auch unter Wasser abbinden und erhärten. Es wird dazu – im Gegensatz zu Luftkalk – kein Kohlendioxid aus der Atmosphäre für die Festigkeitsbildung benötigt.


Kalkputz  [Bautechnik]

Kalkputze zählen zu den Mineralputzen. Sie werden in der Denkmalpflege zur Sanierung historischer und denkmalgeschützter Fassaden eingesetzt. Bestandteile des Kalkputzes sind meistens gelöschter Kalk und Sand. Der wesentliche Vorteil des Kalkputze besteht in der ausgesprochen guten Wasserdampfdiffusionsfähigkeit. Kalkputze erhärten chemisch, das bedeutet, dass sie sich durch Karbonatisierung verfestigen. Um chemisch zu reagieren braucht Kalk Wasser, mit dem er angemischt wird.


Kalksandstein  [Bautechnik]

Kalksandsteine bestehen aus Kalk und kieselsäurehaltigen Zuschlägen als Bindemittel. Die Mischung wird verdichtet und unter Dampfdruck gehärtet. Produziert werden alle Mauerstein-Formate. Kalksandsteine werden im Rohbau für Innen- und Aussenwände verwendet. Sie sind vergleichsweise schwer und daher gut schalldämmend und wärmespeichernd, jedoch haben sie keine guten Wärmedämmeigenschaften.


Kaltdach  [Bautechnik]

Das Kaltdach ist eine Dachkonstruktion, bei der zwischen dem wärmegedämmten Tragwerk und der Dachhaut (beim Flachdach) bzw. dem Dachtragwerk einschliesslich Eindeckung (beim Steildach) “kalte” Luft zirkulieren kann. Dadurch wird ermöglicht, dass durch die Wärmedämmung diffundierte Feuchtigkeit entweichen bzw. abtrocknen kann. Kaltdächer bieten einen höheren sommerlichen Hitzeschutz als Warmdächer, sind hingegen etwas teurer. Siehe Dach, belüftet.


Kältemittel  [Haustechnik]

Kältemittel nehmen durch Verdampfen bei niedriger Temperatur und niedrigem Druck Wärme auf und geben sie durch Verflüssigen bei höherer Temperatur und höherem Druck wieder ab. Als Kältemittel werden leicht siedende Flüssigkeiten mit grosser Verdampfungswärme verwendet. Natürliche Kältemittel sind z.B. Ammoniak und Kohlendioxid. Kältemittel werden z.B. in Wärmepumpen oder Klimageräten verwendet.


Kaltfassade  [Bautechnik]

Mehrschalige Aussenwandkonstruktionen (z. B. vorgehängte, hinterlüftete Konstruktionen) werden auch als Kaltfassaden bezeichnet. Die einzelnen Schalen übernehmen unterschiedliche konstruktive und bauphysikalische Funktionen. Der Witterungsschutz wird von der vorgehängten Bekleidung gewährleistet, die dahinter liegende Luftschicht ist kalt. Die wärmedämmende Funktion übernimmt die innere Schale aus Wärmedämmung, Dichtung und Konstruktion.


Kaltklebung  [Bautechnik]

Kaltklebung ist das Verbinden von flächigen Erzeugnissen mit Klebstoffen, die bei normalen Umwelttemperaturen verarbeitet werden. Weitere Klebeverfahren, z.B. für Abdichtungen, sind das Giessverfahren und das Schweissverfahren.


Kalziumsilikat  [Bautechnik]

Die Grundstoffe von Kalziumsilikatplatten (Kalziumoxid, Siliziumdioxid, Flugasche, Zellstoff) werden mit Wasser vermischt und teilweise getrocknet. In einer Hydrothermalreaktion wachsen mit Hilfe von Wasserdampf und erhöhtem Druck die Kalziumsilikatkristalle zusammen und es entstehen nach aussen offene, feine Poren. Obwohl keine Treibmittel eingesetzt werden, entsteht auf diese Art ein Porenvolumen von 80 bis 93% des Gesamtplattenvolumens.

Kalziumsilikat wird unter anderem als Innendämmung, zum Brandschutz und als Hochtemperaturdämmung im Anlagenbau eingesetzt. Die Verarbeitung und der Einbau des leichten, selbsttragenden Dämmstoffes kann mit handelsüblichen Holzbearbeitungsmaschinen durchgeführt werden. Kontakt von Schnittstaub mit den Augen sollte vermieden werden. Die Platten können durch Tellerdübel oder Klebemörtel an Mauerwerk oder mit Hilfe von Schrauben oder Klammern an Ständern befestigt und vor Ort hydrophobiert, gUnterlagsbodenn, verputzt oder nach dem Verfugen mit Tapeten bekleidet werden. Kalziumsilikat ist nicht mit Säuren in Kontakt zu bringen, da es sich darin auflöst. Die Platten können einen grosse Menge Feuchtigkeit aufnehmen und eignen sich daher hervorragend für den Einsatz als Innendämmung, z.B. in bestehenden Gebäuden mit denkmalgeschützter Fassade.


Kapillarität  [Bautechnik]

Ein kapillar aktiver Stoff hat die Eigenschaft, Wasser aufzusaugen. Wasser breitet sich in dem kapillar aktiven Stoff aus und steigt dabei auch gegen die Erdanziehung nach oben. Durch Kapillartransport werden in der Regel wesentlich grössere Wassermengen bewegt als durch die Diffusion. Eine hohe Kapillarität weisen z.B. Mauern aus leichtgebrannten Ziegelsteinen, Porenbeton und Kalksandsteine auf.


Karbonatisierung  [Bautechnik]

Im Bereich von karbonatisiertem Beton ist die Bewehrung im Stahlbeton durch die geringe Alkalität (geringer pH-Wert) des Betons nicht mehr wirksam vor Korrosion geschützt. Bei hoher Feuchtigkeit (z.B. bei Aussenbauteilen, die dem Schlagregen ausgesetzt sind oder bei häufig wiederkehrender hoher Luftfeuchtigkeit) kann die Bewehrung oberflächlich rosten, was eine Volumenvergrösserung und ein Absprengen der Betonüberdeckung zur Folge haben kann.

Karzinogen, Kanzerogen  [Medizin]

Karzinogen heisst Krebserzeuger oder Krebserreger. Korrekter ist der Begriff Kanzerogen, der das lateinische Wort cancer enthält und damit alle Krebsarten, nicht nur die Karzinome, einschliesst.


Kautschuk  [Bautechnik]

Kautschuk wird in natürlichen und synthetisch hergestellten Kautschuk unterschieden. Der Naturkautschuk besteht aus Latex (Saft des Kautschukbaumes, Hevea Brasiliensis). Synthetische Kautschuke bestehen aus Styrol und Butadien, weitere Rohstoffbasen sind Styrolacrylat, Reinacrylat und Vinylacetat. Aus Kautschuk werden Abdichtungsbahnen hergestellt.

KBE, Koloniebildende Einheit  [Baubiologie]

Eine Koloniebildende Einheit ist eine Grösse, die bei der Quantifizierung von Mikroorganismen eine Rolle spielt, und bezieht sich auf die Anzahl der durch Kulivierung von Mikroorganismen gebilteten Kolonien auf einem Nährboden.


Kehlbalken  [Bautechnik]

Kehlbalken, auch Kehlriegel genannt, sind waagrechte Hölzer, die Dachsparren miteinander verbinden. Die Kehlbalkenlage dient also hauptsächlich der Versteifung des Dachstuhles und dessen Statik.


Kehlbalkendach  [Bautechnik]

Kehlbalkendächer ermöglichen die Konstruktion von Sparrendächern über grössere Gebäudetiefen, da zur Abminderung der Durchbiegung der einzelnen Sparrenpaare Kehlbalken als Querriegel eingesetzt werden. Durch die zusätzlich angeordneten Druckriegel wird die Normalkraft im Sparren und die horizontale Auflagerkraft grösser als beim einfachen Sparrendach.


Kehle  [Bautechnik]

Die Kehle stellt den inneren Übergang zwischen gleich oder unterschiedlich geneigten Dachflächen dar. Unterschieden werden je nach Deckungsmaterialien und entsprechender Ausführung untergelegte Kehlen, eingebundene Kehlen und Metallkehlen. Kehlen müssen im geneigten Dach eine ausreichende Neigung aufweisen, um das Regenwasser ohne Staugefahr ableiten zu können.

Keim (Mikrobiologie)

In der Mikrobiologie werden Sporen als Keime bezeichnet, aber auch Bakterien (meist von Aerosolen getragene), die Kolonien bilden können werden als Keim bezeichnet .


Kellerwand  [Bautechnik]

Kellerwände werden meist als einschaliges Mauerwerk erstellt. Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Perimeterdämmung, da diese nicht nur den Wärmeschutz erhöht, sondern diese Abdichtung der Kellerwände auch schützend wirkt. Kellermauerwerk hat folgende Funktionen zu übernehmen: Abtragung der vertikalen Gebäudelasten, Abtragung von horizontalem Erd- und Wasserdruck, Wärmeschutz.


Kellerschwamm  [Biologie]

Der Kellerschwamm (Coniofora Puteana) zählt zur Gruppe der holzzerstörenden Pilze. Neben dem Echten Hausschwamm ist er in unseren Breiten einer der am häufigsten vorkommenden Gebäudepilze, und das nicht nur im Keller.


Kelvin  [Physik]

Mit Kelvin (K) werden Temperaturen oder Temperaturdifferenzen beschrieben. Die Einheit wurde nach Lord Kelvin benannt, der mit 24 Jahren die thermodynamische Temperaturskala einführte. Der Nullpunkt der Kelvinskala liegt am absoluten Nullpunkt bei -273,15°C. Viel kälter geht es wohl nicht mehr…


Kerndämmung  [Bautechnik]

Für eine Kerndämmung wird der gesamte Zwischenraum von zweischaligen Wandkonstruktionen ganz mit Dämmstoff ausgefüllt. Kerndämmung kann aus Platten, Matten, Granulaten, Schüttungen oder auch aus Ortschäumen bestehen. Sie muss jedoch dauerhaft hydrophobierend, also wasserabweisend, wirken.


Kiesbett  [Bautechnik]

Die Verlegung von Trittplatten im Kiesbett wird häufig bei Terrassenbelägen angewandt. Voraussetzung ist, dass die lose verlegten Platten über ein ausreichendes Eigengewicht verfügen, damit sie nicht verrutschen. Wasserführung und Abdichtung kommen dabei eine zentrale Bedeutung zu.



Kimmstein  [Bautechnik]

Als Kimmsteine bezeichnet man Steine zum Höhenausgleich, die üblicherweise in der ersten Schicht (Kimmschicht) einer Wand eingesetzt werden. Als Mörtel wird unter der Kimmschicht Normal- oder Leichtmörtel verwendet. Die resultierende Lagerfuge über der Kimmschicht hat hohe Ebenheitsanforderungen für Dünnbettmauerwerk zu erfüllen. Einer geringen Wärmeleitfähigkeit von Kimmsteinen kommt in modernen Gebäuden schwerer Bauweise zur Vermeidung von Wärmebrücken eine besondere Bedeutung zu.


Kitt  [Bautechnik]

Unter Kitt versteht man das selbstaushärtende Verglasungs- und Dichtmaterial zum Einbau von Fensterscheiben, z.B. in Holzrahmen. Er besteht allgemein aus einer Mischung aus Schlämmkreide und Leinölfirnis und ist nicht ausgehärtet eine geschmeidige knetbare Paste. Kitt wird im Laufe der Zeit spröde und muss ausgetauscht werden.

Klebefilmprobe, Kontaktprobe  [Biologie]

Zur Probenahme mittels Klebefilm dient dazu, von einer zu beprobenden Oberfläche Partikel auf eine Klebefoie zu übertragen. Oft werden so Schimmelpilzbestandteile (Sporen, Bruchteile von Myzel) zur Probe genommen und danach  ohne zu kultivieren, aber oft eingefärbt unter dem Mikroskop beurteilt. 


Klemmfilz  [Bautechnik]

Ein Klemmfilz ist ein elastischer Dämmstoff aus Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), der zwischen zwei Bauteile gesteckt wird. Üblicherweise wird er für die Zwischensparrendämmung verwendet. Klemmfilze werden in verschiedenen Dicken angeboten. Da sie leicht zuzuschneiden sind, sind sie für Dächer mit unterschiedlichen Sparrenabständen und deshalb auch gut für die Modernisierung von Altbauten einsetzbar.


Klinker  [Bautechnik]

Klinker sind eine besondere Ziegelart. Sie werden wie alle Mauerziegel aus Lehm, Ton, tonigen Massen mit oder ohne Zuschlagstoffen hergestellt. Durch den Brennvorgang werden die Baustoffe wasserfest und erreichen eine hohe Druckfestigkeit. Beim Brennen auf 1400° C erhitzt, sintert der Ziegel, wodurch er sich noch mehr verdichtet und eine sehr hohe Festigkeit erreicht.


Kniestock  [Bautechnik]

Siehe Drempel


Koinzidenzeffekt  [Akustik]

Luftschall erzeugt beim Einfall auf plattenartige Bauteile Biegewellen. Unter Koinzidenz oder Spuranpassung wird der Zustand eines Bauteiles verstanden, bei dem die Wellenlänge von Biegewellen mit der auf die Bauteiloberfläche projezierten Wellenlänge des einfallenden Luftschalles übereinstimmt. In diesem Frequenzbereich wird das Bauteil “hellhörig”.

Kolonie (Biologie)

In der Mikrobiologie gilt das von einem Keim ausgehende zusammenhöngende Gebilde als Kolonie. Zur Quantifizierung werden bei der kultivierten Analytik die Kolonie bildende Einheiten KBE gezählt.

Kokos  [Bautechnik]

Kokosfasern kommen von den Früchte der Kokospalme und werden daher meist aus Indien oder Indonesien importiert. Dennoch werden Kokosfasern seit etwa 100 Jahren als Baustoff im Bauwesen verwendet. Zur Herstellung eines Kubikmeters Dämmstoff sind die Fasern von etwa 1000 Nüssen notwendig. Die unverrottbaren Kokosfasern werden vom Fruchtfleisch der Kokosnuss getrennt, luftgetrocknet und zu dünnen Vliesen kardiert oder zu Matten vernadelt. Als Bindemittel kommen Bitumen, Kunststoffdispersion oder Latex zum Einsatz, wodurch die Fasern gleichzeitig hydrophobiert werden. Als Brandschutzmittel werden Ammoniumsulfat oder Borsalz verwendet. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig: zwischen Sparren, als Kerndämmung, in leichten Trennwänden, unter schwimmendem Unterlagsboden, gegen Trittschall oder als Stopfdämmung in Hohlräumen. Die Verarbeitung der festen, aber elastischen Fasern kann mit einer Stichsäge oder bei geringeren Dicken mit einem Dämmstoffmesser erfolgen. Dämmstoffe aus Kokosfaser sind konturstabil, diffusionsoffen sowie alterungs- und ungezieferbeständig. Die gegenüber Witterung und Feuchte unempfindlichen Kokosfasern sind als Alternativdämmung fast überall dort einsetzbar, wo sonst nur künstlich hergestellte Dämmstoffe zum Einsatz kommen.

Kokosfasern sind als gesundheitlich unbedenklich und physiologisch als einwandfrei einzustufen. Sie können jedoch bei einem Einsatz in Innenbereichen einen leichten Eigengeruch entwickeln. Der Rückbau und die Wiederverwendung von sauberem Dämmstoffen aus Kokosfaser ist grundsätzlich möglich. Zerkleinerte Kokosfasern beschädigter Kokosfasermatten können auch als Bodenauflockerung verwertet werden.


Kombispeicher  [Haustechnik]

Bei so genannten Kombispeichern handelt es sich um Pufferspeicher mit integrierter Trinkwassererwärmung (Tank-in-Tank-Lösung). Erfolgt die Trinkwassererwärmung im Durchflussprinzip, spricht man auch von einem Frischwasserspeicher.


Kompaktheit  [Bautechnik]

Siehe A/V-Verhältnis


Kompaktstation  [Energietechnik]

Eine Kompaktstation ist ein Bindeglied zwischen einem Fern- oder Nahwärmenetz und dem Heizkreis eines Gebäudes. Sie besteht im Wesentlichen aus einem Wärmetauscher, einer Heizkreispumpe, Sicherheits- und Regelkomponenten und einer Regelung.


Kompressions-Wärmepumpe  [Energietechnik]

Die Kompressions-Wärmepumpe ist eine spezielle Variante der Wärmepumpe, bei der die Druckerhöhung des Kältemitteldampfes durch eine mechanische Verdichtung erfolgt. Der Antrieb des Kompressors erfolgt meist elektrisch.


Kompriband  [Bautechnik]

Kompribänder werden zum Abdichten von Fugen und Anschlüssen verwendet. Bei Gebäuden bis 20 Meter Höhe bietet ein Kompriband eine schlagregensichere Abdichtung bis Windstärke 9 und kann zusätzlich als Entkoppelungsband dienen. Ein Kompriband für die Fugen und Anschüsse bei Gebäuden bis 100 Metern Höhe muss dagegen eine schlagregensichere Abdichtung bis Windstärke 11 bieten.


Kondensation  [Physik]

Luft kann bei einer bestimmten Temperatur nur eine gewisse Menge Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf speichern. Mit Wasserdampf gesättigte Luft hat eine relative Luftfeuchte von 100%. Die absolute Menge der maximal aufnehmbaren Feuchtigkeit hängt von der Temperatur der Luft ab. Warme Luft kann dabei mehr Feuchte aufnehmen als kalte. Luft enthält zB. bei 20°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit eine Wassermenge von 7,3 Gramm pro kg trockener Luft. Wird die Luft nun abgekühlt, so steigt die relative Feuchte – bei gleich bleibender absoluter Feuchte – an und erreicht irgendwann 100%. Dann fällt Tauwasser aus (Kondensation).


Kondensationspunkt  [Physik]

Die Temperatur, ab der ein Stoff von einem gasförmigen in einen flüssigen Aggregatzustand übergeht, nennt sich Kondensationstemperatur. Sie ist stoffspezifisch und auch vom Druck abhängig, wobei Druck- und Temperaturbedingungen zusammen als Kondensationspunkt bezeichnet werden. Der Kondensationspunkt von Wasser ist der Taupunkt.


Kondensator  [Energietechnik]

Ein Kondensator ist im Bauwese u.a. ein Bauteil einer Wärmepumpe, in dem der verdichtete Dampf wieder kondensiert wird. Die Wärme, die dabei frei wird, wird an einen Heizkreis übertragen.


Konformitätserklärung  [Allgemein]

Der Hersteller eines Bauproduktes bestätigt mit der Konformitätserklärung, dass die zum Nachweis der Konformität vorgeschriebenen Produktionsverfahren eingehalten sind und die Konformität des Bauprodukts gegeben ist. Die Konformitätserklärung muss schriftlich abgegeben werden und ist vom Hersteller aufzubewahren. Sie muss auf Verlangen dem Beauftragten der zuständigen Behörde vorgelegt werden.


Konstruktionsband  [Bautechnik]

Konstruktionsbänder stellen die bewegliche Verbindung von dem Türblatt bzw. Torflügel und Rahmen her und werden eingebaut wenn besonders schwere Tür- oder Torflügel anzuschlagen sind oder der Flügel mit einfachen Mitteln einfach gegen Ausheben gesichert werden soll.


Konvektion  [Haustechnik]

Konvektion (Luftströmung) entsteht dort, wo Luft- oder Wassermengen mit unterschiedlicher Temperatur (Dichte) versuchen sich neu zu schichten. Dies wird besonders an kalten Fensteroberflächen deutlich, wo kalte Luft nach unten fällt und als Luftzug empfunden wird. Konvektion kann aber auch durch Undichtigkeiten in einem Bauteil entstehen. Hierdurch können wesentlich höhere Feuchtemengen in die Konstruktion transportiert werden als durch Diffusion. Dringt so warme Innenraumluft in das Aussenbauteil ein und kühlt ab, besteht die Gefahr von Tauwasserausfall oder Frostsprengungen im Winter.


Konvektor  [Haustechnik]

Ein Heizkörper, der die Raumluft fast ausschliesslich durch Konvektion erwärmt und praktisch keine Heizwärme in Form von Strahlung abgibt, wird als Konvektor bezeichnet. Die Luft wird meist durch Rippenrohre erwärmt.


Konversion  [Allgemein]

Siehe Umnutzung


Kork  [Bautechnik]

Kork entsteht als dicke Bastschicht der Korkeiche unter deren Borke, um den Baum vor der Sonne des Mittelmeeres und vor Wasserverlust zu schützen. Da Korkeichen mehrere Jahre zwischen den “Ernten” wachsen müssen, ist Kork nur begrenzt vorhanden und der Einsatz als Dämmstoff nur begrenzt ökologisch sinnvoll. Dennoch werden Dämmstoffe aus Kork schon seit Jahrhunderten u.a. als Blähkork oder Backkork genutzt. Zur Herstellung von Blähkork wird Korkschrot unter Wasserdampf auf das Mehrfache seiner ursprünglichen Grösse aufgebläht. Wird Korkschrot unter dem Einfluss von überhitztem Wasserdampf in Formen zu Platten gepresst, verklebt es durch das korkeigene Harz Suberin. Solche Backkorkplatten werden aber auch künstlich durch Formaldehydharze oder Bitumen gebunden.

Korkplatten oder -schrot können als Dämmstoff universell im Steil- oder Flachdach, als Kerndämmung, in hinterlüfteten Fassaden, unter schwimmenden Unterlagsbodenn, in Hohlräumen oder als Zuschlag für Lehmbaustoffe eingesetzt werden. Verarbeitung und Einbau sind relativ unkompliziert. Kork ist alterungsbeständig, bietet keinen Nährboden für Schädlinge und übersteht den Kontakt mit Säuren, Laugen oder Heissbitumen unbeschadet. Korkplatten sind relativ elastisch, diffusionsoffen, aber im Vergleich zu Faserdämmstoffen undurchlässig für Luft und Flüssigkeiten.

Bindemittel sowie Alkohole, Aldehyde und Essigsäure können im Brandfall freigesetzt werden. Bei zu heiss expandiertem Kork können gesundheitliche Belastungen durch das Ausgasen von polyzyklischem aromatischem Kohlenwasserstoff entstehen. Kork lässt sich je nach Ausbauzustand auf vielfältige Art wiederverwenden oder wiederverwerten. Unverschmutzter Kork kann wieder zu Korkschrot werden. Ebenso ist die Kompostierung von Kork möglich.


Körperschall  [Akustik]

Bei der Körperschallübertragung werden die Bauteile durch direkten physischen Kontakt in Biegeschwingungen versetzt, die wieder zu entsprechenden Schwingungen der Luftteilchen in den benachbarten Aufenthaltsräumen, also zu Luftschall führen. Im praktischen Wohnbetrieb können viele Formen der Körperschallanregung auftreten, z.B. das Schaltgeräusch eines Lichtschalters, das Schliessgeräusch einer Tür, das Aufsetzen eines Zahnbechers am Waschbecken. Besonders grosse praktische Bedeutung haben Körperschallanregungen von Decken, die unter dem Sammelbegriff Trittschall zusammengefasst werden.


Korrosion  [Bautechnik]

Korrosionist im Bauwesen ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffes bewirkt und zu einer Beinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteils oder eines Systems führen kann. Wenn unterschiedliche Metalle miteinander Kontakt haben, kann dies bei entsprechender Feuchtigkeit auch zur Korrosion des unedleren Metalls führen (Galvanische Korrosion).


Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)  [Energietechnik]

Das Grundprinzip von KWK-Anlagen ist die gleichzeitige Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme wird entweder in ein Fernwärmenetz eingespeist oder direkt als Prozesswärme in Industrieanlagen verwendet. Auf diese Weise kann der Gesamtwirkungsgrad der Anlage erhöht werden. Grosse KWK-Anlagen, wie sie zur öffentlichen Fernwärmeversorgung eingesetzt werden, arbeiten in der Regel auf Basis eines Dampfturbinenprozesses. Mit modernen Anlagen kann eine Brennstoffausnutzung von fast 90% erreicht werden.


Kreuzverband  [Bautechnik]

Beim Kreuzverband wechseln sich die Binder- und Läuferschichten ab. Im Gegensatz zum Blockverband sind jedoch auch die Läuferschichten zueinander versetzt. Somit sind die Stossfugen der Binderschichten übereinander angeordnet, während die Stossfugen der Läuferschichten um eine halbe Steinlänge versetzt sind.


Krüppelwalmdach  [Bautechnik]

Bei Krüppelwalmdächern sind – wie bei Walmdächern – die Seitenwände des Hauses durch die abgeschrägte Dachfläche bestimmt. Der Giebel bleibt jedoch – wie beim Satteldach – erkennbar und kann zur Beleuchtung des Dachraumes mit Tageslicht herangezogen werden. In der Literatur findet man auch die Bezeichnung eines “Satteldachs mit Krüppelwalm”.


Krypton  [Chemie]

Krypton ist ein Edelgas, das neben Argon in Scheibenzwischenräumen von Isolierverglasungen oder in Fluoreszenzlampen eingesetzt wird. Krypton enthält jedoch das leicht radioaktive Isotop Krypton 85, weshalb viele Hersteller auf Argon als Zwischenraumfüllung zurückgreifen.


Kühlbedarf  [Energietechnik]

Der Kühlbedarf ist diejenige Nutzenergie, die nötig ist, um die Räume eines Gebäudes beim Auftreten von Überwärmung auf die gewünschte Soll-Temperatur zu kühlen. Die Kühlenergie ist als Endenergie gleich dem Kühlbedarf zuzüglich der Verluste in der Kühlanlage und in der Verteilung.


Kühlung, adiabat  [Haus-, Raumlufttechnik]

Bei adiabater Kühlung werden mit Verdunstungskälte Räume klimatisiert. Zur Kälteerzeugung wird nur die Verdunstungskälte von Luft und Wasser als unerschöpfliche, natürliche Quelle genutzt. Abluft (26°C) wird grossflächig mit Wasser in Verbindung gebracht. Dabei nimmt die ohnehin vorhandene Wärmerückgewinnung die Verdunstungskälte (20°C) auf und kühlt damit die benötigte Frischluft (32°C) des Raumes. Dagegen gelangt die befeuchtete, verbrauchte Luft (30°C) ohne Umluftanteile schwadenfrei direkt ins Freie und erhöht nicht den Wassergehalt der Raumluft. Selbst im Hochsommer lässt sich so die Frischluft auf angenehme 22°C kühlen.


Kunstlicht  [Beleuchtungstechnik]

Im Gegensatz zum Tageslicht, also dem sichtbaren Licht der Sonne, werden künstliche Lichtquellen mit dem Begriff Kunstlicht bezeichnet. Es dient zur Beleuchtung in der Nacht oder von Innenräumen, z.B. mit Kerzenflammen, Gaslicht oder elektrischem Licht. Lampen mit einer Farbtemperatur von ca. 5400 bis 6400 K (Kelvin) nähern sich dem Farbspektrum des Tageslichts an. Für Aspekte des Energieeffizienz ist das Zusammenwirken von Tageslicht, Sonnenschutz und Kunstlicht wichtig. Photometrische Einheiten sind Lumen, Lux, Kelvin und Candela.


Kunststoff  [Chemie]

Kunststoff ist ein synthetisch hergestellter, hochmolekularer Werkstoff, der bei seiner Herstellung oder Verarbeitung mehrfach (Thermoplaste) oder einmalig (Duroplaste) einen plastischen Zustand annimmt und dadurch formbar ist.


Kunststoffbahn  [Bautechnik]

Unter einer Kunststoffbahn versteht man im Bauwesen in der Regel eine Dach- oder Dichtungsbahn aus thermoplastischem Kunststoff.


Kurzschluss, elekterisch  [Elektrotechnik]

Wird eine leitende Verbindung zwischen aktiven elektrischen Teilen hergestellt ohne dass sich im Fehlerkreis ein Widerstand befindet, entsteht ein Kurzschlussstrom. Leitungsschutzschalter begrenzt diesen und führt zum Abschalten des fehlerhaften Kreises.

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Lebewesen  [Biologie]

Lebewesen werden in der Biologie als organisierte genetische Einheiten definiert, die zu Stoffwechsel, Fortpflanzung und Evolution fähig sind. Sie bestehen vorwiegend aus Wasser, organischen Kohlenstoffverbindungen und häufig aus mineralischen oder mineralisch verstärkten Schalen und Gerüststrukturen (Skelette). Alle Lebewesen sind aus Zellen oder Synzytien (mehrkernigen Zellverschmelzungen) aufgebaut. Sowohl die einzelne Zelle als auch die Gesamtheit der Zellen (eines mehrzelligen Organismus) bilden ein komplex aufgebautes System, das nach Aussenwelt abgegrenzt ist. Jede Zelle enthält in ihrer DNA alle zum Wachstum und für die vielfältigen Lebensprozesse notwendigen Informationen (Erbgut).

Man unterteilt die Lebewesen nach molekularbiologischen Kriterien in die drei Domänen: Bakterien, Archaeen (einzellige Organismen, die mehrheitlich begeisselt sind) und Eukaryoten (). Domäne sind unterteilt in Reiche, diese in Stämme, weiter in Klassen, in Ordnungen, in Familien, in Gattungen (Spezies) und letztlich in Arten.

Lamelle  [Bautechnik]

Lamellen zum Sonnenschutz an Fenstern bestehen meist aus Aluminium, Holz oder Glas. Bei Jalousien bestehen sie in der Regel aus einem schwach gewölbten Aluminiumband. Bei Raffstoren werden die Lamellen zur Verstärkung auch randgebördelt. Auch bei Vertikal-Jalousien wird von Lamellen gesprochen. Diese gibt es aus Stoff, PVC oder Aluminium.


Laminat  [Bautechnik]

Laminat ist ein mehrschichtiger Werkstoff, der sich aus einer Deckschicht und einer Trägerplatte zusammensetzt. Die Deckschichten bestehen aus einer oder mehreren Lagen und werden mit wärmegehärteten Melaminharz verpresst. Als Trägerplatten kommen Trägerwerkstoffs Holz-, Span-, MDF- oder HDF-Platten zum Einsatz.


Lärm  [Akustik]

Lärm ist ein äusserst subjektiv geprägter Begriff und zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Grundlegend sollte Lärm als schädigender oder störender Schall definiert sein.


Latentwärmespeicher  [Energietechnik]

Latentwärmespeicher können thermische Energie latent, verlustarm, reversibel und über lange Zeit speichern. Bei der Einspeicherung von Wärme in das Speichermaterial beginnt das Material bei Erreichen der Temperatur des Phasenübergangs zu schmelzen und erhöht dann trotz weiterer Einspeicherung von Wärme seine Temperatur nicht, bis das Material komplett geschmolzen ist. Sogenannte Phasenwechselmaterialien (PCM, phase changing materials) werden im Bauwesen zur Wärmespeicherung eingesetzt.


Läuferschicht  [Bautechnik]

Bei der Läuferschicht liegen die Mauersteine mit ihrer Länge parallel zur Wandfläche. Beim Läuferverband werden alle Schichten aus Läufern gebildet. Die Steine sind um jeweils einen halben Stein versetzt.


Lautstärkepegel  [Akustik]

Der Lautstärkepegel (Phon) ist die subjektiv wahrgenommene Vergleichsgrösse für die Lautstärke. Der Lautstärkepegel unterliegt starken individuellen Schwankungen. Zwar eignet er sich gut zur Kennzeichnung der wahrgenommenen Lautstärke eines Geräusches, doch sind Lautstärkeunterschiede damit nur unbefriedigend zu beschreiben.


Lebenszykluskosten  [Facilitymanagement]

Der Lebenszyklus eines Gebäudes beschreibt die Spanne zwischen seinem Bau bis zur Entsorgung. Entsprechende Kosten für den gesamten Lebenszyklus beinhalten Planung, Erstellung, Unterhalts- und Betriebskosten, Abbruch und Entsorgung. Unsichere Parameter dabei sind die zukünftigen Preis- und Zinsentwicklungen. Dennoch ermöglicht eine Berechnung der Lebenszykluskosten (Life Cycle Costing, LCC) den effizienten Vergleich konkurrierender Lösungen.

LED (Light emitting diode)  [Licht-, Elektrotechnik]

LEDs (Light emitting diode) sind seit vielen Jahren als Signallampen, um Schaltzustände elektrischer Geräte zu visualisieren, bekannt. Durch neue technische Entwicklungen haben LEDs nun auch in der Beleuchtungstechnik eine interessante neue Anwendung gefunden. LEDs haben eine sehr lange Lebensdauer (bis zu 100.000 Stunden), können an kleinen Spannungen betrieben werden und sind dimmbar. Es wird kein UV-Licht abgestrahlt und die Leuchtmittel haben nur eine geringe Betriebstemperatur.


