Planungsgrundlage: Belastung des Baugrundes



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Um bauhygienische / baubiologische Ziel bei Neubauten zu erreichen ist bereits in der frühen Bauplanung die Ist-Sitution bezüglich Umwelt (nachbarschaftliche Immissionen), als auch Altlasten im Baugrund zu erfassen.

Erkundung nach Altlasten im Baugrund

Früher wurden Schadstoffe oft ohne ausreichendem Schutz an Betriebsstandorten (Industriebetriebe, Schiessanlagen) mit Schadstoffen umgegangen oder Abfälle abgelagert. Auch Unfälle führten und führen auch heute noch zu Schadstoffreisetzungen. So wurden auch Böden mit kontaminert.

Altlastenverteilung

Graphik: Verteilung Altlasten nach Ablagerungsstandorte, Betriebsstandorte, Unfallstandorte   Qulle: BAFU

Gemäss dem Bundesamt für Umwelt sind derzeit rund 58'000 unverbaute oder überbaute Areale dahingehend kritisch zu betrachten dass sie die Umwelt und vor allem das Grundwasser belasten könnten. Die Kantone tragen die verdächtigen Standorte entsprechend in ein Kataster ein und haben die jeweils betroffenen Eigentümer darüber in Kenntnis zu setzen.

Vor dem Erwerb eines Grundstücks sollte deshalb vom Verkäufer ein Attest verlangt werden, das über die Altlastensituation aufklärt. Immer sollte auch bei der kantonalen Fachstelle bezüglich Einträge ins Altlastenkataster nachgefragt werden. Bei Altlasten steht der Eigentümer immer in der Pflicht. Ein unbedarfter Kauf kann deshalb viel Ärger und einen hohen Schaden verursachen - Zum einen ist der Wert des belasteten Standorts vermindert, zum andern kann die Sanierung des Baulands sehr kostspielig werden. Ausserdem verschlechtern solche Altlasten die Position des Kreditnehmers bei der Banken, wenn es um eine Immobilienfinanzierung geht.

Karte  Kanton Basel-Landschaft: rechtskräftigen belasteten Standorte (rot) sowie die Flächen, wo die abschliessende Bewertung noch aussteht und in Bearbeitung ist (gelb) - Belastete Standorte: Ablagerungsstandorte, Betriebsstandorte (inklusive Schiessanlagen) und Unfallstandorte, bei denen mit Belastungen im Untergrund gerechnet werden muss

Graphik: belasteten Standorte (rot) - Flächen, wo die abschliessende Bewertung noch aussteht t (gelb) -   Qulle: http://geoview.bl.ch

Die Altlastenkataster zeigen zeigen oft nur Verdachtsmoment und bestimmt sind auch nicht alle belasteten Böden  im Altlastenkataster zu finden. Effektiv mit Schadstoffen wie Schwermetalle oder Altöl belastet ist meist nur der geringste Anteil der im Kataster verzeichneten Flächen. Ein Grossteil der verdächtigen Standorte ist deshalb nicht unmittelbar umwelt- oder wassergefährdend, und darum auch nicht automatisch sanierungsbedürftig. Insofern hat ein Grundbesitzer, trotz des Eintrages ins kantonale Verzeichnis, nur im Ausnahmefall eien Sanierungspflicht. Ein Bauvorhaben, bei dem der belastete Boden bewegt werden muss, löst hingegen detailiertere Untersuchungen aus. Bei baulichen Eingriffen ins Terrain oder einer Unterkellerung sind deshalb Schutzmassnahmen oder eine separate Entsorgung des verschmutzten Erdmaterials in Betracht zu ziehen. Ohne den Zuzug von Spezialisten geht es in diesen Fällen nicht mehr.

Belastung des Grundstückes durch nachbarschaftliche Immissionen

Ob und in welchem Umfang bei einem Bauprojekt Schallschutzmassnahmen oder Abschirmungen gegen Elektrosmog notwendig sind, um bestimmte Zielwerte unterschreiten zu können, aber auch um zu wissen wo mit Vorteil die Aussluft zur Versorgung der Räume angesaugt werden soll, kann nur auf der Basis einer serösen Immissionsanalyse ermittelt werden.

Graphische Darstellung einer Immissionsanalyse für ein Grundstück in ländlicher Umgebung
Graphik: Immissionsanalyse für MFH-Neubauprojekt MINERGIE-P-ECO    Qulle: Experte IBH Chur

Die Immissionsanalyse, eine wertvolle Planungsgrundlage für die Detailplanung

Bei einer Immissionsanalyse sind folgende Parmeter zu erheben:

  • Luftschadstoffe und Gerüche aus Feuerungsanlagen, Abluftanlagen, Verkehr, Industrie;
  • Emissionen aus Altlasten;
  • Biologische Faktoren (Keime, Pollen), Wälder,Kulturen;
  • Lärm von Verkehr, Industrie und Gewerbe;
  • Erschütterungen von Verkehr, Industrie und Gewerbe;
  • Elektromagnetische Felder von Funkanlagen, Stromversorgung (Hochspannungsleitungen), Bahnanlagen;
  • Radon aus dem Baugrund;
  • Meteologie; kritische Durchlüftungssituationen / Hauptwindrichtungen /Windexposition, Inversion-/ Nebellagen;
  • Geplante Bauvorhaben in der Umgebung.