Legionellen  [Biologie]

Legionellen sind eine Bakterienart, die sich in warmem Wasser vermehrt und ab ca. 55-60°C abstirbt. Beim Einatmen von Wasser mit Legionellen Wasser können Krankheiten hervorgerufen werden, die einer Lungenentzündung ähneln (speziell bei geschwächten oder vorerkrankten Menschen). Beim Trinken von legionellenhaltigem Wasser entsteht für gesunde Personen mit intaktem Immunsystem keine Gefahr. Gefahren bestehen vornehmlich in grossen Trinkwasseranlagen.


Lehmziegel  [Bautechnik]

Aus Lehm geformte, im Handstrichverfahren gefertigte Ziegel werden nicht gebrannt, sondern lediglich luftgetrocknet. Lehmziegel können z.B. mit Sand oder Stroh gefüllt sind. Im Vergleich zu den reinen Lehmziegeln erhalten diese ein geringeres Gewicht bei zugleich höherer Stabilität.


Leichtbeton  [Bautechnik]

Leichtbeton unterscheidet sich vom normalen Beton dadurch, dass er durch Lufteinschlüsse ein besonders geringes Gewicht erhält. Lufteinschlüsse können hier durch Zugabe von Bims, Blähton, Blähschiefer oder Lavaschlacke erzielt werden. Die Wärmedämmfähigkeit ist höher als bei Normalbeton.


Leistung  [Physik]

Es ist wichtig, zwischen den Begriffen “Leistung” und “Energie” zu unterscheiden: Mit Leistung bezeichnet man die aktuelle Energieerzeugungsfähigkeit einer Anlage. Leistung ist also eine Energiemenge pro Zeiteinheit, die in Watt (W) gemessen wird.


Leistungszahl (COP)   [Energietechnik]

Im Unterschied zur Jahresarbeitszahl sagt die Leistungszahl (Coeffizient of Performance, COP) aus, wie gut die Wärmepumpe im optimalen Betriebspunkt arbeitet. Dieser Wert wird also nicht über das ganze Jahr gemessen. Die Leistungszahl ist eher ein Qualiltätsmerkmal für eine Pumpe und hat aber nur begrenzte Aussagekraft über den zu erwarteten Energiebedarf. Eine Leistungszahl von z.B. 5 heisst also nicht, dass Sie nur ein Fünftel des Heizwärmebedarfs in Form von elektrischer Energie zuführen müssen (da die Wärmepumpe ja nur selten im optimalen Betriebspunkt arbeitet). Die erreichbare Jahresarbeitszahl wird also immer niedriger sein als die Leistungszahl.


Leuchtdiode, organisch (OLED)  [Elektrotechnik]

OLED (Organic Light Emitting Diode bzw. organische Leuchtdiode) ist der Oberbegriff für unterschiedliche Kunststoffe, die unter Stromzufuhr leuchten. Im Aufbau ähneln sie dem einer anorganischen Leuchtdiode (LED). Sie lassen sich in dünnen Schichten auf prinzipiell beliebig grossen Flächen auftragen. So entstehen leuchtende Flächen, die z.B. für die Bildschirmanwendung oder als Displaybeleuchtung für Mobiltelefone eingesetzt werden. Ein weiteres Einsatzgebiet stellt die grossflächige Raumbeleuchtung dar. OLEDs befinden sich derzeit noch in der Entwicklung, könnten jedoch in vielen Anwendungen die heute gebräuchlichen LCDs ersetzen.


Leuchte  [Licht-, Elektrotechnik]

Der gesamte Beleuchtungskörper inklusive aller für Befestigung, Betrieb und Schutz der Lampe (= Birne) notwendigen Komponenten ist die “Leuchte”. Die Leuchte schützt die Lampe, verteilt und lenkt deren Licht und verhindert eine Blendung. Generell zu unterscheiden sind Aussenleuchten und nicht für den Einsatz im Freien konstruierte Innenleuchten.


Leuchtstofflampe  [Licht-, Elektrotechnik]

Leuchtstofflampen liefern etwa fünfmal soviel Licht wie Glühlampen bei gleichem Energieverbrauch. Sie enthalten jedoch Quecksilber zur Erzeugung ultravioletter Strahlung, die in einer Leuchtschicht an der Innenwand der Glasröhre in sichtbares Licht umgewandelt wird. Die Zerstörung einer Leuchtstofflampe in einem geschlossenen Raum kann daher zu unzulässig hohen Quecksilberkonzentrationen führen.


Lichtlenksystem  [Licht-, Bautechnik]

Lichtlenksysteme haben die Aufgabe, die Tageslichtnutzung zu optimieren und die Raumausleuchtung in grossen Raumtiefen zu verbessern.


Lichtstrom  [Physik]

Der Lichtstrom beschreibt die photometrisch bewertete Strahlungsleistung, also die von einer Lichtquelle abgegebene Lichtmenge. Alle weiteren photometrischen Grössen lassen sich vom Lichtstrom ableiten. Er wird in Lumen (lm) angegeben.


Lochplattenabsorber  [Akustik]

Anstelle der festen, luftundurchlässigen Bauplatten können auch solche mit möglichst regelmässig verteilten Öffnungen (Kreise, Quadrate, Schlitze) zum Aufbau von Resonanzabsorbern verwendet werden. Diese werden Lochplattenschwinger genannt. Gelochte Platten erlauben den Aufbau von Schallabsorbern, die eine höhere Resonanzfrequenz als die von Plattenabsorbern aufweisen, weil sich geringere wirksame Massen realisieren lassen.


Low-e Glas  [Bautechnik]

“Low-e” kommt aus dem englischen und ist die Abkürzung für “Low-emissivity”. Im Zusammenhang mit Glas werden hier durch hauchdünne metallische Beschichtung Strahlungsverluste an einer Glasoberfläche stark herabgesetzt. Der Effekt ist weitaus grösser als der des Austausches von Luft in Scheibenzwischenraum durch Edelgase.


Luftdichtheit  [Bautechnik]

Die Notwendigkeit einer dichten Gebäudehülle wird oft unterschätzt, weil angenommen wird, dass die Wände “atmen” müssen, also irgendwie luftdurchlässig sein sollen. Das darf aber gerade nicht der Fall sein. Undichtheiten der Gebäudehülle erhöhen den Heizenergieverbrauch, beeinträchtigen unter Umständen die Gesundheit und können zu ernsten Bauschäden führen. Die Luftdichtheit wird mit einem Blower-Door-Test bestimmt.


Luftfeuchte, relativ  [Physik, Thermodynamik]

Die relative Luftfeuchte wird in Relation zur maximal möglichen Luftfeuchtigkeit (100%) der Luft mit Wasserdampf angegeben. Der Wert gibt an, wieviel Prozent der maximal in der Luft möglichen Feuchte die Luft tatsächlich enthält. Da in warmer Luft mehr Wasserdampf enthalten sein kann als in kalter, sinkt bei einer Lufterwärmung und gleichbleibender absoluter Feuchte der Wert der relativen Feuchte. Luft mit einer relativen Luftfeuchte von beispielsweise 50% kann mehr Wasserdampf aufnehmen als eine Luft mit einer relativen Luftfeuchte von 60%.


Luftfeuchtigkeit, absolut  [Physik, Thermodynamik]

Die Luftfeuchtigkeit beschreibt den Wasserdampfgehalt (Masse) in der Luft (Volumen). Die Einheit für die absolute Luftfeuchtigkeit ist g/m3. Wie viel Wasserdampf Luft aufnehmen kann, hängt auch von der Lufttemperatur ab. Je höher die Lufttemperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit kann aufgenommen werden. Menschen nehmen Luftfeuchtigkeit nicht unmittelbar wahr, nur eine sehr hohe (über 70% relative Feuchte) oder eine sehr niedrige (unter 30% relative Feuchte) Luftfeuchtigkeit wird als unangenehm empfunden.


Luftschall  [Physik, Akustik

Im Gegensatz zu Körperschall besteht Luftschall aus Schallwellen, die sich, wie der Name sagt, nur über die Luft ausbreiten. Luftschall beschränkt sich auf den Frequenzbereich des menschlichen Gehörs, der bei 16 Hz beginnt und bis höchstens 20 kHz reicht. Luftschall kann durch Sprechen, Musik, Maschinengeräusche, Fahrzeuge oder auch Fluglärm entstehen.


Luftschalldämmung  [Physik, Akustik, Bautechnik] 

Zur Beschreibung der Reduktion von Schallübertragung zwischen zwei benachbarten Räumen wird für die Luftschalldämmung das Schalldämmmass R (logarithmisches Verhältnis der Schallleistungen auf beiden Seiten der Wand) in dB angegeben. Üblicherweise wird bei Messungen die Schallübertragung der Trennwand und flankierender Bauteile, das so genannte Bauschalldämmmass R´, berücksichtigt. Zur Berücksichtigung der Frequenzabhängigkeit von Schalleindrücken beim Menschen wird das bewertete Schalldämmmass Rw verwendet, das bei einer Frequenz von 500 Hertz ermittelt wird.


Lüftung, frei, spontan  [Physik, Bautechnik

Bei freier (auch als spontane bezeichnet) Lüftung erfolgt im Gegensatz zu mechanischer Lüftungoder kontrollierter Lüftung mit einer Lüftungsanlage der Luftaustausch zur Lüftung eines Gebäudes ohne mechanischen Antrieb aufgrund von natürlichen Druckdifferenzen im Gebäude. Diese entstehen durch Wind oder Temperaturunterschiede. Formen der freien Lüftung sind Fenster-, Fugen- und Schachtlüftung.


Lüftung, kontrolliert  [Haus-, Lufttechnik

Kontrollierte Lüftung bedeutet den geregelten Luftaustausch in Gebäuden mit Hilfe technischer Anlagen. Sie bietet die Möglichkeit der Wärmerückgewinnung zur Reduzierung des Lüftungswärmebedarfs. Wichtig für die Einsetzbarkeit von Anlagen zur kontrollierten Lüftung ist eine gute Dichtheit der Gebäudehülle. Luftströme durch Undichtheiten vermindern die Wirksamkeit der Lüftungsanlage. Moderne oder modernisierte Gebäude sollten immer kontrolliert belüftet werden, um zum einen Bauschäden zu verhindern und zum anderen Energie zu sparen.


Lüftung, mechanisch  [Haus-, Lufttechnik

Bei erzwungener oder mechanischer Lüftung sorgen im Gegensatz zu freier Lüftung technische Anlagen für den Luftaustausch im Gebäude. Das Abführen und ggf. auch Zuführen von Luft erfolgt unter kontrollierten Bedingungen. Der zur Luftbewegung notwendige Druckunterschied wird durch Ventilatoren erzeugt.


Lüftungsanlage  [Haus-, Lufttechnik

Bei einer kontrollierten Wohnraumlüftung wird eine Verrohrung für Zu- und Abluft vorgesehen. Meist kühlt auch ein Wärmetauscher die Abluft und wärmt damit die Zuluft vor (Wärmerückgewinnung). Eine solche Anlage stellt hygienische Luftverhältnisse im Haus her und reduziert gleichzeitig den Energieverbrauch für die Heizung.


Lüftungselement  [Haus-, Lufttechnik

Lüftungselemente sind manuell oder elektromotorisch zu öffnende Fassadenelemente, die einen Luftaustausch zwischen Innen- und Aussenraum zulassen. Dazu gehören sowohl Fenster, Türen und Lüftungsklappen als auch dezentral, gesteuerte Lüftungsgeräte, sowie zentrale Zu- und Abluftöffnungen.


Lüftungshygiene  [Hygiene, Lufttechnik

siehe Hygienerichtline für raumluftechnische Anlagen und Gerät


Lüftungswärmebedarf  [Haus-, Luft-, Energietechnik

Durch Luftaustausch aufgrund von Undichtigkeiten in der Gebäudehülle oder Lüftung wird warme Raumluft durch kalte Aussenluft ersetzt. Die Wärmemenge, die zur Erwärmung der zugeführten Frischluft erforderlich ist, heisst Lüftungswärmebedarf. Die abfliessende Wärme heisst Lüftungswärmeverlust. Der Lüftungswärmebedarf lässt sich durch kontrollierte Lüftung in Verbindung mit Wärmerückgewinnung verringern.


Lüftungswärmeverlust  [Haus-, Luft-, Energietechnik

Der notwendige Luftwechsel eines Gebäudes bedingt Wärmeverluste. Diese werden für einen bestimmten Zeitabschnitt (Heizperiode, Monat, Jahr) als Lüftungswärmeverlust bezeichnet. Für die Erstellung einer Wärmebilanz eines Gebäudes wird der Lüftungswärmeverlust zusammen mit Transmissionsverlusteninternen den solaren Gewinnen gegenüber gestellt.


Luftvolumen, beheiztes  [Bautechnik

In der Energieeinsparverordnung wird das beheizte Luftvolumen V wie folgt berechnet: Bei Gebäuden bis zu drei Vollgeschossen V = 0,76 · Ve, in den übrigen Fällen V = 0,80 · Ve. Ve bezeichnet dabei das beheizte Gebäudevolumen.


Luftwechsel  [Lufttechnik

Aus Gründen der Hygiene und des Komforts ist es notwendig, die Luft in Gebäuden regelmässig auszutauschen. Dadurch werden z.B. die Konzentrationen von Kohlendioxid, Wasserdampf, Geruchsstoffen und Schadstoffen niedrig gehalten.


Luftwechselrate  [Lufttechnik

Ein Mass für den Luftwechsel eines Gebäudes ist die Luftwechselrate n. Sie gibt an, wie oft das Luftvolumen eines Gebäudes im Durchschnitt erneuert wird. Ein Mass für die Dichtheit eines Gebäudes ist die Luftwechselrate n50, die den Luftwechsel des Gebäudes bei einer Druckdifferenz von 50 Pa zwischen innen und aussen beschreibt. Dieser Wert wird mit einem Blower-Door-Test ermittelt.


Lumen  [Physik

Siehe Lichtstrom


Lux  [Physik

Siehe Beleuchtungsstärke

 

M


Malzextrakt-Agar (MEA)  [Biologie

Bei Malzextrakt-Agar (MEA) handelt es sich um einen Standardpilznährboden zum Nachweis von Pilzen mit mässigen bis hohen Feuchtigkeitsansprüchen. Mit dem Antibiotikum Chloramphenicol kann das Bakterienwachstum gehemmt werden (ist nicht standardmässig im MEA enthalten).


Mansarddach  [Bautechnik

Ein Mansarddach ist eine Dachform mit unterschiedlich geneigten Dachflächen. Es kommt als Giebeldach und auch als Walmdach vor. Die Dachschrägen werden kürzer, die Abseiten des Dachraumes höher und als Stellfläche besser nutzbar. Mit dieser Dachform lässt sich folglich die grösstmögliche Flächenausnutzung eines Vollgeschosses unter einem Dach erreichen.


Markise  [Bautechnik

Eine Markise ist eine Vorrichtung, mit der eine Öffnung oder eine Fläche durch einen aufrollbaren, faltbaren oder feststehenden meist horizontalen Behang gegen Sonneneinstrahlung geschützt werden kann.


Massordnung  [Bautechnik

In der Normung ist die Massordnung mit einem Modul von 12,5 cm beschrieben. Geradzahlige Vielfache dieses Modulmasses sind die Baurichtmasse, die für die Planung entscheidend sind, da mit ihnen die Abmessungen der verschiedenen Bauteile, z.B. Wände, Türen oder Vorsprünge aufeinander abgestimmt werden. Vorteile der Massordnung sind neben der Minimierung von Verschnitt auch die besseren Gestaltungsmöglichkeiten des Mauerwerks.


Massivbau  [Bautechnik

Unter Massivbauweise versteht man das Bauen mit Betonfertigteilen, Transportbeton und Mauerwerksbau. Gebäude in Massivbauweise zeichnen sich durch lange Lebensdauer, ein behagliches Raumklima und lange Wertbeständigkeit aus. Die massive Betonbauweise ist überlegen, wenn es um hohe Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Wärmespeicherung geht.


Materialprobe  [Prüftechnik

Die Materialprobe ist eine zu analytischen Zwecken aus einem zu prüfenden Gegenstand entnommene Stichprobe. Es ist sicherzustellen, das die Qualität und ev. Quantität der Probe durch die Entnahme, Transport und Lagerung bis zum Zeitpunkt der Analyse nicht verändert wird.

Mauerwerk, bewehrt  [Bautechnik

Durch den Einbau von zugfesten Materialien – üblicherweise Stahl, selten auch Kunstfasern – wird beim bewehrten Mauerwerk die Zugfestigkeit, die Rissneigung sowie bereichsweise auch die Tragfähigkeit deutlich verbessert.


MAK-Wert  [Chemie, Arbeitssicherheit

Der MAK-Wert steht für eine “maximale Arbeitsplatzkonzentration” beschreibt, welche maximale Konzentration eines Schadstoffs in der Atemluft an einem Arbeitsplatz zulässig ist. Durch geeignete Massnahmen der Lüftung ist sicherzustellen, dass ein MAK-Wert nicht überschritten wird.


Melaminharzschaum  [Bautechnik

Melamin ist ein weisses Pulver, das aus Harnstoff erzeugt wird, seine Kunstharze werden häufig als Klebstoff in Spanplatten eingesetzt. Melaminharzdämmstoffe sind flexible, offenzellige Schaumstoffe mit filigraner, räumlicher Netzstruktur. Trotz der Offenzelligkeit und des geringen Gewichtes werden gute wärmedämmende und akustische Eigenschaften erreicht, wodurch der Dämmstoff nicht nur für das Bauwesen sondern auch für andere Anwendungen, z.B. im Fahrzeugbau, interessant ist. Das Grundprodukt kann mit Vliesen oder Geweben sowie Metall- und Kunststofffolien kaschiert werden.

Melaminharzschaum wird in Blöcken oder Formteilen hergestellt und im Bauwesen häufig in der Raumakustik, im Anlagenbau oder auch in Rolladenkästen eingesetzt. Die Verarbeitung kann einfach durch Schneiden, Sägen oder Fräsen erfolgen. Schallabsorptionsplatten lassen sich durch herkömmliche Befestigungen einfach und variabel unter Gebäudedecken anbringen. Der Einsatz des Dämmstoffes ist im Einzelfall auf die Auswirkung des Einflusses von Säuren und Laugen sowie Feuchtigkeit zu prüfen. Benzine, Öle, Alkohole, lösungsmittelhaltige Klebstoffe und Reaktionsharze sind allgemein unschädlich. Langanhaltende UV-Bestrahlung sollte jedoch vermieden werden.

Es liegen zur Zeit kaum gesicherte Erkenntnisse bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen vor. Die Herstellung erfolgt jedoch ohne Zusatz von Treib- und Flammschutzmitteln und der Dämmstoff ist gemäss der Gefahrstoffverordnung nicht kennzeichnungspflichtig. Sortenreine Abfälle können thermisch und stofflich wiederverwendet werden.


Methan  [Chemie

Methan (CH4) ist ein farb- und geruchloses Gas. Ãhnlich dem Kohlenmonoxid und Kohlendioxid trägt es in der freien Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Methanquellen sind fossile Brennstoffe und die Gärung z.B. in Faulbehältern von Kläranlagen.

1-Methylnaphthalin [Chemie, Medizin]

1-Methylnaphthalin (C11H10), auch α-Methylnaphthalin genannt, ist ein PAK, das bei der Summenbildung nach EPA nicht berücksichtigen wird. Dieses besteht aus 2 Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 262°C und kommt im Steinkohlenteer vor. Der Stoff wird verwendet, um andere Chemikalien wie Farbstoffe und Harze zu machen, als Dielektrikum und Wärmeübertragungsöl in technischen Anwendungen.

Das PAK ist giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Es ist auch gesundheitsschädlich beim Verschlucken. Kanzerogenität und andere toxische Effekte können aufgrund fehlender Daten nicht bewertet werden.

2-Methylnaphthalin [Chemie, Medizin]

1-Methylnaphthalin (C11H10), auch β-Methylnaphthalin genannt, ist ein PAK, das bei der Summenbildung nach EPA nicht berücksichtigen wird. Dieses besteht aus 2 Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 241°C und kommt im Steinkohlenteer vor. Der Stoff wird verwendet, um andere Chemikalien wie Farbstoffe und Harze zu machen, t, um Vitamin K. Alle drei Chemikalien sind derzeit im Zigarettenrauch, Holz-Rauch, Teer, Asphalt, und an einigen Altlasten.

Das PAK ist giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben. Es ist auch gesundheitsschädlich beim Verschlucken. Kanzerogenität und andere toxische Effekte können aufgrund fehlender Daten nicht bewertet werden.

Mikrobiologie  [Biologie

Die Mikrobiologie ist die Leher über Mikroorganismen.

Mikroorganismus  [Biologie

Mikroorganismen sind mikroskopisch kleine Lebewesen, die als Einzelwesen mit blossem Auge nicht erkennbar sind. Bei den Mikroorganismen handelt es sich überwiegend um Einzeller, es gibt auch einige Mehrzeller. Einige Mikroorganismen sind etwa für die Ernährung oder Verrotungsprozessen von Bedeutung, andere sind Erreger von Infektionskrankheiten. Zu den Mikroorganismen zählt man Bakterien, Archaea, Schimmelpilze, Hefen, Mikroalgen und Protozonen.

Mindestluftwechsel  [Lfttechnik]

Der Mindestluftwechsel gibt an, wie oft ein Raumvolumen pro Stunde durch frische Luft ersetzt werden muss, damit sich hygienische Raumluftbedingungen einstellen (d.h. bezogen auf Kohlendioxydgehalt, Feuchte, Spurengase / Geruch). Er ist abhängig von der Personenbelegung, Feuchteproduktion und der Art der Nutzung eines Raumes.


Mineralschaum  [Bautechnik]

Dämmstoffe aus Mineralschaum sind erst seit relativ kurzer Zeit verfügbar. Sie bestehen im Wesentlichen aus Quarzsand, Portlandzement, Kalkhydrat sowie Wasser, das im Verlauf der Produktion verdunstet. Ihre Zusammensetzung ist der von Dämmstoffen aus Kalziumsilikat recht ähnlich. Nach dem Mahlen und Vermischen der Grundstoffe porosiert die Masse durch Zusatzmittel, so dass sich ein Luftporenanteil von 95 bis 98 Vol-% im trockenen Material einstellt. Nach Erstarren der Blöcke werden diese in Dampfdruckkesseln gehärtet.

Mineralschaumplatten werden häufig auf Dächern, in Wärmedämm-Verbundsystemen oder hinterlüfteten Fassaden sowie unter Decken von Tiefgaragen, Kellern und Durchfahrten verwendet. Trotz leichter Handhabbarkeit sollte der Einbau von Mineralschaumdämmplatten erfahrenen Handwerkern überlassen werden. Meist ist eine Klebung der Platten zur Befestigung ausreichend. Auszugslasten über 3 kg sollten in rückwärtigen Baustoffen verankert werden. Ausserdem sollte die Oberfläche zum Schutz armiert werden. Mineralschaumplatten können verputzt, gUnterlagsbodenn, tapeziert oder mit Trockenbauplatten bekleidet werden. Mineralschaumdämmplatten sind bei stoffgerechter Verwendung beständig gegenüber Witterung, Frost, Laugen und Alterung sowie Bakterien, Pilzen und Algen wegen ihres hohen ph-Wertes. Dennoch sind sie trocken zu lagern. Unbekleidete Oberflächen wirken schallabsorbierend.

Die natürliche radioaktive Strahlung der Mineralstoffe ist äusserst gering und für den Menschen unschädlich. Sortenreine Mineraldämmplatten können ohne Vorbehandlung deponiert werden.

Mineralwolle  [Bautechnik]

Dämmstoffe aus Mineralwolle bestehen aus künstlichen Mineralfasern. Sie wurden zum ersten Mal vor über 70 Jahren in Deutschland industriell hergestellt, heute meist als Steinwolle oder als Glaswolle. Ihr Marktanteil lag 2005 bei etwa 57%. Aus einem Kubikmeter Rohstoff können je nach Rohdichte bis zu 100 m³ Dämmstoff hergestellt werden. Die Rohstoffe (Stein bzw. Glas) werden in einem Ofen aufgeschmolzen und zerfasert. Die Länge der Fasern liegt maximal bei einigen Zentimetern. Nach der Zerfaserung wird häufig in Wasser gelöstes Bindemittel aus Phenolformaldehydharz (Bakelite) auf die Fasern gesprüht. Das Bindemittel lässt man in einem Ofen aushärten, um die Fasern an ihren Kreuzungspunkten zu verbinden. Die Struktur der Mineralwolle hängt dabei vom Herstellungsverfahren ab, ihre physikalischen Eigenschaften wiederum hängen von ihrer Struktur ab. Mineralfaserdämmstoffe können mit verschiedenen Deckschichten (z.B. aus Holzwolle-Leichtbauplatten oder Gipskarton) oder Kaschierungen (z.B. Aluminium oder Glasvliesen) versehen werden.

Mineralwolle kann als Platte, Vlies, Filz oder Stopfwolle produziert werden. Einsatzgebiete sind allgemein Steil- und Flachdächer, Wärmedämm-Verbundsysteme, hinterlüftete Fassaden, Kerndämmung Haustrennwänden, leichten Trennwände, Holzbalkendecken, Tiefgaragen- und Kellerdecken, unter schwimmenden Unterlagsbodenn, Putzträger, Hohlräume, Innenausbau, Rohrleitungen, Akustikdämmung und Sandwichelemente.

Mineralfaserdämmstoffe lassen sich relativ einfach verarbeiten und einbauen. Die Haut kann bei Kontakt mit Mineralwolle jedoch gereizt werden und juckt vorübergehend. Für den Zuschnitt von Platten ist das Schneiden dem Sägen vorzuziehen. Mineralwolle sollte, um eine konstante Wärmeleitfähigkeit gewährleisten zu können, trocken eingebaut werden. Mineralfaserdämmstoffe sind unverrottbar, beständig gegen schwache Laugen, Säuren und organische Lösungsmittel sowie gegen Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer.

Neu produzierte Mineralfaserdämmstoffe erfüllen alle gesetzlichen Auflagen bezüglich der Eingrenzung gesundheitlicher Gefahren, wie die Begrenzung des Kanzerogenitätsindexes (KI > 40) und der Biobeständigkeit (< 40 Tage), und werden damit vom Gesetzgeber nicht mehr als krebserregend eingestuft. Gefahr für die Gesundheit besteht jedoch nach wie vor beim Ausbau von alter Mineralwolle z.B. bei Renovierungen oder dem Abriss von Gebäuden. Dort Dämmstoffe sollten nach dem Ausbau aufgrund der entstehenden Faserbelastung nicht mehr als Dämmstoff wiederverwendet werden.


Minergie  [Organisation, Bautechnik]

Der Minergie-Standard wurde in der Schweiz definiert und beschreibt ein Haus, bei dem der Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Lüftung unter 45 kWh/m² liegt. Elektrischer Strom wird mit einem Primärenergiefaktor 2 gewichtet. Die Berechnung des Energiebedarfs weicht dabei leicht von dem ansonsten häufig verwendeten Ansatz für Passivhäuser ab. Ein noch ambitionierterer Ansatz ist der Minergie-P Standard, der seit 2002 definiert ist. Gebäude in diesem Baustandard entsprechen in etwa dem Passivhausstandard.


Mischarmatur  [Haustechnik]

Mischarmaturen mischen Kalt- und Warmwasser im “Wasserhahn”. Sie werden auch Mischbatterien genannt. Dementsprechend sind fast alle heute verwendeten Armaturen sind Mischarmaturen. Es wird zwischen drei Hauptarten der Mischarmaturen unterschieden: Einhebelmischarmatur, Zweigriffmischarmatur und Thermostatarmatur.


Mischluft

Als Mischluft wird diejenige Luft bezeichnet, die sich aus zwei oder mehr Luftströmen zusammensetzt.

Mitogen  [Biologie]

Mitogene sind Zellteilungen anregende Proteine.

Mitọsegifte  [Chemie, Biologie]

Mitosegifte sind chemische Stoffe, die die Kernteilung (Mitose) bei Pflanzen und Tieren stören.


Modernisierung  [Bautechnik]

Unter der Modernisierung eines Gebäudes versteht man die Anpassung der Gebrauchseigenschaften an einen zeitgemässen Standard, unabhängig von der Nutzungsart. Modernisierungsmassnahmen im Wohnungsbau sind Wohnwert verbessernde Massnahmen.


Mörtel  [Bautechnik]

Mauermörtel bestehen aus Sand, Bindemitteln (Luftkalk, hydraulischer Kalk oder Zement), Zuschlagstoffen und Wasser. Der verwendete Mörtel beeinflusst die Festigkeit des Mauerwerks. Die Mörtelarten sind entsprechend der Druckfestigkeit und Wasserbeständigkeit in verschiedene Mörtelgruppen eingeteilt.


Mörtelanker  [Bautechnik]

Der Mörtelanker ist eine bewährte Befestigungsart von Natur- und Betonwerksteinplatten an massiven Rohbaukonstruktionen. Der aus nichtrostendem Stahl bestehende Anker wird kraftschlüssig durch Zementmörtel im Ankerbohrloch mit dem Rohbau verbunden. Sein Vorteil liegt in den grossen Ausgleichsmöglichkeiten von Rohbautoleranzen, der Nachteil in den entsehenden Wärmebrücken.

MVOC, Microbial Volatile Organic Compounds, mikrobielle flüchtige organische Verbindungen

Mikroorganismen geben geben durch ihren Stofwechsel auch flüchtige organische Verbindungen (VOC) in die Raumluft ab. Diese gasförmigen Stoffe entstehen beim Wachstum von Pilzen und Bakterien und sind in manchen Fällen sogar geruchlich wahrnehmbar. Verschiedene Mikroorganismen produzieren beispielsweise Geosmin, eine stark riechende Verbindung. Sie wird u. a. von vielen Actinomyceten und Vertretern der Pilzgattung Chaetomium produziert. Geosmin ist häufig verantwortlich für den muffigen Geruch in Gebäuden. 

Mutagen

Mutagene sind äußere Einwirkungen, die Mutationen oder Chromosomenaberrationen auslösen, also das Erbgut eines Organismus verändern. Hierbei unterscheidet man physikalische Mutagene wie Strahlung und hohe Temperaturen sowie chemische Mutagene

Mykologie  [Biologie]

Die Mykologie ist die Wissenschaft von den Pilzen.

Mykotoxin  [Biologie]

Mykotoxine sind toxische Stoffwechselprodukte von Pilzen. Etwa 200 verschiedene Mykotoxine sind bekannt, die von über 300 verschiedenen Pilzarten produziert werden. 

Myzel  [Biologie]

Das Myzel ist das Hyphengeflecht von Pilzen, das sich bei ausreichend Feuchtigkeit und Nährstoffangebot ausbreitet durch permanentes Wachstum und Bildung neuer Hyphen.

N


Nachhall  [Akustik]

Unter Nachhall versteht man die Folge wiederholter, statistisch verteilter später Schallreflexionen, die den Abklingvorgang eines Schallereignisses bestimmen. Im Volksmund auch “Echo” genannt. Für die Wahrnehmung eines Klanges ist nur der Anfangsteil des Nachhalls entscheidend.


Nachhallzeit  [Akustik]

Die Nachhallzeit T (Reverberation Time RT) ist diejenige Zeit, in der in einem Raum nach Beenden der Schallabstrahlung der Schalldruck auf ein Tausendstel seines Ausgangswertes, d.h. der Schalldruckpegel um 60 dB, gesunken ist.


Nachhaltigkeit  [Bautechnik]

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 ist Nachhaltigkeit als ein harmonischer Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und Sozialverträglichkeit definiert. Nachhaltigkeit bedeutet, ein System so zu nutzen, dass es sich selbst regenerieren kann und in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt. Die Ziele des nachhaltigen Bauens liegen in der Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen. Berücksichtigt werden dabei alle Lebenszyklusphasen eines Gebäudes.


Nachtlüftung  [Lufttechnik]

Nachtlüftung ist, wenn man nachts lüftet – wie der Name schon sagt. Eine erhöhte Nachtlüftung liegt dann vor, wenn während der zweiten Nachthälfte der Luftwechsel mindestens 1,5/h oder mehr beträgt. Bei einer freien Lüftung über die Fenster kann dies meist schon durch Ankippen der Fenster erreicht werden. Das ist aber nicht sehr energieeffizient.

Nährmedium, Nährboden  [Biologie]

Ein Nährmedium, auch als Substrat bezeichnet, dient zur Kultur von Mikroorganismen. Man unterscheidet zwischen flüssigen (zum Beispiel Bouillon, Nährbouillon oder Nährlösung) und mit Agargelierten („festen“) Nährmedien (Nährboden, Agarplatten). Für das Hygienemonitoring werden oft Malzextrakt- Agar (MEA), Casein- Soja- Pepton- Agar (CASO, TSA Tryptic Soy Agar), Sabouraud-Glucose-Agar mit Chloramphenicol (Chloramphenicol zur Hemmung des Bakterienwachstums), Sabouraud- Dextrose- Agar, (Sabouraud-Agar, SAB), Dichloran- Glycerol 18%-Agar mit Chloramphenicol (DG18) und Blutagar. Auch trift man di Bezeichnungen  TC- Agar (Total Count Agar zur Besteimmung der Gesammtkeimzahl) und YM- Agar (Yeast & Molds / Selektiv Nährboden für Hefen & Schimmelpilze) ohne direkten Hinweis auf enthaltene Nährmittel.

Naphthalin [Chemie, Medizin]

Naphthalin (C10H8) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 2 Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 218°C. Die aus Steinkohlenteer gewonnene Substanz wird unter anderem für die Herstellung der Lösemittel Decalin und Tetralin, des Holzschutzmittels Chlornaphtahalin sowie von PVC-Weichmacher-Zwischenprodukten und Azofarbstoffen verwendet. Es ist Bestandteil von Solvent Naphtha, einem gängigen Lösemittelgemisch aus aromatischen Kohlenwasserstoffen. Ein bekanntes Anwendungsgebiet ist auch die Mottenbekämpfung.

Dieses umweltgefärdende und gesundheitsschädliche PAK mit seinem charakteristischem Geruch nach Mottenpulver/Teer gehört zu den Mitosegiften, gilt aber weder als kanzerogen und noch mutagen.

Nassraum  [Bautechnik

Als Nassraum werden alle Bereiche verstanden, in denen regelmässig grosse Mengen Wasser sowohl in Gas- (Wasserdampf) als auch Flüssigform auftreten, z.B. in Badezimmer, Hallenbad, Sauna, Laboratorien, Grossküchen, Lebensmittelbetrieben. Hier müssen Boden und Wände entsprechend sorgfältig abgedichtet sein und es muss für einen zügigen Ablauf, z.B. durch Gefälle Unterlagsboden, gesorgt werden.


Naturfaser  [Bautechnik

Naturfasern werden unterteilt in pflanzliche und tierische Faser. Zu den Pflanzenfasern gehören Kokos, Sisal, Jute, Hanf, Baumwolle und Leinen, zu den tierischen Fasern Schafwolle, Ziegenhaar und Seide.


Natursteinplatte  [Bautechnik

Diese Platten bestehen aus natürlichen Gesteinen wie Buntsandstein, Granit, Marmor u.a. Je nach Beschaffenheit werden sie an ihrer Oberfläche naturbelassen verbaut (z.B. Sandstein), oder sie erhalten durch Schliff und/oder Politur eine Veredelung (z.B. Granit und Marmor).


Nennbeleuchtungsstärke  [Lichttechnik

Die Nennbeleuchtungsstärke eines Raumes wird von der speziell in diesem Raum zu leistenden Sehaufgabe bestimmt. Sie bezieht sich im Allgemeinen auf die horizontale Arbeitsfläche in 0,85 m Höhe über Fussboden. Alle gesetzlichen Vorschriften, z.B. über die Beleuchtung von Arbeitsplätzen oder anderen Aufenthaltsorten, beziehen sich im Wesentlichen auf sie. Sie wird in Lux (lx) gemessen.


Nennleistung  [Technik

Als Nennleistung wird die vom Hersteller angegebene Leistung eines Gerätes, einer Anlage, eines elektrischen Verbrauchers oder eines anderen Energiewandlers bezeichnet, die aufgenommen oder abgegeben werden kann. Meist wird als Nennleistung die maximal im Dauerbetrieb erreichbare Leistung angegeben.


Nettoenergiebilanz  [Energietechnik

Die Nettoenergiebilanz ist die Summe aller Energiemengen, die für den Bau, den Betrieb und die Beseitigung eines Energiesystems benötigt werden, abzüglich der Energie, die von dem System im Laufe seiner Lebensdauer bereitgestellt werden. Ein Energiewandler mit negativer Energiebilanz produziert mehr Energie, als er verbraucht.


Niedertemperaturkessel (NT-Kessel)  [Haus-, Energietechnik

Niedertemperaturkessel sind mit Gas oder Öl mit niedrigen Rücklauftemperaturen und einer kontinuierlichen Eintrittstemperatur von 35 bis 40°C betriebene Wärmeerzeuger, bei denen es im normalen Betrieb aber nicht zu Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt. Durch die geringen Rücklauftemperatur ergeben sich relativ geringe Wärmeverluste und niedrige Abgastemperaturen.


Niedrigenergiehaus   [Bautechnik

Für den Begriff Niedrigenergiehaus (NEH) gibt es keine allgemein akzeptierte Definition. Meist wird darunter ein Haus verstanden, welches einen niedrigeren Energieverbrauch für seinen Betrieb aufweist, als nach zur Bauzeit geltenden Vorschriften zulässig wäre. Ein Niedrigenergiehaus aus den 80'er Jahren entsprechen dem zu folge nicht heutigen Niedrigenergiehaus. 

Norm, Normung [Allgemein]

Normung bezeichnet die planmässigen Vorgänge und Tätigkeiten zum Schaffen und Inkraftsetzen von Regelungen, mit denen materielle Gegenstände und immaterielle Verfahren vereinheitlicht werden.


Norm-Trittschallpegel  [Bautechnik, Akustik

Der Norm-Trittschallpegel bezeichnet ein Geräusch aufgrund einer Körperschallübertragung, das in einem benachbarten Raum zu hören ist. Im Gegensatz zum Schalldämmmass sind hier niedrige Werte die Besseren, da es sich um einen Schallpegel also die Angabe einer Lautstärke handelt. Im Zusammenhang von Rohdecke und Fussbodenbelag spricht man vom “äquivalenten bewerteten Norm-Trittschallpegel” Ln,w,eq.


Notausgang  [Bautechnik

Der Begriff definiert einen zur Gewährleistung der Evakuierung notwendigen Evakuierungsausgang, der aufgrund seiner Lage nicht als hauptsächlich bevorzugte Personenverkehrsfläche benutzt wird. Notausgänge müssen ständig funktionstüchtig, d.h. nicht verschlossen oder verbarrikadiert, und entsprechend gekennzeichnet sein. Karusselltüren und Schiebetüren dürfen nicht in Notausgängen eingesetzt werden.

Nukleinsäuren  [Chemie, Biologie]

Nukleinsäuren sind aus einzelnen Bausteinen, den Nukleotiden, aufgebaute Makromoleküle. Abwechselnde Einfachzucker und Phosphorsäureester bilden eine Kette, wobei an jedem Zucker eine Nukleinbase hängt. Nukleinsäuren bilden neben Proteinen, Kohlenhydraten und Lipiden die vierte grosse Gruppe der Biomoleküle. Ihr bekanntester Vertreter ist Desoxyribonukleinsäure (DNS oder DNA), der Speicher der Erbinformation. Neben ihrer Aufgabe als Informationsspeicher können Nukleinsäuren auch als Signalüberträger dienen oder biochemische Reaktionen katalysieren.


Nullenergiehaus  [Bautechnik

Als Nullenergiehaus wird meist ein Haus bezeichnet, das über ein Jahr gesehen weniger Energie verbraucht als es bereit stellt. Dies gilt nicht nur für die Beheizung, sondern auch elektrische Energie und Energie für die Warmwasserbereitstellung. Vom echten energieautarken Haus unterscheidet es sich aber im Zeitverhalten, da bei einem wirklich energieautarken Haus zu jedem Zeitpunkt die benötigte Energie selbst erzeugt wird (Off-Grid). Beim Nullenergiehaus wird aber die Energieunabhängigkeit nur in der Jahresbilanz erreicht.


Null-Heizenergiehaus  [Bautechnik

Das Null-Heizenergiehaus benötigt keine von aussen zugeführte Energie zum Heizen. Möglich ist dies in unserem Klima nur durch aktive Systeme (grosse Solaranlage mit Saisonspeicher). Manchmal wird auch eine grosse Photovoltaikanlage installiert, die im Sommer so viel Strom ins Netz einspeist, wie die im Winter zur Beheizung verwendete Wärmepumpen benötigt. Das macht das Konzept jedoch nicht klimaneutral. Auch sind die Kosten bei allen diesen Ansätzen recht hoch, so dass solche Häuser aus wirtschaftlichen Gründen nur selten realisiert werden.


Nurdachhaus  [Bautechnik

Dieser meist mit einem Satteldach ausgeführte Gebäudetyp hat unterhalb der Traufe keine sichtbaren Seitenwände, da das Dach bis zum Boden reicht. Dadurch werden die Giebelseiten zur einzigen vertikalen Aussenstruktur. Besonders bei Ferienhäusern in Nordeuropa ist diese Konstruktionsweise häufig vertreten.


Nutzenergie  [Energietechnik

Die Nutzenergie wird tatsächlich vom Verbraucher verwendet. Als Nutzenergieformen kommen Wärme, Licht, mechanische Energie, chemisch gebundene Energie und Signalenergie in Frage. Die Nutzenergie wird als Teil der Endenergie beim Verbraucher umgewandelt. Für die Heizung bedeutet dies z.B. die Umwandlung des Heizöls (Endenergieform) in Wärme (Nutzenergieform). Das Gerät zur Umwandlung ist der Heizkessel. Wie auch schon bei der Umwandlung von Primärenergie in Endenergie kommt es hier zu Verlusten, die als Wärmeverluste in Rohrleitung auftreten können.


Nutz-Unterlagsboden  [Bautechnik

Magnesia-, Gussasphalt- aber auch kunstharzhaltige und reine Zement-Unterlagsboden, die in industriellen Produktions- oder Lagerhallen ohne Fussbodenbelag verbaut werden, werden als NutzUnterlagsboden bezeichnet. Sie zeichnen sich durch eine hohe Druckfestigkeit, Abriebsfestigkeit, Biegezugfestigkeit und hohen Verschleisswiderstand aus (vgl. Unterlagsbodenklassifizierung).


Nutzfläche (NF)  [Bautechnik

Unter Nutzfläche versteht man den Anteil der Grundfläche, der der Nutzung entsprechend der Zweckbestimmung dient. Nicht zur Nutzfläche gehören Verkehrsflächen (zum Beispiel Eingänge, Treppenräume, Aufzüge, Flure) und Funktionsflächen (Heizungsraum, Maschinenräume, technische Betriebsräume). Die Nutzfläche wird in Hauptnutzflächen (HNF) und Nebennutzflächen (NNF) unterteilt.


Nutzungsdauer  [Facilitymanagement] 

Die Nutzungsdauer eines Gebäudes ist der Zeitraum, in dem ein Gebäude bei ordnungsgemässer Instandhaltung, aber ohne Modernisierung seiner Zweckbestimmung entsprechend genutzt werden kann. Die Lebensdauer eines Wohngebäudes wird im Allgemeinen zwischen 80 und 100 Jahren angesetzt. Typische Nutzungszeiträume von Bauteilen bei guter Pflege sind (in Jahren): Gründung 80, gemauerte Aussenwand 80, Aussenputz 50, Holzfenster 40, massive Decken 80, Holzschrägdächer 80, Dachziegel 40-80, gemauerte Innenwand 80.


Nutzungsgrad  [Energietechnik

Der Nutzungsgrad von Raumwärmeversorgungsanlagen (Jahresnutzungsgrad ηRW) gibt an, wie viel von der im Energieträger gespeicherten Energie auch tatsächlich in einer kompletten Heizperiode genutzt werden kann. Im Unterschied zum Wirkungsgrad des Kessels, der nur in einem (optimalen) Betriebspunkt gemessen wird, wird der Nutzungsgrad über einen längeren Zeitraum ermittelt. Der Wirkungsgrad des Kessels ist also immer höher als der Nutzungsgrad der Anlage. Richtwerte für verschiedene Heizsysteme: Holzkessel 0,5 – Ölkessel 0,77 – Brennwertkessel 0,89 bis 0,96 – Fernwärme 0,88 – Nachtspeicherheizung 0,89 – Wärmepumpen 3 bis 3,5.

O


Oberflächenverlust  [Haus-, Energietechnik

Heizkessel strahlen über die Aussenfläche Wärme an die umgebende Luft ab. Diese Wärmestrahlung steht nicht als nutzbare Heizwärme zur Verfügung und wird deshalb als Oberflächenverlust bezeichnet. Jedoch wird dadurch der Raum mitbeheizt, in dem das Heizgerät aufgestellt ist.


Oberlicht  [Bautechnik

Ein Oberlicht bezeichnet allgemein eine hoch liegende Fensteröffnung. Ein Oberlicht kann sowohl eine horizontale Öffnung in einem Dach- oder Deckenfeld sein als auch eine vertikale Öffnung oberhalb von weiteren Fenstern.


Ökobilanz  [Allgemein

Die Ökobilanz protokolliert die Wirkung eines Produktes oder Prozesses auf die Umwelt über die gesamte Dauer seiner Existenz. Bilanziert werden sämtliche Wirkungen auf die Umwelt (Entnahmen, Emissionen) während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung. Ebenso betrachtet werden damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse beispielsweise zur Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe.

Ökologisches bauen  [Bautechnik

Ökologisches Bauen, international auch als green building bezeichnet, ist vom Grundsatz geprägt, dass durch das Gebäude gegenwärtigen Bedürfnissen der Nutzer optimal entsprochen wird, ohne künftigen Generationen eine Nachnutzung aufzuzwingen oder Entsorgungsprobleme zu hinterlassen.


Oktave  [Akustik

Wie in der Musik werden Oktaven zur Einteilung des Hörbereiches in Frequenzintervalle verwendet. Der Oktave entspricht eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Frequenz (Frequenzverhältnis 1:2). Für Frequenzanalysen eingesetzte Messgeräte enthalten meist Oktav- und Terzfilter, die es erlauben, den Schallvorgang in seinen einzelnen Oktav- bzw. Terzbereichen zu erfassen und als Schallspektrum darzustellen. Der gesamte Hörbereich des Menschen umfasst 10 bis 11 Oktaven.


Ölradiator  [Haustechnik

Der Ölradiator ist ein elektrisch betriebener, mobiler Glieder-Heizkörper. Kennzeichnend für ihn ist die gerippte Bauform, durch die grosse Oberflächen mit entsprechend effektiver Wärmeabgabe erzielt wird. Wegen des hohen Stromverbrauchs sind Elektroheizkörper wie der Ölradiator im Betrieb teuer und klimaschädlich.


Ortbeton  [Bautechnik

Ortbeton wird, im Gegensatz zu Betonfertigteilen, erst auf der Baustelle als Frischbeton in seiner endgültigen Lage eingebaut und erhärtet dort. Ortbeton ist zum Beispiel dort notwendig, wo grosse Teile oder Flächen erzeugt werden sollen.


Ortgang  [Bautechnik

Ausser beim Walmdach werden bei den meisten Dachformen Ortgänge benötigt. Sie bilden den seitlichen Abschluss des Daches an der Giebelwand. Ortgangziegel machen häufig die Verbretterung des Ortganges überflüssig, der in jedem Fall geschlossen werden muss. Ortgangziegel sind zu einer Seite hin abgewinkelt und ermöglichen so einen sauberen Abschluss.


OSB-Platte  [Bautechnik

OSB-Platten sind Holzwerkstoffplatten mit ausgerichteten Flachspänen, die in drei Schichten aufgeschüttet, mit Wachs und Phenolharz ummantelt und unter Druck und Wärme zu einer Platte verpresst werden. Sie sind in ihrer Stabilität gleichdicken normalen Spanplatten deutlich überlegen. Die Bedeutung der Kennzeichnungen: OSB 2 = Platte für tragende Anwendung im Innenbereich, OSB 3 = feuchtebeständig verleimte, konstruktive Platte für tragende Zwecke, OSB Z = Platte für hohe Tragfähigkeit in trockenen und feuchten Bereichen.


Ozon  [Chemie

Ozon ist Teil der Schicht in der Atmosphäre (Stratosphäre), die unseren Planeten vor ultravioletten (UV-) Sonnenstrahlen schützt. Da oben hilft es uns also. Aber auch beim erdnahen Betrieb von Kopierern, Laserdruckern oder UV-Lampen wird Ozon freigesetzt. Doch hier kann es beim Menschen Schleimhautreizungen, Beeinträchtigung der Atemfunktion und Effekte auf das Immunsystem hervorrufen.

 

P

PAK - polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe  [Chemie, Medizin]

Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, eng. PAH = polycyclic aromatic hydrocarbons) und bezeichnet eine Gruppe von schwerflüchtigen Aromaten mit mehreren hundert chemischen Einzelverbindungen. PAK sind in der Natur in fossilen Brennstoffen, am konzentriertesten in Steinkohleteer, enthalten und entstehen auch bei der Erhitzung bzw. Verbrennung von organischen Materialien unter Sauerstoffmangel und sind nicht oder nur sehr gering wasserlöslich. Aufgrund ihrer Persistenz und ihres Bioakkumulationspotenzials gelten sie als Umweltschadstoffe, vor allem auf Wasserorganismen zeigen sie eine langanhaltende Wirkung. PAKs sind auch in Gemüse, geräucherten, gegrillten und gebratenen Fleischprodukten zu finden und der Tabakrauch beinhaltet eine grosse Menge davon. In Gebäuden begegnen wir ihnen vor allem in Bitumen-, noch konzentrierter in Steinkohlenteer-Produkten (teer- und pechhaltigen Klebstoffen und Farben unter Holzparkett und Hirnholzfussboden, teerhaltige Beschichtung (innen) von Trinkwasserleitungen, Gussasphalt, Bitumierten Dichtungs- und Dachbahnen, Bitumenlösungen, Bitumenvergussmassen, Bitumenlacken, Bitumenemulsionen).

PAK kommen in der Umwelt als komplexe Gemische aus mehr als hundert verschiedenen Verbindungen vor. Wegen dieser Vielfalt können meist nur einige davon analytisch erfasst werden. In den 80er Jahren hat die amerikanische Bundesumweltbehörde EPA 16 dieser Verbindungen in die Liste der wichtigsten Umweltschadstoffe (Priority Pollutants) aufgenommen. Seitdem werden diese 16 PAK häufig stellvertretend für die ganze Stoffgruppe analysiert. Oft wird auch nur Benzo(a)pyren als Leitsubstanz eines PAK Gemisches erfasst. Sein Anteil in einem PAK-Gemisch beträgt relativ konstant etwa 10%, weshalb dadurch auf die Gesamtkonzentration des Gemisches hochgerechnet werden kann. Je nach Fragestellung werden auch andere relevante Untergruppen der PAK analytisch erhoben.

Zahlreiche PAKs sind nachweislich karzinogen (z.B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs), insbesondere welche, die aus vier und mehr Benzolringen bestehen (Ausnahme: Phenanthren). Ausserdem wirken viele PAK toxisch auf das Immunsystem und die Leber, schädigen das Erbgut. PAK entfetten die Haut, führen zu Hautentzündungen und können Hornhautschädigungen hervorrufen, sowie die Schleimhäute im Atemweg, Augen und den Verdauungstrakt reizen.

 

Partikel  [Chemie]

 Patrtikel in unserem Sinne sind kleine Festkörper, wie Stäube, Sporen, Pollen.

Pathogenität, pathogen   [Medizin]

Pathogenität ist die grundsätzliche Fähigkeit eines infektiösen Objekts, einen bestimmten Organismus krank zu machen, auch wenn nicht jede Infektion zu einer Krankheit führt. Das Adjektiv dazu lautet pathogen (potentiell krankmachend).  

Passivhaus  [Bautechnik

Ein Passivhaus weist einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m² pro Jahr auf. Bei so guten thermischen Eigenschaften ist ein konventionelles Heizsystem nicht mehr zwingend nötig und das Haus kann überwiegend durch interne (Personen, Elektrogeräte) sowie solare Gewinne geheizt werden. Der Restwärmebedarf wird durch Erwärmung der Zuluft abgedeckt. Ohne kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist dies jedoch nicht möglich. Über diese Anforderung hinaus sind für Passivhäuser aber auch die Heizlast auf 10 W/m² und der Primärenergiebedarf auf 120 kWh/m² begrenzt, um die guten thermischen Eigenschaften nicht durch ineffiziente Bereitstellung der notwendigen Restenergie zunichte zu machen. Nebst einer hohen Dämmung kommt beim Passivhaus der Luftdichtheit eine grosse Bedeutung zu. In der Schweiz ist das Passivhaus vor allem als MINERGIE-P bekannt.

PCB - Polychlorierte Biphenyle  [Chemie, Medizin]

Polychlorierte Biphenyle (C12H10-nCln) st eine Gruppe von Aromaten, die 209 schwerflüchtige Organochlorverbindungen zusammenfast, welche die gleiche Grundstruktur besitzen, sich aber durch Anzahl und Stellung der Chloratome am Biphenylring voneinander unterscheiden. Technisches PCB ist mit Furanen verunreinigt, die mitverantwortlich für die giftige Wirkung dieser Produkte sind. Die Eigenschaften der PCB hängen im Einzelnen von ihrem Chlorierungsgrad ab. So nimmt die Wasserlöslichkeit, die Flüchtigkeit und die Reaktivität mit zunehmendem Chlor-Anteil ab, während die Fettlöslichkeit, die Stabilität und die Anreicherungstendenz in Organismen zunimmt.

Mögliche Quellen für PCB sind die Starterkondensatoren alter Neonröhren, Kondensatoren in alten Elektrogeräten, ältere Dichtmassen z.B. zwischen Betonfertigbauteilen und ältere PVC-Böden (vor 1980), die PCB als Weichmacher enthalten. Nach möglichen Quellen sollte bei auffälligen oder hohen Belastungen gesucht werden. Ältere Kondensatoren und Starterkondensatoren sollten, um weitere Belastungen zu vermeiden, ausgewechselt werden.

Die Gesamtsumme der Konzentrationen aller 209 PCB-Kongenere wird nach LAGA (Länderarbeitsgemeinschaft Abfall) aus den Konzentrationen von 6 ausgewählten PCB hochgerechnet. Dazu wird die Summe der gefundenen Konzentrationen der PCB #28, #52, #101, #138, #153 und #180 mit dem Faktor 5 multipliziert.

PCP – Pentachlorphenol  [Chemie, Medizin]

Pentachlorphenol, kurz PCP, ist ein chlorierter, aromatischer Kohlenwasserstoff mit einem Siedepunkt von 310°C und stellt ein Phenol-Derivat dar. Das schwerflüchtie PCP gehört zur Gruppe der Organochlorpestizide und ist ein starkes Gift für Mikroorganismen (Fungizid), Pflanzen (Herbizid), Insekten (Insektizid) und Fische. Wegen seiner fungiziden Wirkung kam vor 1990 PCP vor allem in Holzschutzmitteln zum Einsatz und wurde auch als Desinfektionsmittel verwendet. In manchen Ländern findet es z.T. auch heute noch Imprägnierungsmittel bei Textilien aus Naturfasern und Leder. Es kann auch in Druckfarben, Lacken, Zelluloseprodukten und Mineralölen als Additiv enthalten sein.

Bei der akuten PCP-Vergiftung, die bei hoher beruflicher Exposition auftreten, stehen Stoffwechsel- und Kreislaufstörungen im Vordergrund. Tödliche Vergiftungen sind durch Bewusstlosigkeit, Herzversagen, Atemdepression und Lungenödem möglich. Es kann zu Herzjagen, rascher Atmung und starkem Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerzen, Muskelspasmen, Muskelschwäche, Schwitzen, Durstgefühl, Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall kommen. Langzeitliche PCP- Belastung gilt als karzinogen. Unspezifische Beschwerden, wie sie als Holzschutzmittelsyndrom diskutiert werden, sind generell nur schwer zu ermitteln, da sie auch andere Ursachen haben können.


Pellets  [Energietechnik

Siehe Holzpellets


Pergola  [Bautechnik

Der Begriff Pergola bezeichnet einen raumbildenden Säulen- oder Pfeilergang, der ursprünglich zwischen Haus und Terrasse angeordnet war und mehr zur Zierde denn als Sicht-, Sonnen- oder Windschutz diente. Sein charakteristisches Merkmal ist die nach oben und zu den Seiten hin offene Konstruktion.


Perimeterdämmung  [Bautechnik

Die Dämmung erdberührter Aussenbauteile, also z.B. Bodenplatten oder Kellerwänden, wird als Perimeterdämmung bezeichnet. Durch den Einbau in das Erdreich müssen Dämmstoffe für die Perimeterdämmung besondere Anforderungen an Feuchte- und Fäulnisresistenz sowie an ihre Druckbeständigkeit erfüllen. Daher werden für Perimeterdämmungen überwiegend geschlossenzellige Schaumstoffe wie EPS, XPS oder Schaumglas eingesetzt.


Perlite  [Bautechnik

Perlite – oder auch Perlstein – sind weisslich-gelbe Körner von unregelmässiger Form. Sie werden als naturreiner Stoff unter anderem zur Filtration in Brauereien, in der Nahrungsmittelindustrie oder der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Der Rohstoff entsteht durch das Abkühlen der Lava bei Kontakt mit Meerwasser. Perlite werden durch schockartiges Erhitzen kleingemahlener Perlitekörner aufgebläht. Beim Verdampfen der Eigenfeuchte vergrössert sich das Volumen der Körner um den Faktor 10 bis 20. Die aufgeblähten Körner werden abgekühlt, gesiebt und so nach Korngrössen getrennt. Eine nachträgliche Hydrophobierung durch Kunstharze oder Ummantelung der Körnung mit Bitumen ist ebenso möglich wie die Herstellung von Platten.

Perlite können als Hohlraum- oder Ausgleichsschüttung, in Flachdächern, als Kerndämmung, in leichten Trennwänden oder als Leichtzuschlag für Betone oder Putzträger eingesetzte werden. Perliteschüttungen auf waagerechten Ebenen können von handwerklich erfahrenen Heimwerkern eingebracht werden, wogegen das Einblasen sollte nur von Fachfirmen durchgeführt werden sollte. Die Sicherung der Schalung gegen Durchrieseln kleiner Korndurchmesser ist teilweise erforderlich. Perlite sind unverrottbar sowie schimmel- und ungezieferbeständig. Nicht hydrophobierte Perlitekörner sind empfindlich gegenüber Einflüssen aus Feuchtigkeit und sollten daher nur trocken eingebaut werden.

Die natürliche Radioaktivität von Perliteschüttungen, die praktisch jedes vulkanische Gestein aufweist, ist unbedenklich. Saubere Schüttungen können direkt als Dämmung oder als Zuschlagstoff für Mörtel oder Betone, zur Bodenauflockerung oder als Pflanzgranulat wiederverwertet werden.


Pfettendach  [Bautechnik

Pfettendächer bestehen aus Sparren, die auf Lagerhölzern, den Pfetten, aufliegen. Diese Pfetten sind integraler Bestandteil des Dachstuhls, der das tragende statische System dieser Dachkonstruktion bildet. Ein Auswechseln der Sparren und somit der Einbau beliebig vieler Dachaufbauten ist bei dieser Dachkonstruktion möglich, da die Sparren nur auf Biegung beansprucht werden.


Pfosten  [Bautechnik

Bei Fenstern und Türen ist der Pfosten ein vertikales Teil des Rahmens, das den Blendrahmen u.a. in statischer Hinsicht unterteilt. Der Pfosten ist mit dem Blendrahmen fest verbunden. Bei Fensterwand-Konstruktionen ist daher auch von Pfosten-Riegel-Konstruktionen die Rede. 


Pfosten-Riegel-Fassade  [Bautechnik

Die Pfosten-Riegel-Fassade ist ein Konstruktionsprinzip, das auf der Baustelle aus Einzelkomponenten zusammen montiert wird. Sie besteht aus Fassadenpfosten, Fassadenriegeln, Verglasungen, Press- und Deckleisten und Einsatzelementen mit unterschiedlichen Funktionen. Da die Einzelkomponenten auf der Baustelle angepasst werden, ist die Konstruktion flexibel auf die Bedingungen vor Ort anzugleichen.


Phasenverschiebung, thermisch  [Physik, Thermodynamik

Stimmen Temperaturspitzen von Aussenluft und Raumluft zeitlich nicht überein, wenn z.B. die Nachmittagssommerhitze erst am späten Abend im Raum zu einem Temperaturrekord führt, entspricht der zeitliche Unterschied der sogenannten Phasenverschiebung. Lange Verschiebungszeiten können erreicht werden, wenn Aussen- und Raumluft durch Bauteile mit schweren Baustoffen bzw. solchen mit hoher Wärmespeicherfähigkeit abgegrenzt werden.


Phasenwechselmaterial (PCM)  [Physik, Thermodynamik

Siehe Latentwärmespeicher

Phenanthren [Chemie, Medizin]

Phenanthren (C14H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur PAK- Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 3 Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 338°C. Phenanthren ist ein häufiger PAK. Es kommt in fossilen Brennstoffen und in Form des seltenen Minerals Ravatit vor. In die Umwelt gelangt es hauptsächlich durch Verbrennung fossiler Brennstoffe und Holz, Autoverkehr und Industrieabgase. Es findet sich unter anderem in Tabakrauch, geräucherten, gegrillten und kontaminierten Lebensmitteln und Trinkwasser. Industriell wird es aus Steinkohleteer gewonnen und für die Herstellung von Farbstoffen, Medikamenten, Pestiziden und Sprengstoffen verwendet.

In der Umwelt ist Phenanthren relativ persistent. Es ist toxisch für Wasserorganismen, gehört zu den Mitosegiften und reichert sich in Organismen an (Bioakkumulation). Phenanthren reizt die Augen und Haut Im Körper wird Phenanthren zu Naphthalin-1,2-diol oxidiert. Die Substanz gilt weder als kanzerogen und noch mutagen.


Phenolharzschaum  [Bautechnik

Phenolharzschaum hat duroplastische Eigenschaften und ist ein überwiegend geschlossenzelliger Schaumstoff mit sehr kleinen Zellen. Sogenannte Phenoplaste entstehen aus der Polykondensation von Formaldehyd mit Phenol oder Kresol, Resorcin und Xylenol. Aufgeschäumt werden diese durch verdampfendes Kondensationswasser oder durch den Zusatz von Pentan als Treibmittel. Die entstehenden Resole werden dann meist mit Füllstoffen versetzt und durchgeknetet. Das Treibmittel verflüchtigt sich mit der Zeit und die Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffes nimmt zu. Der Brandschutz kann durch Zugabe von Bor- oder Phosphorsäure verbessert werden.

Phenolharzdämmstoff wird in Plattenform hauptsächlich auf Dächern oder in Aussenwänden genutzt. Die Verarbeitung ist wie bei anderen Schaumdämmstoffen relativ einfach. Phenolharz ist beständig gegen Säuren, Laugen, UV-Strahlung, Schädlinge, Fäulnis und Schimmel. Obwohl der Dämmstoff diffusionsdicht ist, darf er nicht feucht gelagert werden. Phenolharz steht im Verdacht, sich unter bestimmten Bedingungen korrosiv gegenüber Metallen zu verhalten.

Im Brandfall werden je nach Temperatur und Sauerstoffgehalt phenolische Produkte sowie aromatische und aliphatische Kohlenwasserstoffe freigesetzt. Toxisch wirkt im wesentlichen das entstehende Kohlenmonoxid.



Photovoltaik  [Elektro-, Energietechnik

Mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) wird Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umgewandelt. Üblicherweise wird der erzeugte Strom ins Netz eingespeist und vergütet. In Sonderfällen sind aber auch Inselanlagen mit Batteriespeicher sinnvoll.

Phthalsäureanhydrid  [Chemie, Medizin]

Phthalsäureanhydrid (PSA) ist eine aromatischen Verbindung mit einem Siedepunkt von 295°C. Sie ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Kunstharzen (Alkydharzen, ungesättigten Polyesterharzen), daneben auch von Farbstoffen oder Farbpigmenten und Phthalat-Weichmachern.

Bei höheren Konzentrationen zeigt Phthalsäureanhydrid Reizwirkung auf Augen, Haut und Schleimhäute. Es besteht die Gefahr der Sensibilisierung.

Phthalate, Phthalsäureester [Chemie, Medizin]

Phthalate (Phthalsäureester) sind sehr langlebige Substanzen (persistent) in der organischen Chemie. Der überwiegende Teil der industriell in großen Mengen erzeugten Phthalate wird als Weichmacher für Kunststoffe wie PVC, Nitrocellulose oder synthetisches Gummi verwendet, kommen auch als Bestandteil von Kosmetik oder Körperpflegemitteln und pharmazeutischen Produkten zum Einsatz.

In Innenräumen gasen sie aus Kunststoffprodukten, insbesondere PVC aus und lagern sich am Hausstaub an. Zudem werden sie durch Wischwasser von Bodenbelägen in die Umwelt eingetragen.

Die Hauptaufnahmequelle ist über Nahrungsmittel. Niedermolekulare Phthalate sind gesundheitlich problematische Verbindungen, da sie im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken und beispielsweise Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes beim Mann hervorzurufen. Die zur Zeit lücken­haft vorliegenden Erkenntnisse machen eine umfassende gesund­heitliche Bewertung von Weichmachern in Raumluft und in Materialien unmöglich.


Piezoelektrizität  [Physik, Elektrotechnik

Die Ãnderung der elektrischen Polarisation und das damit verbundene Auftreten einer elektrischen Spannung wird als Piezoelektrizität bezeichnet. Das Auftreten einer piezoelektrischen Ladung bei mechanischer Verformung wird u.a. bei Kraft-, Druck- und Beschleunigungssensoren genutzt. 

Pilze  [Biologie]

Pilze bilden neben Tieren und Pflanzen eine eigenes Reich inerhalb der Domain Eukaryoten (Lebewesen bestehend aus Zellen mit Zellkernen). Zum Reich der pilze gehören sowohl Einzeller wie die Hefe, als auch Vielzeller wie die Schimmelpilze, und Grosspilze (holzzerstörende Pilze, Ständerpilze). Sie vermehren und verbreiten sich geschlechtlich und ungeschlechtlich durch Sporen und vegetativ durch Ausbreitung (eventuell mit Fragmentierung) ihrer z.T. sehr langlebigen Myzelien oder Mykorrhizen.

Pissoir  [Haustechnik]

Ein Pissoir ist ein wandhängendes Sanitärobjekt das zum Urinieren im Stehen dient. Es wird auch Urinal genannt. Pissoirs sind sparsamer im Wasserverbrauch als WCs und benötigt statt der sechs Liter Wasser pro Spülung beim WC nur ca. zwei Liter. Dabei spülen sie so gründlich, dass Geruchsbildung und Ablagerungen vermieden werden. Mittlerweile werden Urinale auch wasserfrei angeboten.


Plattenabsorber  [Akustik]

Plattenabsorber bestehen aus dünnen Platten, die in einem bestimmten Abstand vor einer Wand oder unter einer Decke montiert sind. Die Platte wirkt als Masse, die dahinter eingeschlossene Luft als Feder. Dort wo dieses Masse-Feder-System seine Resonanzfrequenz besitzt, entzieht es dem Schallfeld besonders viel Energie, die in Bewegungsenergie umgesetzt wird. Dadurch kommt eine hohe Schallabsorption zustande.


Plattenwärmetauscher  [Energietechnik]

Ein Plattenwärmetauscher (oder korrekt: Plattenwärmeübertrager) ist eine spezielle Bauform eines Wärmeübertragers. In ihm wird einem Fluid, meist Wasser, durch Wärmeübertragung Wärme zugefügt oder entzogen. Das Gerät besteht aus wellenförmig profilierten Platten, durch die Z.B. zu erwärmendes Wasser und Heizwasser in getrennten Kammern fliesst. Plattenwärmeübertrager verfügen über eine hohe Wärmeübertragungsleistung bei kleinem Bauvolumen.


Plexiglas  [Haustechnik]

Siehe Acrylglas


Plusenergiehaus  [Bautechnik]

Als nächster logischer Schritt nach dem Passivhaus oder dem Nullenergiehaus wird oft das Plusenergiehaus gesehen. Es unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass durch aktive Komponenten ,z.B. eine grosse Photovoltaikanlage, der Energieverbrauch im Jahresschnitt sogar überkompensiert wird. Aber auch für die Realisierung dieses Konzeptes sind die Kosten meist noch so hoch, dass die meisten Bauherren davon Abstand nehmen. In diese Richtung geht in der Schweiz auch der MINERGIE-A-Standard.


Polyamid (PA)  [Chemie]

Der Kunststoff Polyamid (PA), oft auch als Nylon oder Perlon bezeichnet, erlaubt es, sowohl den Werkstoff als auch das Erzeugnis in einem Arbeitsgang herzustellen.

Polyamid lässt sich einfärben und mit hochglänzenden Oberflächen herstellen. Polyamidfasern haben eine hohe Zugfestigkeit.


Polycarbonat (PC)  [Bautechnik]

Polycarbonat (PC) ist ein technischer Kunststoff (Thermoplast). Er ist sehr schlagzäh und kältebeständig. Seine amorphe Struktur gibt ihm eine hohe Transparenz und eine relativ hohe Wärmeformbeständigkeit.


Polyesterfaser  [Chemie]

Die Einsatzgebiete von Polyester (PES) sind vielfältig, z.B. für Bekleidung, für Sicherheitsgurte in der Automobilindustrie, als Lebensmittelverpackung (PET-Flaschen) oder als Nähfaden in der Chirurgie. Polyester ist ein thermoplastischer Kunststoff. Als sortenreiner Faserdämmstoff wird es ohne Bindemittel, Flammschutzmittel oder andere chemische Zusätze hergestellt. Die gesponnenen Fasern werden durch thermische Einflüsse aneinander gebunden und ermöglichen so die Herstellung von weichen elastischen Matten mit rauher, faseriger Oberflächenstruktur. Polyesterfasern werden auch als synthetische Stützfasern in anderen Faserdämmstoffen wie Flachs oder Hanf eingesetzt.

Polyesterfasern sind als Matten oder Stopfware meist zwischen Sparren, in Hohlräumen, in leichten Trennwänden, zwischen Balken oder als Akustikdämmung eingesetzt. Sie sind relativ leicht einzubauen, da sie mit etwa 5 mm Überlänge nur zwischen Balken o.ä. eingeklemmt werden. Der Zuschnitt kann mit einem Cuttermesser oder einer scharfen Schere erfolgen, bei grösseren Dicken kommen Thermomesser zum Einsatz. Die diffusionsoffenen Polyesterfasern sind gegenüber den meisten am Bau vorkommenden Chemikalien und UV-Strahlung beständig sowie kontur- und formstabil, alterungsbeständig und resistent gegen Bakterien, Motten und Ungeziefer.

Polyesterfasern sind allergologisch und toxikologisch unbedenklich sowie geruchsneutral. Unverschmutzte Dämmstoffe aus Polyesterfasern können mehrfach als Dämmstoff wiederverwendet werden. Die Deponierung ist meist problemlos möglich.

Polyethylen (PE)  [Chemie]

Polyethylen (PE) ist ein thermoplastischen Kunststoff aus der Gruppe der Polyoefine, der thermisch schweissbar, aber nur schwer klebbar ist. Folien aus Polyethylen werden häufig zur flächigen Abdichtung von Dächern eingesetzt.



Polymer  [Chemie]

Ein Polymer ist eine chemische Verbindung aus Ketten- oder verzweigten Molekülen, die wiederum aus gleichen oder gleichartigen Einheiten, den sogenannten Monomeren, bestehen. Biopolymere oder „natürliche“ Polymere sind die Grundbausteine der lebenden Organismen. Synthetische Polymere sind in der Regel Kunststoffe und werden mit sogenannten Polymerisationsverfahren hergestellt.  


Polymerase-Kettenreaktion (PCR)  [Chemie]

Die PCR wird in biologischen und medizinischen Laboratorien für eine Vielzahl verschiedener Aufgaben verwendet.  Sie ermöglicht die Vervielfältigung einer bestimmten DNA-Sequenz und führt zum Nachweis von Mikroorgansimen, von denen eine spezifische Sequenz bekannt ist bzw. spezifische Primer zur Verfügung stehen. Mit PCR können nur wenige Schimmelpilzarten nachgewiesen werden. Beim Nachweis von Holz zerstörenden Pilzen, wie z.B. den Echten Hausschwamm, setzt sich diese Methode immer mehr durch..


Polymerbitumenbahn  [Chemie]

Um den Plastizitätsbereich von Bitumenbahnen zu erhöhen, wird Bitumen mit bestimmten Polymerarten (künstlichem Kautschuk) modifiziert. Je nach Art des beigefügten Polymers unterscheidet man zwischen Elastomerbitumen (PYE) und Plastomerbitumen (PYP). Nur Polymerbitumenbahnen sind heute als Oberbelagsbahn von Bitumenabdichtungen zu verwenden.


Polypropylen (PP)  [Chemie]

Polypropylen (PP) ist ein thermoplastisch schweissbarer Kunststoff, der sich durch grosse Härte, Steifigkeit und Wärmebeständigkeit auszeichnet. Er wird u.a. zu Folien, Eimern, Leitungen und Fussbodenheizungsrohren verarbeitet und lässt sich durch Verbrennung mit Vorteil entsorgen.


Polystyrol, expandiert (EPS)   [Bautechnik, Chemie]

Polystyrol gehört zu den thermoplastischen Kunststoffen und wird seit 1930 grosstechnisch hergestellt. Es wird u.a. in der Lebensmittelindustrie oder der Medizintechnik benutzt. Als Grundstoffe werden Benzol und Ethylen verwendet, die wiederum durch die chemische Umwandlung von Erdöl gewonnen werden. Unter Zugabe von Treibmitteln und anderen Additiven, z.B. für den Brandschutz, entsteht ein perlenförmiges, hartes, glasähnliches Granulat mit Durchmessern zwischen 1 und 3 mm, das durch Verdampfen des Treibmittels Pentan auf das 20- bis 50-fache seiner Ursprungsgrösse vorschäumt. Diese Polystyrolperlen verkleben bei einer zweiten Behandlung mit Wasserdampf miteinander und es entsteht ein überwiegend geschlossenzelliger Schaumstoff. Eine Produktvariante von EPS stellt “Neopor” dar. Es unterscheidet sich von reinem EPS durch seine graue Färbung, hervorgerufen durch Graphit. Damit lassen sich bei gleicher Rohdichte des Materials um etwa 20% geringere Wärmeleitfähigkeiten erzielen.

EPS ist als Platte, Formteil oder Granulat erhältlich und kann in Steil- und Flachdächern, in Wärmedämm-Verbundsysteme oder hinterlüfteten Fassaden, als Kerndämmung, in Trennwänden, in Holzbalkendecken, unter schwimmendem Unterlagsboden, als Putzträger oder bei Rohrleitungen zum Einsatz kommen. Die Einbau ist ein wenig leichter als die Verarbeitung, aber beides kann relativ problemlos erfolgen. Polystyrol versprödet bei längerer UV-Bestrahlung und sollte nicht mit Holzschutzmitteln, Kraftstoffen, Heisskleber oder Klebern, die Lösungsmittel enthalten, in Kontakt kommen. EPS kann mit Hilfe von Heissdrähten geschnitten, wobei jedoch Vorsicht geboten ist, da sich entwickelnde Dämpfe u.a. Übelkeit hervorrufen können. EPS ist leicht, formstabil, alterungsbeständig, schimmelt oder fault nicht und ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit, da die überwiegend geschlossenen Zellen keine Feuchtigkeit aufnehmen und so nicht aufquellen können. Im Brandfall entstehen dichter Rauch sowie neben dem schädlichen Styrol auch Kohlenmonoxid, ätzende Brandgase und schädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Im Normalfall sind Polystyroldämmstoffe für den Menschen unschädlich. Bei der Herstellung hingegen werden für den Menschen gesundheitsschädliche Substanzen wie Styrol oder PAK freigesetzt. Dämmplatten aus EPS können kaum wiederverwendet werden, da sie nur selten unbeschädigt auszubauen sind. In Deutschland existiert ein umfangreiches Rückgabesystem, an denen sortenreine Dämmstoffe und Baustellenabfälle aus EPS gesammelt werden.

Polystyrol, extrudiert (XPS)   [Bautechnik, Chemie]

Extrudiertes Polystyrol (XPS) wurde während des 2. Weltkrieges von Dow Chemicals im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums als Material für Schwimm- und Auftriebskörper entwickelt. Danach wurde dieses blaue XPS unter dem Markennamen “Styrofoam” auch als Dämmstoff vertrieben.

Die Herstellung von XPS erfolgt auf Basis des perlenförmigen Polystyrolgranulates, das auch die Grundlage für die Herstellung von EPS darstellt. Im Gegensatz zu EPS wird XPS jedoch aufgeschmolzen und danach erst mit einem Treibmittel (meist CO2) sowie mit Flammschutzmitteln behandelt. Es wird dann als homogener, geschlossenzelliger Dämmstoff aus einer so genannten Breitschlitzdüse heraus gepresst.

XPS gibt es eigentlich nur als Plattenware. Eingesetzt wird es überall dort wo hohe Druckfestigkeiten oder Wasserdichtigkeit gefordert sind: auf Dächern, als Perimeterdämmung, unter Bodenplatten und schwimmendem Unterlagsboden, auf Industrieböden und Parkdecks oder in Kühlhäusern. Wie für EPS gilt auch für XPS, dass es gut zu verarbeiten ist, aber bei längerer UV-Strahlung versprödet und nicht mit Teerprodukten, Kraftstoffen, Heisskleber oder Klebern, die Lösungsmittel enthalten, in Kontakt kommen sollte. XPS ist kein Nährboden für Mikroorganismen, kann nicht schimmeln, faulen oder verrotten, ist wasserabweisend und frostbeständig.

XPS ist für den Menschen genauso (un-)gefährlich wie EPS, insbesondere im Brandfall. Wiederverwendbares XPS kann z.B. als Frostschutzschicht im Strassenbau genutzt werden. Saubere Abfälle können an zum Teil vorhandenen, regionalen Rückgabestellen gesammelt werden.



Polyurethan (PUR)    [Bautechnik, Chemie]

Polyurethane (PUR) wurde 1937 zum ersten Mal entwickelt und 1957 erstmals beim Bau von Schiffen eingesetzt. Als Dämmstoff gibt es PUR seit 1964. Ausgangsstoffe sind Erdöl sowie Polyole, die auch in Zuckerrüben, Mais oder Kartoffeln vorkommen. Als Treibmittel kommen meistens Pentan oder CO2, aber teilweise auch HFCKW zum Einsatz. Bromierte oder chlorierte Verbindungen dienen als Brandschutzmittel. Die Grundstoffe werden vermischt und schäumen nahezu auf das 25-fache ihrer Ursprungsgrösse auf. Polyurethan kann auch mit Vliesen oder Aluminiumfolie kaschiert oder in Verbundelementen mit Stahltrapezblech oder Dichtungsbahnen als Aussenschicht verwendet werden. Das Reaktionsgemisch kann auch als so genannter Ortschaum im Spritzverfahren oder im Giessverfahren auf der Baustelle eingebracht werden.

PUR-Dämmstoffe gibt es als Platten, Formteile oder als Ortschaum. Verwendet werden sie häufig auf Dächern, in Wärmedämm-Verbundsystemen, als Kern- oder Perimeterdämmung, unter Bodenplatten und schwimmendem Unterlagsboden, auf Industrieböden und Parkdecks, in Hohlräumen und in Sandwichelementen.

Plattenware ist leicht zu verarbeiten, PUR-Ortschaum sollte jedoch nur von Fachfirmen verwendet werden. Platten aus PUR werden mit Kalt- oder Heissbitumen verklebt sowie mechanisch befestigt. Polyurethan ist gegen die meisten am Bau vorkommenden Chemikalien beständig, sollte jedoch wie EPS und XPS vor UV-Strahlung geschützt werden. PUR ist aber generell alterungsbeständig, wurzelfest sowie wasserabweisend. Dämmstoffe aus PIR sowie andere Spezialprodukte weisen höhere Widerstände sowohl gegenüber tiefen als auch hohen Temperaturen auf.

Die Herstellung von Polyurethandämmstoffen ist verbunden mit dem Einsatz von Zwischen- und Nebenprodukten, die für den menschlichen Organismus hochgiftig sind, wie z.B. Isocyanate. Generell sollten während der Verarbeitung von PUR entstehende Stoffe nicht eingeatmet werden. PUR brennt unter starker Rauchentwicklung und beim Brand werden giftige Chemikalien wie z. B. Isocyanate oder Blausäure freigesetzt. Im eingebauten Zustand sind aber keine physiologisch wirksamen Emissionen zu erwarten.

Polyvinylchlorid (PVC)   [Chemie]

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein thermoplastisches Polymerisat von Vinylchlorid, das weichmacherfrei als hartes PVC bzw. weichmacherhaltig als weiches PVC verwendet wird. PVC wird z.B. zum Bau von Fensterrahmen, Kabeln, Rohren oder Bodenbelägen eingesetzt. Hartes PVC ist witterungsbeständig, schlagfest und zeigt glatte Oberflächen. Weiches PVC ist flexibel und elastisch. PVC wird jedoch im Brandfall gefährlich, da stark ätzender gasförmiger Chlorwasserstoff (HCl) entsteht, aus dem mit Wasser Salzsäure wird.


Porenbeton   [Bautechnik]

Relativ neu sind Wärmedämverbundsysteme aus Porenbeton. Als Baustein ist dieses Material allerdings schon lange bekannt (Markenname “Ytong“). Bei Verwendung als Wärmedämverbundsystem im Einfamlienhausbereich braucht es aber nicht gedübelt zu werden. Porenbeton ist hoch belastbar, diffusionsoffen und nicht brennbar.


Porenschwamm   [Biologie]

Der weisse Porenschwamm (z.B. Fiproporea vailantii) zählt zur Gruppe der holzzerstörenden Pilze.


Porosität   [Bautechnik]

Die Porosität eines Stoffes ist ein technischer Kennwert, der sich aus dem Verhältnis der Rohdichte zur Reindichte ergibt. Die im Material enthaltenen Poren sind meist mit Luft gefüllte Hohlräume, deren Gestalt und Volumen wesentlich das Verhalten des gesamten Materials im Hinblick auf Wasseraufnahme, Speicherfähigkeit, Festigkeit und Frostbeständigkeit bestimmt.


Predicted Mean Vote (PMV)   [Prüftechnik]

Die Predicted Mean Vote (PMV, also die voraussichtliche mittlere Bewertung) beschreibt das Komfortempfinden von Personen in Abhängigkeit von u.a. Temperatur, Strahlung, Kleidung und Tätigkeit auf einer Skala von -3 (kalt) bis +3 (heiss). Üblicherweise gelten Werte zwischen -0,5 und +0,5 als komfortabel.


Predicted Percentage of Dissatisfied (PPD)   [Prüftechnik]

Die Predicted Percentage of Dissatisfied (PPD, also der voraussichtliche Anteil Unzufriedener) beschreibt die (Un-)Zufriedenheit von Personen aufgrund des thermischen (Dis-)Komforts, den sie empfinden. Die PPD folgt aus der voraussichtlichen mittleren Bewertung (PMV) des Komforts. Da nie alle Personen eine thermische Situation gleich beurteilen, sinkt die PPD nie unter einen Anteil von 5%. Bei einer PMV von ±0,5 beträgt die PPD 12%.


Primärenergie   [Enrergietechnik]

In der Energiekette steht die Primärenergie an erster Stelle. Nutzenergie ist per Definition der Anteil der Primärenergie der tatsächlich einem Nutzen dient, z.B. der Beheizung eines Gebäudes. Endenergie ist der Energieanteil der Primärenergie den der Verbraucher geliefert bekommt und bezahlen muss. Die Primärenergie selber beinhaltet darüber hinaus auch noch Energiemengen, die für Förderungen, Umwandlung oder Transport der Endenergie aufgebracht werden müssen. Je nach Energieträger sind diese Verlustanteile unterschiedlich hoch.


Primärenergiebedarf   [Energietechnik]

Der Primärenergiebedarf beschreibt die Energiemenge, die zur Deckung des Endenergiebedarfs benötigt wird. Dabei ist auch die zusätzliche Energiemenge zu berücksichtigen, die durch zeitlich oder örtlich vorgelagerte Prozessketten ausserhalb eines Gebäudes bei Gewinnung, Umwandlung und Verteilung der eingesetzten Brennstoffe entsteht. Üblicherweise wird die Primärenergie als Kriterium für die CO2-Emmision herangezogen.


Primärenergieinhalt (PEI)   [Energietechnik]

Der Primärenergieinhalt (PEI) beschreibt den zur Herstellung des Produktes notwendigen Energieverbrauch. Er weist die graue Energie eines Baustoffes aus, beschreibt also die zur Herstellung verbrauchte Energie. Dabei wird zwischen erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energie unterschieden. Die Einheit ist Joule (J). 100 Megajoule entsprechen einem Heizwert von 2,8 Litern Heizöl.


Primärfassade   [Bautechnik]

Bei einer Doppelfassade wird die wärmedämmende Fassade (in der Regel die innenliegende Fassade) auch Primärfassade genannt. Sie ist die ursprüngliche, erste Fassade zu der eine zweite Fassade (Zweite-Haut) im Konzept der Doppelfassaden hinzu kam. Bei Abluftfassaden liegt die Primärfassade aussenseitig und wird innenliegend durch eine einfach verglaste Schale ergänzt.


Produkthaftung  [Allgemein]

Nach dem Produkthaftungsgesetz haftet der Hersteller oder der Händler für das vom ihm in den Verkehr gebrachte Erzeugnis. Ansprüche sind nur dann möglich, wenn das Erzeugnis bestimmungsgemäss verwendet wird und kein Fehlgebrauch vorliegt. Dem Hersteller bzw. Händler obliegt eine Informationspflicht.


Pultdach  [Bautechnik]

Das Pultdach ist ein geneigtes Dach mit nur einer Dachfläche. Seine Form ähnelt einem Schreibpult. Eine hohe Wand bildet den Dachfirst, eine niedrigere die Traufe und zu beiden Seiten liegt ein Ortgang.


Putzmörtel  [Bautechnik]

Putzmörtel ist ein Gemisch aus einem oder mehreren Bindemitteln, Wasser, Gesteinskörnung zwischen 0,25 und 4 mm und ggf. Zusätzen. Das Gemisch wird an Wänden und Decken ein- oder mehrlagig aufgetragen.


Puzzolan  [Bautechnik]

Puzzolane sind kieselsäurehaltige oder kieselsäure- und tonerdehaltige natürliche oder künstliche Gesteine ohne selbstständiges Bindevermögen, die als Zusatzstoffe für die Herstellung von Mörtel oder Beton verwendet werden. Durch ihre Anteile an Kieselsäure und Kalkhydrat werden sie in Verbindung mit Wasser bindefähig.

Pyren  [Chemie, Medizin]

Pyren (C16H10) ist eines der 16 PAK, das nach EPA zur Summenbildung zu berücksichtigen ist, besteht aus 4 Benzolringen und hat einen Siedepunkt von 396 °C. Dieses PAK kommt in Steinkohlenteer, in geringerem Masse auch in Erdöl vor und ist als Produkt unvollständiger Verbrennung allgegenwärtig. Es findet sich beispielsweise in Tabakrauch, Abgasen von Holz-, Öl- und Kohleöfen, Motorabgasen und geräucherten Lebensmit­teln. Darüber hinaus dient Pyren als Ausgangsmaterial für die Herstellung von Farbstoffen und optischen Aufhellern.

In der Atmosphäre kann es sowohl gasförmig als auch partikelgebunden vorliegen. Gasförmiges Pyren wird photochemisch abgebaut, während partikelgebundenes Pyren über Nass- und Trockendeposition in Böden und Gewässer gelangen kann. Das PAK ist in der Umwelt relativ persistent und wird von Organismen akkumuliert. Pyren ist toxisch, Kanzerogenität und andere toxische Effekte können aber aufgrund fehlender Daten nicht bewertet werden.


Pyrogene Kieselsäure  [Bautechnik]

Als Kieselsäuren werden die Sauerstoffsäuren des Siliziums bezeichnet. Dieses Grundprodukt wird auch zur Herstellung von Aerogelen genutzt. Bei hohen Temperaturen entsteht unter Freisetzung von Chlorwasserstoff pyrogene Kieselsäure. In mehreren Produktionsschritten werden die ursprünglichen Nanopartikel vergrössert und am Ende mit bewehrenden Mikrofasern zu Dämmplatten mit sehr geringer Wärmeleitfähigkeit.

Dabei liegt dann auch das Hauptanwendungsgebiet pyrogener Kieselsäure dort, wo hohe Wärmedämmeffizienz gefordert ist. Eine spezielle Anwendung findet pyrogene Kieselsäure als Stützkernmaterial opaker Vakuumdämmelemente (VIS und VIP).

Bei Hautkontakt kommt es zu einer zwischenzeitlichen Entfettung der Haut. Darüber hinaus sind keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei korrekter Verwendung von pyrogener Kieselsäure bekannt.

Q


Quarzsand  [Bautechnik]

Quarzsand ist ein natürlicher Baustoff mit bestimmter Körnung. Das Grösstkorn liegt hier bei 4 mm. Er besteht zum überwiegenden Teil aus reinem Quarz und wird z.B. al Betonzuschlag verwendet.


Quellen  [Bautechnik]

Mit dem Begriff Quellen wird die Vergrösserung der Abmessung von Holz infolge Feuchtigkeitsaufnahme beschrieben. Quellen und Schwinden können sich je nach erneuter Befeuchtung oder Trocknung wiederholen.


Querlüftung  [Facilitymanagement]

Umgangssprachlich wird Querlüftung auch Durchzug genannt. Das Prinzip ist einfach: Fenster auf beiden Seiten eines Gebäudes werden geöffnet. Durch Öffnen von Innentüren wird sichergestellt, dass die Luft das Gebäude zwischen den beiden Fenster frei durchströmen kann. Der Vorteil dieser preiswerten Art der Lüftung ist der schnelle Austausch von verbrauchter Luft ohne nennenswerte Abkühlung der Bausubstanz.

 

R


Radiator  [Haustechnik]

Ein Heizkörper, der Wärme durch freie Konvektion und Strahlung abgibt, wird Radiator genannt. Sie können aus unterschiedlichen Werkstoffen, wie Stahl, Aluminium, Gusseisen, und in verschiedenen Ausführungen (Platte, Säulen- oder Rohrbauart) hergestellt werden.


Radon  [Chemie, Geologie]

Dieses radioaktive Gas aus den Tiefen der Erde ist ein Edelgas und unter Normalbedingungen farb- und geruchlos. Durch undichte Stellen im Fundament dringt es in Kellerräume und Wohnungen und kann dort bedrohliche Konzentrationen erreichen, ohne dass davon Notiz genommen wird. Radon kann Lungenkrebs hervorrufen und jährlich erkranken in Deutschland etwa 2500 Menschen daran. Vor allem in Mittelgebirgsregionen und kleineren Teilen Schleswig-Holsteins strömt Radon aus dem Untergrund.


Randdämmstreifen  [Bautechnik]

Um die Schallübertragung vom Boden auf Wände zu vermeiden, werden Unterlagsboden im Randbereich umlaufend von Randdämmstreifen eingefasst. Die Höhe richtet sich nach der Aufbauhöhe der Belagskonstruktion. Nach oben sollten sie durch eine Bewegungsfuge abgeschlossen sein, um sie vor Schmutzeinwanderung zu schützen.


Randverbund  [Bautechnik]

Der Randverbund ist Teil einer modernen Verglasung, bei der die Scheiben im Randbereich mit einem speziellen Abstandhalter und Kleb- bzw. Dichtstoffen zusammengefügt werden. Die Abstandhalter bestehen aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff. Die Kleb- und Dichtstoffe werden normalerweise in zwei Stufen aufgebracht: Der Abstandhalter wird stirnseitig mit Polyisobutylen mit der Scheibe verklebt und dann wird der Aussenbereich des Abstandhalters zwischen den Scheiben von aussen mit Polysulfidpolymer oder Silikon abgedichtet.


Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA)  [Haus-, Bautechnik]

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) stellen im Brandfall die sichere Ableitung von Rauch und heissen Brandgasen sicher und helfen somit, Menschenleben zu retten. Eine komplette Rauch- und Wärmeabzugsanlage besteht aus den einzelnen Rauch- und Wärmeabzugsgeräten (RWG), den Auslöse- und Bedienelementen, der Energieversorgung, den Leitungen, der Zuluftversorgung und Rauchschürzen bei grösseren Räumen.


Rauch- und Wärmeabzugsgerät (RWG)  [Haustechnik]

Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (RWG) leiten im Brandfall heisse Rauchgase ab, um einen rauchfreien Bereich in Bodennähe und auf Fluchtwegen sicherzustellen. Sie bestehen meistens aus Lichtkuppeln, Jalousieelementen oder Brandgasventilatoren in Dach oder Wand.


Rauchmelder  [Elektrotechnik]

Rauchmelder sprechen auf in der Luft enthaltene Verbrennungs- und/oder Pyrolyseprodukte (Schwebstoffe) an. Optische Rauchmelder reagieren auf Verbrennungsprodukte, welche die Dämpfung oder die Streuung von Licht beeinflussen können.


Raumakustik  [Akustik]

Die Raumakustik beschäftigt sich mit Schallreflexion in Innenräumen. Als Haupteinflussfaktoren gelten die baulichen Rahmenbedingungen wie Decke, Boden, Wände und das Mobiliar. Die Kernaufgabe der Raumakustik ist, die Grössen in der Raumgestaltung so zu beeinflussen, dass die akustischen Eigenschaften des Raumes möglichst gut zu seinem Bestimmungszweck passen. Ein Kriterium für eine gute Raumakustik ist Verständlichkeit, die u.a. über die Nachhallzeit bestimmt werden kann.


Raumlufttechnik  [Haus-, Lufttechnik]

Raumlufttechnik bezeichnet jede Art der Luftkonditionierung für Räume mittels natürlicher oder mechanischer Luftförderung. Folgende Luftbehandlungsfunktionen sind möglich: Luftfilterung, Luftförderung, Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten.


Raumtemperaturregler  [Haustechnik]

Ein Raumtemperaturregler ist ein elektrisches oder hydraulisches Bauglied, das durch selbsttätiges Beeinflussen der Wärmezufuhr (z.B. an Radiatoren) die Raumtemperatur in bestimmten Grenzen (Regelabweichung) auf den Sollwert regelt.


Recycling  [Entsorgung]

Mit dem englischen Ausdruck “Recycling” wird eine Wiederverwendung von Baustoffen bezeichnet, und zwar im ökologischen Sinne eines Sparens von Ressourcen und Energie.


Reflexion  [Physik, Akustik, Licht-, Nachrichtentechnik]

Der Begriff Reflexion kann mit “zurückwerfen” übersetzt werden. Der Vorgang darf nicht mit der Beugung und Brechung verwechselt werden. Im Allgemeinen spricht man von Reflexion, wenn eine Welle (Schallwelle, Lichtstrahl) von einer Oberfläche zurückgeworfen wird. Der Eintrittswinkel des einfallenden Strahls ist gleich dem Austrittswinkel. Strahlung und Wellen, die nicht reflektiert werden, können akustisch oder optisch absorbiert (in Wärme umgewandelt) oder transmittiert werden.


Reinraum  [Haus-, Lufttechnik]

In Rein- und Reinsträume muss die Konzentration luftgetragener Partikel möglichst gering gehalten werden. Je nach Reinraumklasse darf eine vorgeschriebene Anzahl an Teilchen einer definierten Grösse pro Kubikmeter Raumluft nicht überschritten werden, um beispielsweise hoch empfindliche elektronische Bauteile nicht zu beschädigen. So können in der Halbleiterfertigung bereits Partikel in der Grösse eines Bruchteils eines Mikrometers die Schaltkreise stören.


Rekonstruktion  [Bautechnik]

Unter Rekonstruktion versteht man die Wiedererrichtung eines nicht mehr vorhandenen Gebäudes oder Bauteils an der gleichen Stelle wie sein Vorgängerbau. Sie orientiert sich an exakten Vorlagen, Fragmenten oder auch nur Indizien.


Resonanz  [Physik]

Resonanz ist ein allgemeiner Begriff für das Phänomen der Schwingungsaufschaukelung bei Anregung erzwungener Schwingungen mit einer Frequenz, die gleich oder nahezu gleich einer Eigenfrequenz des angeregten Systems ist. Wird ein Raum durch Schall angeregt, so entstehen Resonanzen bei der Eigenfrequenz, bei denen sich im Raum stehende Wellen bilden können. Auch bei elektromagnetischen Wellen treten Resonanzen auf-


Resonator  [Physik]

Resonatoren werden in der Bau- und Raumakustik sowie in der Lärmbekämpfung als Schallabsorber eingesetzt. Sie werden auch Resonanzabsorber genannt und kommen vor allem in Form von Plattenresonatoren (Plattenschwingern), Lochplattenresonatoren (Lochplattenschwingern) und Helmholtzresonatoren vor. Resonatoren absorbieren vorzugsweise in einem schmalen Frequenzbereich, der bei mittleren oder tiefen Frequenzen liegt.


Retentionsmittel  [Bautechnik]

Retentionsmittel werden in der Putzsanierung eingesetzt und dienen zur Regelung der Wasserabgabe des Putzes. Altes Mauerwerk ist häufig trocken und auch hydrophil. Das Abbindewasser des neu aufgebrachten Putzes kann mit einem Retentionsmittel trotz saugendem Untergrund länger im Putz gehalten werden.


Rettungsweg  [Bautechnik]

Der Rettungsweg in Gebäuden ist ein baurechtlich notwendiger Teil der baulichen Anlage, über den Personen die Anlage verlassen oder gerettet werden können. Als Rettungswege gelten u.a. Flure, Treppenräume, Ausgänge, Rettungsbalkone, Laubengänge, Rettungstunnel.


Revisionsöffnung  [Haus-, Bautechnik]

Eine Revisionsöffnung ist eine Klappe/Luke in der Wand, die dahinterliegende Installationen wie z.B. Rohrleitungen oder Verteilerkästen zur Kontrolle zugänglich macht.


RFID  [Nachrichtentechnik]

RFID steht für Radiofrequenz-Identifikation, mit der Daten mittels Radiowellen berührungslos und ohne Sichtkontakt zu übertragen. Herzstück der Technologie ist der Transponder, ein winziger Computerchip mit Antenne. Er ist in ein Trägerobjekt integriert, beispielsweise in ein Klebeetikett oder eine Plastikkarte. Auf dem Chip ist in der Regel ein Nummerncode gespeichert. Dieser verschlüsselt Informationen, die in einer Datenbank hinterlegt sind.


Richtcharakteristik  [Akustik]

Die Richtcharakteristik von Schallquellen lässt sich am besten in Polarkoordinaten darstellen. Man trägt den Schalldruck in einer Ebene um die Quelle abhängig vom Winkel im Verhältnis zum Schalldruck in einer Bezugsachse auf. Die Richtcharakteristik von Schallquellen wird meistens durch den Richtungsfaktor, den Richtungsgrad und das Richtungsmass gekennzeichnet.

Richtcharakteristik  [Nachrichtentechnik]

Richtlinie [Allgemein]

Eine Richtlinie ist eine Handlungsvorschrift, aber kein förmliches Gesetz. Ob und für wen eine Richtlinie überhaupt eine Bindungswirkung entfaltet, ist stark umstritten und immer im Einzelfall zu prüfen. Der Begriff wird mehrdeutig verwendet. Es gibt einerseits technische Richtlinien, die von einer Organisation ausgegeben werden und einen Standard vorgeben, der den Stand der Technik widerspiegelt. Im Gegensatz hierzu werden rechtliche Richtlinien von einem dazu formellgesetzlich ermächtigten Gremium beschlossen.


Riegel  [Bautechnik]

Bei Fenstern und Türen ist der Riegel ein horizontales Teil des Rahmens, das den Blendrahmen u.a. in statischer Hinsicht unterteilt. Der Riegel ist mit dem Blendrahmen fest verbunden. Bei Fensterwand-Konstruktionen ist daher auch von Pfosten-Riegel-Konstruktionen die Rede. 


Ringanker  [Bautechnik]

Ein Ringanker ist ein horizontal in der Wandebene liegendes Bauteil zur Aufnahme von Zugkräften, die in der Wand durch Horizontallasten oder Verformungsunterschiede hervorgerufen werden. Ein Ringanker ist unter Gebrauchslasten für eine Zugkraft von 30 kN zu dimensionieren. Als Material wird üblicherweise Stahlbeton verwendet.


Rohbau  [Bautechnik]

Der Rohbau eines Gebäudes ist prinzipiell durch zwei Aspekte geprägt: Die äusseren (tragenden) Konturen des Gebäudes sind erkennbar, doch bewohnbar ist das Gebäude in diesem Zustand noch nicht. Die Planung des Rohbaus obliegt dem Architekten im Rahmen der Hochbauplanung. Weitere am Rohbau Beteiligte sind Maurer, Zimmerer, Stahlbauer und/oder (Stahl-)Betonbauer.


Rohdichte  [Bautechnik]

Die Rohdichte eines Stoffes gibt seine Masse bezogen auf das Volumen an. Sie wird in kg/m³ angegeben. Zu berücksichtigen ist dabei der Feuchtigkeitsgehalt des Stoffs. Die Rohdichte von Mauersteinen liegt zwischen 350 kg/m³ und 2500 kg/m³. Faustregel: Je schwerer der Stein desto höher die Druckfestigkeit, desto höher der Schalldämmwert, desto niedriger die Wärmeleitfähigkeit.


Rollladen  [Bautechnik]

Ein Rollladen wird in der Regel als zusätzlicher Abschluss vor einem Fenster oder einer Fenstertür montiert. Neben einer Abdunklung werden damit Verbesserungen bei der Wärmedämmung und dem Einbruchschutz erreicht. Hauptsächlich werden Kunststoff- und Aluminiumpanzer unterschieden.


Rollladenkasten  [Bautechnik]

Der Rollladenkasten nimmt die Rolllade auf, wenn sie nicht benutzt wird. Er kann aus örtlich hergestelltem Beton oder als Fertigteil in die Aussenwand integriert oder davor angebracht sein. Rollladenkästen sind in modernen Gebäuden ein wichtiger Punkt, auf den bei der wärmedämmtechnischen Auslegung des Gebäudes zur Vermeidung von Wärmebrücken geachtet werden sollte.


Rücklauftemperatur  [Haustechnik]

Mit dem Rücklauf kommt das Heizwasser nach der Abkühlung an einem Heizkörper zum Kessel zurück. Die Rücklauftemperatur hängt also direkt mit der Vorlauftemperatur zusammen, zusätzlich hat die Art der Wärmeabgabe und der aktuelle Wärmebedarf des Hauses einen Einfluss.

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Salzbelastung  [Bautechnik]

Viele Mauerwerksbereiche im Altbau sind nicht ausreichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Unter bestimmten Umgebungsbedingungen verdunstet das in die Wand eingedrungene Wasser an der Oberfläche und hinterlässt mittransportierte Salze an der Wandoberfläche als weisslichen bisweilen flaumartigen Belag.


Sandwichelement  [Bautechnik]

Sandwichelemente sind industriell vorgefertigte Fassadenelemente, werden vorrangig in Gewerbegebäuden als einschalige Wandkonstruktion eingesetzt und bestehen aus Deckschalen verschiedener Materialien (meist Metalle) und einem Kern aus Hartschaum (Polyurethanschaum oder Polystyrol) bzw. mineralischem Faserdämmstoff. Der Kern kann eine Verbundwirkung mit den Schalen herstellen. Die Sandwichelemente können plan, gekantet oder gerundet hergestellt werden.


Sanierputz  [Bautechnik]

Sanierputze sind werkgemischte Trockenmörtel, die besondere Anforderungen hinsichtlich Festigkeit, Zusammensetzung, Luftporengehalt, Salzaufnahmefähigkeit und Wasserdampfdiffusionsfähigkeit erfüllen. Sie lassen die in der Wand enthaltene Feuchtigkeit hindurch diffundieren und können wasserlösliche Salze, die mit dem Wasser transportiert werden, schadensfrei im Putzgefüge anlagern.


Sanierung  [Bautechnik]

Unter einer Sanierung versteht man die baulich technische Wiederherstellung oder Modernisierung eines Bauwerks, um Schäden oder einen Mangel zu beseitigen oder den Wohn- und Lebensstandard zu erhöhen. Um vorhandene Mängel festzustellen, muss eine Voruntersuchung in Form eines Gutachtens durchgeführt werden, aus der die Schadensursache, das Schadensbild sowie die vorgesehenen Sanierungsmassnahmen hervorgehen. Ziel ist die Wiederherstellung des standsicheren und zweckbestimmt nutzbaren Zustands. Eine Sanierung geht über die Instandhaltung hinaus und schliesst oft die Modernisierung ein, die auch Nutzungsanpassungen und erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz erforderlich machen können.


Satteldach  [Bautechnik]

Das Satteldach besteht aus zwei gegeneinander geneigten Dachflächen, die durch den First miteinander verbunden sind. Diese Dachform ist weit verbreitet und wird als Sparrendach oder Pfettendach ausgebildet.


Schädling, pflanzlich  [Biologie, Bautechnik]

Vor allem Holzbauteile aber auch Putz und Mauerwerk von Altbauten sind durch Schädlingsbefall gefährdet. 


Schädling, tierisch  [Biologie, Bautechnik]

Vor allem Holzbauteile aber auch Putz und Mauerwerk von Altbauten sind durch Schädlingsbefall gefährdet. Hierbei wird zwischen pflanzlichen und tierischen Schädlingen unterschieden.


Schafwolle  [Bautechnik]

Schafwolle ist eines der ersten Materialien, mit dem sich der Mensch gegen Kälte geschützt hat. Schafwolldämmstoffe, bestehen vorwiegend aus gebrauchter Schurwolle sowie aus Schurwolle, die in der Textilindustrie nicht verwendet werden kann. Als Motten- und Ungezieferschutz werden Borsalz oder Harnstoffderivat zugegeben. Aus den gelbbraunen Fasern werden Krempelvliese kardiert, die kreuzweise übereinander gelegt und zu Matten vernadelt und verdichtet werden. Produktionsabfälle können auch als Stopfwolle genutzt werden.

Eingesetzt wird Schafwolle in diesen Bereichen: Unter und zwischen Sparren, in Fassaden und leichten Trennwänden oder als Akustikdämmung. Verarbeitung und Einbau sind relativ einfach. Der Zuschnitt kann beispielsweise mit Dämmstoffmessern erfolgen. Dämmstoffmatten können mit Überbreite zwischen tragende Elemente geklemmt werden. Dämmstoffe aus Schafwolle sind diffusionsoffen, alterungsbeständig, geruchsneutral, flexibel sowie beständig gegen Fäulnis und Schimmelbildung.

Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bei korrekter Verwendung nicht zu erwarten. Ohne den Einsatz von Pestiziden oder Insektiziden schaden Schafwolldämmstoffe auch kaum der Umwelt. Schafwolle soll in der Raumluft vorkommendes Formaldehyd nicht nur aufnehmen, sondern auch langfristig abbauen können. Der Rückbau von Schafwollmatten ist grundsätzlich möglich. Eine Entsorgung unbehandelter Produkte durch Kompostierung und Deponierung ist durchaus möglich.


Schall  [Akustik]

Mechanische Schwingungen in Gasen, Flüssigkeiten oder Feststoffen werden als Schall bezeichnet. In der Bau- und Raumakustik haben Schallvorgänge in der Luft, die uns als Medium umgibt und über die unser Ohr den Schall wahrnimmt, primäre Bedeutung. Neben dem Luftschall sind in Gebäuden auch Probleme des Körperschalls bei Übertragungen über die Bauteile wichtig.


Schallabsorptionsgrad  [Akustik]

Die Qualität einer Schallabsorption wird durch den Schallabsorptionsgrad beschrieben, der Werte zwischen 0 (vollständige Reflexion) und 1 (vollständige Absorption) annehmen kann. In der Raumakustik werden alle Schallenergieanteile als “absorbiert” betrachtet, die nicht reflektiert werden. Einem offenen Fenster, durch das die gesamte auffallende Schallenergie transmittiert wird, wird ein Schallabsorptionsgrad von 1,0 zugeordnet.


Schallbrücke  [Akustik]

Über Schallbrücken wird Körperschall unter Umgehung von Dämmschichten in andere Bauteile übertragen. Als Schallbrücken wirken schon kleinste starre Verbindungen. Beispielsweise können punktförmige Randverbindungen vom Unterlagsboden zu einer Wand den Trittschallpegel um mehrere Dezibel erhöhen. Hiergegen können Randdämmstreifen eingesetzt werden.


Schalldämmmass, bewertet  [Akustik]

Die Schalldämmung eines Bauteils ist meist stark frequenzabhängig. Um die Schalldämmung dennoch durch eine Einzahlangabe hinreichend genau charakterisieren zu können, wird das bewertete Schalldämm-Mass Rw gebildet. Eine Verbesserung der Schalldämmung um 10 dB bewirkt dabei eine Halbierung der abgegeben Schallleistung, d.h. des Lärms.


Schalldämmung  [Akustik, Bautechnik]

Zur Minderung von Lärmbelästigung gibt es verschiedene geeignete bauliche Massnahmen, je nach Schallübertragungsweg, wobei zwischen Luft-, Körper- und Trittschall differenziert wird. Die Behinderung ihrer Ausbreitung wird als Schalldämmung bezeichnet. Insbesondere beim Körperschall ist dabei auf die Vermeidung von Schallbrücken zu achten.


Schalldämpfer  [Akustik]

Zur akustischen Entkoppelung von Luftschallübertragung werden Schalldämpfer verwendet. Je nach Auslegungsart werden bestimmte Frequenzbereiche des Schallspektrums gut gedämpft, andere hingegen schlechter. Darum ist für jeden Anwendungsfall eine detaillierte Schalldämpferauslegung nötig.


Schalldruck  [Akustik]

Schallwellen in der Luft rufen in unserem Ohr aufgrund von Druckunterschieden die Schallempfindung hervor. Neben der Frequenz ist der Schalldruck eine wichtige Kenngrösse von Schallschwingungen. Er stellt die Amplitude der Schwingung dar. Er ist im Vergleich zu dem statischen atmosphärischen Druck (Ruhedruck) von etwa 100 kPa ein sehr kleiner Wechseldruck in der Grössenordnung von 20 µPa (Hörschwelle) bis 20 Pa (Schmerzgrenze), der diesen überlagert.


Schalldruckpegel  [Akustik]

Da sich die Empfindlichkeit des Gehörs nicht an absoluten sondern an relativen Schalldruckänderungen orientieren, ist es in der Akustik üblich, nicht mit Schalldrücken sondern mit einer daraus abgeleiteten logarithmischen Grösse, dem Schalldruckpegel, zu arbeiten. Die Einheit des Schalldruckpegels ist Dezibel (dB). Die Hörschwelle liegt bei 0 dB und die Schmerzgrenze bei 130 dB. Änderungen des Schalldruckpegels von ca. 1 dB sind eine gerade wahrnehmbare Grössenordnung.


Schallleistung  [Akustik]

Es ist allgemein üblich, Schallquellen durch die abgestrahlte Schallleistung in Watt zu kennzeichnen. Bei Maschinen als Geräuschquellen werden im Allgemeinen weniger als 0,01% ihrer Leistung in Schall umgesetzt. Bei Musikinstrumenten ist es etwa 1%, bei Lautsprechern sind es maximal etwa 10% und bei Sirenen können es bis 50% sein. Schallleistungspegel lassen sich wie Schalldruckpegel nach den Gesetzen der Pegeladdition zusammenfassen.


Schallpegeladdition  [Akustik]

Das Rechnen mit Schalldruckpegeln basiert auf logarithmischen Rechenregeln. Ein spezieller Fall ist das Addieren von n gleichen Schallpegeln. Hier resultiert der Gesamtschallpegel aus der Summe des Grundpegels und 10 lg n. Eine Verdopplung der Anzahl der Schallpegel erhöht den Gesamtpegel also um 3 dB. Eine Verdreifachung gibt 5 dB mehr.


Schallschutz  [Akustik, Bautechnik]

Als Schallschutz werden sowohl Massnahmen gegen die Schallentstehung als auch gegen die Schallübertragung bezeichnet. Ein guter Schallschutz wird durch hohe Baustoffgewichte und Entkopplung schwingender Massen erreicht. Ein Beispiel hierfür ist die Beplankung bei Leichtbauwänden. Sie wird akustisch durch zwischenliegende Dämmplatten entkoppelt. Dadurch wird eine Körperschallübertragung reduziert.


Schallschutzglas  [Akustik, Bautechnik]

Schallschutzglas soll Innenräume vor Aussenlärm schützen. Neben den äusseren Gegebenheiten sind die schalldämmenden Eigenschaften des verwendeten Glases für den Schallschutz ausschlaggebend. Sie werden im Wesentlichen von Scheibengewicht, -steifigkeit und -aufbau, der Anordnung von Zwischenschichten, sowie der Breite und Füllung des Scheibenzwischenraumes beeinflusst.


Schalung  [Bautechnik]

Eine Schalung ist notwendig, um dem Beton seine endgültige Form zu geben. Sie muss so lange unverrückbar stehen, bis der Beton seine Festigkeit und damit seine eigene Tragfähigkeit erreicht hat.


Schaumglas  [Bautechnik]

Schaumglas wurde im 2. Weltkrieg von Pittsburgh Corning unter dem Markennamen “Foamglas” entwickelt. Es besteht hauptsächlich aus den Rohstoffen, die auch zur Glasherstellung benötigt werden. Die Rohstoffe werden geschmolzen, gekühlt, zerpulvert und unter Zugabe von Kohlenstoffpulver in Formen eingebracht, die einen Ofen durchlaufen, in dem das zermahlene Rohglas durch Oxidation des Kohlenstoffes aufgeschäumt wird. Schaumglas besteht aus einer abgeschlossenen Zellstruktur mit dünnen Zellglaswänden. In den Zellen befindet sich Schwefelwasserstoff, durch den bei der Verarbeitung der Platten ein unangenehmer Schwefelgeruch entsteht.

Schaumglas gibt es in Plattenform, als Formteile oder Granulat und wird meist dort eingesetzt, wo Druckfestigkeit oder Wasserdichtigkeit gefragt sind: auf Dächern, in Fassaden, als Perimeterdämmung, unter Bodenplatten sowie auf Industrieböden und Parkdecks. Den Einbau sollte man aufgrund der speziellen Anwendungsgebiete jedoch besser Fachfirmen überlassen. Die Befestigung kann entweder in Trockenbauweise oder durch Verklebung mit Kaltkleber oder mit Heissbitumen erfolgen. Da Schaumglas sehr spröde ist, sollte es nur auf ebenen Untergründen aufgebracht werden. Es ist aber grossflächig druckfest, wasser- und dampfdicht sowie beständig gegen Alterung, Feuchtigkeit, Fäulnis und Schädlinge. Dennoch wird es durch gefrierendes Wasser zerstört. Auch wird es von Laugen wie z. B. kalkhaltigem Wasser angegriffen.

Eine Wiederverwendung von nicht verklebten Dämmstoffplatten aus Schaumglas ist durchaus möglich. Leider wird Schaumglas in seiner Anwendung sehr häufig mit Bitumen o.ä. verklebt, so dass meist nur der Einsatz als Schotter im Strassenbau möglich ist.


Scheibenzwischenraum (SZR)  [Bautechnik]

Der luft- oder gasgefüllte Zwischenraum Verglasungen wird Scheibenzwischenraum (SZR) genannt. Er ist üblicherweise zwischen 12 mm und 20 mm breit und kann sowohl mit Luft als auch mit Edelgasen (Argon, Krypton) gefüllt sein. Eine ältere Bezeichnung ist Luftzwischenraum (LZR). Im SZR können z.B. Jalousien oder Rollos für den Blend-, Sicht- oder Sonnenschutz angeordnet werden.


Scherkraft  [Physik]

Durch unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten kommt es bei Temperaturänderungen zur gegenseitigen Verschiebung zweier miteinander verbundener Werkstoffe. Die Kraft, die dabei parallel zur Kontaktfläche auf den sich relativ stärker “beweglichen” Teil wirkt, wird als Scherkraft bezeichnet.


Schiefer  [Bautechnik]

Schiefer ist ein metamorphes Gestein, das vor ca. 345 – 500 Millionen Jahren aus feinstkörnigen Ton-Schlamm-Massen, die sich am Meeresboden abgelagert haben, hervorgegangen ist. Hoher Druck und die spätere Gebirgsfaltung bewirkten die Ausrichtung der Glimmerlagen, auf denen die Spaltbarkeit des Schiefers beruht. Von den verschiedenen Schieferarten eignet sich besonders Tonschiefer für Bauanwendungen.


Schiefernagel  [Bautechnik]

Schiefernägel oder -stifte werden für die Befestigung von Schiefer verwendet. Sie müssen mindestens feuerverzinkt sein. Da Schiefernägel konisch zugeschnitten sind, muss die Lochung im Schiefer bei der Verwendung von Schiefernägeln von unten nach oben erfolgen. Schiefernägel sollten über einen aufgerauten Schaft verfügen.


Schilfrohr  [Bautechnik]

Für Dämmstoffe aus Schilf, das eine sehr schnell nachwachsende Pflanze ist, wird das Schilfrohr – auch als Reet oder Ried bekannt – verwendet. Hierzulande steht es aber häufig unter Naturschutz, so dass das benötigte Schilfrohr meistens aus Polen oder Ungarn importiert wird. Das Schilfrohr wird geschnitten, getrocknet und sortiert, die Halme gebündelt und parallel zueinander in mehreren Schichten fest zusammengepresst. Verbunden werden die Halme in den meisten Fällen mit verzinktem Eisendraht und dann zu Matten geschnitten.

Schilfrohr ist recht vielfältg einsetzbar: in und auf Dächern, in Innen- und Aussenwänden oder als Putzträger, wobei letztere Möglichkeit z.B. in Wärmedämm-Verbundsystemen nur von Fachfirmen ausgeführt werden sollte. Die anderen Anwendungen sind weniger kompliziert. Man sollte die Matten aber mehrlagig verlegen, um Wärmebrücken zu vermeiden. Schilfrohr kann durch Sägen mit einer Kreissäge mit einem feinzahnigen Metallsägeblatt gekürzt werden. Die Befestigung kann durch Tellerdübel erfolgen. Schilfrohr ist alterungs- und fäulnisbeständig, sollte jedoch vor ständig einwirkender Nässe geschützt werden.

Als Naturbaustoff birgt Schilfrohr keine Gefahren für Mensch und Umwelt, solange die Ernte kontrolliert und nicht in der Nähe von Naturschutzgebieten erfolgt. Unbehandelte, aber beschädigte Dämmstoffe aus Schilfrohr können kompostiert, als Bauschutt deponiert oder zur Energiegewinnung verbrannt werden.

Schimmelpilz  [Biologie]

Schimmelpilze benötigen zum Wachsen organische Substanzen als Nährboden, die richtige Temperatur und Feuchtigkeit. Sind diese Bedingungen gegeben, können Pilzsporen keimen und de Pilz kann wachsen. 


Schlagdübel  [Bautechnik]

Schlagdübel setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: dem eigentlichen Dübel und einem speziellen Nagel. Sie werden z.B. als Befestigung von Dämmplatten verwendet, etwa bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) oder auch bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden (VHF) zum Einsatz. Der Dübel wird in ein bereits vorhandenes Bohrloch geschoben und anschliessend mit dem Spezialnagel arretiert.


Schloss  [Bautechnik]

Ein Schloss ist eine Verschlusseinrichtung zum Absperren von Verschlüssen gegen unbefugtes Eindringen. Man unterscheidet bei einer Verschlusseinrichtung zwischen dem eigentlichen Schloss (Schlossart) und seinen Eingerichten (Schliesssystem). Nach der äusseren Form werden Vorhängeschlösser, Kastenschlösser und Einsteckschlösser unterschieden.


Schmiedeeisen  [Bautechnik]

Schmiedeeisen ist historisch einer der ältesten Werkstoffe und war bis in das 19. Jahrhundert der häufigste Werkstoff für Beschläge, speziell für Bänder und Schlösser. Schmiedeeisen hat eine hohe Festigkeit, gute Verform- und Zerspanbarkeit, einen niedrigen Preis und kalkulierbare Lebensdauer bei annehmbaren Korrosionsschutz.


Schornstein  [Bautechnik]

Ein Schornstein ist technisch gesehen eine feuerfeste Abgasanlage zum Transport von Abgasen über das Dach ins Freie, insbesondere für die Abgase von Feuerstätten für feste Brennstoffe. Der Transport der Abgase erfolgt meist über den natürlichen Zug des Schornsteins. Bei geneigten Dächern soll die Schornsteinmündung möglichst nah am First liegen und die höchste Dachkante bei Dachneigungen über 20° um mindestens 40 cm überragen.


Schrumpfen  [Bautechnik]

Das Schrumpfen wird auch als Früh- oder Kapillarschwinden bezeichnet. Der Vorgang setzt bei einem zementgebundenen Baustoff in der plastischen Phase sofort nach der Wasserzugabe ein und hängt ganz besonders vom Wasserzementwert und auch von der Nachbehandlungsart und der Nachbehandlungsdauer des Betons ab.


Schubmodul (G-Modul)  [Bautechnik]

Der Schubmodul (auch G-Modul oder Schermodul) gibt die lineare elastische Verformung eines Baustoffes infolge einer Scherkraft an. Er errechnet sich aus dem Elastizitätsmodul (E-Modul) und der Querkontraktionszahl des Baustoffes. Der Schubmodul von Glas liegt bei 28690 MPa.


Schüttung  [Bautechnik]

Schüttungen sind lose oder gebundene Materialkongolmerate, die z.B. als Ausgleichschichten zum Einsatz kommen. Je nach Materialwahl (z.B. Korkschrot, Blähperlite, Blähglas) können sie dabei nicht nur ausgleichende, sondern auch schall- und wärmedämmende Funktionen übernehmen. Schüttungen gibt es in loser Form, gebunden oder in Form gefasst.


Schutzleiter, PE-Leiter

Eine wesentliche Komponente einer elektrischen Installation ist der Schutzleiter (PE-Leiter). Er dient der Sicherheit des Menschen vor elektrischem Schlag und muss deshalb besonders sorgfältig verlegt werden. Er ist mit grün-gelber Isolierung gekennzeichnet.


Schwarzwasser  [Entsorgung]

Schwarzwasser bezeichnet Abwasser, das im Gegensatz zu Grauwasser Fäkalien enthält. Es kann weiter in Braun- und Gelbwasser unterteilt werden.


Schweissverfahren, Bitumenbahnen  [Bautechnik]

Das Schweissverfahren ist eine Verfahrenstechnik für Bitumen-Schweissbahnen und bitumierte Formstücke, bei der die Deckschichten durch Wärmeeinwirkung (meist mit einem Brenner) angeschmolzen und so die Bahnen mit dem Untergrund verbunden werden.


Schwerbeton  [Bautechnik]

Schwerbeton ist ein Beton mit besonders schweren Gesteinskörnungen wie Schwerspat, Eisenerz, Baryt, Stahlgranulat. Die Trockendichte ist grösser als 2600 kg/m³.


Schwinden  [Bautechnik]

Schwinden hat im Baubereich mehrere Bedeutungen. Zunächst steht es für die Verringerung der Abmessung des Holzes infolge Feuchtigkeitsabnahme. Weiterhin wird auch bei der Volumenverminderung des Zementsteins bei Austrocknung von Schwinden gesprochen. Sowohl beim Arbeiten mit Holz als auch mit Beton müssen diese Schwindvorgänge mit berücksichtigt und wenn möglich unterbunden werden.


Seegras  [Bautechnik]

Seegrasgewächse sind in allen Meeren zu finden und werden entlang der deutschen Küsten bereits seit mehreren Jahrhunderten als Dämmstoff genutzt. Zudem diente es als Stopfmaterial für Polster und wird heute auch als Katzenstreu eingesetzt. Für die Nutzung als Dämmstoff wird Seegras zunächst von Sand gereinigt, dann getrocknet, zerkleinert und so in eine einblasfähige Form gebracht.

Seegrasdämmung wird meist in Holzkonstruktionen zwischen Stützen und Balken eingesetzt. Es wird wie Zellulosedämmstoffe eingeblasen. Ein kniffliger Vorgang, bei dem man einen erfahrenen Handwerker zu Rate ziehen sollte. Darüber hinaus wird der Dämmstoff auch als Stopfwolle eingesetzt. Seegras weist relativ gute Entfeuchtungseigenschaften auf und ist von Natur aus schwer entflammbar. Der natürlich hohe Salz- und Mineraliengehalt macht Seegras resistent gegen tierische Schädlinge und Verrottung.

Solange nur Seegras verwendet wird, das an Stränden angespült wird, hat die Natur kein Problem mit der Nutzung. Eine Übererntung der Meeresböden ist bei der aktuellen Nachfrage auch nicht zu befürchten. Dem Menschen schadet die Verarbeitung oder der Einsatz von Seegras auch nicht, da es sich bei dem losen Dämmstoff um eine getrocknete Pflanze ohne Zusatzstoffe handelt.


Seiltragwerk  [Bautechnik]

Seiltragwerke sind gegenüber anderen Konstruktionen besonders wirtschaftlich, wenn mittlere bis grosse Flächen stützenfrei zu überbrücken sind. Bei geringer Eigenmasse und hoher Zugbeanspruchung besitzen sie grosse Flexibilität und eine lange Lebensdauer.


Sekundärenergie  [Energietechnik]

Sekundärenergie ist der Energiegehalt von Umwandlungsprodukten (Elektrizität, Fernwärme, Stadtgas, Benzin) der Primärenergieträger (Sonnenlicht, Erdöl, Erdgas, Kohle, Uran). Die Sekundärenergie ergibt sich aus der Primärenergie abzüglich der Umwandlungsverluste.


Sicherheitsglas  [Bautechnik]

Sicherheitsgläser werden in Verbundsicherheitsglas (VSG, zwei oder mehrere Floatglasscheiben (Normalglas), die durch PVB-Folien fest miteinander verbunden sind) und Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG, thermisch vorgespannt mit höherer Belastbarkeit und dadurch mehr Sicherheit) unterschieden.


Sichtbeton  [Bautechnik]

Beim Sichtbeton übernehmen die Ansichtflächen gestalterische Funktion. Die Oberflächen werden durch die Schalungshaut bestimmt. Prinzipiell sind alle Betonoberflächen als Sichtbeton zu sehen. Um den Begriff klarer zu fassen, haben der Deutsche Beton-Verein E.V. und der Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. das “Merkblatt Sichtbeton” herausgegeben, welches vier verschiedene Klassen von Sichtbeton beschreibt.


Silikagel  [Chemie, Prüftechnik]

Silikagel ist eine poröse Form von Siliziumdioxid, also amorphe Kieselsäure in festem Zustand, mit einer grossen inneren Oberfläche. Es wird als Filter-, Absorptionsmaterial und Trockenmittel verwendet, da es sehr hygroskopisch wirkt.


Silikon  [Bautechnik]

Chemisch gesehen handelt es sich bei Silikon um langkettige Silizium-Sauerstoff-Verbindungen, die sich untereinander vernetzen können. Dadurch ergeben sich neben der Dauerelastizität auch wasser-, farb- und klebstoffabweisende Eigenschaften, weshalb mit Silikon abgedichtete Fugen nicht überstrichen werden können. Seine Elastizität ist jedoch auf ein Maximum beschränkt (ca. 20% Dehnfähigkeit). Eine 1 cm breite Dehnungsfuge darf sich also gerade um 2 mm erweitern, bevor das Silikon in der Fuge abreisst.


Silizium, kristallin  [Energietechnik]

Bei der Produktion von Solarzellen auf der Grundlage von Silizium gibt es zwei unterschiedliche Zelltypen: monokristalline und polykristalline Zellen. Letzere weisen dabei ein unruhigeres Erscheinungsbild auf als bei monokristallinen Zellen. Die Energie für die Herstellung ist bei polykristallinen Zellen geringer, jedoch gilt das auch für deren Wirkungsgrad.

Smog [Allgemein]

Smog (Ursprung: smoke (Rauch) + fog (Nebel)) bezeichnet stark erhöhte Luftschadstoffkonzentrationen über dicht besiedeltem Gebiet infolge besonderer meteorologischer Bedingungen.


Solararchitektur  [Bau-, Energietechnik]

Nach dem Prinzip der Solararchitektur wird einfallende Sonnenstrahlung als direkte Energiequelle zum Beheizen und Belichten genutzt. Planerisch wichtig sind dabei Südfassadenausbildungen, die die flach einfallende Wintersonne ungehindert eindringen lassen und die hochstehende Sommersonne z.B. durch auskragende Dächer oder Balkone ausblendenüber.


Solarenergie  [Energietechnik]

Solarenergie wird aus der Sonne gewonnen. Grundsätzlich unterschieden werden zwei Arten der Energiegewinnung: Solarthermie und Photovoltaik. Bei der Solarthermie wird mit Solarkollektoren Wärme erzeugt, bei der Photovoltaik mit Solarzellen Strom. Die Nachrüstung eines Gebäudes mit beiden Arten solarer Energiegewinnung ist möglich.


Solarkollektor  [Energietechnik]

Solarkollektoren dienen der Nutzung der Sonnenwärme für Warmwasserbereitung und Unterstützung der Heizung. Solarkollektoren sind auf Dächern oder an Fassaden installiert und sollen die Sonnenwärme aufnehmen. Über den Absorber gibt der Solarkollektor die Wärme an den Solarkreislauf ab. Kollektoren können als Flachkollektoren oder Vakuum-Röhrenkollektoren konstruiert sein. Je nach Ausführung ist eine Montage oberhalb der Dacheindeckung oder auch „Indach“ möglich.


Solarkonstante  [Energietechnik]

Die Solarkonstante ist die Energiemenge, die von der Sonne pro Sekunde auf eine senkrecht zur Strahlung stehende Fläche in mittlerer Entfernung an der oberen Grenze der Erdatmosphäre trifft. Ihr Wert beträgt 1,353 kW/m². Mit der einstrahlenden Sonnenenergie könnte der gesamte Energieverbrauch der Erde theoretisch um ein Vielfaches gedeckt werden.


Solarspeicher  [Energietechnik]

Ob die Sonnenwärme für die Warmwasserbereitung oder zur solaren Heizungsunterstützung genutzt wird: In beiden Fällen wird sie in einem Solarspeicher zwischengespeichert, damit die Wärme auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Für die solare Trinkwassererwärmung werden überwiegend bivalente Warmwasserspeicher verwendet, an die zusätzlich ein zweiter Wärmeerzeuger angeschlossen werden kann. Bei solarer Heizungsunterstützung wird die Wärme in einem Pufferspeicher bevorratet. Für die Kombination von Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eignen sich Kombispeicher.


Solarspeicher, bivalent  [Energietechnik]

Solarspeicher sind häufig bivalent ausgelegt. Sie besitzen zusätzlich zum Wärmetauscher des Solarkreises eine Einrichtung zum Nachheizen mittels einer anderen Energiequelle, beispielsweise einen zweiten Wärmetauscher im oberen Speicherbereich zum Anschluss an einen Heizkessel. Ein Nachheizen wird immer dann notwendig, wenn die Sonne nicht genügend Energie liefert, um den Warmwasserbedarf zu decken.


Solarthermie  [Energietechnik]

Solarwärmeanlagen nutzen die Strahlungswärme der Sonne, um Wasser zu erwärmen. Über einen Solarkreislauf wird die Sonnenwärme vom Kollektor zum Solarspeicher transportiert. Die Nutzung der Sonnenenergie zur Erwärmung von Wasser wird als Solarthermie bezeichnet. Für die Erzeugung von Solarstrom steht der Begriff Photovoltaik.


Solarzelle  [Techniktechnik]

Eine Solarzelle ist ein elektrisches Bauelement, das kurzwellige Strahlungsenergie, in der Regel Sonnenlicht, in elektrische Energie (Gleichstrom) wandelt. Die Anwendung der Solarzelle ist die Photovoltaik. Solarzellen werden häufig entsprechend ihrer Materialdicke in Dickschicht- und Dünnschichtzellen unterteilt. Ein weiteres Kriterium kann das verwendete Material sein. Es werden z.B. die Halbleitermaterialien CdTe, GaAs oder Kupfer-Indium-Selen-Verbindungen eingesetzt, weltweit am häufigsten jedoch Silizium. Die Kristallstruktur kann kristallin (mono-/polykristallin) oder amorph sein.


Sonnenenergienutzung  [Energietechnik]

Die aktive Nutzung von Sonnenenergie umfasst Systeme, die Sonnenenergie mittels Sonnenkollektoren in Wärme oder durch Solarzellen in Strom umwandeln. Passiv nennt man die Nutzung der Sonnenenergie, wenn keine beweglichen Elemente erforderlich sind. Jedes Haus nutzt passiv Sonnenenergie durch Fenster oder Wintergärten.


Sonnenenergienutzung, passiv  [Bau-, Energietechnik]

Mit passiver Sonnenenergienutzung kann durch die Gestaltung von Gebäuden (Ausrichtung, Raumanordnung, Anordnung von Glasflächen und Speichermassen) deren Energiebedarf zu senken. Solare Gewinne tragen z.B. zur Erwärmung von Räumen bei und reduzieren den Heizwärmebedarf. Tageslichtnutzung senkt den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass der Kühlbedarf im Sommer nicht steigt. Aktive Sonnenenergienutzung trägt hingegen dazu bei, entstandenen Energiebedarf zu decken.


Sonnenschutz  [Bautechnik]

Sonnenschutz ist eine technische Massnahme auf der Basis von Absorption, Reflexion und Refraktion (Brechung) zur Kontrolle des direkten Sonnenlichts. Das Ziel ist die Erhöhung des Sehkomforts (Blendschutz) sowie die Reduzierung der Wärmebelastung in einem Raum.


Sonnenschutz, integriert  [Bautechnik]

Sonnenschutz kann in den Scheibenzwischenraum von Isoliergläsern integriert werden, um nicht der Witterung ausgesetzt zu sein. Ein weiterer Vorteil besteht im geringen Reinigungs- und Wartungsaufwand. Regelbare System können mit entsprechenden Elektromotoren zum Öffnen und Schliessen des Sonnenschutzes ausgestattet werden. Auch Gestaltungsmöglichkeiten mit Lamellen, Rollos oder Reflexionsfolien sind vorhanden.


Sonnenschutz, natürlich  [Bautechnik]

Diese Art der Beschattung wird auf natürliche Art durch Bäume, Bepflanzung oder angrenzende Gebäude geboten. Es werden einem Gebäude keine technischen Bauteile hinzugefügt. Diese Art des Sonnenschutzes kann auch saisonabhängig geplant werden, wenn die Verschattung im Winter z.B. durch das gefallene Laub von Laubbäumen nicht mehr gegeben ist.


Sonnenschutz, primär  [Bautechnik]

Zum primären Sonnenschutz gehört neben der Ausrichtung des Gebäudes der statische, unbewegliche Sonnenschutz, z.B. Mauerwerk, Seitenwände, Bäume oder Nachbargebäude.


Sonnenschutz, sekundär  [Bautechnik]

In Erweiterung zum starren primären Sonnenschutz ist der sekundäre Sonnenschutz als regelbarer Sonnenschutz definiert, der vor der Fassade befestigt ist, z.B. als Raffstoren, Fassadenmarkisen etc.


Sonnenschutzglas  [Bautechnik]

Sonnenschutzgläser sollen vor allem im Sommer das Aufheizen der Räume hinter verglasten Flächen verhindern oder zumindest verzögern. Sie haben eine relativ hohe Durchlässigkeit der Verglasung für den sichtbaren Bereich des Lichtes bei gleichzeitiger Reduktion der wärmewirksamen Sonnenstrahlung. In der Praxis ist die Forderung nach Sonnenschutz in der Regel mit einer Wärme- oder Schallschutzfunktion verbunden. Dies führt zu einem Mehrfachscheibenaufbau.


Sorption  [Physik]

Sorption ist die Sammelbezeichnung für die Anlagerung z.B. von Wassermolekülen an die innere Oberfläche eines Stoffes. Die Anreicherung innerhalb einer Phase heisst Absorption, die an der Grenzfläche Adsorption. Für Prozesse, bei denen nicht eindeutig zwischen Ad- und Absorption unterschieden werden kann, wird der Oberbegriff Sorption verwendet. Die Umkehrung der Sorption heisst Desorption.


Spachtelmasse  [Bautechnik]

Spachtelmassen dienen dem Verschluss offener Poren und werden auf der Basis von Bindemitteln hergestellt. Im Wesentlichen kommen heute zementöse Spachtelmassen zum Einsatz, sie sind aber auch als Dispersions- oder Reaktionsharzspachtelmassen erhältlich. Ausser nach dem Bindemittel werden sie nach der Anwendung in Feinspachtelmassen zum Glätten, Ausgleichsmassen und als Füll- und Niveliermassen unterschieden.


Spannbeton  [Bautechnik]

Die Bewehrung dieses Betons besteht aus Betonstahl und Spannstahl. Mit Hilfe des vorgespannten Spannstahls bleibt der Beton bei Zug- und Biegekräften ohne schädliche Risse.


Sparren  [Bautechnik]

Als Sparren oder Dachsparren bezeichnet man in Dachkonstruktionen einen Träger, der von der Traufe zum First verläuft und die Dachhaut trägt. In der Aufsicht sind sie üblicherweise rechtwinklig zum First angeordnet. Der Dachsparren kommt entweder als geneigter Einfeldträger, oder geneigter Mehrfeldträger, jeweils mit oder ohne Kragarm vor.


Sparrendach  [Bautechnik]

Sparrendächer bilden – im Gegensatz zu den Pfettendächern – einen stützenfreien Dachraum. Sie bestehen aus Sparrenpaaren, die mit dem dazugehörigen Deckenbalken oder dem entsprechenden Teil der Massivdecke ein unverschiebliches Dreieck bilden. Die Decke bzw. der Deckenbalken wird nur auf Zug beansprucht, und die gesamte Dachlast wird auf die Aussenwände übertragen. Diese Dachkonstruktion eignet sich für Dachneigungen zwischen 25° und 60°.


Sparrenvolldämmung  [Bautechnik]

Bei der Sparrenvolldämmung wird der gesamte zur Verfügung stehende Sparrenzwischenraum mit Dämmstoffen ausgefüllt. Auf eine Belüftung im Dämmstoffbereich wird verzichtet. Dies stellt besondere Anforderungen an die Diffusionseigenschaften von Unterspannbahnen.


Sperrschicht  [Bautechnik]

Aussenwände in direktem Kontakt mit Erdreich können durch eindringende Feuchtigkeit gefährdet sein. Als Feuchteschutz gegen horizontalen Wassertransport werden vertikale Sperrschichten aufgebracht. Gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Sockelbereich werden horizontale Sperrschichten ausgebildet.


Splitgerät  [Haus-, Lufttechnik]

Splitgeräte sind kleine Klimaanlagen, in deren kompakten Gehäusen Verdichter, Expansionsventil und Verdampfer zusammengefasst sind. Sie sind in eine Innen- und eine Ausseneinheit aufgeteilt. Beide Komponenten teilen sich die Arbeit, den zu klimatisierenden Wohn- oder Arbeitsraum mit kühler und gefilterter Luft zu versorgen. Sie sind über einen Kältekreislauf miteinander verbunden.

Sporen  [Biologie]

Eine Spore bezeichnet in der Biologie ein Entwicklungsstadium von Lebewesen, das ein- oder wenigzellig ist. Sporen dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung, der Ausbreitung, der Überdauerung oder mehreren dieser Zwecke zugleich. Sporen werden vor allem von niederen Lebewesen, z. B. von Bakterien (z. B. Bacillus und Clostridium), Pilzen (etwa in Form von Konidien), Protozoen, Algen, Moosen und Farnen gebildet. Bei den höheren Pflanzen werden das einzellige Pollenkorn und die Embryosackmutterzelle als Sporen gedeutet. Es gibt Sporen mit hohem allergenem Potenzial.


Sprengwerk  [Bautechnik]

Das Sprengwerk als Dachkonstruktion dient wie das Hängewerk der stützenfreien Überbrückung grösserer Flächen und kommt in der Regel bei Pfettendachstühlen zum Einsatz. Beim Sprengwerk werden die Stiele (Stuhlsäulen) des Dachstuhls jedoch durch die Streben unterstützt, die die Lasten auf die Auflager übertragen. Anwendung findet dieses System dann, wenn Decken- oder Binderbalken nicht zur Lastübertragung zur Verfügung stehen.


Sprinkler  [Sicherheitstechnik]

Sprinkler sind Löschwasserdüsen, die im Normalfall mit thermischen Auslöseelementen verschlossen sind. Im Brandfalle öffnet das von den Brandgasen erhitzte Auslöseelement, und das ausströmende Löschwasser wird gleichmässig auf den Brandherd verteilt. Die Nennöffnungstemperatur wird durch Farben gekennzeichnet.


Sprinkleranlage  [Sicherheitstechnik]

Sprinkleranlagen sind stationäre Feuerlöschanlagen mit dem Löschmedium Wasser. Das Löschwasser wird über ein im Deckenbereich verlegtes Rohrnetz geführt und über Sprinklerdüsen direkt auf den Brandherd in definierter Tröpfchengrösse verteilt. Die Sprinklerdüsen sind im Normfall geschlossen und öffnen erst bei Übersteigen einer vorgegebenen Auslösetemperatur.


Spritzbeton  [Bautechnik]

Spritzbeton ist einem Trocken- oder Nassgemisch, das in geschlossenen Rohr- oder Schlauchleitungen bis zur Einbaustelle transportiert, dort auf die vorgesehenen Stellen gespritzt und dabei gleichzeitig verdichtet wird.


Sprosse  [Bautechnik]

In der Fenstertechnik bezeichnet man mit dem Begriff Sprosse eine Leiste, die das Glasfeld des Flügelrahmens unterteilt. Sprossen bestehen üblicherweise aus demselben Material wie der Flügelrahmen. Es werden “echte” Sprossen unterschieden, die tatsächlich im Sinne der historisch bedingten Funktion von Sprossen das Glasfeld unterteilen, und aufgeklebte sowie innerhalb von Isolierglas eingebaute Sprossen.


Stahl  [Bautechnik]

In der Werkstoffwissenschaft wird alles ohne Nachbehandlung schmeidbare Eisen als Stahl bezeichnet. Er zeichnet sich aus durch hohe Festigkeit, gute Bearbeitbarkeit durch Gesenkschmieden und Umformen und vor allem durch geringe Werkstoffkosten. Nachteilig bei Stahl ist die Oxidbildung, d.h. Bauteile aus Stahl müssen einen dauerhaften Korrosionsschutz erhalten, sonst rosten sie. Für Aussenbauteile hat sich Verzinken mit einer Lebensdauer bis ca. 20 Jahre bewährt, im Innenbereich sind Grund- und Deckbeschichtungen üblich.


Stahlbeton  [Bautechnik]

Wird Beton mit Stahleinlagen in Form von Drähten, Stäben oder Matten bewehrt, nennt man dies Stahlbeton. Er ist für Konstruktionen notwendig, bei denen hohe Zugkräfte auftreten. Im Eigenheimbau können das beispielsweise Decken mit grossen Spannweiten, freitragenden Treppen und Balkone sein.

Stand der Technik [Allgemein]

Der Stand der Technik ist eine oft verwendte Technikklausel und stellt die technischen Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt, basierend auf gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft und Technik dar. Der Stand der Technik ist meist nicht hinreichend und langjährig erprobt und oft nur Spezialisten bekannt. Verbreiteter als der Stand der Technik sind die anerkannten Regeln der Technik, die auch als „allgemein anerkannte Regeln der Technik“ bezeichnet werden. Der Stand der Technik wird häufig durch Normen und Industriestandards beschrieben.


Standardheizkessel  [Energietechnik]

Der Standardheizkessel ist ein Heizkessel, bei dem die durchschnittliche Betriebstemperatur durch seine Auslegung begrenzt sein kann.


Stapelverband  [Bautechnik]

Beim Stapelverband werden die üblichen Regeln für Mauerwerke missachtet. Diese besagen unter anderem, dass Steine immer überlappend gemauert werden müssen. Stattdessen werden beim Stapelverband, einer Verblendtechnik, die Mauersteine so übereinander angeordnet, dass die Stossfugen vertikal durchlaufen. Stapelverband darf nur mit einer zusätzlichen Fugenbewehrung ausgeführt werden darf.


Steigleitung  [Haustechnik]

n der häuslichen Trinkwasseranlage heissen alle Leitungen, die nach dem Verteiler abgezweigt werden und senkrecht zu den Stockwerken führen, Steigleitung. Steigleitungen sind eine meist für den Wassertransport vorgesehen. Sie müssen einzeln absperrbar und entleerbar sein. Steigleitung im Brandschutz werden in die Kategorien “trocken”, “trocken-nass” und “nass” unterteilt.


Stossfuge  [Bautechnik]

Als Stossfuge wird die an der Stirnseite, d.h. in Wandlängsrichtung, der Steine liegende Fläche bezeichnet. Stossfugen wurden in der früheren Vergangenheit grundsätzlich immer vermörtelt – heute wird dies aus Rationalisierungs- und Wärmeschutzgründen fast nicht mehr, nur noch bei Sichtmauerwerk und Mauerwerk in der Druckzone von Stürzen.


Strahlung  [Bautechnik]

Der Begriff Strahlung beschreibt die Ausbreitung von Teilchen oder Wellen. Trifft die Strahlung auf ein Hindernis, wird sie entweder absorbiert (umgewandelt), transmittiert (hindurch gelassen), gestreut oder reflektiert (zurückgeworfen). Schall wird zwar nicht als Strahlung angesehen, verhält sich aber ähnlich. Strahlung ist im Bauwesen neben der Leitung und der Konvektion einer der massgeblichen Wärmeübertragungsmechanismen.


Strahlungstemperatur  [Bautechnik]

Die Strahlungstemperatur ist die mittlere Temperatur der einen Menschen umgebenden Flächen, einschliesslich der Heizflächen in einem Raum. Sie wird gebildet aus der Summe der Temperaturen der einzelnen Flächen, gewichtet mit dem Flächenanteil.


Stroh  [Bautechnik]

In den USA wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Bauweise aus Stroh als kostengünstige Alternative zu damals gängigen Bauweisen entwickelt. Strohdämmstoffe werden häufig aus Roggen gewonnen, da dieser die längsten und kräftigsten Halme aufweist. Entweder werden zum Dämmen Ballen verwendet, wie sie zur Erntezeit auf den Feldern liegen, oder sogenannte Strohleichtbauplatten. Letztere enthalten zerkleinerte Strohhalme, die mit Bindemitteln wie Zellulose oder Lignin gebunden werden. Aufgrund des ökologischen Grundgedanken bei der Entwicklung dieses Dämmstoffes werden künstliche Additive zu Brand-, Feuchte- oder Insektenschutz bisher nicht verwendet.

Einsatzgebiete finden sich hauptsächlich dort, wo es nicht feucht wird und tierische Schädlinge nur schwer Zugang bekommen: in Wänden, in der obersten Geschossdecke, zwischen Lagerhölzern, in Hohlräumen oder als Zuschlag für Leichtlehm. Die Verwendung von Stroh als Bau- und Dämmstoff erfordert jedoch ein gewisses Mass an Erfahrung, warum auch nur Fachfirmen mit Stroh bauen sollten.


Systemwirkungsgrad  [Energietechnik]

Der Systemwirkungsgrad bezeichnet das prozentuale Verhältnis zwischen der gewonnenen und der tatsächlich genutzten Sonnenenergie in einer Solarthermie-Anlage. Je mehr Solarwärme durch Solarspeicher und tatsächlichen Bedarf genutzt werden kann, desto besser ist der Gesamtwirkungsgrad.

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Tageslichtnutzung  [Bautechnik]

Tageslicht ist der sichtbare Teil der Globalstrahlung im Wellenlängenbereich von 380-780 nm. Optimierte Tageslichtnutzung wird eingesetzt, um in überwiegend tagsüber genutzten Gebäuden den Einsatz künstlicher Beleuchtung zu reduzieren. Es handelt sich hier um einen integralen Entwurfsbestandteil aus dem Aufgabenbereich der Architekten.


Tageslichtquotient  [Bautechnik]

Der Tageslichtquotient beschreibt die Effizienz der natürlichen Beleuchtung von Räumen als Verhältnis der Lichtintensität auf eine innenliegende Fläche (z.B. Schreibtisch) im Vergleich zur Lichtintensität auf eine aussen liegende Fläche bei hauptsächlich diffuser Strahlung. Je höher der Tageslichtquotient, desto besser kann Tageslicht zur Beleuchtung verwendet werden und desto weniger künstliche Beleuchtung ist erforderlich.


Tageslichtsystem  [Bau-, Lichttechnik]

Tageslichtsysteme stellen eine technische Massnahme auf der Basis von Reflexion und Refraktion (Brechung der Lichtstrahlen) im Fenster- und Oberlichtbereich dar, um die Versorgung eines Raumes mit Tageslicht zu verbessern und um damit den elektrischen Energieverbrauch zu reduzieren.


Taupunkt  [Physik, Thermodynamik]

Luft kann mit zunehmender Temperatur mehr Wasserdampf aufnehmen. Bei sinkender Temperatur der Luft, bei der die relative Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht wird, fällt der dann überschüssige Wasserdampf in Form von Tauwasser aus. Dieser Grenzbereich wird Taupunkt genannt.


Taupunkttemperatur  [Physik, Thermodynamik]

Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit 100% erreicht, die Luft also gesättigt ist. Sobald die Lufttemperatur bei unverändertem Feuchtegehalt weiter sinkt, fällt Tauwasser an.


Tauwasser  [Allgemein]

Siehe Kondensation


Temperaturleitzahl  [Bau-, Energietechnik]

Die Temperaturleitzahl ist eine Materialkonstante, die die zeitliche Veränderung der räumlichen Temperaturverteilung durch Wärmeleitung als Folge eines Temperaturgefälles beschreibt. Sie ist u.a. abhängig von der Wärmeleitfähigkeit des betrachteten Stoffes.


Terracotta  [Bautechnik]

Terracotta ist eine unglasierte Steingutfliese in natürlichen erdigen braungelben bis -roten Farbvarianten. Das Herstellungszentrum liegt in der Toskana. Dort werden Terracottafliesen auch heute noch per Hand geformt, so dass die einzelnen Fliesen ungleichmässige Masse haben. Der Reiz von Terracotta liegt darin, dass der Belag mit zunehmendem Alter reift, wobei er eine Patina erhält.


Terrasse  [Bautechnik]

Im Unterschied zum Balkon ist eine Terrasse ein ebenerdiger Freisitz, während eine Dachterrasse ein unterbauter Freisitz ist. Beide Arten sind auf einem GefälleUnterlagsboden zu verlegen, um auftretendes Wasser vom Gebäude (Dach bzw. Mauerwerk) weg zu führen. Als Flachdachaufbau müssen Dachterrassen ferner neben einer ausreichenden Wärme- und Trittschalldämmung immer zunächst mit einer Bauwerksabdichtung versehen werden.


Terrazzo  [Bautechnik]

Terrazzo ist ein zweischichtiger Zement-Unterlagsboden, der mit Zuschlag aus Naturstein hergestellt wird. Die geschliffene Oberfläche dient als Nutzfläche. Durch Mischung aus dem ggf. eingefärbten Bindemittel und verschieden farbigen Zuschlägen kann die Färbung des Bodens beeinflusst werden.


Terz  [Akustik]

Die feinere Unterteilung einer Oktave ist eine Terz. Sie entsprechen einer 1/3-Oktaven (Frequenzverhältnis 1:1,28). Für Frequenzanalysen eingesetzte Messgeräte enthalten meist Oktav- und Terzfilter, die es erlauben, den Schallvorgang in seinen einzelnen Oktav- bzw. Terzbereichen zu erfassen und als Schallspektrum darzustellen.

Thermische Behaglichkeit  [Hygiene]

Für den Menschen gibt bevorzugte themische Umgebungszustände, in denen er sich besonders behaglich fühlt. Das Behaglichkeitsempfinden wird wesentlich bestimmt durch die Kälte- und Wärmerezeptoren des menschlichen Körpers, die dessen Wärmehaushalt steuern. Dabei reagieren die Rezeptoren deutlich bei Über- bzw. Unterschreitung von Schwellentemperaturen. Dabei spielt nicht nur die Lufttemperatur eine Rolle, sondern genau so die Abstrahlung von Wärme der umgebenden Flächen. Aber auch Zugluft und Luftfeuchtigkeit beeinflussen die thermisce Behaglichkeit.

Thermografie  [Prüftechnik]

Bei einer Thermografie wird ein Wärmebild (Infrarotbild) eines Hauses erstellt. Anders als eine konventionelle Kamera unterscheidet eine Wärmebildkamera nicht hell und dunkel, sonder warm und kalt. Auf diese Art können kalte Stellen (z.B. Wärmebrücken) eines Bauteils aufgespürt werden. In Verbindung mit einer Dichtheitsmessung (Blower-Door-Test) können undichte Stellen aufgespürt werden, da hier kalte Luft einströmt und die Infrarotkamera diese Stellen anzeigt.


Thermoplast  [Chemie]

Thermoplaste sind hochpolymere Werkstoffe aus Kunststoff, der bei Erwärmung in einem breiten Temperaturbereich erst weich und plastisch, also unter Druck verformbar wird, und bei weiterer Temperaturerhöhung schmilzt bzw. sich vorher schon zersetzt. Nach der Abkühlung aus dem plastischen Zustand wird er wieder fest und stabil.


Thermostatarmatur  [Haustechnik]

Thermostatarmaturen sind insbesondere für den Einsatz in Duschen und an Badewannen geeignet. Sie halten die gewählte Wassertemperatur auch bei Schwankungen der Vorlauftemperatur oder des Leitungsdrucks konstant. Thermostate haben bei 38°C eine Sperre.


Toleranz  [Bautechnik]

Genaue Abmessungen sind weder bei der Produktion von Baustoffen noch bei der Ausführung von Bauwerken zu sichern. Aus diesem Grund handelt es sich bei den angegebenen Massen in Plänen und Zeichnungen um Nennmasse, die eine gewisse Bandbreite an Toleranzen aufweisen dürfen. Diese Bandweite ist notwendig, um die Erstellung eines Bauwerkes unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu ermöglichen.


Transluzenz  [Physik, Optik]

Mit Transluzenz wird die Lichtdurchlässigkeit eines Materials definiert. Transluzente Materialien (z.B. Wachs, die menschliche Haut, Blätter) können teilweise Licht durchlassen, sind aber nicht unbedingt transparent. Transluzenz ist also nicht mit dem Begriff Transparenz zu verwechseln, mit dem die Durchsichtigkeit eines Materials beschrieben wird.


Transmission  [Pfysik, Optik]

Die Durchlässigkeit von Materialien für Strahlung wird Transmission bezeichnet. Bei transparenten oder transluzenten Bauteilen (insbesondere Fenstern) beschreibt der Transmissionsgrad, wieviel Strahlung (Sonnenlicht) vom Bauteil durchgelassen wird. Neben Transmission treten an Oberflächen und in Bauteilen Reflexion und Absorption auf. Transmission ist entscheidend für die Ermittlung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) eines Bauteils.


Transmissionsgrad  [Physik, Optik]

Der Transmissionsgrad beschreibt das Verhältnis der durchgehenden Strahlungsleistung zur einfallenden Strahlungsleistung.


Transmissionswärmeverlust  [Bautechnik]

Darunter versteht man die Wärmeverluste, die sich durch die Wärmeleitfähigkeit der Gebäudehülle ergeben. Auch bei sehr gut gedämmten Gebäuden können die Transmissionsverluste nicht verhindert, sondern nur verringert werden. Die Transmissionsverluste eines Bauteils sind proportional der Fläche und dem U-Wert des Bauteils sowie der Temperaturdifferenz zwischen innen und aussen.

Transparente Wärmedämmung  [Bautechnik]

Transparente Wärmedämmungen (TWD, auch “Transluzente Wärmedämmung”) bieten gegenüber opaken Dämmsystemen die Möglichkeit, “solare Wärmegewinne” für die Gebäudebeheizung zu erzielen. Das Grundprinzip einer transparenten Wärmedämmung liegt in der solaren Erwärmung einer Absorberschicht hinter der wärmedämmenden Schicht aus transparentem Material, deren Wärme verzögert in das Gebäudeinnere abgegeben wird. Hierdurch kann sowohl der Heizenergiebedarf verringert als auch bei gleichbleibendem Behaglichkeitsempfinden die Raumtemperatur gesenkt werden. Je nach Material der TWD’s (Plexiglas, Glas, Aerogel) können sowohl Haltbarkeit als auch Wärmedurchlasswiderstand sehr voreinander abweichen.

TWD-Systeme unterscheiden sich im Wesentlichen in der Art der Speicherung und Weiterleitung der solaren Energie. Alle haben dabei ihre Vor- und Nachteile, weshalb man für Planung und auch für den Einbau eines solchen Systems den Fachmann fragen sollte. TWD’s sind durch hohe Investitions- und Folgekosten gegenüber herkömmlichen, opaken Dämmsystemen nicht konkurrenzfähig. Das liegt nicht zuletzt an Verschattungseinrichtungen, die meist nötig sind, um im Sommer eine übermässige Erwärmung der Raumluft zu verhindern.

Beeinträchtigungen des Menschen sind beim korrekten Einsatz von TWD’s nicht zu erwarten, da sie nur im Aussenbereich eingesetzt werden. Ein Rückbau ist durch einen möglichen Verbund verschiedener Materialien sowie bei der Anwendung von Silica-Aerogel kaum zu realisieren.


Transparenz  [Allgemein]

Der Begriff Transparenz bezeichnet in Zusammenhang mit Glas, dass die Glasmoleküle keine Kristalle bilden und so die Lichtstrahlen ohne Streuung durch das Material durchgelassen werden. Im Allgemeinen wird ein Material transparent genannt, wenn man Dahinterliegendes relativ klar erkennen kann, beispielsweise bei durchsichtigem Fensterglas.


Transportbeton  [Bautechnik]

Transportbeton wird in einem Betonwerk entsprechend den Anforderungen gemischt und mit einem Betonmischfahrzeug zur Baustelle transportiert. Dort wird er in eine vorher aufgestellte Schalung eingebracht, in der er erhärtet. Transportbeton eignet sich für praktisch alle Anwendungen im Rohbaubereich.


Traufe  [Bautechnik]

Die Traufe stellt den untersten Punkt eines Daches und somit die Entwässerungs- und Belüftungsebene dar. Nach konstruktiver Ausführung unterscheidet man zwischen weit überstehenden Traufen, Traufen ohne Überstand und in das Gebäude einbezogene Traufen. Lüftungsbleche gewährleisten die Zuführung von Aussenluft in den Dachraum und verhindern das Eindringen von Kleintieren.


Treibhauseffekt  [Ökologie]

Der Treibhauseffekt beruht darauf, dass bestimmte Stoffe unterschiedliche Transmissionseigenschaften für kurzwellige und langwellige Strahlung aufweisen. Bei Gebäuden fällt z.B. kurzwelliges Sonnenlicht durch grossflächige Verglasungen in das Gebäude, wird dort absorbiert und als langwellige Strahlung wieder emittiert. Die langwellige Strahlung wird von der Verglasung zurückgehalten und trägt zu den solaren Gewinnen oder zur Überhitzung des Gebäudes bei.


Treibhausgas  [Ökologie]

Gasförmige Stoffe in der Luft, die zum sogenannten Treibhauseffekt also zur globalen Erwärmung führen, werden als Treibhausgase bezeichnet. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung und emittieren langwellige Wärmestrahlung, die die Erdoberfläche zusätzlich zum Sonnenlicht erwärmt. Es gibt natürliche Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Ozon, Methan und Stickoxid, aber auch vom Menschen gemachte wie FKW (vollfluorierte Kohlenwasserstoffe) oder HFKW (teilfluorierte Kohlenwasserstoffe).


Treppenlauf  [Bautechnik]

Ein Treppenlauf die ununterbrochene Folge von Stufen. Ist die Verbindung zwischen zwei Geschossen durch ein Podest unterbrochen, wird die Treppe in zwei Läufe unterteilt.


Trinkwarmwasserspeicher  [Haustechnik]

Ein Trinkwarmwasserspeicher ist Behälter zur Bevorratung von warmen Trinkwasser mit einer maximalen Temperatur von 90°C. Der Speicher ist üblicherweise wärmegedämmt und wird direkt oder indirekt durch einen Wärmeerzeuger erwärmt.


Trinkwasser  [Allgemein]

Trinkwasser ist ein Lebensmittel und erfordert im Umgang und Gebrauch besondere Sorgfalt. Welche Eigenschaften Trinkwasser haben muss, welche Stoffe darin nicht oder nur in bestimmten Konzentrationen enthalten sein dürfen, ist in der Trinkwasserverordnung geregelt. Oft wird Trinkwasser nicht nur als Lebensmittel, sondern auch für sanitäre Zwecke, als Reinigungs- und Transportmittel und als Feuerlöschmittel benutzt.


Trittschalldämmung  [Bautechnik]

Trittschall entsteht durch Gehen oder das Rücken von Gegenständen auf dem Boden. Er kann über die Decke übertragen werden und an anderer Stelle als Luftschall abstrahlen. Er lässt sich durch schwimmende Fussbodenkonstruktionen oder spezielle Dämmplatten reduzieren. Die gebräuchlichsten Dämmstoffe sind Weichfaserplattem, Schaumfolien oder Polystyrolplatten, durch die der schallbeanspruchte Oberboden von einer tragenden Decke getrennt wird.


Trittschallpegel, äquivalenter  [Bautechnik]

Der äquivalente bewertete Norm-Trittschallpegel kennzeichnet die Trittschalldämmung einer Rohdecke unter Berücksichtigung ihrer mit einer üblichen Deckenauflage zu erwartenden Eignung als Fertigdecke.


Trittschallverbesserungsmass  [Bautechnik]

Bei Massivdecken kann durch Auflagen (z.B. schwimmender Unterlagsboden, Teppich etc.) der Trittschall vermindert werden. Das Trittschallverbesserungsmass gibt an, um wieviel dB sich die Trittschalldämmung durch die Deckenauflage gegenüber der Rohdecke verbessert. Bei Teppichen sind dies bei sehr dünnen Produkten noch etwa 20 dB. Handelsübliche Qualitätsware liegt zwischen 25 und 30 dB, besonders dichte Teppiche können auch Trittschallverbesserungsmasse von 40 dB erreichen.


Trocken-Unterlagsboden, Trocken-Esterich  [Bautechnik]

Trocken-Unterlagsboden besteht aus vorgefertigten, kraftübertragend miteinander verbundenen Platten, die trocken und meist schwimmend eingebaut werden. Zum Einsatz kommt er vorwiegend bei Sanierungsmassnahmen und im Fertigbau. Auf dem Markt sind Kunstharz- oder zementgebundene Spanplatten, gipsgebundene TrockenUnterlagsbodenplatten oder reine Gipsplatten.


Trockenfäule  [Bautechnik, Biologier]

Als Trockenfäule wird der Befall mit pflanzlichen Holzschädlingen bezeichnet. Durch den Schädlingsbefall werden dem Holz wichtige Inhaltsstoffe entzogen, so dass es trocken und brüchig wirkt.


Tyvek  [Sicherheitstechnik]

Das 1955 von Dupont als Material für Schutzkleidung entwickelte Tyvek ist ein papierartiges Spinnvlies aus hochverdichteten Polyethylenfasern. Bei einem Gewicht von etwa 110 g/m² ist das weisse, fein knitternde Material halt- und belastbar. Es ist ausserdem witterungsbeständig, reissfest, UV-beständig und damit für den Ausseneinsatz geeignet.

U


U-Wert  [Bautechnik]

Der U-Wert (oder in Langfassung “Wärmedurchgangskoeffizient”, früher k-Wert) ist ein Mass für den Wärmedurchgang durch einen Bauteil und wird in W/(m²K) angegeben. Er beschreibt, wie viel Wärmeenergie pro m² eines Bauteils durch dieses bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin verloren geht. Je kleiner der U-Wert ist, desto besser, weil weniger Wärme durch den Bauteil geleitet wird. Anteile des U-Wertes sind Wärmeübergangswiderstände an Bauteiloberflächen sowie Wärmeleitfähigkeiten von Baustoffen, die im Bauteil vorhanden sind. Der U-Wert kann also nur die Wärmeleitung beschreiben, und dies auch nur im stationären Fall. Instationäre Vorgänge, Speicherung oder Wärmestrahlung werden nicht berücksichtigt.


Überbindemass  [Bautechnik]

Als Überbindemass wird der kleinste Abstand zwischen Stossfugen (vertikale Fugen) zweier übereinander liegender Steinreihen bezeichnet. Üblicherweise wird das Überbindemass auf die Steinhöhe bezogen.


Überdeckung  [Bautechnik]

Steine oder Membranen einer Dachdeckung werden nicht nebeneinander gesetzt, sondern müssen sich zumindest in Teilen gegenseitig überdecken. Die Grenze, bis zu der sich solche Bauteile überdecken muss, wird Überdeckungslinie genannt.


Überhitzung  [Hygiene]

Bei grossflächiger Verglasung von Gebäuden besteht im Sommer durch das Zusammenwirken solarer und interner Gewinne die Gefahr der Überhitzung, also des Ansteigens der Gebäudetemperatur über die Komfortgrenze. Besonders West- und Ostfassaden sind gefährdet, da hier die Sonnenstrahlen abends bzw. morgens nahezu senkrecht auf die Fassade fallen. Die Überwärmung und damit der Kühlbedarf eines Gebäudes lassen sich z.B. verringern, indem Glasflächen verschattet werden, um solare Gewinne zu verringern).


Überströmöffnung  [Haus-, Lufttechnik]

Damit Anlagen zur kontrollierten Wohnungslüftung die richtige Luftwechselrate erreichen, muss die Luftströmung von Raum zu Raum auch bei geschlossenen Türen gewährleistet sein. Dazu werden zwischen den Räumen Überströmöffnungen vorgesehen, beispielsweise durch Lüftungsgitter in Innentüren oder Wänden, oder durch gekürzte Türblätter der Innentüren.


Umbau  [Bautechnik]

Unter Umbau sind Baumassnahmen zu verstehen, die an bestehenden Gebäuden oder baulichen Anlagen zur Veränderung der Gebrauchseigenschaften führen. Kennzeichnend sind Umgestaltung oder Ersatz bestimmter Gebäudeteile. Der Begriff Umbau trifft keine Aussage über Umfang und Art der Veränderung.


Umgebungswärme  [Energietechnik]

Umgebungswärme (oder Umweltwärme) ist Energie aus Boden, Gewässern oder Luft bei Umgebungstemperatur. Sie ist erneuerbar und überall verfügbar. Ihr Nachteil besteht darin, dass sie eine niederwertige Energieform darstellt, die nur über geringe Temperaturen verfügt und extrem witterungsabhängig ist. Umgebungswärme ist als Wärmequelle für Wärmepumpen nutzbar.


Umkehrdach  [Bautechnik]

Mit Umkehrdach wird ein unbelüfteter Flachdachaufbau bezeichnet, bei dem die Wärmedämmung oberhalb der Dachhaut angeordnet ist. Zunächst wird beim Umkehrdach so vorgegangen, wie beim Warmdach. Die Abdichtung bei Umkehrdächern wird vorzugsweise mit zwei Lagen Polymerbitumenbahnen ausgeführt. Erst danach wird die Wärmedämmung aufgelegt. Da die Dämmung oberhalb der Dachhaut liegt, ist sie dem Regen stärker ausgesetzt. Man verwendet daher nur wasserunempfindliche Dämmungen, wie Schaumglas, Polyurethan oder extrudiertes Polystyrol (XPS). Auf der Dämmung muss eine Beschwerung angeordnet werden, um der Windsogbeanspruchung entgegen zu wirken.


Umnutzung  [Bautechnik]

Ãndert sich der Nutzungsschwerpunkt eines Gebäudes, wird dies als Umnutzung bezeichnet. Baurechtlich muss durch eine Umnutzung oft eine neue formelle Baugenehmigung beantragt werden, da durch die Veränderung der Nutzung in der Regel auch der Bestandsschutz erlischt.


Umwälzpumpe  [Haustechnik]

Eine Umwälzpumpe befördert heisses Wasser vom Heizkessel zum Heizkörper. Umwälzpumpen finden sich auch in anderen Bereichen, aber alle halten eine Flüssigkeit in Umlauf. Die wenigsten Immobilienbesitzer wissen, dass diese Heizungspumpen, oftmals überdimensioniert, bis zu 800 kWh im Jahr verbrauchen.


Umweltdeklaration (Environmental Product Declaration EPD)  [Bautechnik]

Seit einigen Jahren gibt es in verschiedenen europäischen Ländern die Umweltdeklaration für Bauprodukte (EPD, englisch: Environmental Product Declaration). Die Deklaration enthält ökobilanzierte Indikatoren u.a. zum Treibhauseffekt, zur Ressourcennutzung und zu toxischen Wirkungen auf Menschen und Ökosysteme. Die Umweltproduktdeklaration ist Bestandteil des Konzepts nachhaltiges Bauen.


Unterdach  [Bautechnik]

Unterdächer sind eigenständige Dichtschichten unter der eigentlichen Dachdeckung. Sie werden eingesetzt, wenn eine höhere Dichtheit der Gesamteindeckung nötig ist oder bei geringer Dachneigung. Mit Hilfe des Unterdaches wird eine zweite Entwässerungsebene angeordnet, die durch die Haupteindeckung eindringende Feuchtigkeit (Tauwasser, Stauwasser, Treibwasser…) sicher abführt.


Unterdeckbahn  [Bautechnik]

Bei Unterdeckbahnen handelt es sich um diffusionsoffene Kunststofffolien, die den Wassereintritt in Bauteile verhindern sollen. Bei Steildächern werden sie auf der Schalung befestigt.


Unterdeckplatte  [Bautechnik]

Bei Unterdeckplatten handelt es sich in der Regel um diffusionsoffene Holzfaserplatten. Wie die Unterdeckbahn verhindern sie den Wassereintritt in den Dachraum und sorgen für Winddichtigkeit. Ausserdem verbessern sie den Schall- und Wärmeschutz. Auf dem Sparren zu befestigende Unterdeckplatten eignen sich sowohl für Sanierungsmassnahmen als auch im Neubaubereich.


Unterflurkonvektor  [Haustechnik]

Unterflurkonvektoren, auch Unterlagsbodenkonvektor genannt, sind Heizelemente die meistens vor grossen Fensterflächen unterhalb der Oberkante des Fussbodens angeordnet und mit Rollgittern abgedeckt sind. Die Wärmeleistung kann durch ein Elektrogebläse unterstützt werden.


Unterkonstruktion  [Bautechnik]

Unterkonstruktionen werden in der Regel in zweischaligen Fassadenkonstruktionen verwendet (z.B. vorgehängte hinterlüftete Fassaden) um Eigenlasten und Windlasten in den Untergrund zu übertragen. Sie sollten Toleranzen in allen Richtungen im Rohbau ausgleichen können. Unterkonstruktion sind meistens in Aluminium, Stahl, Edelstahl oder Holz ausgeführt.


Unterlagsboden   [Bautechnik, Schweiz]

Unterlagsboden [Schweiz], im überigen deuteschen Sprachraum als Estrich bezeichnet, ist ein auf einem tragenden Untergrund oder auf einer zwischenliegenden Trenn- oder Dämmschicht hergestelltes Bauteil, das unmittelbar als Boden nutzfähig ist oder mit einem Belag versehen werden kann. Unterlagsboden gleichen Unebenheiten der Rohbaukonstruktion aus und können Funktionen wie Feuchtigkeits, Wärme- oder Schallschutz übernehmen. Der Unterlagsbodentyp wird abhängig von der Art des Bindemittels definiert: Anhydrit, Magnesia, Bitumen, Zement.


Unterspannbahn  [Bautechnik]

Dachunterspannbahnen werden zwischen Wärmedämmung und Traglattung der Dachdeckung befestigt. Sie muss wasserundurchlässig von aussen, jedoch diffusionsoffen von innen sein. Wurden früher gitterverstärkte PE Folien verwendet, so finden heute moderne diffusionsoffene Materialien Verwendung, die direkt auf Sparren und Dämmung verlegt werden.


Upcycling  [Entsorgung]

Im Gegensatz zum Downcycling werden beim Upcycling hochwertigere Produkte aus einem niederwertigen Ausgangsstoff hergestellt, z.B. Zahnbürstenhalter aus Tennisbällen.


Uplight  [Lichttechnik]

Ein Deckenfluter oder neu-deutsch auch “Uplight” ist die Bezeichnung für eine Pendel-, Wand-, Boden- oder Standleuchte, die ihr Licht nach oben abstrahlt.


Urinal  [Haustechnik]

siehe Pissoir


Uw-Wert  [Bautechnik]

Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) für Fenster wird Uw-Wert genannt, mit dem Index “w” für “window”. Der Uw-Wert beschreibt den gesamten Energieverlust eines Fensters, einschliesslich Rahmen, Glas und Glas-Randverbund. Dementsprechend wird die Berechnung mit drei Komponenten durchgeführt: Rahmen Uf (“frame”), Verglasung Ug (“glazing”) und der Wärmebrücke psi am Glasrand.

V


Vacuum Insulation Sandwiches (VIS)  [Bautechnik]

Vacuum Insulation Sandwich Elements (VIS) bestehen aus einer gasdicht verschweissten Edelstahlhülle, die einen Stützkern aus pyrogener Kieselsäure oder XPS umschliesst. Die Dicke der Edelstahldeckbleche kann je nach statischen Anforderungen zwischen einigen Zehntel eines Millimeters und mehreren Millimetern liegen. Die Elemente werden am Ende über einen Flansch im Blech evakuiert. Die Grösse der Elemente ist prinzipiell nur durch Transportmöglichkeiten begrenzt und kann bei einigen Quadratmetern liegen. Natürlich ist es zur Aufrechterhaltung des Vakuums in den VIS nicht erlaubt, diese vor Ort anzupassen, zu schneiden oder anzubohren. Allerdings können Elemente mit schrägen Kanten und Aussparungen (auch rund) produziert werden. Auf der Edelstahloberfläche können verschiedene andere Materialien wie Holz, Stein, oder Gipskarton angebracht. Auch ist es möglich auf der Deckschicht zu Schweissen. VIS sind per definitionem diffusions- und wasserdicht, allerdings ist hier grosser Wert auf eine sorgfältige Detailplanung zu legen.

Anwendung finden VIS schon seit Jahrzehnten in der Kühllogistik für Behälter und in Fahrzeugen. Das Bauwesen kam erst in den letzten Jahren dazu und erweist sich überall dort als interessiert, wo extrem geringe Dämmschichtdicken gefragt sind, z.B. bei Modernisierungen, wo nur geringe Raumhöhen vorhanden sind oder die Grenzbebauung zu dicht steht.

Die Gesundheit des Menschen wird von den geschlossenen Elementen nicht gefährdet. Werden die Elemente belüftet, kann die Edelstahlhülle auch komplett vom Stützkern getrennt und beides weiter verwendet werden. Gleiches gilt im Übrigen auch für VIP.


Vakuumdämmung  [Bautechnik]

Vakuumdämmsysteme stellen eine relativ junge Entwicklung in der Dämmstoffbranche dar. Durch die überragend niedrigen Wärmeleitfähigkeiten kann Vakuumdämmung bei gleicher Dämmwirkung erheblich dünner produziert werden als herkömmliche Dämmstoffe. Dementsprechend können auch Bauteile wie Aussenwände, Böden oder Decken mit Vakuumdämmung wesentlich dünner geplant werden als bisher. Ein Nachteil der Vakuumisolationspaneele liegt in ihrer empfindlichen luftdichten Hülle. Wird diese beschädigt, verliert die Paneele ihre ausgezeichneten Wärmedämmeigenschaften. Vakuumisolationspaneel (VIP) sind heute gebräuchlicher als Vacuum Insulation Sandwiches (VIS).


Vakuumisolationspaneele (VIP)  [Bautechnik]

Im Vergleich zu VIS kommen bei Vakuumisolationspaneelen (VIP) keine Bleche, sondern mehrlagige Hochbarrierefolien als Hülle um die pyrogene Kieselsäure zum Einsatz. Hier wird aber bereits ein Schwachpunkt der VIP deutlich: die mechanische Belastbarkeit und die Langzeitstabilität. Da in den Folien auch kein Platz für einen Evakuierungsflansch ist, werden VIP in Vakuumkammern produziert. Die Grösse der Elemente ist – wie deren Dicke auch – damit natürlich stark begrenzt (ca. 2-3 m²), was in der Anwendung mehr Wärmebrücken mit sich führt als bei VIS.

Vakuumdämmung funktioniert nur in einem Bereich sehr geringer interner Luftdrücke. Steigt der Druck in den Elementen, steigt auch die Wärmeleitfähigkeit. Darum ist es essentiell, dass die Hülle von VIS und VIP eine gewisse Dichtigkeit über viele Jahre aufweist. Dies kann bei VIP nicht immer gewährleistet werden, da diese an den Rändern der Folien “nur” verklebt/verschweisst und die Hochbarrierefolien selber auch nicht immer ausreichend dicht sind. Darüber hinaus können sie leicht durch spitze oder scharfe Gegenstände beschädigt werden, was einen Druckanstieg und eine Verringerung der Wärmedämmeigenschaften zu Folge hat.

Die typische Anwendung ähnelt hier auch der von VIS, was nicht zuletzt am hohen Preis liegt: hauptsächlich dort, wo für hohe Dämmeigenschaften nur wenig Platz zur Verfügung steht. Sollte einmal ein VIP beim Transport, beim Einbau oder danach belüftet werden, ist es sinnvoll die umgebende Konstruktion so zu wählen, dass das beschädigte VIP nachträglich noch zugänglich ist um es auszutauschen.


Vermiculite  [Bautechnik]

Vermiculite sind ziehharmonikaartig geformte, vulkanische Minerale und als Dämmstoff auch unter dem Namen Blähglimmer bekannt. Abgebaut werden sie hauptsächlich in Südafrika. Um Dämmstoffe daraus zu machen, werden die Minerale kurzfristig erhitzt, wobei eingelagertes Zellwasser schlagartig verdampft und das Gestein auf das 15- bis 30-fache seines Ursprungsvolumens expandiert. Danach wird die Körnung gesiebt und die Körner können hydrophobiert oder eventuell mit Bitumen, Zement oder Gips gebunden.

Meist sind Vermiculite jedoch als Granulat für den Einsatz als Schüttung oder Leichtzuschlag für Betone oder Mörtel erhältlich. Vermiculite können eingeblasen oder als lose Schüttung eingebracht werden. Für das Einblasen beauftragt man am besten eine Fachfirma. Vermiculite sind alterungsbeständig und sicher gegen Säuren, Laugen, Fäulnis, Schimmel, Ungeziefer und Nagetiere.

Vermiculite sind physiologisch unbedenklich, ebenso ihr natürliche Radioaktivität. Eine Schädigung der Umwelt ist aber durch den Abbau der Vermiculite möglich. Saubere Schüttungen können direkt als Dämmung wiederverwendet oder als Zuschlagstoff für Mörtel oder Betone, als Bodenauflockerung oder als Pflanzgranulat wiederverwertet werden.



Vakuumkollektor  [Energietechnik]

Konstruktiv bedingt ist dieser meist als Röhrenkollektor ausgeführt. Die Verluste werden durch Evakuierung des Raumes zwischen Glasabdeckung und Absorber stark verringert. Dadurch ist das erreichbare Temperaturniveau höher als beim Flachkollektor. Einsatzbereiche sind die solare Raumheizung und die Herstellung von Prozesswärme.


Vakuumverglasung  [Bautechnik]

Das Prinzip von Vakuumgläsern besteht darin, den Scheibenzwischenraum zu evakuieren, um damit eine grösstmögliche Wärmedämmwirkung zu erreichen. Vakuumgläser befinden sich noch im Prototypenstadium, ihre Entwicklung bis zur kostengünstigen Serienproduktion wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern.


Vegetation  [Biologie]

Die Vegetation bezeichnet die Gesamtheit der ein Gebiet bedeckenden Pflanzen. Bei Flachdächern ist die Bepflanzung der Abdichtungsoberfläche ein optisch und ökologisch sehr guter Oberflächenschutz. In Abhängigkeit von den Pflanzenarten sind Vegetationssubstrate, Filter- und Dränageschichten in unterschiedlichen Dicken notwendig.


Verband  [Bautechnik]

In gemauerten Bauteilen dürfen Stossfugen (vertikale Fugen zwischen den Steinen) nie über einander angeordnet sein, alle Steine müssen im Verband erstellt werden, d.h. mit versetzten Stossfugen. So können sich einwirkende Lasten seitwärts nach unten ausbreiten. Es werden Läuferschichten (Längsseite parallel zur Wandfläche) und Binderschichten (Längsseite rechtwinklig zur Wand) unterschieden.


Verbundsicherheitsglas (VSG)  [Bautechnik]

Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die mit einer elastischen, reissfesten Hochpolymerfolie, meist Poly-Vinyl-Butyral (PVB), so miteinander verbunden sind, dass beim Bruch der Scheiben die Bruchstücke an der Folie haften bleiben. VSG muss bei Überkopfverglasungen aus Gründen der Resttragfähigkeit in Deutschland Bestandteil des Scheibenaufbaus sein.


Verbund-Unterlagsboden  [Bautechnik]

Liegt der Unterlagsboden unmittelbar auf dem tragenden Betonuntergrund auf und verbindet sich mit diesem, so spricht man von einem VerbundUnterlagsboden. Hierbei ist weder eine Dämmung noch eine Trennschicht eingebaut. Es gibt zwei Nutzungsarten: Nutz-Unterlagsboden (in Kellern, Abstellräumen oder Garagen) und Gefälle-Unterlagsboden (z.B. auf einer Flachdachkonstruktion).


Verbundfenster  [Bautechnik]

Analog zum Kastenfenster hat das Verbundfenster zwei hintereinander konstruierte Flügel. Beim Verbundfenster ist der innere mit dem äusseren Flügel jedoch mechanisch verbunden und lässt sich wie ein Flügel öffnen. Im Flügelzwischenraum können Sonnen- und Blendschutz integriert werden. Verbundfenster werden heute vor allem in Bereichen eingesetzt in denen ein hoher Schallschutz gefordert wird.


Verdampfer  [Haustechnik]

Der Verdampfer ist Bauteil einer Wärmepumpe, in dem ein Kältemittel durch Wärmezufuhr verdampft wird. Die Verdampfung erfolgt meist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, wobei die Wärme der Umgebung entzogen werden kann.


Verdichter  [Haustechnik]

Der Verdichter ist Bauteil einer Kompressions-Wärmepumpe, in dem der Dampf aus dem Verdampfer auf einen höheren Druck verdichtet wird. Dadurch erwärmt sich der Dampf und kondensiert bei eine höheren Temperatur, die zu Heizzwecken nutzbar ist.


Verdrängungslüftung  [Haus-, Lufttechnik]

Verdrängungslüftung wird vor allen Dingen in Reinräumen, Operationsräumen oder Labors eingesetzt. Ziel ist es, dass die eingebrachte Frischluft möglichst gleichmässig ohne nennenswerte Mischung mit der vorhandenen Raumluft den Raum durchströmt.


Vermikulite  [Bautechnik]

Siehe Vermiculite


Verschattung  [Bautechnik]

Verschattung von Gebäuden verringert solare Gewinne und kann dazu beitragen, Überhitzung zu vermeiden. Neben natürlicher Verschattung z.B. durch umliegende Gebäude, Vegetation oder Horizontprofile kann Verschattung durch festen oder variablen Sonnenschutz erreicht werden.

Viren, Virus  [Biologie]

Viren kommen einerseits als nackte Nukleinsäuren in den Wirtszellen vor und andererseits ausserhalb von Zellen als Virionen, die aus der Nukleinsäure und einer Proteinhülle bestehen. Wird die Zelle als grundlegendes Kennzeichen von Lebewesen angesehen, werden Viren nicht zu den Lebewesen gerechnet, da sie keine Zellen sind und nicht aus Zellen aufgebaut sind. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und pflanzen sich auch nicht selbständig fort. Ihre Vermehrung erfolgt durch Wirtszellen.

VOC - Leichtflüchtige organische Verbindungen

Flüchtige organische Verbindungen (VOC, nach volatile organic compound) ist die Sammelbezeichnung für organische, also kohlenstoffhaltige Stoffe, die leicht verdampfen bzw. schon bei niedrigen Temperaturen (z.B. Raumtemperatur) als Gas vorliegen (Siedebereich 50…100 bis 240…260°C, keine einheitliche Definition). Die für die Innenraumanalytik massgebende Norm, die EN ISO 16000-6 definiert VOCs folgendermassen: Jede organisch-chemische Verbindung, die wie folgt gemessen werden kann: Adsorption aus Luft auf Tenax TA, thermische Desorption, gaschromatographische Auftrennung über eine 100% unpolare Säule (Dimethylpolysiloxane). VOC sind alle Stoffe die im Gaschromatogramm zwischen und inklusive n-Hexan und n-Hexadecan auftreten. Es wird auch zwischen unpolaren VOCs (Alkane, Alkene, Halogenwasserstoffe, Terpene, Aromaten wie Benzol, Alkohole, Aldehyde, Ketone, Carbonsäureester) und polaren VOCs (Aldehyde, Alkohole, Glykole, Glykolether, Glykolester, Ketone, Duftstoffe) unterschieden.

Natürliche Quellen für VOCs stellen alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen) auf, aber entstehen auch bei der Verrottung organischer Abfälle. Bei der vom Menschen verursachten Freisetzung von flüchtigen organischen Verbindungen dominieren die Verwendung von Lösemitteln und der Straßenverkehr. Neben den VOCs in der Aussenluft finden sich flüchtige organische Stoffe auch in der Innenraumluft. Quellen für diese VOCs sind u.a. Kunststoffe, Baustoffe, Möbel, Teppiche, Reinigungsmittel, Treibmittel in Spraydosen, Konsum von Tabak und Parfums.

VOC wirken als Vorläufersubstanzen bei der Bildung von bodennahem Ozon. Dieses wird aus VOC und Stickoxiden (NOx) unter Einwirkung von Sonnenlicht gebildet und sorgt besonders in den Sommermonaten für Smog. Die Belastung der Innenraumluft mit VOCs kann bei Menschen, vor allem Kinder, ältere und sensible Menschen, Symptome wie Kopfschmerzen, Allergien, Müdigkeit, Leistungsminderung, Schlafstörungen und Reizungen der Atemwege hervorrufen. Dieses Krankheitsbild wird durch die WHO unter dem Begriff „Sick-Building-Syndrom“ definiert.

VOCV - Verordnung Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen [Gesetze]

Mit der Verordnung über die Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen (VOCV) soll in der Schweiz die Emission von VOC durch eine Lenkungsabgabe reduzieren werden.


Vorhangfassade  [Bautechnik]

Vorhangfassaden (oder “Curtain Walls”) werden unabhängig von der Tragstruktur vor die Deckenköpfe eines Gebäudes montiert. Die geschossübergreifende Gebäudehülle besteht je nach Anforderungen in der Regel aus Stahl- oder Aluminiumprofilen, die mit nicht tragenden Glas oder Funktionselementen ausgefacht sind. Vorhangfassaden können sowohl als Pfosten-Riegel-Fassaden, als auch als Element-Fassaden konstruiert sein.


Vorlauf  [Haustechnik]

Als Vorlauf wird der Leitungsabschnitt des Heizkreises bezeichnet, in dem das im Wärmeerzeuger erwärmte Heizungswasser zu den Wärmeabnehmern (z.B. Radiatoren) strömt.


Vorlauftemperatur  [Haustechnik]

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, auf den der Heizwärmeerzeuger das Heizwasser bringen muss. Mit dieser Temperatur wird das Wärmeverteilnetz gespeist. Früher wurde mit hohen Temperaturen gearbeitet (z.B. 90°C), in modernen Heizungen kommt man aber mit ca. 50°C aus. Flächenheizungen (Fussbodenheizung, Wandheizung) werden mit noch niedrigeren Temperaturen betrieben (unter 35°C). Durch Absenkung der Vorlauftemperatur kann Energie gespart werden. Nach thermischen Sanierungen kann übrigens praktisch immer die Vorlauftemperatur gesenkt werden, ohne dass es im Haus kalt bleibt.


Vormauerziegel (VMz)  [Bautechnik]

Vormauerziegel sind frostbeständige Mauerziegel, die z.B. die äussere Schale einer Kerndämmung bilden. Zur Kennzeichnung erhalten sie den Buchstaben VMz.


Vorsatzfenster  [Bautechnik]

Ein Vorsatzfenster wird nachträglich auf vorhandene Fensterrahmen aufgebracht. Neben der mechanischen Aufrüstung von Glasflächen gegen Einbruch und Vandalismus wird gleichzeitig ein verbesserter U-Wert sowie eine verbesserte Schalldämmung erreicht.


Vorschaltgerät  [Elektrotechnik]

Ein Vorschaltgerät ist ein strombegrenzendes Betriebsgerät für Entladungslampen. Die Strombegrenzung erfolgt entweder induktiv durch eine Drosselspule oder elektronisch. Induktive Vorschaltgeräte sind in konventioneller (KVG) oder verlustarmer Bauform (VVG) erhältlich.


Vorwandinstallation  [Haustechnik]

Bei dieser Art der Sanitärinstallation werden alle Rohrleitungen, Anschlüsse und sonstigen technischen Einrichtungen in einer Vorwand verlegt, ohne dass Teile des Mauerwerks aufgestemmt werden müssen. Dadurch lassen sich Sanitärelemente (WCs, Spülkästen, Bidets, Pissoir, Waschbecken) platzsparend, flexibel und vor allem stabil unterbringen.


Voute  [Bautechnik]

Eine Voute ist eine dreieckförmige Abschrägung eines Auflagers, die Verbreiterung einer sonst gleichmässig breiten Stütze unter dem Auflager am Übergang einer Säule oder eines Pfeilers in eine Decke oder eine Wand. Durch eine Voute wird der Kraftfluss gleichmässiger, was statisch und wirtschaftlich von Vorteil sein kann und auch ästhetischer ist.


Vulkanisation  [Chemie]

Die Vulkanisation bewirkt die Umwandlung einer plastischen in eine elastische Masse. Bei diesem Verfahren wird Kautschuk unter Beigabe von Schwefel erhitzt. Das so entstandene Gummi ist dauerelastisch, reissfester, dehnbarer und beständiger als der Rohstoff Kautschuk. Autoreifen sind ein Beispiel für vulkanisierten Kautschuk.

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Walmdach  [Bautechnik]

Bei einem Walmdach ist das Verhältnis von Dach- zu Wandfläche ein anderes als beim Satteldach, da hier das “beherrschende Moment” das Dach ist. Der Giebel ist geneigt und damit abgelöst von der gewalmten Dachfläche. First, Anfallspunkt, Walm und Traufe stellen die spezifischen Bezeichnungen dieser Dachform dar.


Wand, aussteifend  [Bautechnik]

Aussteifende Wände sind für die Aufnahme von Horizontallasten z.B. aus Wind im Gesamtgebäude notwendige Bauteile. Oft auch als Schubwände bezeichnet, stellen sie immer ein tragendes Element dar und dürfen aus dem Baukörper grundsätzlich nicht entfernt werden, da ansonsten die Standsicherheit gefährdet wird.


Wand, tragend  [Bautechnik]

Als tragende Wände werden Bauteile bezeichnet, die für die Standsicherheit der gesamten Konstruktion notwendig sind. Deren nachträglicher Ausbau bzw. Schwächung kann zum Bauwerksversagen führen.


Wandheizung  [Haustechnik]

Die für die Wandheizung verwendeten Lösungen ähneln in Aufbau und Materialien der Fussbodenheizung. Grundsätzlich ist bei Wandheizungen der für die Behaglichkeit wichtige Strahlungsaustausch zwischen Wand und Nutzern wesendlich vorteilhafter als bei der Fussbodenheizung. Bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass die beheizten Flächen nicht für die Anordnung von Möbeln etc. zur Verfügung stehen.


Wange  [Bautechnik]

Die mit dem Treppenverlauf ansteigenden, seitlichen Hochkant-Profile, die die dazwischen liegenden Trittstufen tragen, werden in Analogie zum menschlichen Gesicht Wangen genannt. Dabei wird zwischen den längs von Wänden laufenden Wandwangen und insbesondere bei gewendelten Treppen den frei im Auge laufenden Freiwangen unterschieden.


Warmdach  [Bautechnik]

Grundsätzlich ist ein Warmdach eine einschalige, unbelüftete Dachkonstruktion. Beim Flachdach wird die Tragkonstruktion direkt mit der Dämmung und der Dachbahn verbunden, ohne dass dabei wie beim Kaltdach Luft oder gar Feuchtigkeit zwischen die Schichten gelangen darf. Beim Steildach wird unterhalb der üblichen Vollsparrendämmung durch eine Dampf- und Windsperre dafür gesorgt, dass keine Feuchtigkeit in die Dämmlage und in die Dachkonstruktion dringt. Genaues Arbeiten ist hier Voraussetzung, um Bauschäden durch Dampfdiffusion zu vermeiden. Siehe Dach, nicht belüftet.


Wärme, latent  [Physuk, Thermodynamik]

Latente Wärme ist Wärmeenergie, die durch Phasenwechsel eines Stoffs bei konstanter Temperatur frei wird bzw. von ihm aufgenommen werden kann, z.B. Kondensation von Wasserdampf im Abgas oder in der feuchten Luft. Ein konkretes Anwendungsbeispiel sind Phasenwechselmaterialien aus Paraffinen, Salzen oder ähnlichen Stoffen, die eine hohe Wärmespeicherfähigkeit aufweisen.


Wärmeausdehnungskoeffizient  [Physik]

Der Wärmeausdehnungskoeffizient beschreibt das Verhalten eines Stoffes bezüglich Veränderungen seiner Abmessungen bei Temperaturveränderungen. Es handelt sich hier um eine stoffspezifische Materialkonstante. Er hat die Einheit K-1 (pro Kelvin). Der Längenausdehnungskoeffizient von Beton und Stahl beträgt etwa 10 bis 15 10-6 K-1, der von Gummi 220 10-6 K-1.


Wärmebild  [Prüfttechnik]

Siehe Thermografie


Wärmebrücke  [Bautechnik]

Eine Wärmebrücke liegt an einem Bereich eines Bauteil vor, wo Wärme deutlich schneller nach aussen abfliessen kann als im ungestörten Bauteil. Es ergeben sich somit lokal niedrigere Temperaturen der Innenseite des betroffenen Bauteils. Typischerweise treten Wärmebrücken bei Bauteilübergängen, z.B. Ecken oder Balkonen, oder bei aneinander grenzenden Materialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten auf. Wärmebrücken können zu höherem Energieverbrauch, Feuchtigkeitsproblemen (Tauwasser- oder sogar Schimmelbildung) und der Gefährdung der Bausubstanz führen.


Wärmedämmung, transparent (TWD)  [Bautechnik]

Siehe Transparente Wärmedämmung


Wärmedämmputz  [Bautechnik]

Wärmedämmputze sind mineralische, kunstharzvergütete Aussenputze, die durch die Einlagerung von hochwärmedämmenden Partikeln (z.B. Schaumstoff oder porosierten Ton) gute wärmedämmende Eigenschaften erhalten. Gerade im Bereich von denkmalgeschützten Altbauten ist der Wärmedämmputz ein gut geeignetes Mittel zur Verbesserung der Wärmedämmfähigkeit einer Aussenwand.


Wärmedämmschicht  [Bautechnik]

Als Wärmedämmschicht bezeichnet man die Schicht eines Bauteiles, die das Innere eines Gebäudes gegen Temperaturschwankungen schützt. Diese Schicht besteht aus einem Wärmedämmstoff. Bei der Planung von Bauteilen muss auf die Vermeidung von Wärmebrücken und die Gefährdung der Durchfeuchtung von Wärmedämmschichten durch Diffusion geachtet werden.


Wärmedämmstoff  [Bautechnik]

Als Wärmedämmstoffe werden Baustoffe bezeichnet, die eine niedrige Wärmeleitfähigkeit besitzen. Als Dämmstoffe kommen Mineralwolle, Polystyrol, PUR-Hartschaum, Holzfaserplatten, Hanfwolle, Schaumglas oder Perlite zum Einsatz. Nicht jeder Wärmedämmstoff ist für jede Anwendung geeignet. Bei einer Aussendämmung dürfen die Stoffe z.B. kein Wasser aufnehmen, da sonst die Dämmwirkung herabgesetzt wird. Speziell für die Fassadendämmung werden sogenannte Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) angeboten.


Wärmedämmung  [Bautechnik]

Wärmedämmung von Bauteilen trägt dazu bei, den Wärmedurchgang durch die Gebäudehülle zu verringern und dadurch den Transmissionswärmebedarf zu senken. Wärmedämmstoffe zeichnen sich durch geringe Wärmeleitung und deshalb niedrige U-Werte bei geringen Schichtdicken aus.


Wärmedämmverbundsystem (WDVS)  [Bautechnik]

Die Bezeichnung Wärmedämmverbundsystem steht für eine Wärmedämmung, bei der Dämmstoffplatten auf eine Wand, geklebt bzw. gedübelt und anschliessend auf der Oberfläche dünn verputzt werden. Als Dämmung werden  meistens Platten aus EPS oder XPS verwendet, aber auch mit welche anderen Dämmstoffen, wie z.B. Mineralwolle.


Wärmedurchgang  [Physik, Bautechnik]

Durch jeden Körper, zwischen dessen Oberflächen eine Temperaturdifferenz anliegt, findet eine Wärmebewegung immer von der wärmeren zur kälteren Seite statt. Bei Gebäuden fliesst so z.B. Wärme durch die Gebäudehülle (im Winter von innen nach aussen, an heissen Sommertagen von aussen nach innen). Ein Mass für den Wärmedurchgang ist der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Je besser die Wärmedämmung eines Bauteils ist, desto geringer ist der Wärmedurchgang.


Wärmedurchgangskoeffizient  [Physik, Bautechnik]

Siehe U-Wert


Wärmedurchlasswiderstand  [Physik, Bautechnik]

Der Wärmedurchlasswiderstand R bezeichnet den Widerstand, den ein Bauteil einem Wärmestrom entgegensetzt. Bei mehrschichtigen Wandaufbauten wird der Wärmedurchlasswiderstand jeder einzelnen Schicht ermittelt. Die Masseinheit für Wärmedurchgangswiderstände ist m²K/W. Der Wärmedurchgangswiderstand (Kehrwert des U-Wertes) setzt sich wiederum aus Wärmedurchlasswiderständen und Wärmeübergangswiderständen zusammen.


Wärmeertrag  [Energietechnik]

Wärmeertrag ist die von einem Solarkollektor bereit gestellte Wärmemenge. Der Nettowärmeertrag ist der Anteil am Bruttowärmeertrag, der effektiv genutzt werden kann. Der Bruttowärmeertrag ist die am Kollektorausgang gelieferte Wärmemenge.


Wärmeerzeuger  [Energietechnik]

Wärmeerzeuger ist der Sammelbegriff für alle Arten von Heizgeräten, die Wärme für Heizungsanlagen und zur Trinkwassererwärmung erzeugen. Je nach Konstruktion, Grösse und Einsatzbereich werden Wärmeerzeuger allgemein beispielsweise unterteilt in Heizkessel, Wandheizgeräte oder Kombigeräte. Spezielle Bezeichnungen unterscheiden z.B. Gas-Brennwertkessel, Öl-Heizkessel oder Gas-Wandkombigeräte.


Wärmekapazität  [Energietechnik]

Siehe Wärmespeicherfähigkeit


Wärmeleistung  [Energietechnik]

Als Wärmeleistung wird die Wärmemenge bezeichnet, die von einem Brenner in der Zeiteinheit für den Betriebszweck nutzbar abgegeben wird.


Wärmeleitfähigkeit  [Bautechnik]

Die Wärmeleitfähigkeit ist eine Stoffeigenschaft. Sie gibt die Wärmemenge an, die bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (K) durch eine 1 m² grosse und 1 m dicke Schicht eines Stoffs geht. Die Einheit ist demnach W/(mK). Anstelle des Begriffes Wärmeleitfähigkeit wird auch durch der griechische Buchstabe “Lambda” (λ) verwendet. Je kleiner die Wärmeleitfähigkeit ist, umso besser ist das Dämmvermögen. Da Wasser ein guter Wärmeleiter ist, ist die Wärmeleitfähigkeit von Dämmstoffen vom Feuchtegehalt abhängig.


Wärmepumpe  [Energietechnik]

Eine Wärmepumpe ist ein Wärmeerzeuger, der unter Zufuhr von Energie (meist Strom) zusätzlich Umweltenergie bei niedriger Temperatur aufnehmen kann und beide Energien zu Heizzwecken nutzbar macht. Zur Gewinnung der Energie aus der Umwelt wird als Wärmequelle häufig das Erdreich oder die Aussenluft verwendet. Für eine hohe Jahres-

Arbeitszahl einer Wärmepumpe ist ein kleiner Temperaturhub (Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur der Umweltenergie und der des Heizkreises) entscheidend.


Wärmequelle, intern  [Physik]

Interne Wärmequellen bestehen – neben der Körperwärme der Bewohner – im Wesentlichen aus der Abwärme elektrischer Geräten wie Computer, Fernsehgeräte, Kühlschränke oder auch Kochherden. Entsprechend den Vorgaben von Energienachweisen sind sie energetisch als interne Gewinne anzurechnen.


Wärmerückgewinnung (WRG)  [Haus-, Lufttechnik]

Beim Einsatz von Anlagen zur kontrollierten Lüftung lässt sich der Heizwärmebedarf eines Gebäudes durch Wärmerückgewinnung deutlich reduzieren. In einem Wärmetauscher wird von der warmen Abluft Energie an die kalte Frischluft übertragen und diese damit vorgewärmt. Dadurch sinkt der Lüftungswärmebedarf für die Temperierung der Zuluft.


Wärmeschutz, sommerlich  [Bautechnik]

Der sommerliche Wärmeschutz soll verhindern, dass durch direkte und indirekte Sonneneinstrahlung eine unzumutbare Überhitzung für die Nutzung im Innern eines Gebäudes entsteht. Im Gegensatz zum winterlichen Wärmeschutz ist der sommerlich keine baurechtliche Anforderung, sondern bisher nur eine Empfehlung.


Wärmeschutziegel  [Bautechnik]

Wärmeschutziegel sind Leichthochlochziegel, die auf minimierten Wärmedurchgang optimiert sind.


Wärmespeicher  [Haustechnik]

Ein Wärmespeicher ist ein Behälter, der nicht vom Wasser durchflossen wird, sondern “stehendes” Wasser als Wärmespeicher für Heizung oder Solaranlage aufnimmt (drucklos). Die von Heizkessel oder Solaranlage erzeugte Wärme wird über Wärmetauscher in den Pufferspeicher eingebracht und zur Warmwasserbereitung oder Gebäudeheizung wieder entnommen werden. Pufferspeicher sollten hoch und schmal sein, damit eine gute Temperaturschichtung des Wassers entstehen kann. Des weiteren muss der Pufferspeicher sehr gut isoliert sein, um Wärmeverluste gering halten zu können. Häufig werden Pufferspeicher als sogenannte Saisonspeicher ausgelegt, um Sommerwärme bis in den Winter hinein lagern zu können.


Wärmespeicherfähigkeit  [Physik, Bautechnik]

Die Wärmespeicherfähigkeit gibt an, wieviel Wärme(-energie) ein Bauteil speichern kann, wenn sich die umgebende Temperatur ändert. Dabei ist aber zwischen Wärmespeicherfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit (“Dämmwirkung”) zu unterscheiden. Meist haben Materialien mit hohem Dämmwert eine geringere Speicherfähigkeit als Materialien mit schlechtem Dämmwert. Somit sagt die Wärmespeicherfähigkeit nicht sehr viel über den zu erwartenden Energieverbrauch aus. Materialien mit hoher Wärmespeicherfähigkeit sollten auf der Innenseite von Bauteilen angeordnet werden, wobei aussenseitig gedämmt werden sollte.


Wärmetauscher  [Haustechnik]

Ein Wärmetauscher ist ein Gerät, mit dem Wärmeenergie von einem Medium (flüssig oder gasförmig) an ein anderes übertragen werden kann. Bei solarthermischen Anlagen wird die Wärme an die in den Absorbern befindliche Solarflüssigkeit an einen Wärmetauscher weitergegeben. Dieser wiederum überträgt die Wärme in den Trinkwasserspeicher. Auch in Anlagen zur Wärmerückgewinnung werden Wärmetauscher eingesetzt.


Wärmeträger  [Haustechnik]

Als Wärmeträger bezeichnet man ein Medium, welches (in einem Kühl- bzw. Heizkreislauf) Wärme von einem Ort höherer Temperatur zu einem Ort niedrigerer Temperatur transportiert. Wärmeträger werden je nach Anwendungszweck und Temperaturbereich auch als Heiz- oder als Kühlmittel bezeichnet.


Wärmeübergangswiderstand  [Physik, Haustechnik]

Der Wärmeübergangswiderstand bezeichnet im Bauwesen den Widerstand, der dem Wärmestrom eines wärmeübertragenden Mediums (Luft, Flüssigkeit) beim Übergang an einer Bauteiloberflläche entgegensetzt wird. Er setzt sich aus den Kompontenten Strahlung und Konvektion zusammen. Es wird zwischen inneren und äusseren Wärmeübergangswiderständen unterschieden, wobei verschiedene Einflussfaktoren wie die Windgeschwindigkeit und die Richtung des Wärmestromes berücksichtigt werden. Zusammen mit Wärmedurchlasswiderständen bildet er den Wärmedurchgangswiderstand (Kehrwert des U-Wertes).


Wärmeverteilung  [Haustechnik]

Eine Wärmeverteilung ist ein Rohr- oder Kanalsystem mit einem strömenden Medium, mit dessen Hilfe zentral erzeugte Wärme eines Wärmeerzeugers an verschiedene Räume eines Gebäudes verteilt wird. Als Medium wird üblicherweise Heizungswasser eingesetzt, bei geringen Heizleistungen kann auch Luft verwendet werden.


Warmfassade  [Bautechnik]

Einschalige Fassaden, deren Schichtenaufbau aus einem oder aus mehreren Materialien bestehen, werden auch Warmfassaden genannt. Sowohl der äussere Witterungsschutz als auch der Wärmeschutz sind von der einschaligen Fassadenkonstruktion (z.B. WDVS, Sandwichpaneel) zu erfüllen.


Warmluftheizung  [Haustechnik]

Wesentliches Merkmal einer Warmluftheizung ist der Transport von Heizwärme mit zirkulierender Raumluft. Diese wird aus allen Räumen gesammelt, im Lufterhitzer erwärmt und dann den einzelnen Räumen wieder zugeführt. Der Transport erfolgt mit Hilfe von Ventilatoren oder der Schwerkraft.


Warmwasserbereitung  [Haustechnik]

Der Begriff Warmwasserbereitung beschreibt die Erwärmung von Trinkwasser in einem Wassererwärmer. Diese werden nach ihrer Bauform und Art der Beheizung unterschieden. Als Beispiele sind zu nennen: Durchlauferhitzer, indirekt beheizte Speicherwassererwärmer, Solar-Kombispeicher oder Warmwasser-Schichtenspeicher.


Warmwasserspeicher  [Haustechnik]

Direkt beheizte Warmwasserspeicher versorgen eine oder mehrere Entnahmestellen unabhängig von einem Heizsystem mit Warmwasser. Die Speichergrössen reichen von 5 bis 500 Liter. Kleinere Speicher werden generell mit Strom beheizt, grössere Geräte zur Versorgung mehrerer Wohneinheiten werden auch mit Gas befeuert.


Warmwasserwärmebedarf  [Haus-, Energietechnik]

Der Warmwasserwärmebedarf ist die Nutzwärme, die zur Erwärmung von Warmwasser benötgt wird. Der Warmwasserenergiebedarf umfasst zusätzlich die Verluste der Warmwasserverteilung und -speicherung.


Wartung  [Haustechnik, Facilitymanagement]

Bei einer Wartung eines Systems einer gebäudetechnischen Anlage werden Massnahmen zur Bewahrung ihres Sollzustandes druchgeführt.


Wasseraufnahmefähigkeit  [Physik, Bautechnik]

Jeder Stoff kann mehr oder minder gut Wasser aufnehmen. Dieses Wasser drinkt meist über Poren in Baustoffe ein. Die maximale Menge wird als Wasseraufnahmekapazität bezeichnet und in Volumenprozent (Vol-%) angegeben.


Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert)  [Physik, Bautechnik]

Der Wasserdampfdiffusionswiderstand sd eines Materials ist im Bereich von Dichtungen und Dämmungen von Bedeutung. Er beschreibt den Widerstand, den ein Material dem Diffusionstransport von Wasserdampf entgegensetzt. Der sd-Wert findet z.B. bei Unterspannbahnen in Dächern Anwendung. Diese sollen einerseits kein Wasser in die darunter liegende Dämmung dringen lassen, umgekehrt soll aber durch die Dämmung nach aussen diffundierende Feuchtigkeit durch diese Schicht entweichen können.


Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl  [Physik, Bautechnik]

Diffusion ist definiert als der Ausgleich von unterschiedlichen Gaskonzentrationen. Bezogen auf gasförmige Flüssigkeiten, ist sie der Antrieb für die Trocknung feuchter Bauteile, gleichzeitig aber auch Ursache für die Durchfeuchtung von Stoffen. Dabei setzen Stoffe den Wassermolekülen einen unterschiedlich grossen Widerstand entgegen. Setzt man diesen in Bezug zum Widerstand von Luft, ergibt sich die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ des betreffenden Stoffes. Luft hat also eine Wasserdampf-Diffusionswiderstandzahl von 1. In Holz dauern Diffusionsvorgänge 40 mal länger, wodurch Holz also einen Diffusionswiderstand von 40 hat.


Watt Peak (WP)  [Energietechnik]

Watt Peak (WP) ist das Mass für die Leistungsfähigkeit von Solarzellen und Modulen. Dabei wird die maximale abgegebene elektrische Leistung bei senkrechter Einstrahlung gemessen.


Wechselrichter  [Elektro-, Energietechnik]

Solarmodule erzeugen Gleichstrom, der sich nur für bestimmte Anwendungen eignet. Für die Verwendung des Stroms in konventionellen Verbrauchsgeräten, wie Haushaltsgeräten, wird allerdings Wechselstrom benötigt. Deshalb muss der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden, wofür ein Wechselrichter benötigt wird. Wechselrichter werden auch Inverter oder Converter genannt.


Wechselstrom  [Physik, Elektrotechnik]

Wechselstrom, also “Strom aus der Steckdose”, ändern im Vergleich zum Gleichstrom Stärke und Richtung. Er kann mit Hilfe von Transformatoren auf hohe Spannungen umgeformt werden. Wechselstrom gibt es in verschiedenen Arten, meistens werden in der Elektrotechnik Wechselspannungen mit sinusförmigem Verlauf eingesetzt, da hier weniger Verluste auftreten.


Weissbeton  [Bautechnik]

Die Hauptkomponenten, die die Farbe von Weissbeton bestimmen, sind Zement und feine Bestandteile, z.B. Marmorstaub. Es ist darauf zu achten, dass die bei Weissbetonmischungen zu verwendenden Zusatzstoffe für Beton und Mörtel farblos (transparent) sind.


Weissfäulepilz  [Biologie]

Weissfäulepilze zählen zur Gruppe der pflanzlichen Schädlinge, die insbesondere Holzbauteile befallen können.


Wellenlänge  [Physik]

Die Wellenlänge ist in einer sich ausbreitenden Welle der Abstand zwischen zwei aufeinander folgenden Punkten des gleichen Schwingungszustandes, also z.B. zwischen zwei Maxima oder zwei Minima. Sie bestimmt sich aus der Periodendauer bzw. der Frequenz in Abhängigkeit von der Schall- oder Lichtgeschwindigkeit.


Winddichtheit  [Bautechnik]

Die winddichte Ausführung der Gebäudehülle schützt das Gebäude und seine konstruktiven Elemente vor Witterungseinflüssen. Die Winddichtheit ist ein wichtiger Aspekt der Dichtheit von Gebäuden neben Fugendichtheit und Luftdichtheit.


Windenergie  [Energietechnik]

Windenergie ist der Anteil der Energie in der Luftbewegung in der Atmosphäre (Wind), der sich durch Windrotoren in elektrischen Strom umwandeln lässt. Wind stellt eine regenerative Energiequelle dar. Leider ist die Versorgungssicherheit der Windenergie recht gering.


Windrispe  [Bautechnik]

Windrispen dienen zur Aussteifung in Längsrichtung bei Sparrendächern. Diese Aussteifung liegt immer in der Dachfläche. Herkömmlicherweise geschieht dies über diagonal unter die Sparren genagelte Bretter. Durch den verstärkten Ausbau der Dächer werden heutzutage vermehrt Rispenbänder aus verzinktem, gelochten Stahl eingesetzt, die kreuzförmig oberhalb der Sparren angebracht sind.


Windsog  [Bautechnik]

Unter Windbelastung entsteht auf der windabgewandten Seite von Dächern und Gebäuden eine aufwärts gerichtete Kraft: der Windsog. Dieser kann durchaus leichte Dachabdichtungsschichten von Dächern abheben.


Wirkungsgrad  [Energietechnik]

Im Unterschied zum Nutungsgrad eines Kessels, der über einen längeren Zeitraum ermittelt wird, wird der Wirkungsgrad nur in einem (optimalen) Betriebspunkt gemessen. Der Wirkungsgrad des Kessels ist also immer höher als der Nutzungsgrad der Anlage. Daraus ergibt sich auch der Vorteil von Brennwertgeräten gegenüber konventionellen Kesseln, da erstere über grosse Leistungsbereiche einen guten Wirkungsgrad aufweisen. Wenn der Wirkungsgrad eines Kessels im Teillastbereich stark abfällt (z.B. Scheitholzkessel), ist die Verwendung eines Pufferspeichers empfehlenswert.


WU-Beton  [Bautechnik]

WU-Beton ist ein nahezu wasserundurchlässiger Beton mit dichtem Gefüge und begrenzter Wassereindringtiefe. Die Voraussetzung zur Erfüllung dieser Kriterien hängen von der Zusammensetzung und der Verdichtung ab. WU-Beton kommt bei Bauwerken zum Einsatz, die z.B. als Keller im Erdreich liegen und von aussen durch drückendes Wasser belastet sind. Bauteile aus WU-Beton nennt man auch “weisse Wannen”.

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Zarge  [Bautechnik]

Mit einer Zarge wird im Bereich der Türkonstruktion der Rahmen bezeichnet, der das Türblatt mit der Wand verbindet. Zargen sind meist aus demselben Material gefertigt, aus dem auch das Türblatt besteht, also Holz, Kunststoff oder Metall. Ihre Wahl hängt von der Wandkonstruktion, vom Türmaterial, der Dimension der Tür, gestalterischen Anforderungen, der Nutzung sowie brandschutztechnischen Forderungen ab.


Zellelastomere  [Bautechnik]

Hochflexible und geschlossenzellige Zellelastomere werden auf Basis synthetischen Kautschuks oder aus Polyethylen hergestellt. Der Schäumprozess findet ohne Verwendung von HKCW noch HKW als Treibmittel statt, jedoch können Additive für Brandschutz, Flexibilität und UV-Stabilität eingesetzt werden. Viele der angebotenen Produkte zur Rohr- und Anlagendämmung weisen eine Selbstklebebeschichtung mit Armierungsgewebe und einer diffusionsdichten Folie auf.

Zellelastomere werden als Rohrschalen oder Mattenware produziert und als Dämmstoff unter anderem zur Reduzierung der Körperschallübertragung von technischen Anlagen oder unter schwimmenden Bodenbelägen sowie als Wärmedämmung an Rohrleitungen eingesetzt. Obwohl die Montage von Zellelastomeren schnell und einfach ist, sollten bei Anwendungen, die nicht dem Standard entsprechen, Fachleute hinzugezogen werden. Zellelastomere auf Basis synthetischen Kautschuks können bei Kontakt mit starken Säuren und Oxiden erhebliche Reaktionen erzeugen. Auch sind sie gegen UV-Bestrahlung zu schützen. Polyethylenschäume weisen hingegen eine gute Witterungs- und Chemiebeständigkeit sowie eine hohe Festigkeit bei gleichzeitig geringer Brüchigkeit auf.

Gesundheitsgefahren sind bei ordnungsgemässer Anwendung nicht bekannt. Nur im Brandfall werden Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und abhängig von der Brandtemperatur auch andere Gase freigesetzt. Sortenreine Abfälle können wie normale Industrieabfälle entsorgt werden.


Zellulose Dämmstoffe  [Bautechnik]

Gute Erfahrungen mit Dämmstoff aus Zellulose (= Papier) wurden in den letzten knapp 100 Jahren in den USA und in Schweden gesammelt. Der Begriff Zellulose anstelle von Papier ist möglicherweise irreführend, da auch Dämmstoffe aus Baumwolle zu grossen Teilen aus Zellulose bestehen. Für die Herstellung von Zellulosedämmstoff wird Altpapier mechanisch zerkleinert und mit Borsalzen bzw. Ammoniumpolyphosphat für einen verbesserten Brandschutz und zum Schutz vor Fäulnis und Schädlingen vermischt. Dieser mitunter sehr hohe Anteil von Brandhemmern bewirkt, dass sich Papier bei direkter Beflammung schlechter entflammen lässt als Stein- oder Glasfaserprodukte. Die so hergestellten Flocken werden direkt als Dämmung eingesetzt oder aber zu Dämmpellets oder Dämmstoffmatten weiterverarbeitet. Matten aus Zellulosedämmstoff werden durch Einsatz von Bindemitteln und ggf. Stützfasern aus Jute gepresst.

Zellulose wird hauptsächlich in Holzkonstruktionen eingesetzt, aber auch in zweischaligem Mauerwerk oder als Akustikdämmung. Dämmstoffmatten aus Zellulose sind in der Handhabung ähnlich anderen Faserdämmstoffen, die Verarbeitung von Zelluloseflocken sollte hingegen wegen der Gewährleistung gleichbleibender physikalischer Eigenschaften wie Dichte oder Wärmeleitfähigkeit nur durch geschulte Fachfirmen erfolgen. Dabei gibt es 3 Verfahren zum Einbringen: das Schüttverfahren (Flocken werden auf einer festen Unterlage ausgestreut), das Einblasverfahren (Flocken werden in Hohlräume geblasen) und das Nassverfahren (feuchte Flocken werden an eine Schalung geklebt). Zellulosedämmstoffe müssen trocken und luftig eingebaut werden. Dämmstoffmatten aus Zellulose sind formbeständig und elastisch, aber dennoch nicht auf Druck belastbar.

Abgesehen von Borsalzen bestehen Zellulosedämmstoffe im Wesentlichen aus Rohstoffen, die der Gesundheit nicht abträglich sind. Wird die Dämmung aus Altpapier gewonnen, werden auch die natürlichen Ressourcen geschont. Ein- oder aufgeblasene Zelluloseflocken sind durch Absaugung rückzubauen und können – wie auch unbeschädigt und unverschmutzt rückgebaute Zellulosematten – wiederverwendet werden. Auf eine Kompostierung des Dämmstoffes sowie dessen unsachgemässe Deponierung sollte wegen der möglichen Gefährdung des Grundwassers durch Borate verzichtet werden.


Zeltdach  [Bautechnik]

Ein Zeltdach ist häufig auf Kirchtürmen zu finden und wird bei Wohnhäusern eher selten angewendet. Seine vier meist gleich grossen Seiten stehen in der Regel auf einem quadratischen Grundriss. Einen herkömmlichen Dachfirst gibt es nicht, da die Dachseiten sich alle an der Spitze in einem Punkt treffen.


Zement  [Bautechnik]

Zement ist ein hydraulisches Bindemittel, also ein fein gemahlener Stoff, der mit Wasser gemischt Zementleim ergibt, durch Hydratation erstarrt und erhärtet. Zement bleibt nach dem Erhärten auch unter Wasser fest und raumbeständig. Zement ist ein wichtiger Bestandteil von Beton und Mörtel.


ZementUnterlagsboden  [Bautechnik]

ZementUnterlagsboden ist ein Unterlagsboden, der aus Zement, Zuschlag und Wasser sowie bei Bedarf aus Zusätzen hergestellt wird. ZementUnterlagsboden wird am häufigsten verlegt, was nicht zuletzt seinen universalen Eigenschaften geschuldet ist: einfache Herstellung, gute Druckfestigkeitswerte, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, beste Eignung als HeizUnterlagsboden.


Zementleim  [Bautechnik]

Zementleim ist ein Gemisch aus Wasser und Zement, von dessen Gewichtsverhältnis (Wasser-Zement-Wert) die Güte von Beton und Mörtel wesentlich beeinflusst wird.


Zementstein  [Bautechnik]

Zementleim umhüllt die Gesteinskörner einer Betonmischung, füllt die Hohlräume und macht den Frischbeton verarbeitbar. Durch das Erhärten des Zementleims entsteht Zementstein. Die Beschaffenheit des Zementsteins ist massgebend für die Eigenschaften des Festbetons.


Zentralheizung  [Haustechnik]

Als Zentralheizung bezeichnet man eine Heizungsanlage, bei der an einer zentralen Stelle Heizwärme erzeugt wird und diese dann über ein Wärmeverteilsystem an die verschiedenen Räume transportiert wird. Die übliche Zentralheizung in Mitteleuropa ist die Pumpenwarmwasserheizung, bei der Wärme über einen Heizwasserkreis, angetrieben durch eine Umwälzpumpe, verteilt wird.


Ziegel  [Bautechnik]

Als Ziegel wird ein Baustoff mit und ohne Zuschlagstoffen bezeichnet, der aus Ton oder Lehm besteht und üblicherweise durch einen Brennvorgang seine Festigkeit erhält. Für die Herabsetzung der Scherbenrohdichte werden gegebenenfalls Sägemehl oder Polystyrolkügelchen eingemischt. Unter dem Begriff Ziegel werden z.B. Dachziegel und Mauersteine wie wärmedämmende Hochlochziegel (Hlz), frostbeständige Vormauerziegel (VMz) oder Klinker zusammengefasst.


Zirkulationsleitung  [Haustechnik]

Eine Zirkulationsleitung ist eine zusätzliche Warmwasserleitung zur Rückführung des warmen, nicht verwendeten Trinkwassers von der Zapfstelle zurück zum Warmwasserspeicher. Durch diesen Kreislauf kann warmes Trinkwasser zwischen dem Speicher und der Zapfstelle zirkulieren, so dass an der Zapfstelle schnell warmes Wasser zur Verfügung steht. Zur Energieeinsparung werden Zeitsteuerungen eingesetzt.


Zonierung  [Bautechnik]

Es ist sinnvoll, einen Grundriss so zu planen, dass Räume mit ähnlichen Temperaturbedingungen, Lichtverhältnissen und/oder bevorzugten Aufenthaltszeiten in einer gemeinsamen Zone angeordnet sind. Eine Anordnung nach Temperaturverhältnissen heisst thermische Zonierung und kann linear, konzentrisch oder geschossweise erfolgen. Besonders wenn eine passive Sonnenenergienutzung als Massnahme zur Energieeinsparung im Gebäude zum Einsatz kommen soll, empfiehlt sich die Zonierung.


Zugluft  [Lufttechnik, Hygiene]

Zugluft ist eine Bezeichnung für eine Luftbewegung, wobei die Luft eine geringere Temperatur als die Raumtemperatur hat. Zugluft wird als unangenehm empfunden, insbesondere wenn sie in geschlossenen Räumen vornehmlich aus einer Richtung kommt.


Zuluft  [Haus, Lufttechnik, Hygiene]

Die Zuluft ist die Luft, die einem Gebäude zugeführt wird, an der Stelle hinter dem Austritt aus einem Lüftungsgerät. Die Zuluft wird dabei in modernen Gebäuden durch Wärmerückgewinnung erwärmt. Die gleiche Luftmenge die einem Raum zugeführt wird, muss zur selben Zeit abströmen (Abluft).


Zuluftheizung  [Haus-, Lufttechnik]

Zuluftheizungen liefern Heizwärme ausschliesslich als frische Aussenluft ohne Umluftanteil. Dabei ist der Volumenstrom nach hygienischen und nicht nach heiztechnischen Gesichtspunkten zu bemessen. Die Aussenluft wird meist zuerst in einem Wärmetauscher durch Wärmerückgewinnung erwärmt. Anschliessend wird die Zuluft weiter bis auf max. 50°C mit einem Lufterhitzer erwärmt und den Zulufträumen zugeführt. Aufgrund der geringen Heizleistung sind Zuluftheizungen nur für Niedrigenergie- und Passivhäuser geeignet.


Zuschlag  [Bautechnik]

Siehe Gesteinskörner


Zuschlagstoff

Unter Zuschlagstoffen versteht man alle organischen sowie anorganischen Materialien, die Mörtel, Unterlagsboden oder Beton Stabilität verleihen.


Zweirohrsystem  [Haustechnik]

Bei einem Zweirohrsystem werden die Heizkörper parallel zum Wärmeerzeuger angeschlossen, wobei sich im Dachgeschoss (obere Verteilung) oder im Kellergeschoss (untere Verteilung) die Vorlauf-Verteilungsleitungen befinden. Von ihnen aus gelangt das Heizungswasser zu den jeweiligen Heizkörpern und über Rücklauf-Fallleitungen und -Sammelleitungen zurück zum Wärmeerzeuger.


Zwerchhaus  [Bautechnik]

Ein Zwerchhaus ist ein zum Hauptdach rechtwinklig (zwerch = landschaftlich für quer) stehender Dachaufbau, der sich über mehrere Stockwerke erstrecken kann. Sein Giebel schliesst, anders als die Gaube, mit der Hauswand ab, sein Dach ist geneigt.


Zwischensparrendämmung  [Bautechnik]

Bei der Dämmung eines Daches zwischen den Sparren wird die Wärmedämmung exakt zwischen den Sparren eingepasst. Verblieb früher eine Lüftungsebene zwischen Wärmedämmung und Eindeckung bzw. Unterspannung, so füllt man heute mehr und mehr den Raum zwischen den Sparren vollständig mit Dämmstoffen aus, um ein Maximum an Wärmedämmwirkung zu erreichen.